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Informationen über Asthma und Allergien
aktualisiert: 06.12.2005   

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27. Jänner 2005
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28. Februar 2005
25. Februar 2005
18. Februar 2005 Nitroproteine lösen Allergien aus
Zusammenhang zwischen Allergien und Luftverschmutzung aufgeklärt
17. Februar 2005 Feinstaub-Messtour durch Österreich
Greenpeace: Feinstaubbelastung bereits dritthäufigste Todesursache
16. Februar 2005 Krebswarnhinweis bei Ekzem-Salben?
FDA sorgt sich um die Sicherheit bei der Anwendung bei Kindern
16. Februar 2005 Auch älteren Menschen drohen Allergien
Kontinuierlicher Anstieg der Zahl der Allergiker über 50

März 2005 (7)

31. März 2005
21. März 2005 BOLD-Studie zu COPD: Hannover wird Modellregion für Deutschland
16. März 2005 Genuss trotz Lebensmittelallergie
Allergien gegen Kuhmilch, Hühnereier, Fisch und Soja sind am häufigsten - AKNÖ präsentierte Gratis-Broschüre und Allergiekompass
10. März 2005 Hasel und Erle sind längst blühbereit
Pollenfreisetzung bei Tagestemperaturen über 6 Grad Celsius
08. März 2005 Hemmung der Magensäureproduktion
kann Nahrungsmittelallergien auslösen
ADF/ECARF-Forschungspreis an Wiener Team
08. März 2005 Erfolg im Forschungsschwerpunkt Biophotonik:
Neuer Pollenmonitor macht Allergikern das Leben leichter
07. März 2005 Neue Studie: Allergieimpfung schützt Kinder
jahrzehntelang vor gefährlichen Folgen von Wespenstichen

April 2005 (5)

27. April 2005 Birkenblüte noch im Gange
Belastung auch durch Pollen von Eschen, Platanen, Walnuss
27. April 2005 Asthma-Medikamente im Test
„Konsument“ zeigt, welche Mittel die Lebensqualität verbessern
20. April 2005 Asthma bei Kleinkindern nun leichter diagnostizierbar
Niederländischer Forscher für Entwicklung von schmerzfreier Untersuchungsmethode ausgezeichnet
19. April 2005 Welt-Allergie- und Asthma-Tag "Airlebnis Lunge"
Gratis-Aktionstag im Wiener Rathaus am 22. April 2005
06. April 2005 Derzeit keine extreme Pollenbelastung
Birke und Esche blühen, Hasel und Erle sind bereits verblüht

 

 

Artikel ab Mai 2005

 

27. April 2005

Birkenblüte noch im Gange
Belastung auch durch Pollen von Eschen, Platanen, Walnuss und Raps

Wien - Die Birkenblüte ist in weiten Teilen Österreichs noch voll im Gange - vor allem in Höhenlagen über 500-600m. Im Osten und Südosten geht die Saison zu Ende.

Eschenpollen kommen in Höhenlagen über etwa 600m noch in größeren Mengen vor, im Flachland ist die Saison vorüber.

In städtischen Bereichen gibt es sehr starke Belastungen durch Platanenpollen. Örtlich beginnt die Walnuss zu blühen. In der Nähe von Rapsfeldern kann es zu Belastung durch Rapspollen kommen.

Quelle: Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 27. April 2005


27. April 2005

Asthma-Medikamente im Test
„Konsument“ zeigt, welche Mittel die Lebensqualität verbessern

Wien - 500.000 Österreicher leiden an Asthma – die Zahl hat sich im letzten Jahrzehnt verdoppelt. Bei Kindern unter zehn Jahren ist es inzwischen die häufigste chronische Krankheit. Wer erste Anzeichen unterschätzt, muss mit dramatischen Folgen rechnen. Asthma muss daher von Anfang an behandelt werden, Medikamente sind zwingend notwendig. Die Krankheit ist zwar noch nicht heilbar, aber mit Arzneimitteln gut behandelbar. Doch nicht alle Präparate führen zum gewünschten Behandlungserfolg.

Das Verbrauchermagazin „Konsument“ hat 83 Medikamente auf ihre Eignung zur Behandlung von leichtem bis schwerem Asthma überprüft. Basis ist das „Handbuch Medikamente“, das der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Zusammenarbeit mit der deutschen Stiftung Warentest herausgegeben hat: 43 führende Experten unterschiedlicher medizinischer Disziplinen haben darin mehr als 5000 rezeptpflichtige und –freie Arzneimittel bewertet.

Das Ergebnis des Medikamenten-Checks: Nicht alle getesteten Präparate verbessern die Lebensqualität der Betroffenen. „Zwar eignen sich fast alle Mittel mehr oder weniger zur Behandlung von Asthma. Der gewünschte Erfolg tritt aber nur dann ein, wenn das richtige Medikament zur richtigen Zeit eingenommen wird“, fasst Franz Floss, Bereichsleiter für Untersuchungen beim Verein für Konsumenteninformation (VKI), das Testergebnis zusammen. Und warnt zugleich: „Der Test soll und kann professionelle Begleitung durch Ärzte nicht ersetzen.“
Martin Prohaska, Geschäftsführer des VKI, erläutert die Gründe für die Zunahme von Tests im medizinischen Bereich: „Wer über seine Behandlung eigenverantwortlich mitentscheiden will, muss über Arzneimittel und Therapiemöglichkeiten Bescheid wissen. Wir liefern mündigen Patienten umfassende und verständliche Informationen.“ Dass „Konsument“ damit am richtigen Weg ist, zeigen die bereits zahlreichen Reaktionen: Die Leser goutieren das Angebot, die Medizin-Branche reagiert unterschiedlich. „Jedenfalls hat sich unter den Anbietern bereits herumgesprochen, dass ‚Konsument’ verstärkt auf diesem Sektor tätig ist – sie beobachten daher die Tests mit besonderer Aufmerksamkeit“, berichtet Prohaska.

Die Medikamente

Tabletten, Säfte sowie Sprays, Lösungen und Pulver zum Inhalieren– die Pharmaindustrie bietet eine Vielzahl an Medikamenten zur Behandlung von Asthma. Grundsätzlich lassen sich die Präparate von ihrer Wirkung her in zwei große Gruppen einteilen: Reliever („Linderer“) und Controller („Entzündungshemmer“).

Reliever können eine Asthmaattacke lindern und werden nur bei Bedarf eingesetzt. Sie erweitern sofort spürbar rasch die Atemwege. Zu diesen bronchialerweiternden Mitteln gehören vor allem die kurz wirkenden Beta-2-Sympathomimetika und die Parasympatholytika.

Die „Entzündungshemmer“ wirken dagegen über lange Zeit ursächlich gegen die Entzündung und allergische Reaktion – hauptsächlich sind es Glukokortikoide zum Inhalieren, besser bekannt als Kortisone. Dazu kommen noch lang wirkende, inhalative Beta-2-Sympathomimetika, Mastzellenstabilisatoren und Theophyllin mit verzögerter Wirkstoffabgabe.

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Wer nur selten einen Asthmaanfall erleidet, benötigt nur „Linderer“. Treten die Beschwerden jedoch mehrmals wöchentlich auf, müssen zusätzlich „Entzündungshemmer“ eingenommen werden.

„Wichtig ist, dass der Arzt die Behandlung entsprechend der jeweiligen Stufe der Erkrankung anpasst“, erklärt Michael Wasicky, VKI-Pharma-Experte.
Mediziner unterscheiden vier Stufen der Erkrankung, die Einteilung erfolgt nach Schweregrad des Asthmaanfalles. Die Therapie bei Kindern entspricht jener von Erwachsenen, für sie gibt es aber spezielle, niedrig dosierte Medikamente.

Das Test-Ergebnis

Die gute Nachricht für Betroffene: Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Präparate für die Behandlung von Asthma mehr oder weniger geeignet. „Die therapeutische Wirksamkeit des Medikamentes hängt jedoch stark davon ab, in welcher Phase der Erkrankung sich der Betroffene befindet“, informiert Wasicky.


Die besten Medikamente für jede Phase:

• Asthma Stufe 1: Asthmaanfälle treten zwei bis drei Mal pro Monat auf (bei Kindern weniger als sechs Anfälle pro Jahr) – Betroffene nehmen nur in diesen Situationen Medikamente. Die Tester bewerten die als „Linderer“ eingesetzten, kurz wirkenden Beta-2-Sympathomimetika „Fenoterol“, „Salbutamol“ und „Terbutalin“ als „geeignet“. Nur „mit Einschränkung geeignet“ sind hingegen Parasympatholytika – sie sollten nur dann angewendet werden, wenn die anderen Wirkstoffe nicht vertragen werden bzw. allein nicht ausreichend wirken.

• Asthma Stufe 2: Wer häufiger als zwei Mal pro Woche, jedoch nicht täglich (Kinder seltener als ein Mal pro Monat und höchstens zwei Mal pro Monat nachts) mit Beschwerden kämpft, greift zum Abfangen eines Anfalles am besten zu den als „geeignet“ bewerteten Beta-2-Sympathomimetika. Parasympatholytika sind auch in dieser Phase der Erkrankung deutlich schlechter und weniger zuverlässig. Als Dauertherapie helfen Kortisone in niedriger Dosis zum Inhalieren, sie sollten täglich angewendet werden. „Nur mit Einschränkung geeignet“ sind hingegen die Mastzellenstabilisatoren „Cromoglizinsäure“ und „Nedocromil“.
Ab Stufe 2 ist sowohl die Einnahme von „Linderern“ als auch „Entzündungshemmern“ empfehlenswert.

Asthma Stufe 3: Betroffene, die täglich (Kinder mehrmals pro Woche) an Anfällen leiden, benötigen für die Dauertherapie entzündungshemmende Kortisone in höherer Dosis. Falls nötig, empfehlen Experten zusätzlich den Umstieg von kurz wirkenden auf lang wirkende Beta-2-Sympathomimetika. Kortison und Beta-2-Sympathomimetika eignen sich auch als Kombinationspräparat zur Dauerbehandlung. Reicht diese Mischung nicht aus, werden außerdem „Montelukast“ oder „Theophyllin“, bedarfsweise auch Parasympatholytika gegeben. Diese Substanzen sind allerdings „mit Einschränkung geeignet“: Sie sind zwar therapeutisch wirksam, bergen aber im Vergleich zur Standardtherapeutika ein nicht gut einschätzbares Risiko. Bei akuten Anfällen gilt dasselbe wir für Stufe 1 und 2.

• Asthma Stufe 4: In dieser Phase befindet sich, wer ständig an Asthmaanfällen leidet und dadurch körperlich eingeschränkt ist (Kinder an den meisten Tagen und Nächten). Hier gelten die gleichen Angaben wie für Stufe 3, Patienten benötigen aber eine hohe Dosis Kortison zum Inhalieren sowie zusätzliche Kortisone zum Einnehmen.

Als „wenig geeignet“ zur Behandlung von Asthma bewerten die Tester die Kombination „Ambroxol“/„Clenbuterol“, da die orale Einnahme von Beta-2-Sympathomimetika in der Regel als wenig zweckmäßig angesehen wird und der Zusatz eines sekretlösenden Wirkstoffes nicht sinnvoll ist. Auch die Kombination der beiden Substanzen „Fenoterol“/ „Cromoglizinsäure“ macht wenig Sinn, da ersterer Wirkstoff nur bedarfsweise, letzterer aber dauerhaft angewendet werden soll. Wegen unzureichender Wirkung ist auch „Ketotifen fumarat“ für Asthmatiker grundsätzlich nur „wenig geeignet“.

Angst vor Kortison unbegründet

Ein aufgedunsenes Gesicht, vermehrtes Auftreten von Pickel und kleineren Blutungen oder Muskelschwäche – das sind nur einige der Folgen, die Betroffene durch die Einnahme von Kortison befürchten. Aber: „Die Angst vor Nebenwirkungen ist bei Asthma unbegründet – Kortisone zum Inhalieren sind der Goldstandard der Dauertherapie. Das Mittel wirkt ausschließlich in Bronchien und Lungen. Wachstumsstörungen bei Kindern gleichen sich wieder aus“, beruhigt Wasicky.

Die Frage, welche Form der Einnahme für Patienten mit den geringsten Nebenwirkungen verbunden ist, beantwortet Floss eindeutig: „Inhalationspräparate sind Pillen vorzuziehen.“
Die Nebenwirkungen bei Asthmamitteln zum Inhalieren sind dosisabhängig, relativ selten und gut behandelbar.

Eigenverantwortung übernehmen

Eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Asthma spielt die Eigenverantwortung der Betroffenen gemeinsam mit ärztlicher Betreuung. Für mündige Patienten ist es daher unerlässlich, über die eigene Therapie und Alternativen Bescheid zu wissen. All jenen, die ein Mittel mit schlechter Bewertung einnehmen, rät Floss daher: „Das Präparat nicht sofort absetzen, sondern mit dem Arzt klären, warum er gerade dieses verschrieben hat“.

Ärzte, Selbsthilfegruppen und Kliniken bieten Schulungen an, in denen Betroffene und ihre Angehörigen trainieren, das eigene Verhalten an die Krankheit anzupassen und die Medikamente den Lebensbedingungen entsprechend zu dosieren. Darüber hinaus können Asthma-Patienten selbst vieles tun:

• Impfen lassen. Wer gegen Infektionen der oberen Luftwege (Grippe und Pneumokokken) geimpft ist, verringert damit das Risiko von Anfällen.

• Reizstoffe vermeiden. Asthmatiker sollten zu rauchen aufhören und Situationen, in denen viel geraucht wird, aus dem Weg gehen.

• Schal benützen. Ein Schal vor Mund und Nase schützt in der kalten Jahreszeit vor Luft oder Infektionen.

• In der Pollenzeit Aufenthalte im Freien vermeiden. Ist die Ursache des Asthmas eine Allergie, den Aufenthalt im Freien während der Pollenflugzeit möglichst kurz halten.

• Entspannen lernen. Lockerungsübungen wie Biofeedback können helfen, der Angst vor und bei einem Anfall entgegenzuwirken.

• Atemtechniken lernen. Das Atmen mit gespitzten Lippen („Lippenbremse“), das Abhusten des Schleims und den Einsatz von Klopfmassagen lernen.

• Reichlich trinken. Flüssigkeit macht den Schleim dünnflüssiger.

• Sport ausüben. Atemgymnastik und regelmäßiger Ausdauersport helfen, die Lungenfunktionen zu verbessern.

• Klima wechseln. Bei allergischem Asthma kann außerdem ein Klimawechsel – ein Urlaub an der Meeresküste oder im Hochgebirge – helfen.

Text: Verein für Konsumenteninformation

 

20. April 2005

Asthma bei Kleinkindern nun leichter diagnostizierbar
Niederländischer Forscher für Entwicklung von schmerzfreier Untersuchungsmethode ausgezeichnet

Köln - Jede Erkältung scheint bei dem kleinen Nils gleich auf die Lungen zu schlagen. Das deutlich hörbare Keuchen und Pfeifen beim Atmen versetzt die Eltern in Angst und Schrecken. Leidet der sechs Monate alte Säugling bereits an Asthma oder einfach nur an gehäuften Infektionen der Atemwege? Steht ihm vielleicht später eine Asthmakarriere bevor? Die mit dem Klosterfrau Forschungspreis 2005 ausgezeichnete, neue schmerzfreie Untersuchungsmethode des niederländischen Arztes Dr. Eric Maarsingh kann in Zukunft dazu beitragen, diese Fragen zu beantworten.

Das Problem bei Asthma im Säuglingsalter: Eine Prüfung der Lungenfunktion und der Atemwege ist bei den Kleinen noch nicht möglich, denn hier ist die aktive Mitarbeit des Patienten gefragt. Er muss mit großer Kraft in ein Gerät blasen - für ein Baby oder Krabbelkind nicht machbar.

Dr. Eric Maarsingh und seine Kollegen von der Universitätskinderklinik Groningen haben jetzt eine Methode entwickelt, mit der man auch bei kleinen Kindern ohne komplizierte, schmerzhafte Maßnahmen verengte Atemwege erkennen kann.

Bei dieser neuen schmerzfreien Methode, der Elektromyographie (EMG), kann durch Hautelektroden die Aktivität der Muskulatur am Zwerchfell und zwischen den Rippen bestimmt werden. Sind die Atemwege wie beim Asthmaanfall verengt, muss diese Muskulatur deutlich stärker arbeiten, um die eingeatmete Luft wieder nach draußen zu befördern.

Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass sich mit dieser neuen Methode Asthma schon bei Kleinkindern zuverlässig nachweisen lässt.

In Zukunft wird der Arzt also vielleicht die Fragen von Nils Eltern besser beantworten können. Der mit 30.000 Euro dotierte Klosterfrau Forschungspreis wird jährlich für besonders wichtige Arbeiten auf dem Gebiet der Früherkennung und Heilung des kindlichen Asthmas vergeben.

Quelle: Klosterfrau

 

19. April 2005

Welt-Allergie- und Asthma-Tag "Airlebnis Lunge"
Gratis-Aktionstag im Wiener Rathaus am 22. April 2005

Wien - GeLUNGEn soll auch heuer das Programm des Gratis-Aktionstages anlässlich des "Welt Allergie- und Asthma-Tages" am 22. April im Wiener Rathaus sein. Eine Vielzahl an kostenlosen Informationen zum Thema Asthma, COPD und Allergien erwartet die Besucher des Aufklärungstages. Von Beratungen durch renommierte Ärzte und Spezialisten, über Gesundheitstests und Fitness-Beratung, bis zu Urlaubsinfos für Asthma-Patienten reicht die Palette. Moderieren wird TV-Lady und Medizinerin Dr. Vera Russwurm. Stargast ist ein prominenter Betroffener, der Entertainer Alfons Haider.

Der Aktionstag wird von der Österreichischen Lungenunion (ÖLU) veranstaltet und findet am Freitag, 22. April 2005, von 9.30 bis 18 Uhr im Festsaal des Wiener Rathauses statt. Der Eintritt ist frei. Die offizielle Eröffnung übernimmt ÖLU-Präsident Dr. Franz Vranitzky.

Weltweit haben etwa 300 Millionen Menschen Asthma, Tendenz stark steigend. Etwa 30% der österreichischen Bevölkerung leiden an verschiedenen Erkrankungen der Atemwege. Speziell von Asthma betroffen sind hierzulande - laut internationaler GINA-Studie - 5,8 % aller Erwachsenen. Damit liegt Österreich im westeuropäischen Durchschnitt. Die Anzahl der erkrankten Kinder und Jugendlichen wird von Experten jedoch weit höher eingeschätzt. "Die Prävalenz von Asthma hat sich in Westeuropa in den letzten Jahren sogar verdoppelt", so Univ. Doz. Dr. Wolfgang Pohl, Leiter des Landesklinikums Hochegg.

Die Österreichische Lungenunion versucht diesem Negativtrend auch heuer wieder mit einem Gratis-Informationstag entgegenzuwirken.

Information und Unterhaltung zum Thema Gesundheit

Eine kostenlose "Lungen-Gesundheitsstraße" mit Blutdruck- und Lungenfunktionsmessung, kostenloser Allergietestung, Allergie- und Raucherberatung, weiters persönliche Beratung durch renommierte Lungen- und Kinderfachärzte sowie Allergologen, Urlaubstipps für Atemwegserkrankte, Ernährungsberatung, Atemschule, Gesangstraining und vieles mehr erwartet die Besucher.

Als Programm-Highlight tritt Stargast Alfons Haider, selbst Asthmatiker, auf. Ein weiterer Höhepunkt ist ein Auftritt der weltberühmten Shaolin - Mönche, die dem Publikum einen Einblick in fernöstliche Konzentrationstechniken geben. Durch das Programm wird auch heuer wieder Vera Russwurm führen.

Für Fachpublikum findet im Rahmen dieses Aktionstages von 9.30 bis 12.00 Uhr unter der Leitung von Univ. Doz. Dr. Wolfgang Pohl eine Ärztetagung zum Thema "Asthmatherapie sicher - einfach - effizient für Arzt und Patient" statt.

AIRleben - Initiative für das hustende Kind

Die im Vorjahr von der ÖLU unter Patronanz von Vera Russwurm gestartete Kampagne "AIRleben - Initiative für das hustende Kind" wird auch 2005 weitergeführt. Ziel ist es, den Wissensstand bei Eltern und PädagogInnen über kindliches Asthma zu verbessern und die Öffentlichkeit auf dieses immer größer werdende Problem aufmerksam zu machen. Denn: Rund 12 % aller österreichischen Kinder haben Asthma, 50 % der Erkrankungen sind nicht diagnostiziert. "Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Die Zahlen steigen ständig und sind alarmierend", warnt der wissenschaftliche Beirat der Aktion AIRleben.

20 Jahre Österreichische Lungenunion

Seit 20 Jahren steht die Österreichische Lungenunion im Dienste der Information und Aufklärung zum Thema Lungenerkrankungen. Diese unabhängige Patientenvereinigung ist österreichweit aktiv und hat rund 5000 Mitglieder. Präsident ist Dr. Franz Vranitzky.

Alle Informationen zum Aktionstag im Wiener Rathaus am 22.4.2005 von 9.30 - 18.00 Uhr, zur ÖLU und zur Initiative "AIRleben", sind unter http://www.lungenunion.at abrufbar.

Geburtstagsaktion - 20 Jahre Lungenunion

Die ersten 50 Besucher, die ihr altes mechanisches Messgerät zum Lungenaktionstag mitbringen, erhalten ein neues elektronisches Lungenfunktionsmessgerät geschenkt.

Quelle: ÖLU , pts

Ergänzungen:
Internationaler Weltasthma-Tag 2005
,
organisiert von der Global Initiative For Asthma (GINA),
ist der

3. Mai 2005
www.ginasthma.org

Zum Weltasthmatag 2004 hat GINA alle Informationen des weltweiten Asthma-Reports „Global Burden of Asthma“ zur Veröffentlichung freigegeben.
www.asthma-info.at/Literatur.html#gina
www.asthma-info.at/Mai04.html#diagnose

 

 

6. April 2005

Derzeit keine extreme Pollenbelastung
Birke und Esche blühen, Hasel und Erle sind bereits verblüht

Wien - In weiten Teilen des Bundesgebietes hat die Birkensaison begonnen. Ausgenommen ist derzeit nur das Waldviertel und die Alpenregion. Trotz der zeitweise recht warmen Tage ist aber mit keiner extremen Pollenbelastung zu rechnen.

Hasel und Erle sind bereits verblüht, regional kann die Esche bei sensibilisierten Personen Beschwerden auslösen.

Quelle: Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 6. April 2005

 

31. März 2005

Beginn der Birkenblüte

Wien (OTS) - Da laut Wettervorhersage für Samstag und Sonntag (2./3. April 2005) Temperaturen bis zu 17 Grad zu erwarten sind, ist in Wien mit dem Einsetzen der Birkenblüte zu rechnen. Für Allergikerinnen und Allergiker sind daher für das kommende Wochenende bereits geringe Belastungen durch Birkenpollen zu erwarten.

Betroffene Personen sollten rechtzeitig, noch bevor die allergischen Beschwerden wie Juckreiz in Nase und Augen, tränende Augen, Atemnot usw. beginnen, ihre verordneten Medikamente einnehmen. Bei akuten Beschwerden sollte der Aufenthalt im Freien gemieden werden.

Informationen zum aktuellen Pollenflug können über das Gesundheitstelefon der Stadt Wien unter der Telefonnummer 01 / 533 28 28 abgerufen werden. Die Aktualisierungen erfolgen zweimal wöchentlich.

Polleninformationsdienst:
http://www.wien.gv.at/ma15/gesundheitsberatung/pollen.htm

Quelle: PID-Rathauskorrespondenz

 

21. März 2005

BOLD-Studie zu COPD:
Hannover wird Modellregion für Deutschland

Hannover - Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht es fest: Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease - COPD) wird im Jahr 2020 die dritthäufigste Todesursache weltweit sein, nach Schlaganfall und Herzinfarkt. Die Hauptursache der COPD ist das Rauchen. Doch noch immer fehlen genaue Daten. "Wir wissen nicht, wie häufig die COPD ist, wie die Patienten mit dieser Krankheit medizinisch versorgt werden - noch kennen wir die Unterschiede in einzelnen Ländern", sagt Professor Dr. Tobias Welte, Direktor der Abteilung Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Das soll eine groß angelegte internationale Studie in mehreren Ländern mit dem Namen BOLD (Burden of Obstructive Lung Disease) nun zeigen.

In China und der Türkei begannen Ende vergangenen Jahres bereits erste Untersuchungen, vor kurzem starteten Island, Südafrika und Österreich. Nun kommen die USA, Polen, Norwegen und Deutschland hinzu. Die Initiative startete das Kaiser Permanente Center for Health Research in Portland, Oregon, USA; dort werden alle Daten anonymisiert zusammengeführt.

Das Center for Health Research ist ein unabhängiges, nicht-kommerzielles großes Forschungsinstitut, das seit 40 Jahren medizinische Forschung mit epidemiolo-gischem Hintergrund betreibt. "Die Region Hannover wird das Modellgebiet für Deutschland sein, die MHH das nationale Zentrum für die Studie", sagt Professor Welte. Er holte das Projekt nach Hannover. Die Schirmherrschaft hat Niedersachsens Sozialministerin Dr. Ursula von der Leyen übernommen. "Uns liegt besonders viel daran, dass die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung möglichst früh erkannt wird, damit sie rechtzeitig und richtig behandelt werden kann. Dazu müssen wir mehr über die Krankheit und ihre Verbreitung wissen. Gerade Raucher haben noch eine Chance, mit dem schädlichen Rauchen aufzuhören, wenn die COPD bei ihnen früh diagnostiziert wird", sagt Dr. Ursula von der Leyen.

Wie wird die Studie ablaufen?

Eine standardisierte Befragung und ein Lungenfunktionstest sind die wesentlichen Elemente der Studie. Rund 1.000 Personen aus der Region Hannover - je zur Hälfte Frauen und Männer - werden willkürlich ausgewählt, angeschrieben und gebeten, bei der Studie mitzumachen. Ihre Aufgabe: den Fragebogen mit 15 Seiten auszufüllen und den Lungenfunktionstest mitzumachen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MHH-Abteilung Pneumologie besuchen diese Personen zu Hause oder gehen mit ihnen in der MHH den Fragebogen durch. Darin wird ausführlich deren Krankengeschichte erfragt, das mögliche Raucherverhalten oder auch die eventuelle Versuche der Entwöhnung. Arztbesuche oder ein Klinikaufenthalt werden ebenso erfasst wie die Lebensqualität.

"Unser Ziel ist es, auf diese Weise einen statistisch fundierten Querschnitt durch die Bevölkerung zu erhalten und genau herauszufinden, wie häufig die COPD tatsächlich ist", sagt Professor Welte. "Dabei hoffen wir auf die Mithilfe der angeschriebenen Menschen in der Region Hannover, auch wenn sie keine Lungenprobleme haben."

Was ist die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung?

Die COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ist eine chronische Entzündung der Bronchien, die dazu führt, dass sich die Atemwege verengen und sich nur teilweise durch Medikamente wieder weiten lassen. Zwei Krankheitsbilder lassen sich dabei unterscheiden:

• Chronisch obstruktive Bronchitis
Sie entsteht aus einer einfachen chronischen Bronchitis, wenn sie lange anhält und Schadstoffe wie das Rauchen weiter einwirken. Die Atemwege verengen sich (Obstruktion), Luftnot entsteht - zunächst unter Belastung, später auch in Ruhe.

• Lungenemphysem
Durch äußere Schäden wie das Rauchen beginnt die Lunge sich umzubauen. Die kleineren Lungenbläschen werden zerstört, wichtige Flächen für den Gasaustausch gehen verloren - anstelle von Lungengewebe bleiben nur mit Luft gefüllte Räume zurück. Patienten klagen frühzeitig über Atemnot, vor allem bei Belastung.


Welches sind die Ursachen?

Häufigste Ursache ist das Rauchen. Die Gefahr, an einer COPD zu erkranken, nimmt mit der Menge der inhalierten Zigaretten deutlich zu. Selten können auch andere Substanzen wie Stäube, Dämpfe und Gase oder genetische Ursachen zur COPD führen. Das Aufhören mit dem Rauchen ist die wichtigste Maßnahme, um einer chronischen COPD-Erkrankung vorzubeugen.

Welche Symptome weisen auf eine COPD hin?

• Husten, länger anhaltend, vor allem morgens nach dem Aufstehen

• Auswurf, der normalerweise weiß ist, sich aber bei bakteriellen Infekten gelb-grün verfärbt

• Atemnot, die meistens im frühen Stadium der Krankheit auftritt, zunächst nur unter Belastung, später auch in Ruhe

Wichtig ist, dass die Ärzte die Krankengeschichte ausführlich erheben - sie gibt oft schon deutliche Hinweise auf die COPD. Eine körperliche Untersuchung und ein Lungenfunktionstest gehören ebenfalls zur Basisdiagnostik. Weitergehende Laboruntersuchungen, Röntgenaufnahmen oder eine Bronchienspiegelung dienen häufig dazu, andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen auszuschließen.

Was setzen Mediziner in der Therapie ein?

So genannte Bronchodilatatoren, als Spray eingesetzte Medikamente, erweitern die verengten Atemwege. Medikamente mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen sind hier kombinierbar. Eine Therapie mit Cortison oder mit Antibiotika spielt nur bei einer akuten Verschlechterung eine Rolle. Ist die Erkrankung fortgeschritten, benötigen die Patienten eine Langzeit-Sauerstofftherapie - über eine Nasensonde erhalten sie zusätzlichen Sauerstoff. Physikalische Maßnahmen können diese Behandlung unterstützen, erleichtern das Abhusten und helfen, quälende Hustenreize zu vermeiden - oder lindern die Atemnot. Bei jungen Patienten in fortgeschrittenem Krankheitszustand werden auch chirurgische Eingriffe bis hin zu einer Lungentransplantation erwogen.

Weitere Informationen:
http://www.bold-studie.de - Demnächst ist die Studie zur chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) unter dieser Adresse zu finden.

Quelle: Dr. Arnd Schweitzer, Medizinische Hochschule Hannover / IdW

 

16. März 2005

Genuss trotz Lebensmittelallergie
Allergien gegen Kuhmilch, Hühnereier, Fisch und Soja sind am häufigsten - AKNÖ präsentierte Gratis-Broschüre und Allergiekompass

Wien - Jeder Vierte gibt an, an einer Lebensmittelallergie zu leiden. Die Spurensuche nach den allergisch machenden Stoffen gestaltet sich aber manchmal äußerst schwierig. Nüsse in angeblich purer Milchschokolade und Milcheiweiß im Lachsaufstrich sind nur zwei Beispiele von Stoffen, die sich in Lebensmitteln verbergen, in denen man sie nicht vermuten würde. Information und Orientierung bietet die neue Broschüre der niederösterreichischen Arbeiterkammer an, die am 16. März 2005 von Präsident Josef Staudinger und dem nö. Gesundheitslandesrat Emil Schabl vorgestellt wurde.

"Wir haben diese Broschüre gemeinsam mit dem Land Niederösterreich in Auftrag gegeben, weil wir Allergikern einerseits den Arbeitsalltag erleichtern wollen und ihnen andererseits Wege aufzeigen wollen, wie sie trotz Allergie ihr Essen genießen können", erklärte AKNÖ-Präsident Josef Staudinger. Den Zeitpunkt der Präsentation habe man nicht zuletzt in Hinblick auf die beginnende Pollensaison gewählt, denn Pollenallergiker sind auch häufig empfindlich gegen bestimmte Nahrungsmittel.

2,4 Prozent erwachsene Lebensmittelallergiker

Eine echte Lebensmittelallergie liegt bei 2,4 Prozent der Erwachsenen und bei bis zu 6 Prozent der Kinder vor. Daneben gibt es noch Unverträglichkeiten, Pseudoallergien, Kreuzallergien und Intoleranzen, die das Leben im Alltag beeinträchtigen können. Nicht alles, was wie eine Allergie aussieht, ist auch eine. Die Broschüre bringt Klarheit in den Begriffsdschungel und zeigt Wege in Richtung genussvolles Essen auf.


Allergiekompass als Einkaufshilfe

Der Broschüre liegt außerdem ein Allergiekompass bei. Allergiker sehen auf einen Blick, was sie meiden sollten und welche Ersatzprodukte sie kaufen können. Der Kompass gibt Orientierung bei den fünf häufigsten Lebensmittelallergien, das sind jene gegen Kuhmilch, Hühnereier, Fisch, Soja und die Unverträglichkeit von Gluten. Die Broschüre kann und soll den Arzt nicht ersetzen. Der erste und wichtigste Schritt ist eine umfassende Diagnose, die vom Facharzt, dem Allergologen, erstellt wird. Die 104 Seiten umfassende Broschüre "Nicht alles ist eine Allergie" ist zum Ortstarif unter 05 7171-1212 bei der Niederösterreichischen Arbeiterkammer zu bestellen und gratis erhältlich. Im Internet steht sie als Download auf http://noe.arbeiterkammer.at zur Verfügung.

Quelle: AKNÖ

 

10. März 2005

Hasel und Erle sind längst blühbereit
Pollenfreisetzung bei Tagestemperaturen über 6 Grad Celsius

Wien - Kann man dem Wetterdienst Glauben schenken, und kommt es tatsächlich zu tageszeitlichen Erwärmungen über 6 Grad Celsius, dann muss man in weiten
Bereichen Österreichs mit dem Pollenflug der Hasel und der Erle
rechnen. Nachdem die Blüten seit Tagen, zum Teil seit Wochen, blühbereit
sind, ist bei entsprechenden Temperaturen mit einer raschen
Pollenfreisetzung zu rechnen. Im Laufe der kommenden Wochen wird die
Belastung weiter zunehmen und bei einer Mehrzahl der sensibilisierten
Patienten deutliche Beschwerden auslösen.

Aus allergologischer Sicht unbedeutend sind die zeitweise gut erkennbaren
großen Mengen an Eibenpollen, die zu erwarten sind. Ein gelber
Niederschlag kann sich auf Autodächern und in Pfützen breit machen. Dieser
ist aber durchaus harmlos.


Text: Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 9. März 2005

8. März 2005

Hemmung der Magensäureproduktion
kann Nahrungsmittelallergien auslösen

ADF/ECARF-Forschungspreis an Wiener Team

Berlin (ots) - Mit ihrem Forschungsergebniss, dass die Einnahme von Medikamenten zur Hemmung der Magensäure, den Ausbruch von Nahrungsmittelallergien auslöst, hat am vergangenen Wochenende ein Forscherteam um Frau Prof. Erika Jensen-Jarolim aus der Medizinischen Unversität Wien den "ADF/ECARF Award for European Allergy Research" gewonnen:

Während einer dreimonatigen klinischen Studie an rund 200 Patienten, konnte die internationale Forschergruppe aus Deutschland, Österreich und Ungarn den Anstieg von Nahrungsmittel allergieauslösende IgE-Antikörper im Blut, nach Einnahme von sog. Magensäureblockern nachweisen. Mehr als jeder 10. Patient entwickelte während dieser Zeit eine komplett neue Allergie gegen Nahrungsmittel.

Der experimentelle Preis ging an die Forschergruppe um Dr. med. Jan Gutermuth aus dem ZAUM "Zentrum Allergie und Umwelt der Technischen Universität München", die sich mit der Weiterentwicklung einer möglichen Form der Allergieimpfung beschäftigten.

Die Preisauswahl während der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF) vom 03. bis 05. März 2005 in Innsbruck.

Ziel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) ist die der Verbesserung des Wissenstandes und der Aufmerksamkeiten gegenüber Allergien in Europa.

Nähere Informationen und Zusammenfassungen der Forschungsergebnisse finden Sie auf der Internetseite: www.ecarf.org

Quelle: European Centre for Allergy Research Foundation - ECARF
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Luisenstraße 2-5,
10117 Berlin
www.ecarf.org

8. März 2005

Erfolg im Forschungsschwerpunkt Biophotonik:
Neuer Pollenmonitor macht Allergikern das Leben leichter

Olaf Ronneberger, Mitarbeiter des Freiburger Institutes für Informatik, erläutert die Arbeitsweise des neuen Pollenmonitors.
Foto: Strehle

Freiburg - Der Deutsche Wetterdienst präsentierte am 8. März 2005 zusammen mit seinen Projektpartnern aus Wissenschaft und Industrie in Freiburg die erste lauffähige Version eines automatischen Pollenmonitors. Die neue Technik wurde im Rahmen des Verbundprojekts "OMNIBUSS" im
Forschungsschwerpunkt Biophotonik, der vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, erforscht. Der
Forschungsschwerpunkt Biophotonik setzt optische Technologien für die
Erforschung von biologischen Systemen wie beispielsweise Pollen,
Krebszellen oder Krankheitserregern ein.

"Mit der heute vorgestellten ersten lauffähigen Version des
Pollenmonitors, haben wir einen zentralen Meilenstein des
Verbundprojektes erreicht", erklärte Wolfgang Kusch, Vize-Präsident
des DWD, bei der Pressekonferenz in Freiburg. "Ich bin überzeugt, dass
mit dem automatischen Pollenmonitor für Millionen Allergiker in
Deutschland ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung ihrer
Lebensqualität geleistet werden kann." Seit Anfang der 80er Jahre
werden der Öffentlichkeit vom Deutschen Wetterdienst - in Kooperation
mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) -
Polleninformationen zur Verfügung gestellt. Jedoch ist das derzeit
verwendete Verfahren personal- und zeitaufwändig. Es können daher
jeweils nur Tagesmittelwerte für den Vortag angegeben und für die
Vorhersage verwendet werden. Durch den neu entwickelten Pollenmonitor
ist der Aufbau eines Messnetzes denkbar, das Daten über die aktuelle
Pollenflugsituation liefert und damit zu einer Verbesserung der
Pollenflugvorhersagen beitragen kann.

Das neue Gerät basiert ebenso wie die herkömmliche Methode auf einer mikroskopischen Auswertung. Die Identifizierung und Unterscheidung der Pollen erfolgt jedoch durch ein automatisches Mustererkennungsverfahren: Mittels so genannter grauwertbasierter Invarianten wird den Pollen quasi ein Fingerabdruck abgenommen, anhand dessen die jeweilige Pollenart erkannt werden kann. Dazu müssen die Pollen zunächst der Luft entnommen, auf einer Sammelfläche
abgeschieden und für die Mikroskopie präpariert werden. Eine Unterscheidung von biologischen und nicht-biologischen Partikeln erfolgt mittels der Fluoreszenzeigenschaften der Pollen. Biologische Partikel, insbesondere. Pollen zeigen z. B. bei Bestrahlung mit blauem Licht eine typische Eigenfluoreszenz. Die so erzeugten Bildstapel der Pollen liefern die Grundlage für die Berechnung der Invarianten alstypisches Merkmal ("Fingerabdruck") jeder Pollenart. Die Erkennung
selbst wird von einem Klassifikator übernommen, dem zuvor die
einzelnen Pollenarten mittels ihrer Fingerabdrücke vorgestellt wurden
und der dann die Artgenossen identifizieren kann. Das Institut für
Informatik in Freiburg hat hierfür die spezielle Erkennungssoftware
entwickelt, ohne dabei pollenspezifischen Codes zu verwenden. Vielmehr
kann dem Klassifikator auch die Erkennung von Pilzsporen oder auch
ganz anderen Partikeln beigebracht werden.

Der Aufbau des Gerätes wurde gemeinsam mit den Projektpartnern
Fraunhofer IPM (Freiburg), Fraunhofer ITEM (Hannover) und den Firmen
Hund Wetzlar und der Breitfuss Messtechnik GmbH realisiert.
Der erstmals der Öffentlichkeit vorgestellte Pollenmonitor wurde im
Labor ausgiebig getestet und erreicht schon in der jetzigen
Entwicklungsstufe eine Erkennungsrate von etwa 90 %. Damit ist der
Durchbruch in Richtung einer vollautomatisierten Pollenerkennung
gelungen, die es in Zukunft ermöglichen soll, für den jeweiligen
Messort flächendeckend und innerhalb kürzester Zeit stündlich die
Pollenkonzentration anzugeben. Mit diesen Daten kann nach Abschluss
der Entwicklung u. a. das atmosphärische Vorhersagemodell des
Deutschen Wetterdienstes gefüttert werden, mit dem Ziel einer objektiven, zeitlich und räumlich hoch aufgelösten Pollenflugvorhersage. Für die mehr als zwölf Millionen Pollenallergiker in Deutschland würde dies einen enormen Vorteil
bedeuten.Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.biophotonik.org

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Forschungsschwerpunkt Biophotonik, Dr. Marion Strehle

7. März 2005

Neue Studie: Allergieimpfung schützt Kinder
jahrzehntelang vor gefährlichen Folgen von Wespenstichen


Linz (pts, 7. März 2005 08:00) - Dass sich eine Insektengiftallergie bei Kindern "auswächst" ist eine alte Volksmeinung, die auch viele Kinderärzte vertreten. Diese wissenschaftlich ungeprüfte Aussage auf ihre Richtigkeit zu untersuchen, haben amerikanische Wissenschaftler der John Hopkins University in Baltimore, USA u.a. als Anlass zur Durchführung einer Langzeitstudie genommen . Die "Allergikerkarriere" von 512 Patienten mit Insektengiftallergie wurden über einen Zeitraum von rund 20 Jahren untersucht. Herausgekommen ist ein selbst für die Wissenschaftler erstaunliches Ergebnis: jene Patienten, die im Kindesalter eine Allergieimpfung gegen ihre Insektenallergie erhielten, waren zu einem Großteil auch noch Jahrzehnte später gegen schwere systemische Reaktionen geschützt. Die Empfehlung der Experten lautet daher, die Allergieimpfung bereits im Kindesalter durchführen zu lassen und kein unnötiges Risiko bei jungen Insektengiftallergikern einzugehen.

Insektengiftallergie ist kein Einzelschicksal. Forscher schätzen, dass mindestens 0,8 Prozent aller Kinder schwere Reaktionen wie Nesselausschlag, Atemnot und Kreislaufkollaps auf Insektenstiche zeigen. In Österreich wären somit mehr als 6000 Kinder im Alter von null bis acht Jahren betroffen. Die Dunkelziffer dürfte aber noch wesentlich höher liegen. Alljährliche Berichte über Todesfälle bei Kindern mit Insektengiftallergie sind nur die Spitze der Negativstatistik an akuten Zwischenfällen.

Trotz der nachweislich großen Gefahr für Allergiker ist die Annahme auch unter Ärzten verbreitet, dass eine Insektengiftallergie sich "auswächst" und nach der Pubertät von selbst verschwindet. Diese Annahme war für Forscher des John-Hopkins-Allergycenter in Baltimore, USA der Anlass für eine wissenschaftliche Überprüfung im Rahmen einer großangelegten Studie. Gleichzeitig wurde auch die Langzeitwirkung der Spezifischen Immuntherapie für Insektengiftallergiker untersucht. Die Ergebnisse wurden kürzlich im angesehenen "England Journal of Medicine" publiziert und sind selbst für Experten überraschend ausgefallen.

Langzeit-Studie mit Beobachtungszeitraum von 20 Jahren

Als Probanden wurden 1033 Patienten herangezogen, bei denen zwischen 1978 und 1985 im Kindesalter eine Insektengiftallergie diagnostiziert wurde. 46 Prozent der Gruppe wurde damals mit einer Allergieimpfung therapiert, bei 53 Prozent wurde auf eigenem Wunsch keine SIT durchgeführt. Zwischen 1997 und 2000 konnten 512 dieser ehemaligen Patienten von den US-Wissenschaftlern kontaktiert und mittels standardisierten Fragebögen über ihren Krankheitsverlauf in den letzten 20 Jahren befragt werden.

Ergebnis 1: Schutz der Allergieimpfung (SIT) hält über Jahrzehnte hinweg

Von den 512 Studienteilnehmern hatten 43 Prozent zwischen 1987 und 1999 Insektenstiche erlitten. Abgefragt wurde der Schweregrad der Allergiereaktionen in den einzelnen Gruppen.

Bei allen Graden der Allergiereaktionen (Leicht, mittel, schwer) konnten in der SIT-Gruppe auch noch 20 Jahre nach Therapie-Ende signifikant bessere Ergebnisse verzeichnet werden als bei jenen Patienten ohne Allergieimpfung.

Im Detail: Leichte systemische Reaktionen wie Hautschwellungen nach einem Insektenstich wurden bei 3 Prozent der SIT-Gruppe, aber bei 17 Prozent der unbehandelten Patienten festgestellt. Mittlere bis schwere Reaktionen (Atembeschwerden, Benommenheit, Schwindel, Bewusstlosigkeit) traten bei 5 Prozent der Probanden mit SIT und bei 32 Prozent der Patienten ohne SIT auf.

Anders ausgedrückt: Patienten mit einer Allergieimpfung im Kindesalter hatten eine um 600 Prozent geringere Häufigkeit an mittleren bis schweren Allergiereaktionen auf Insektenstiche zu reagieren, auch noch 10 bis 20 Jahre nach Therapie-Ende. Es zeigte sich also, dass die SIT auch einen erstaunlich langfristigen Nutzen bringt.

Ergebnis 2: Allergien "wachsen sich in den meisten Fällen nicht aus"

Die Meinung, dass Insektengiftallergien im Laufe des Erwachsenwerdens von selbst verschwinden, konnten die Wissenschaftler im Rahmen der Studie nicht bestätigen. Die Ergebnisse zeigen, dass bei einigen Patienten ohne Allergiebehandlung die Beschwerden nach Insektenstichen im Laufe der Jahre zwar graduell leichter wurden, jedoch in keinem Fall verschwanden.

Genauso war auch das Gegenteil der Fall: bei sechs Patienten ohne SIT-Behandlung im Kindesalter, die ursprünglich nur leichte systemische Reaktionen auf Insektenstiche hatten, traten im Erwachsenenalter mittelschwere Beschwerden auf.

Der an der Univ. Klinik für Dermatologie und Venerologie der Medizinischen Universität in Graz allergologisch tätige Arzt Dr. Gunter Sturm zum Thema Insektengiftallergie: "Es ist bekannt, dass erwachsene Patienten mit schweren Stichreaktionen in der Vergangenheit ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten von ausgeprägten allergischen Reaktionen nach einem Insektenstich aufweisen. Eine Impftherapie für Kinder, die nach einem Insektenstich neben generalisierten Hautsymptomen auch Kreislauf- und Atemprobleme entwickeln, ist prinzipiell empfehlenswert."

Conclusio: SIT bei Kindern besonders wirksam

Die vorliegenden Studienergebnisse zeigen eindeutig, dass eine bereits im Kindesalter durchgeführte Allergieimpfung gegen Insektengiftallergien, sowohl was die Milderung der Reaktionen als auch die Langzeitwirkung betrifft, klar als positiv bewertet werden kann. Eltern mit Risikokindern sollten diese Therapieform jedenfalls in Erwägung ziehen.

Die Allergieimpfung wird nach fachärztlicher Untersuchung in Allergieambulatorien, Allergieambulanzen in Krankenhäusern oder von niedergelassenen allergologisch ausgebildeten Ärzten durchgeführt. Die durchschnittliche Therapiedauer beträgt 3 Jahre. Die Behandlungskosten werden nach chefärztlicher Genehmigung zur Gänze von der Krankenkasse übernommen.

In Zusammenarbeit mit Allergologen und Wissenschaftlern wurde eine Informationsbroschüre zum Thema Insektengiftallergie erstellt, die kostenlos bei ALK-Abelló, Tel. 0732/385372, mail: info@at.alk-abello.com bestellt werden kann.

Quelle: ALK-Abelló Allergie-Service GmbH

 

 

28. Februar 2005

Weltweiter Anti-Raucher-Pakt in Kraft getreten
WHO initiiert erstes globales Abkommen - Von 57 Ländern ratifiziert

Genf (pte, 28. Februar 2005 09:15) - Die Framework Convention on Tobacco Control (FCTC), das erste weltweite Gesundheitsabkommen, ist in Kraft getreten. Der Pakt gegen das Rauchen wurde von 168 Ländern unterzeichnet und von 57 ratifiziert. Diese Länder müssen jetzt entsprechende Änderungen ihrer Gesetzgebung vornehmen. Das Abkommen beinhaltet Warnungen zu den Gefahren des Rauchens auf den Zigarettenpackungen und das Verbot von Tabakwerbung für die Dauer von fünf Jahren. Laut BBC sterben jedes Jahr fünf Mio. Menschen an Erkrankungen, die mit dem Rauchen in Zusammenhang stehen. Eine Zahl, die sich bis zum Jahr 2020 verdoppeln soll, wenn nicht entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Aus diesem Grund hat die WHO die FCTC geschaffen, um Länder zu einer strengeren Gesetzgebung zu zwingen.

FCTC-Koordinator Douglas Bettcher erklärte, dass eine entsprechende weltweite Gesetzgebung erforderlich sei, um die Anzahl der sinnlosen Todesfälle zu reduzieren. In den 57 Ländern, die das Abkommen ratifiziert haben, können Zigaretten nur mit entsprechenden Warnhinweisen auf den Packungen verkauft werden. Innerhalb von fünf Jahren müssen die Tabakwerbung, die Förderung und das Sponsorship ebenso wie das Rauchen in öffentlichen Räumen verboten werden. Die Tabakindustrie hat anfangs gegen die Einführung der Framework Convention on Tobacco Control protestiert. Chris Procter von British American Tobacco erklärte jetzt, dass diese Initiative zu begrüßen sei. Es gäbe eine gemeinsame Anstrengung der internationalen Gemeinschaft diese Rahmenbedingungen zu schaffen.

Aussender: pressetext.austria

 

25. Februar 2005

Österreichs Nichtraucher-Schutz auf dem Prüfstand
WHO-Konvention zur Eindämmung des Tabakgebrauchs tritt in Kraft -
Lungenärzte fordern rasche Ratifizierung durch Österreich

Wien - Die WHO macht ernst: Am 27 Februar 2005 tritt weltweit ihre Rahmenkonvention zur Eindämmung des Tabakgebrauchs in Kraft, in der erstmals auch Haftungs- und Schadenersatzverpflichtungen der Länder enthalten sind. Österreichs Lungenfachärzte fordern die umgehende Ratifizierung der Konvention, um endlich wirksame gesetzliche Maßnahmen zum Nichtraucher-Schutz zu setzen: u.a. rauchfreie Lokale statt rauchfreier Zonen, Verzicht auf Zigarettenautomaten, Erhöhung der Tabaksteuer und Zweckwidmung dieser Steuermittel für Maßnahmen der Tabakprävention.

Die rasche Ratifizierung der WHO-Konvention zur Eindämmung des Tabakgebrauchs durch Österreich forderte die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP), vormals ÖGLUT, gemeinsam mit der "Initiative Ärzte gegen Raucherschäden" anlässlich des weltweiten Inkrafttretens der Konvention am Sonntag, 27. Februar 2005. Nunmehr schlage für den heimischen Nichtraucher-Schutz die "Stunde der Wahrheit", betonte Prim. Dr. Kurt A i g n e r, Lungenfacharzt, Präsidiumsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) und Präsident der "Initiative Ärzte gegen Raucherschäden".

„Durch die Ratifizierung dieser Rahmenkonvention kann die Gesundheitsministerin nun beweisen, wie ernst es ihr mit dem Schutz der Nichtraucher, der Eindämmung des Tabakkonsums und der Senkung des Tabakangebots ist. Denn: erst wenn Österreich die Konvention ratifiziert, erhalten die Bestimmungen Gesetzescharakter, z. B. durch Aufnahme in die jeweilige Landesgesetzgebung. Bestimmungen ohne Sanktionen sind zahn- und damit wirkungslos.“ Österreichs Lungenfachärzte, so Aigner, seien bereit, der Ministerin jede diesbezügliche Unterstützung zu geben.

Haftbarkeit gesetzlich regeln

Erstmals sind in dieser Rahmenkonvention auch Haftung und Schadenersatz berücksichtigt (Artikel 19). Von den rund 160 Ländern (Vertragsparteien), die die Konvention bislang unterzeichnet haben, sind, so der Konventionstext „die strafrechtliche Verantwortlichkeit und die zivilrechtliche Haftung, gegebenenfalls einschließlich des Schadenersatzes, zu regeln. Dazu erwägen die Vertragsparteien, nötigenfalls gesetzgeberische Maßnahmen zu ergreifen bzw. geltende Gesetze weiter zu entwickeln.“

„Einzigartige Rahmenkonstruktion“

Diese haftungsrechtlichen Bestimmungen, die Sanktions- und Präventionsmöglichkeiten bedingen, „machen diese Rahmenkonvention einzigartig“ erklärt dazu der Jurist und Haftungs-Experte der "Initiative Ärzte gegen Raucherschäden", Dr. Keyvan D a v a n i. Dadurch könne einerseits die Tabakindustrie von einem Verhalten abgeschreckt werden, das die nationalen Gesundheitskosten durch Krankheit und Sucht erhöht und andererseits könnten die Länder, die die Konvention ratifiziert haben, für das Scheitern der in der Rahmenkonvention genannten Maßnahmen sanktioniert werden.

WHO unterstreicht Bedeutung von Klagen gegen Tabakindustrie

Die WHO, erläutert Davani, betone die Bedeutung von Untersuchungsausschüssen und Prozessen gegen die Tabakindustrie, u.a. weil diese dadurch zu einer Änderung ihrer Marketingmethoden gezwungen werden kann und Entschädigungszahlungen an Raucher/Passivraucher und öffentliche Gesundheitsbehörden erreicht werden können.

Eine Haftung der Tabakindustrie könnte auch Auswirkung auf den Preis von Zigaretten haben und dadurch den Zigarettenkonsum, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, zurückgehen lassen. Dies wiederum könnte die Hersteller anspornen, umreißt der Haftungsrecht-Experte mögliche Szenarien, „ein aus aktueller technologischer Sicht weniger süchtig machendes, toxisches, kanzerogenes und erbgutschädigendes Produkt herzustellen, um in Zukunft Haftungskosten zu vermeiden.“

Weitere Inhalte der Rahmenkonvention sind u.a. die Senkung des Tabakbedarfes (Artikel 6 – 14), die Senkung des Tabakangebots (Artikel 15 – 17) sowie Maßnahmen der Warnkennzeichnung auf Verpackungen (Artikel 11.1.) mit dem Verbot der Werbung und Verkaufsförderung u.a.m. Die Rahmenkonvention ist in deutscher Fassung unter www.ogp.at und www.aerzteinitiative.at abrufbar.

Rauchfreie Lokale statt rauchfreie Zonen

Neben der raschen Ratifizierung der Rahmenkonvention fordern ÖGP und Initiative Ärzte gegen Raucherschäden

• die Erhöhung der Tabaksteuer als effizientes Mittel, den Tabakkonsum zu reduzieren,
• die gesetzliche Verankerung der Zweckwidmung dieser Steuermittel für dringend notwendige Maßnahmen der Tabakprävention.
• das Entfernen der Zigarettenautomaten, um Jugendlichen den Zugang zum Tabakkonsum zu erschweren,
• den Schutz für Nichtraucher, etwa in "rauchfreien Lokalen" anstatt lediglich "rauchfreien Zonen".

„Wissenschaftliche Studien sowohl in Österreich als auch in den USA haben eindeutig ergeben“, berichtet Aigner, „dass rauchfreie Zonen die Gesundheitsgefahren für unfreiwillige Mitraucher nicht beseitigen helfen, dies geht nur bei einem Rauchverbot.“ Und: „Erfahrungen zeigen, dass das Personal in Lokalen mit sog. rauchfreien Zonen durch das benachbarte Einnebeln über die gesamte Dienstzeit einem hohen Gefährdungspotenzial ausgesetzt ist.“ (Aigner)

Österreich: Mehrheit für rauchfrei

Laut einer aktuellen Gallup-Umfrage sind die Österreicher mehrheitlich (61 Prozent) für rauchfreie Büros, 56 Prozent wünschen sich auch rauchfreie Lokale. Die Einführung eines Rauchverbotes in allen öffentlich zugänglichen Räumen (Arbeitsplätze, Lokale, Ämter, etc.) würde, laut Umfrage, 23 Prozent der derzeitiger Raucher dazu motivieren, mit dem Rauchen aufzuhören!

Weltweit 650 Mio. Tote

Die jährlichen dem Tabakkonsum zuzuordnenden Ausgaben im Gesundheitswesen machen weltweit zwischen 6 und 15 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben – in Österreich rd. 17 Mrd. Euro – aus. Wird der aktuelle, weltweite Trend zum Tabakkonsum nicht gestoppt, fasste Aigner die Prognose der WHO zusammen, „werden in den nächsten Jahren 650 Mio. Menschen durch Tabakkonsum sterben, die Hälfte davon in ihrem mittleren Lebensalter mit einem Verlust zwischen 20 und 25 produktiven Lebensjahren.“ Weltweit sterben derzeit 13.500 Menschen pro Tag oder 4,9 Mio. Menschen jährlich an den Folgen des Tabakkonsums.

 

18. Februar 2005

Nitroproteine lösen Allergien aus
Zusammenhang zwischen Allergien und Luftverschmutzung aufgeklärt

Allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis
haben in den vergangenen Jahren auffallend zugenommen. Die Ursachen
dafür sind bislang nicht eindeutig belegt. Mögliche Erklärungen
liefern ungesunde Ernährung, übertriebene Hygiene und
Umweltverschmutzung. Epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass
Allergien durch Schadstoffe in der Luft hervorgerufen werden,
insbesondere durch Emissionen im Straßenverkehr. Ein Wissenschaftler-
Team um Dr. Ulrich Pöschl und Dr. Michael Weller vom Lehrstuhl für
Hydrogeologie, Hydrochemie und Umweltanalytik der TU München (Prof.
Reinhard Nießner) bietet nun erstmals einen detaillierten molekularen
Erklärungsansatz für den Zusammenhang zwischen Allergien und
Umweltverschmutzung, wie die Fachzeitschrift Environmental Science and
Technology und das Wissenschaftsmagazin Nature kürzlich berichteten.

Die TUM-Chemiker analysierten die Veränderung von Blütenpollen-
Allergenen und anderen Proteinen, die gezielt Autoabgasen an einem
Münchner Verkehrsknotenpunkt ausgesetzt wurden. Sie wiesen nach, dass
natürliche Proteine durch Reaktion mit Stickoxiden und Ozon effizient
nitriert werden. Dabei bilden sich Nitroproteine, die anstelle der
natürlichen Aminosäure Tyrosin das chemisch modifizierte Derivat
Nitrotyrosin enthalten. Bei Sommersmog, wenn Stickstoffdioxid (NO2),
Ozon (O3) und Nitratradikale (NO3) in sehr hohen Konzentrationen
vorhanden sind, läuft die Nitrierung besonders rasch ab. Nitroproteine
fanden sich nicht nur in den Expositionsexperimenten mit verschmutzter
städtischer Luft und synthetischen Gasgemischen, sondern auch in
Straßen-, Fenster- und Luftstaub.

Immunologische Studien zeigen, dass nitrierte Proteine besonders
starke Reaktionen des menschlichen Immunsystems hervorrufen. Durch das
Einatmen von Nitroproteinen können demnach allergische Symptome, also
eine Überreaktionen der körpereigenen Abwehrkräfte, ausgelöst oder
verstärkt werden. Erste Ergebnisse gezielter biochemischer Experimente
bestätigen diese Vermutung.

Sofern weitere Untersuchungen diesen Ansatz bestätigen, könnte durch
eine Reduktion von Stickoxidemissionen und einer Verbesserung der
Luftqualität auch die Zunahme von Allergien eingedämmt werden.

Quelle: Technische Universität München /IdW

 

17. Februar 2005
Feinstaub-Messtour durch Österreich
Greenpeace: Feinstaubbelastung bereits dritthäufigste Todesursache

Wien - Vergangene Woche hat Greenpeace in Wien und Umgebung Feinstaubmessungen begonnen. Die Ergebnisse zeigen: Die tatsächliche Belastung, der die Menschen ausgesetzt sind, liegt meist deutlich höher als die offiziellen Messstationen angeben. Laut Ö-Norm wird auf einer Höhe von mindestens drei Meter gemessen, manche Messstellen können allein aufgrund ihrer Lage keine ernstzunehmenden Ergebnisse liefern. "Nasen und Lungen richten sich im Allgemeinen nicht nach der Ö-Norm", kommentiert Greenpeace-Verkehrsexperte Jurrien Westerhof. "Die amtlichen Zahlen verschleiern, was wir tatsächlich einatmen müssen."

Verkehrslärm und Feinstaub sind in Österreich in einem Kompetenzwirrwarr geregelt: Für Lärm sind Bund und Länder zuständig, die Kompetenzen sind aber nicht klar abgegrenzt. Für Feinstaubbelastungen sind in erster Linie die Landeshauptleute in die Verantwortung zu nehmen. Dieser Zuständigkeitswirrwarr hat zur Folge, dass dringende Maßnahmen nicht durchgeführt werden. Die zuständigen Behörden oder Landeshauptleute können sich durch Gesetzeslücken vor ihren Pflichten drücken.

Seit dem 1. Jänner 2005 sind jährlich dreißig Grenzwertüberschreitungen erlaubt, praktisch alle österreichischen Ballungszentren sind betroffen. Im Jahr 2010 werden "nur" mehr 25 Überschreitungen pro Jahr toleriert, die Bundesländer müssen also dringend Maßnahmen ergreifen.

Feinstaubbelastung ist mit etwa 2.500 Todesfällen jährlich die dritthäufigste Todesursache in Österreich hinter Rauchen (12.000) und Alkohol (8.000) - Asthma, Bronchitis und Lungenkrebs können durch Feinstaub ausgelöst werden. Weitere mögliche Folgen sind: Atemnot, Husten, Einschränkung der Lungenfunktion und Atemwegs- (u. a. Entzündungen) sowie Herz- und Kreislauferkrankungen.

Greenpeace fordert rasche Maßnahmen zur Feinstaubbekämpfung: keine Steuer-Vorteile für Diesel-Treibstoff sowie keine Neuzulassungen von Diesel-KFZ ohne Russpartikelfilter. "Die Landeshauptmänner Pröll und Häupl mögen bitte erklären, wie sie unter diesen Gesichtspunkten die Lobau- und die Nordost-Autobahn bauen wollen", fragt Westerhof. Ohne eine Verkehrsreduktion - und besonders ohne eine Reduktion im Transportsektor - wird das Feinstaubproblem nicht in den Griff zu bekommen sein. "Greenpeace fordert die Landeshauptleute auf, sofort zu reagieren und Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung zu setzen", so Jurrien Westerhof abschließend.

Quelle: Greenpeace / OTS

Weitere Informationen:
Grazer Initiative www.feinstaub.at
Greenpeace
www.greenpeace.at/verkehr.html
Land Steiermark www.umwelt.steiermark.at/cms/ziel/2054558/DE/
Stadt Wien www.wien.gv.at/ma22/umweltber0203/pdf/061-feinstaub.pdf
www.wien.gv.at/ma22/luftgue.html

Umweltbundesamt www.umweltbundesamt.at/umwelt/luft/luftschadstoffe/staub/pm10/
www.umweltbundesamt.at/umwelt/luft/luftguete_aktuell/tgl_bericht/
WHO-Studie "Health Aspects of Air Pollution", 2004 www.euro.who.int/document/E83080.pdf

 

16. Februar 2005

Krebswarnhinweis bei Ekzem-Salben?
FDA sorgt sich um die Sicherheit bei der Anwendung bei Kindern

Washington - Die US-Lebensmittel- und Medikamentenaufsicht FDA überlegt, bei zwei Salben, die zur Behandlung von Neurodermitis eingesetzt werden, am Beipackzettel einen Hinweis bezüglich einer erhöhten Krebsgefahr bei Anwendung vorzuschreiben. Wie Mitte Februar 2005 bekannt wurde, diskutiert ein von der FDA eingesetztes externes Gremium von Ärzten diese Thematik. Bei den Ekzem-Salben handelt es sich um "Elidel" von Novartis und "Protopic" von Fujisawa Healthcare.

Beide Pharmakonzerne wurden von der FDA nach Krebsfällen bei Patienten befragt, die 2000 bis 2001 mit den Salben behandelt wurden. Nachdem 13 Hautkrebs- und Lymphomerkrankungen bekannt wurden und nach Hinweisen auf eine erhöhte Krebsgefahr in Tierstudien entstand bei der FDA, wie es in einem Papier heißt, "ernsthafte Sorge über die Sicherheit bei der Anwendung bei Kindern". Definitiv könne die Frage des Krebsrisikos aber erst in einigen Jahren beantwortet werden.

Nach Aussagen aus beiden Pharmakonzernen glaubt man dort nicht an eine erhöhte Krebsgefahr durch die Anwendung der Salben, die von vielen Dermatologen zur Behandlung von Neurodermitis in den vergangenen Jahren empfohlen wurden.

Weitere Informationen: www.fda.gov

 

16. Februar 2005

Auch älteren Menschen drohen Allergien
Kontinuierlicher Anstieg der Zahl der Allergiker über 50

Hamburg (ots) - Ältere Menschen sollten sich nicht darauf verlassen, dass sie vor Allergien geschützt sind. Die Aussage "Wer mit 50 keine Allergie hat, bekommt auch keine mehr" sei falsch, betont Dr. Hartwig Lauter vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) im Interview mit der Zeitschrift VITAL. Untersuchungen des DAAB mit 5.000 Heuschnupfenpatienten hätten ergeben, dass die Zahl der Allergiker mit Krankheitsbeginn über 50 in den letzten zehn Jahren kontinuierlich zugenommen habe. Die genauen Ursachen sind bislang unklar.

Allergien seien grundsätzlich nicht heilbar, betont der Experte. Behandlungsziel sei vielmehr, für die Patienten eine weitgehende Beschwerdefreiheit zu erreichen. Neben der Hyposensibilisierung, die nach Angaben Lauters bei rund 80 Prozent der Heuschnupfen-Patienten erfolgreich ist, können auch Naturtherapien bei Allergien helfen. Dazu zählen Kneippsche Anwendungen, Entspannungsverfahren, Akupunktur, Homöopathie und die Phytotherapie. Möglicherweise gibt es für Allergiker bald neue Hilfe. Derzeit testen Wissenschaftler der Uni Mainz eine "Allergiebremse" für das Immunsystem. Dabei soll der körpereigene Botenstoff IL-10 die allergische Reaktionskette unterbrechen. Im Tierversuch war das Verfahren bereits erfolgreich.

Zugleich weist der Experte darauf hin, dass Diäten bei Allergien in der Regel nicht helfen. Bislang gebe es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass eine Anti-Allergie-Ernährung Erkrankungen vorbeugen oder sie heilen könne. Auch der "Sauberkeitswahn" in vielen Haushalten sei nicht hilfreich. Er verhindere nämlich, dass der Organismus im Kleinkindalter mit allen möglichen Krankheitserregern und Schadstoffen in Berührung komme und so sein Immunsystem trainiere, betont Lauter.

Originaltext: Vital - Jahreszeiten Verlag

 

27. Jänner 2005

Europäische Patienten wollen mehr Informationen zum Thema Gesundheit
Zwei Drittel leben gesünder, wenn sie mehr wissen

Wien (OTS) - Eine im Auftrag des Pharma-Unternehmens Pfizer durchgeführte Studie an chronisch Kranken in Europa und in den USA zeigt, dass - bei zunehmender Information darüber, wie sie mit ihrer Krankheit umgehen sollten - zwei Drittel der Patienten ihr Verhalten proaktiv ändern. Zusätzlich nehmen mehr als drei Viertel von denen, die ihr Verhalten ändern, eine positive Auswirkung auf ihren Gesundheitszustand wahr. Das gilt für die USA wie für Europa gleichermaßen.

Die Befragung ergab darüber hinaus, dass mehr als die Hälfte der Patienten in Europa das Gefühl haben, nicht genügend Information über ihren Krankheitszustand und eventuelle Behandlungsmöglichkeiten zu haben.

In dieser im Auftrag von Pfizer durchgeführten Untersuchung, sollte der Informationsstand von Patienten, die an einer der folgenden Krankheiten (Asthma, Diabetes Typ 2 und Erkrankung des Herzens) leiden, erhoben werden.

Im Zuge dieser Erhebung (Juni bis September 2004) wurden Daten von 4.500 Patienten aus acht europäischen Ländern (Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Schweden und Großbritannien) und den USA gesammelt.

Sally Greengross, Vorsitzende der Organisation Alliance for Health and the Future: "Eine breite Öffentlichkeit hat zunehmend Interesse an Patienten-Informationen, wie sich anhand der Zugriffe auf die Gesundheits-Homepages - weltweit - zeigt. Wie die Untersuchung zeigt, sind über ihren Gesundheitszustand informierte Patienten bereit, ihr Verhalten zu verändern. Eine Bevölkerung, die sich besser informiert, sollte Anerkennung bekommen und zu weiterem Engagement ermutigt werden. Denn wie die Befragung zeigt, ändern Patienten, die über ihren Gesundheitszustand informiert sind, ihr Verhalten wegen der positiven Auswirkungen auf ihre Gesundheit."

Uneinheitliches Wissen bezüglich Gesundheit

Die Befragung hat auch die Höhe des Wissensstandes aller Interviewten erhoben, in dem ihr Bewusstsein hinsichtlich Basisinformation getestet wurde. Das ist jenes Wissen, von dem man erwarten könnte, dass sie darüber verfügen, um mit ihrem Zustand entsprechend umgehen zu können.

Insgesamt - über alle drei Krankheitsbereiche hinweg - zeigten die US-Patienten größeres Wissen über ihren Gesundheitszustand. So waren nur 3% der europäischen Herz-Patienten "ausgezeichnet" über ihren Zustand informiert, gegenüber 19% der Befragten in den USA.

Aber auch innerhalb der einzelnen Länder Europas gibt es signifikante Unterschiede hinsichtlich des Wissensstandes der Patienten, am Beispiel der Diabetes-Patienten: In Großbritannien waren 43% der Patienten "ausgezeichnet" über ihren Zustand informiert, was signifikant höher war als in Italien (23%), Deutschland (17%), Spanien (15%) und Polen (4%). Ähnlich das Ergebnis der Asthma-Patienten: Wieder waren die Befragten in Großbritannien deutlich besser über ihren Zustand informiert als z.B. jene in Polen. Überraschend hoch der Anteil der Befragten in vielen europäischen Ländern, die einen ärmlichen Wissensstand bezüglich der Herz-Krankheiten aufweisen, darunter Spanien (92%), Italien (87%) und Frankreich (81%).

Dazu stellt Jack Watters, Vize-Präsident für Medical Affairs von Pfizer Europa / Canada fest: "Der unterschiedliche Grad an Wissen innerhalb Europas zeigt die Bedeutung einer verbesserten Information und Bildung auf dem Gebiet der Gesundheit auf. Ein besseres, kostenorientiertes Management und eine erfolgreiche Prävention von Krankheiten sind nur dann möglich, wenn die Patienten Zugang zu und gutes Verständnis über genaue Informationen aus zuverlässigen Quellen haben."

Als Informationsquellen dienen den europäischen Patienten:
Apotheker, Zeitungen, Fernsehen und Radio, Bücher über Gesundheit und das Internet. Wichtigste Ansprechpartner im Bereich Gesundheit sind nach wie vor Ärzte und Krankenschwestern (90%).

Simon O'Neill, Director of Care and Policy, Diabetes UK, mit mehr als 170.0000 Mitgliedern die größte nationale Diabetiker-Vereinigung, stellt fest: "Diabetes-Patienten sehen ihre Gesundheits-Experten nur wenige Stunden im Jahr, müssen jedoch mit ihrer Krankheit im Alltag umgehen können. Daher müssen Patientenschulungen Vorrang haben. Die Studie zeigt, dass die Mehrheit der Betroffenen ihrem Wissen entsprechend handelt. Dort müssen wir ansetzen und weiterarbeiten."

 

27. Jänner 2005

Biofeedback kann Asthma lindern
Patienten benötigen weniger Medikamente

Die Kombination von Biofeedback und Atemtraining ist eine höchst effektive Therapieform bei Asthma. Dies ist das bemerkenswerte Fazit einer Studie von Prof. Paul Lehrer, der das Ergebnis kürzlich in der Fachzeitung Chest veröffentlichte (Chest, Vol. 126 (2), p: 352-61).

Asthma betrifft alle Altersgruppen, vor allem aber Kinder. Jedes 10. Kind gilt als Asthmapatient, wobei mehr Jungen als Mädchen betroffen sind. Im Erwachsenenalter leiden mehr Frauen als Männer unter der chronischen Erkrankung. Auslöser von Asthmabeschwerden können Infekte der oberen Luftwege, allergische Reaktionen, körperliche Anstrengungen oder auch Stress sein

Prof. Lehrer untersuchte in der Studie 95 Asthma-Patienten, die nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Patienten der ersten Versuchsgruppe erlernten unter therapeutischer Anleitung Entspannung mit Hilfe von Herzfrequenzvariabilitäts-Biofeedback und erhielten ein Atemtraining, die zweite Versuchsgruppe erhielt nur eine Biofeedbacktherapie.

Die Patienten wurde während der Studie engmaschig kontrolliert. Auch die verabreichte Asthma-Medikation wurde regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Hierzu wurden die Patienten regelmäßig nach ihren Symptomen befragt, ebenso flossen die Ergebnisse der Spirometrie und einer ambulanten Peak-Flow-Messungen ein. Die Patienten protokollierten täglich ihre Asthma-Symptome und machten zwei Peak-Flow-Messungen. Der Bronchialwiderstand wurde etwa dreimal in der Woche erfasst.

Die Studie lieferte beeindruckende Ergebnisse bei den teilnehmenden Patienten: In beiden Versuchsgruppen zeigten sich signifikante Verbesserungen um ein ganzes Asthma-Schwere-Stadium. Auch wurden deutlich weniger Asthma-Medikamente verschrieben bzw. von den Patienten benötigt und nachgefragt. Parallel hierzu stieg die Lungenfunktionstätigkeit an, wie die Untersuchungen der Atemwegswiderstandsmessungen zeigten.

Die Studie belegt, dass Herzfrequenzvariabilität - Biofeedback eine sinnvolle Ergänzung in der Asthma-Therapie darstellt und zu einer deutlichen Verringerung der Asthma-Medikation beiträgt. Die Ergebnisse der Studie sollen in weiteren Untersuchungen vertieft werden.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Biofeedback e.V. / IdW

 

27. Jänner 2005

Supermarkt-Bäckerei als Asthma-Falle
Backstuben fördern Allergien

London (pte, 27. Januar 2005 10:41) - Nicht nur herkömmliche Bäcker sind einem erhöhten Risiko von Asthma ausgesetzt, sondern auch Angestellte, die in Supermarkt Bäckereien arbeiten. Das ergab eine Studie des Imperial College in London gemeinsam mit dem Royal Brompton Hospital. Die Supermarkt-Bäcker sind nach der Studie häufiger Asthmatiker als normale Angestellte, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin "European Respiratory Journal".

Neun Prozent der Bäcker, drei Prozent der Angestellten in Bäckereien und drei Prozent der Bäckergehilfen haben nach bisherigen Studien deutliche Anzeichen von Asthma. Nach den jüngsten Untersuchungen leiden 15 Prozent der Angestellten an asthma-ähnlichen Zuständen, mehr als 26 Prozent gaben an, durch die Arbeit entzündete Augen oder Nasenschleimhäute zu haben. "Dass Bäcker vermehrt unter Asthma leiden, ist schon länger bekannt, neu hingegen sind die Zahlen aus Backstuben in Supermärkten", so Studienleiter Andrew Brand. Die Zahlen sind, so die Forscher, mit denen anderer Angestellter von Bäckereien vergleichbar. Außerdem sei die Zahl von Backstuben in Supermärkten weiter steigend.

Das Wissenschaftsteam hatte 239 Angestellte von solchen Supermarkt-Bäckereien untersucht. Neben den Fragebogen wurden auch Allergietests durchgeführt. Studienleiter Paul Cullinan vom Imperial College und dem Royal Brompton Hospital gab an, dass die Untersuchten nicht nur auf Mehl allergisch reagierten, sondern auch auf andere Backzutaten. Bei einem Viertel der Betroffenen konnten die Forscher nachweisen, dass es auch eine Sensibilisierung auf andere Stoffe gibt.

Aussender: pressetext.austria

26. Jänner 2005

Neurodermitis-Patienten oft auch anfälliger für Viren
Forschungsprojekt des Universitätsklinikums Bonn

Bonn - Manche Patienten mit Neurodermitis sind auch anfälliger für Virus-
Infektionen als Gesunde - warum, ist unbekannt. Mediziner des
Universitätsklinikums Bonn wollen diese Wissenslücke schließen. Das
auf fünf Jahre angelegte Projekt wird vom US-amerikanischen National
Institute of Health (NIH) mit 1,2 Millionen Euro gefördert. Nach
Schätzungen erkranken bis zu 10 Prozent aller Deutschen im Laufe ihres
Lebens an einer Neurodermitis. Auch wenn die Krankheit mit der Zeit
ausheilen kann, bleibt die erhöhte Anfälligkeit für Virenerkrankungen
oft lebenslang bestehen.

So mancher Skiläufer kennt die Symptome: Nach einem Sonnentag auf der
Piste beginnen die Lippen plötzlich unangenehm zu kribbeln und zu
jucken. Ursache des "Gletscherbrandes" ist eine Herpes-Infektion, die
erst durch die starke UV-Strahlung in großer Höhe zum Ausbruch kommt.
Im Normalfall bleiben die juckenden Bläschen auf die Lippen
beschränkt. "Bei Neurodermitis-Patienten kann das Virus aber den
gesamten Körper befallen und so schwere Krankheitsbilder hervorrufen,
dass die Betroffenen stationär behandelt werden müssen", erklärt der
Direktor der Bonner Klinik und Poliklinik für Dermatologie Professor
Dr. Dr. Thomas Bieber.

Bei Menschen mit Neurodermitis verlaufen Virusinfektionen häufig
schwerer als im Normalfall. Biebers Arbeitsgruppe ist Teil eines
Forschungskonsortiums, das den Grund für diese Beobachtung herausfinden möchte. "Was die immunologischen Vorgänge in der Haut bei
Neurodermitis anbelangt, ist unsere Expertise weltweit anerkannt",
erklärt Bieber die Teilnahme der Bonner an dem aus US-Mitteln
finanzierten Projekt.

Das National Institute of Health hatte das Forschungsprogramm vor dem
Hintergrund möglicher Terrorakte mit Pockenviren ausgeschrieben. Die
zur Pockenschutzimpfung eingesetzten Vacciniaviren können bei manchen
Menschen schwere Erkrankungen auslösen. Zu den Risikogruppen zählen
wegen ihrer erhöhten Anfälligkeit für Virusinfektionen auch
Neurodermitis-Kranke. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, eine
sicherere Form der Pockenimpfung zu entwickeln.

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

 

25. Jänner 2005
Asthma frühzeitig behandeln
START-Studie: Neue Ergebnisse zur Langzeit-Verträglichkeit von Budesonid

Lund, Schweden (ots/PRNewswire) - Am 24. Jänner 2005 sind neueste Ergebnisse der START Studie (1) in den Annals of Allergy, Asthma and Immunology veröffentlicht worden, in denen auch die Resultate zur
Drei-Jahres-Verträglichkeit von Budesonid (Pulmicort) aufgezeigt
werden. Diese Ergebnisse stützen erneut die früheren Befunde, nach
denen Budesonid in geringen Dosen als Langzeit-Behandlung sowohl von
Erwachsenen als auch von Kindern gut vertragen wird.

Die START-Studie ist mit über 7.000 Patienten in 32 verschiedenen
Ländern die grösste jemals durchgeführte, überwachte Asthma-Studie.
Die teilnehmenden Patienten waren 5 bis 66 Jahre alt und erhielten
zusätzlich zu ihrer gewohnten Asthmabehandlung randomisiert einmal
täglich entweder Pulmicort oder Placebo. Pulmicort wurde einmal am
Tag über ein Inhaliergerät verabreicht. Kinder bekamen eine Dosis von
200 Mikrogramm, Erwachsene 400 Mikrogramm. Die unterschiedlichen
Befunde zu unerwünschten Ereignissen der beiden Behandlungsgruppen
stellen sich wie folgt dar:

- Es gab in der Pulmicort-Gruppe (30 Prozent) im Vergleich zur
Placebo-Gruppe (39 Prozent) weniger schwerwiegende mit Asthma in
Verbindung stehende unerwünschte Ereignisse (SUE/SAE)

- Das Auftreten nicht mit Asthma in Verbindung stehender SUE/SAE
(Pulmicort n=378, Placebo n=425) war vergleichbar

- Vorkommen, Art und Schwere unerwünschter Ereignisse (UE/AE) in
allen Altersschichten und in beiden Behandlungsgruppen (Pulmicort
n=10.850, Placebo n=10.670) waren vergleichbar

- Bei denjenigen, die Placebo bekamen, war das Auftreten von UE/AE
die üblicherweise mit dem Inhalieren von Kortikosteroiden einhergehen,
ähnlich häufig

Diese wichtigen Ergebnisse unterstreichen die schon früher
festgestellten klinischen Vorteile, von denen die Patienten in der
Budesonid-Gruppe profitieren: Ein um 44 Prozent niedrigeres Risiko
ein erstes schweres mit Asthma in Zusammenhang stehendes Ereignis zu
erleben, eine verbesserte Kontrolle des Asthma die sich in einem Plus
von 14,1 symptomfreie Tagen pro Jahr niederschlägt, eine Verringerung
der Anzahl der Krankenhaustage um 69 Prozent, 67 Prozent weniger
Notfallbehandlungen und 36 Prozent weniger Arztbesuche (2,3).

Professor Silverman, Koautor der Studie, sagte dazu: "Die
START-Studie ist eine wichtige Untersuchung zur
Langzeit-Verträglichkeit von Pulmicort. Sie zeigt, dass nicht nur
eine gut vertragene sondern auch eine frühzeitige Behandlung mit
einem ICS bei leichtem chronischen Asthma den Übergang zu einer
schwereren Form verhindern kann und Zahl und Schwere der Symptome zu
verringern hilft".

Mehrere Kurz- und Langzeit-Studien haben gezeigt, dass ein früher
Behandlungsbeginn mit Budesonid bei Asthma die Lungenfunktion
verbessert und die Kontrolle des Asthma und der Atemwegsentzündung
besser gewährleistet, als wenn der Behandlungsbeginn hinausgezögert
wird (4-11). Dies verringert letzten Endes die Erhaltungsdosis und
auf Dauer auch die medikamentöse Gesamtbelastung (4-11).

Teil der Analyse der Studienergebnisse war auch die Wirkung von
Budesonid auf Schwangere. Dabei zeigte sich, dass die Ergebnisse bei
Schwangeren in beiden Behandlungsgruppen nicht unterschieden.

Behandlungsrichtlinien wie z.B. GINA(12) haben sich schon seit
einigen Jahren für einen breiteren Einsatz von zu inhalierenden
Kortikosteroiden bei schwachem chronischen Asthma eingesetzt. In der
Praxis allerdings ziehen es viele Ärzte vor, zu warten, bis die
Krankheit fortgeschritten ist, bevor sie die Behandlung mit zu
inhalierenden Kortikosteroiden einleiten. START liefert eine starke
Evidenz, die die GINA-Richtlinien unterstützt.

Wie bei allen Kortikosteroiden kann es zu systemischen Effekten
kommen, insbesondere bei hohen, über eine lange Zeit eingenommenen
Dosen. Doch sind solche Wirkungen sehr viel seltener als bei oral
verabreichten Kortikosteroiden. Zu den möglichen systemischen
Wirkungen gehören Nebennierensuppression, Wachstumsstörungen bei
Kindern und Jugendlichen, Rückgang der Mineraldichte der Knochen,
Katarakt und Glaukom. Es ist daher sehr wichtig, dass die inhalierte
Steroid-Dosis auf die kleinste Dosis begrenzt wird, bei der eine
wirksame Kontrolle des Asthma gerade noch erhalten bleibt. Es wird
daher empfohlen, das Wachstum von Kindern, die über längere Zeit mit
zu inhalierenden Kortikosteroiden behandelt werden, regelmässig zu
überprüfen. Sollte das Wachstum sich verlangsamen, so sollte die
Therapie mit dem Ziel überprüft werden, wenn möglich die Dosis des
inhalierten Kortikosteroids auf eine Menge zu reduzieren, bei der
eine wirksame Kontrolle des Asthma erhalten bleibt. Darüber hinaus
sollte in Betracht gezogen werden, den Patienten an einen Pädiater
und Atemspezilisten zu überweisen.

AstraZeneca ist ein bedeutendes internationales Pharmaunternehmen,
das sich mit der Forschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung
von verschreibungspflichtigen Medikamenten und der Erbringung von
Dienstleistungen im Gesundheitsbereich befasst. Das Unternehmen
gehört mit einem Umsatz von über 18,8 Milliarden US-Dollar zu den
weltweit führenden Pharmafirmen und nimmt im Verkauf
gastro-intestinaler, onkologischer, kardiovaskulärer, neurologischer
und respiratorischer Therapeutika eine führende Position ein. I
AstraZeneca ist im Dow Jones Sustainability Index (global) und im
FTSE4Good Index notiert.

- START ist eine lebensnahe', internationale Langzeit-Studie und
die erste ihrer Art, die die Resultate einer frühen Gabe von
Pulmicort bei einer grossen Anzahl von Patienten aller Altersstufen
untersucht, bei denen zum ersten Mal leichtes, chronisches Asthma
diagnostiziert wurde.

- Kriterien für die Aufnahme in die Studie waren u.a., dass die
Patienten erst seit weniger als zwei Jahren an leichtem, chronischem
Asthma litten und keine regelmässig Kortikosteroid-Behandlung
erhielten und einmal täglich Pulmicort bzw. Placebo über drei Jahre
zusätzlich zu ihrer gewohnten Asthma-Therapie erhielten.

- Die tägliche Dosis für Kinder unter 11 Jahren betrug 200
Mikrogramm und für Patienten von 11 Jahren und darüber betrug die
Dosis 400 Mikrogramm.

Quellenhinweise

1. Sheffer AL, Silverman M, Woolcock AJ, Diaz PV, Lindberg B,
Lindmark B. Long-term safety of once-daily budesonide in patients
with early onset, mild persistent asthma: results of the inhaled
Steroid Treatment As Regular Therapy in early asthma (START) study.
Annals of Allergy, Asthma and Immunology 2005; 94:48-54.

2. Pauwels R, Pedersen P, Busse WW et al. Early intervention with
budesonide in mild persistent asthma: a randomised double-blind
trial. Lancet 2003;361:1071-1076.

3. Sullivan S, Buxton M, Andersson F, Lamm C J, Liljas B, Chen Y,
Pauwels R, Weiss K. Cost-effectiveness analysis of early intervention
with budesonide in mild persistent asthma. J Allergy Clin Immunol
2003;112(6)1229-1236.

4. Laitinen LA, Laitinen A, Haahtela T. Airway mucosal
inflammation even in patients with newly diagnosed asthma. Am RevRespir Dis 1993;147:697-704.

5. Haahtela T, Jarvinen M, Kava T, et al. Comparison of a beta
2-agonist, terbutaline, with an inhaled corticosteroid, budesonide,
in newly detected asthma. New England Journal of Medicine
1991;325:388-392.

6. Haahtela T, Jarvinen M, Kava T, et al. Effects of reducing or
discontinuing inhaled budesonide in patients with mild asthma. New
England Journal of Medicine 1994;331:700-705.

7. Selroos O, Pietinalho A, Löfroos A-B, Riska H. Effect of early
vs late intervention with inhaled corticosteroids in asthma. Chest1995;108:1228-1234.

8. Selroos OB, Löfroos AB, Niemistö M, et al. Early introduction
with inhaled steroids in asthma results in achievement of treatment
goals. American Journal of Respiratory Critical Care Medicine
1999;159(3 Pt 2 Suppl):A627.

9. Selroos OB, Niemistö M, Löfroos A. A double blind, randomized,
dose-response study with budesonide in asthma patients with short or
long duration of symptoms. American Journal of respiratory Critical
care medicine 1999;159(3 Pt Suppl):A627.

10. Agertoft L, Pedersen S. Effects of long-term treatment with an inhaled corticosteroid on growth and pulmonary function in asthmatic
children. Respiratory Medicine 1994;88:373-381.

11. Turpeinen M. Helsinki early intervention childhood asthma
(HEICA) study: inhaled budesonide halved the number of asthma
exacerbations compared with inhaled disodium cromoglycate during 18
months of treatment. European Respiratory Journal 2000;16(Suppl
31):311s.

12. National Institute for Health, National Heart Lung and Blood
Institute. Global Initiative for Asthma (GINA). Publication number
02-3659, 2002. http://www.gina

ots Originaltext: AstraZeneca

 

6. Jänner 2005

Tabletten gegen Pollenallergie
Neue Studie bestätigt Verträglichkeit und klinische Wirksamkeit

Kopenhagen, Dänemark - Den vorläufigen, am 6. Jänner 2005 bekannt gegebenen Ergebnissen einer neuen Studie (GT-07) zufolge, verringert die Allergie-Immuntherapie in Tablettenform von ALK-Abello Symptome der Rhinokonjunktivitis (Heuschnupfen) um 37 % und reduziert gleichzeitig den Bedarf an symptomlindernden Medikamenten um 41 % (im Vergleich zu Placebo).

Die GT-07 Studie stellt die Wirksamkeit unter Beweis und bestätigt das positive Verträglichkeitsprofil der Grastabletten, wie kürzlich in der Phase IIb/III Studie (GT-02) berichtet, der umfangreichsten je unternommenen Allergie-Immuntherapie-Studie [1].

"Dies sind für ALK-Abello höchst interessante Ergebnisse", sagte Jens Bager, CEO von ALK-Abello A/S. "Die Studie bestärkt uns ganz klar in unserer Strategie, in das Tablettenprogramm zu investieren. ALK-Abello hat sich zum Ziel gesetzt die Grastabletten auf den Markt zu bringen, damit noch mehr Patienten von der Immuntherapie profitieren können. Wir sind jetzt auf die Ergebnisse der laufenden Studie (GT-08) sehr gespannt, die über 600 gegen Graspollen allergische Patienten umfasst", ergänzte Bager.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass in der westlichen Welt über 20% der Bevölkerung an Allergien leidet. Von ihnen sind ca. 50 % gegen Graspollen allergisch und die Tendenz ist weiterhin steigend [2] [3]. Im Vergleich zu herkömmlichen symptomlindernden Medikamenten ist die Immuntherapie eine
einzigartige Behandlung, die von der WHO als gegen die immunologische Ursache der Allergie gerichtet anerkannt wird und den natürlichen Verlauf der Krankheit beeinflusst [4]. Bisher wird üblicherweise nur einem geringen Teil der Patienten einen Allergie-Immuntherapie angeboten.

"Die wirksamste Methode, um die Symptome der Allergie zu vermeiden, besteht in der Behandlung des allergischen Grundleidens selbst. Die Verfügbarkeit einer verträglichen und leicht einzunehmenden Immuntherapie in Form von Tabletten entspricht einer echten Therapienotwendigkeit", sagte der die Studie leitende
Wissenschaftler, Professor Ronald Dahl vom Universitätskrankenhaus in Aarhus, Dänemark. "Mit Hilfe einer wirksamen Tablette werden mehr Patienten mit Graspollenallergie Zugang zu einer ursächlichen Allergiebehandlung haben, die eine dauerhafte Vorbeugung gegen die Medikamenten verringert", sagte Dahl.

Informationen zur Studie

Bei der GT-07 Studie handelte es sich um eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte, multizentrische Studie, die die Verträglichkeit und Wirksamkeit der einmal täglich in Form von Tabletten verabreichten Grasallergie-Immuntherapie von ALK-Abello gegen Placebo testete.

Die Studie umfasste 114 Patienten in Schweden und Dänemark mit diagnostizierter mittelschwerer bis schwerer Rhinokonjunktivitis und durch Graspollen verursachtem leichtem bis mittelschwerem Asthma. Die Patienten erhielten randomisiert 75.000 SQ-T Einheiten Phleum pratense (Grastabletten) bzw. Placebo. Der Behandlungszeitraum vor dem Pollenflug wurde im Vergleich zur GT-02 Studie verlängert. So erhielten alle Patienten vor der Pollenflugsaison eine Behandlung über mindestens 10 Wochen ohne Dosiserhöhung.

Informationen zu ALK-Abello

ALK-Abello ist seit 1923 in der Allergie-Immuntherapie tätig. In den letzten Jahren hat das Unternehmen eine Produktentwicklungsstrategie eingeschlagen, die den aktuellen Markt der auf medizinisch geschultes Personal angewiesenen subkutanen
Immuntherapie auf oral zu verabreichende Alternativen auszudehnen trachtet. ALK-Abello hat seinen Hauptsitz in Hoersholm in Dänemark, nördlich von Kopenhagen. Das Unternehmen gehört zu 100 % der Chr. Hansen Holding A/S, einem an der Börse in Kopenhagen notierten Unternehmen.

[1] Vorgestellt auf dem Symposium of Specific Allergy (SOSA) 2004
in London, am 22.April 2004.

[2] Bousquet J, van Cauwenberge PB, Khaltaev N, et al. Allergic
rhinitis and its impact on asthma. J Allergy Clin Immunol 2001; 108
(Suppl 5): S147-334.

[3] Dahl R, et al. National prevalence of respiratory allergic
disorders. Respiratory Medicine 2004; 98: 398-403.

[4] Bousquet J, Lockey RF, Malling HJ. Allergen immunotherapy:
therapeutic vaccines for allergic diseases. WHO position paper.
Allergy 1998; 53: 1-42.

ots Originaltext: ALK-Abello