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Informationen über Asthma und Allergien
aktualisiert: 06.12.2005   

Archiv 2005

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August
2005
       

Jänner bis April 2005

September 2005

August 2005 (3)

30. August 2005 So macht Stress Asthmaanfälle heftiger
Zwei Hirnregionen verknüpfen Emotionen mit körperlichen Reaktionen
30. August 2005 Ragweedpollen haben Hochsaison
09. August 2005 Experten warnen: Insektengiftallergie nicht auf die leichte Schulter nehmen
Wieder ein Todesfall in Oberösterreich durch Insektengiftallergie

 

 

Juli 2005 (6)

19. Juli 2005 Boehringer Ingelheim veröffentlicht
klinische Studien im Internet
Patienten können so zusätzliche Informationen über Medikamente erhalten
17. Juli 2005 Asthma-Medikamente und ihre Risiken
Informationen des FDA-Beraterkomitees über Salmeterol und
Formoterol
15. Juli 2005 Asthma-Medikamente im Zwielicht
FDA-Berater-Komitee: Salmeterol und Formoterol bleiben am US-Markt
08. Juli 2005 Weltallergietag 8. Juli 2005: GA²LEN lanciert neues europäisches Überwachungssystem für Inhalationsallergene
Immer mehr Heuschnupfen und Asthma auch durch neue Allergene
08. Juli 2005 Welt-Allergietag soll global Problembewusstsein schärfen
Richtlinien der Weltallergieorganisation WAO zur Prävention von Allergien - Basisinformationen zur WAO
05. Juli 2005 Bronchiale Reaktionen durch Pilzsporen
Belastung durch Gräserpollen hat Höhepunkt überschritten

Juni 2005 (12)

30. Juni 2005
29. Juni 2005
28. Juni 2005
28. Juni 2005
24. Juni 2005
21. Juni 2005
21. Juni 2005
14. Juni 2005 Mäßige Belastungen durch Gräserpollen
Hohe Konzentration von Pilzsporen in der Luft
10. Juni 2005 Depressive Eltern - allergische/asthmatische Kinder
Tendenz wird auf genetische Bedingungen zurückgeführt
07. Juni 2005 Derzeit keine starken Belastungen
durch Gräser- und Roggenpollen
07. Juni 2005 Pilz soll Erdnüsse für Allergiker verträglicher machen
Entschärfung der Nüsse durch Ausschaltung von zwei Allergenen
07. Juni 2005 Welt-Allergie-Kongress in München
26. Juni bis 1. Juli 2005 - Motto: "Allergy in a Changing World"

Mai 2005 (6)

29. Mai 2005
18. Mai 2005
18. Mai 2005
3. Mai 2005
3. Mai 2005
2. Mai 2005 Weltasthmatag 2005: Asthma-Experten fordern grössere
Bemühungen zur Bewältigung unerfüllter Bedürfnisse
Weltweite Aktivitäten zur Aufklärung über Asthma geplant

 

30. August 2005

So macht Stress Asthmaanfälle heftiger
Zwei Hirnregionen verknüpfen Emotionen mit körperlichen Reaktionen

Wisconsin / USA - In Stresssituationen bekommen Asthmatiker oft heftigere Anfälle. Ein Wort wie "keuchen" zu lesen oder zu hören, kann ausreichen, um die Atemnot zu verschärfen. Das berichten US-Forscher um die Neurowissenschaftlerin Melissa Rosenkranz von der University of Wisconsin-Madison im US-Bundesstaat Wisconsin im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).

Die Hintergründe haben die Forscher in einer Studie mit sechs Asthma-Patienten beschreiben. Demnach kommt zwei Gehirnregionen, die während des Anfalles die Verarbeitung von Emotionen mit Informationen über die Körperfunktionen verbinden, große Bedeutung zu. So führte allein das Betrachten von Wörtern wie "keuchen" bei Testpersonen während eines Asthmaanfalls zu einer stärkeren Aktivierung dieser Gehirnregionen und damit zu heftigeren Symptomen.

Viele chronische Erkrankungen wie Asthma, bei denen die Regulierung von Entzündungsreaktionen gestört ist, sind häufig durch Stress und Emotionen beeinflussbar. In ihrer Studie konfrontierten die Wissenschaftler sechs Asthmatiker mit Pflanzen- oder Hausstaubmilbenextrakten, um einen Asthmaanfall auszulösen. Dann wurden ihnen Wörter aus drei verschiedenen Kategorien präsentiert: Neutrale Wörter wie "Vorhänge", negativ bewertete Wörter wie "Einsamkeit" und schließlich direkt mit Asthma verbundene Begriffe wie "keuchen".

Die mit Asthma assoziierten Wörter lösten bei den Probanden Stress aus und führten zu stärkeren Asthmasymptomen. Das stellten die Forscher durch Untersuchung der Lungenfunktion und des beim Husten abgegeben Sekrets, des Sputums, fest. Die Messung der Gehirnaktivität ergab, dass dabei zwei Gehirnregionen besonders aktiv waren: Der so genannten vordere cinguläre Cortex (ACC) und die Insula.

Diese Regionen stellen die Verbindung zwischen der Steuerung der entzündlichen Reaktionen und den Emotionen her, erklären die Forscher. Sie sind an der Übermittelung von Informationen über Körperfunktionen wie Atemnot oder Schmerz beteiligt und eng mit Regionen verbunden, die emotionale Informationen verarbeiten. Die Forscher vermuten, dass diese Regionen bei Asthmatikern auf emotionale und körperliche Signale überreagieren und so die heftigen Reaktionen verursachen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse sollen nun neue Therapiemöglichkeiten für Krankheiten, die durch Stress beeinflussbar sind, entwickelt werden.

30. August 2005

Ragweedpollen haben Hochsaison

Wien - Starke bis sehr starke Belastungen durch Ragweedpollen stehen ins Haus! Sie werden sich im Wiener Raum vor allem zwischen dem späteren Nachmittag und während der Nacht einfinden, aber auch gegen Mittag wird die Belastung besonders in den Bezirken über der Donau jeweils stärker sein als in den Vormittagsstunden.

In den östlichen Landesteilen - insbesondere im Marchfeld und im südlichen Wiener Becken - erwarten wir erhöhte Konzentrationen, die mit Wind aus östlichen Richtungen auch im Waldviertel spürbar werden. Der Alpenbereich ist nicht betroffen, im Bereich des Wienerwalds werden die Belastungen deutlich niedriger bleiben als im Flachland.

Text: Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 29. August 2005

 

9. August 2005

Experten warnen: Insektengiftallergie nicht auf die leichte Schulter nehmen
Wieder ein Todesfall in Oberösterreich durch Insektengiftallergie

Linz (pts) - So wie jedes Jahr haben in den Sommermonaten auch Bienen und Wespen wieder Hochsaison und das ist für Insektengiftallergiker sehr gefährlich. Bereits ein einziger Stich kann innerhalb kürzester Zeit bei sensibilisierten Menschen zu schweren Folgen führen: Schwellungen, Übelkeit, Schwindel, Benommenheit bis hin zum lebensbedrohlichen allergischen Schock mit möglichem tödlichen Ausgang. Solche Todesfälle, wie erst kürzlich in Oberösterreich geschehen, können meist mit der richtigen Notfall-Versorgung verhindert werden. Experten empfehlen Allergikern deshalb, immer Erste-Hilfe-Medikamente - darunter auch einen Adrenalin-Autoinjektor - griffbereit zu haben.

Allergologen schätzen, dass in Österreich bei bis zu zehn Prozent der Bevölkerung eine Sensibilisierung auf Insektengift nachgewiesen werden kann. Diese erlangt man, wenn der Körper nach früheren Bienen- oder Wespenstichen einen Abwehrmechanismus in Gang setzt. Kommt nun ein neuer Insektenstich dazu, reagiert der Körper mit heftigen Abwehrreaktionen, die bis zum Kreislaufzusammenbruch führen können. Hat man schon einmal auf einen Insektenstich übermäßig reagiert, sollte unbedingt ein Allergietest durchgeführt werden.

"Jeder Patient, der schon einmal heftig - also z. B. mit übermäßigen Schwellungen, Atemnot oder Nesselausschlag am ganzen Körper - auf einen Insektenstich reagiert hat, sollte unbedingt beim Facharzt oder im Allergieambulatorium einen Test durchführen lassen. Nur so kann mit Sicherheit festgestellt werden, ob und wenn ja in welchem Grad eine Allergie besteht. Die meisten schweren Zwischenfälle nach Insektenstichen passieren bei Menschen, die über ihre Sensibilisierung gar nicht Bescheid wussten", so Primarius Univ. Doz. Dr. Klein, Leiter der dermatologischen Abteilung des Krankenhauses der Elisabethinen in Linz.

Wurde eine Insektenallergie festgestellt, sollte sich der Patient genau über die Vorsorge- und Therapiemaßnahmen informieren lassen.

Spritze für Notfallsituationen
sollte immer griffbereit sein


Bereits seit einigen Jahren ist in Österreich ein Adrenalin-Injektor auf dem Markt, den der Allergiker bei Bedarf vom Arzt verschrieben bekommt und den der Betroffene jederzeit griffbereit bei sich tragen muss. Dieser so genannte "Autoinjektor" enthält den Wirkstoff Adrenalin, der bei allergischen Reaktionen kreislaufstabilisierend wirkt. Die Notfallspritze wird vom Patienten bei ersten Anzeichen einer starken allergischen Reaktion selbst oder von Begleitpersonen außen am Oberschenkel angesetzt, durch den Mechanismus des Injektors wird dann das Adrenalin in der richtigen Menge automatisch injiziert. Die Handhabung ist sehr einfach und kann nach entsprechendem Training selbst von Kindern alleine ohne Probleme durchgeführt werden. Durch den Wirkstoff Adrenalin wird eine Überreaktion des Immunsystems verhindert. Noch bevor der Notarzt zur Stelle ist, kann damit eine wirksame Erste-Hilfe-Maßnahme gesetzt werden, die lebensrettend sein kann.

Der Autoinjektor in Kugelschreiberform ist ca. 12 Monate haltbar und kinderleicht einsetzbar. In zwei Dosierungen für Erwachsene und für Kinder unter 30 kg Körpergewicht ist er mittels ärztlicher Verschreibung über jede Apotheke zu beziehen. Er wird von Experten auch als Notfallmedikament bei Lebensmittel-Allergien empfohlen und von den Krankenkassen bezahlt.

Insektengiftallergie kann geheilt werden

So gefährlich eine Insektengiftallergie auch ist, sie ist gleichzeitig jene Allergieform, die zu beinahe 100 Prozent geheilt werden kann. Mittels Allergieimpfung werden seit vielen Jahren erstklassige Ergebnisse erzielt. Studien zeigen, dass bei rund 98 Prozent der Patienten, die über einen Zeitraum von rund drei Jahren mit der spezifischen Immuntherapie gegen Insektengiftallergie behandelt wurden, keine oder nur mehr sehr geringe Reaktionen auf das Bienen- und Wespenallergen zeigen. Die Wirkung hält viele Jahre an und kann immer wieder aufgefrischt werden.

Die Allergieimpfung wird nach eingehender Diagnose vom Facharzt oder im Allergieambulatorium durchgeführt. Die Therapiekosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Weitere Informationen zur Allergieimpfung unter www.alk-abello.at

Eine Broschüre mit wichtigen Informationen zum Thema Insektengiftallergien kann kostenlos unter office@at.alk-abello.com oder 0732/38 53 72 angefordert werden.

Tipps für Insektengift-Allergiker

So halten Sie sich Insekten vom Leib:

• Bewegen Sie keine alten Äste oder Baumstücke, denn Wespen haben dort oft ihr Nest.

• Verzichten Sie auf Parfums, Haarsprays, stark parfümierte Cremes und Seifen, Rasierwasser und andere parfümierte Kosmetika.

• Tragen Sie keine weiten fliegenden Kleider und keine schwarze oder farbig gemusterte Kleidung. Besser sind weiße, grüne oder hellbraune Stoffe.

• Vorsicht im Biergarten, beim Grillen oder Picknick. Genießen Sie im Freien besser keine süßen Speisen, Bier, Obstsäfte und Limonaden. Getränke immer gut verschließen!

• Gehen Sie im Freien nie barfuß. Vorsicht auch am Sandstrand, denn Wespen nisten im Boden.

• Halten Sie Abfalleimer und Mülltonnen stets gut geschlossen.

• Meiden Sie Orte, in denen Tiere gefüttert werden, z. B. Zoo.

• Halten Sie beim Autofahren die Fenster geschlossen.

• Helm und Handschuhe sind für Motorradfahrer Pflicht.

Richtiges Verhalten im Notfall:

• Tragen Sie in den Sommermonaten die vom Arzt verordneten Notfallmedikamente immer bei sich.

• Informieren Sie Ihre Familie, Kollegen und Freunde über Ihre Allergie und was im Notfall zu tun ist.

• Gehen Sie als Insekten-Allergiker nach einem Stich nie alleine zum Arzt, Sie könnten bewusstlos werden.

• Fragen Sie Ihren Arzt nach der Allergieimpfung als langfristig wirksame Therapieform.

Quelle: ALK-Abelló Allergie-Service GmbH

19. Juli 2005

Boehringer Ingelheim veröffentlicht
klinische Studien im Internet
Patienten können so zusätzliche Informationen über Medikamente erhalten

Wien (OTS/pts) - Boehringer Ingelheim wird in den nächsten Wochen seine klinischen Studien im Internet veröffentlichen. Alle konfirmatorischen Studien, die nach dem 1. Juli 2005 begonnen haben, werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht; entsprechende Informationen werden vor Beginn der Patientenaufnahme in einem von der National Library of Medicine in den USA verwalteten Studienregister veröffentlicht
( http://www.clinicaltrials.gov ).

"In Übereinstimmung mit der Ankündigung der International Federation of Pharmaceutical Manufacturers Associations (IFPMA) Anfang dieses Jahres strebt Boehringer Ingelheim nach einer möglichst großen Transparenz hinsichtlich seiner klinischen Studien", kommentierte Dr. Dr. Andreas Barner, Mitglied der Unternehmensleitung und verantwortlich für Forschung & Entwicklung und Medizin bei Boehringer Ingelheim. "Ärzte, Pflegepersonal, Apotheker, Patienten und alle Interessierten erhalten die Möglichkeit, über eine zentrale Schnittstelle wichtige Informationen zu konfirmatorischen klinischen Studien abzurufen - einschließlich der Angaben über untersuchte Erkrankungen, Anzahl der Patienten und Studienzentren sowie Zeitpläne der Studien. Wir sind sicher, dass dieser Ansatz Mitarbeitern im Gesundheitswesen und Patienten die Möglichkeit bietet, zusätzliche Informationen über das Medikament zu erhalten, mit dessen Einnahme sie gerade begonnen haben, oder über Präparate, die in Kürze auf dem Heimat-Markt erhältlich sein werden".

Neben der Veröffentlichung aller konfirmatorischen klinischen Studien der Phasen II-IV unter http://www.clinicaltrials.gov wird Boehringer Ingelheim auch die Ergebnisse dieser Studien auf der Unternehmens-Homepage veröffentlichen, sobald eines der Produkte in mindestens einem Land vertrieben wird.

Für Produkte, die in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen entwickelt oder vermarktet werden, traf Boehringer Ingelheim mit seinen Partnern die Übereinkunft, dass der Lizenzinhaber für die Bekanntgabe der Informationen verantwortlich sein wird. Alle Studien, die nach dem 1. Juli 2005 begonnen haben, werden in das Register aufgenommen. Darüber hinaus werden alle laufenden Studien bis spätestens 13. September 2005 veröffentlicht.

Die Ergebnisse bereits abgeschlossener Studien werden auf der Homepage von Boehringer Ingelheim innerhalb eines Jahres nach der Erstzulassung und dem Beginn der Vermarktung oder innerhalb eines Jahres nach Studienabschluss veröffentlicht. Darüber hinaus ist sofort nach Eröffnung des IFPMA-Portals ein Zugriff auf die Informationen aller laufenden und abgeschlossenen Studien von Boehringer Ingelheim über dieses Portal möglich.

Der Unternehmensverband Boehringer Ingelheim zählt weltweit zu den 20 führenden Pharmakonzernen. Mit Hauptsitz in Ingelheim, Deutschland, ist Boehringer Ingelheim weltweit mit 144 verbundenen Unternehmen in 45 Ländern tätig und beschäftigt insgesamt fast 36.000 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte des 1885 gegründeten Unternehmens in Familienbesitz liegen in der Forschung, Entwicklung, Produktion sowie im Marketing neuer Produkte mit hohem therapeutischem Nutzen für die Humanmedizin sowie die Tiergesundheit.

Im Jahr 2004 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim Gesamterlöse von 8,2 Mrd Euro. Etwa ein Fünftel der Einnahmen aus dem größten Bereich verschreibungspflichtige Arzneimittel investierte das Unternehmen in die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente.

Quelle: Boehringer Ingelheim Austria GmbH

17. Juli 2005

Asthma-Medikamente und ihre Risiken
Informationen des FDA-Beraterkomitees über Salmeterol und Formoterol

Washington / Wien - Die Asthma-Medikamente mit den Wirkstoffen Salmeterol und Formoterol sollen in den USA am Markt bleiben - nun auch Formoterol mit gravierenden, ähnlichen Warnhinweisen, wie sie Medikamente mit Salmeterol bereits aufweisen müssen. Zu dieser einstimmigen Entscheidung gelangte das fachärztliche Beraterkomitee der FDA am 13. Juli 2005. Da im Internet zahlreiche Meldungen zur Thematik kursieren, die in manchen Details voneinander abweichen, werden hier die offiziellen Informationen wiedergegeben, wie sie auf der Website des Beraterkomitees www.fdaadvisorycommittee.com zu finden sind. Die Übersetzung aus dem Englischen für asthma-info.at erfolgte durch Dr. Waltraud Jakob:

Novartis' Foradil sollte eine Black-Box-Warnung über potentielle Klasseneffekte bei Asthmatikern hinzufügen
Novartis' Foradil sollte eine Black-Box-Warnung hinzufügen, die besagt, dass Sicherheitssignale, wie sie bei GlaxoSmithKline's Serevent gesehen werden, ein Klasseneffekt sein könnten, stellte das Pulmonary-Allergy Drugs Advisory Committee der FDA am 13. Juli fest.
Das Komitee stimmte mit 12 zu O Stimmen, mit einer Enthaltung, dafür, dass das Labeling (Etikett, Produkt-Beschriftung) für Foradil (Formoterol) eine Warnung aufweisen soll, die erwähnt, dass es in Zusammenhang mit Serevent (Salmeterol) Asthma-bezogene Todesfälle gegeben hat. Jedoch sollte die Warnung "ausdrücken, dass solches nicht für dieses Medikament (Foradil) festgestellt wurde", sagte der Vorsitzende des Komitees, Eric Swenson (Universität von Washington).
Das Komitee stimmte einstimmig dafür, dass beide langwirkenden Beta-Agonisten am Markt bleiben sollten.
Das Labeling für Serevent und das Kombinationsprodukt Advair (Salmeterol/Fluticason) wurde im September 2004 revidiert, um Daten aus der SMART-Studie einzubinden, die bei Gebrauch von Salmeterol im Vergleich zu Placebo ein 1.71 relatives Risiko eines Asthma-Todes oder lebensbedrohenden Ereignisses zeigten. Den Medikamenten war im August 2003 eine Black-Box-Warnung hinzugefügt worden, die auf den Vorergebnissen der Studie beruhte.
Die FDA fragte das Komitee, ob eine ähnliche Information dem Foradil-Labeling hinzugefügt werden sollte.
Novartis führte eine Phase IV-Studie durch, um festzustellen, ob es Asthma-bezogene ernste nachteilige Ereignisse im Zusammenhang mit der Höhe der Dosis von Formoterol gab. Jedoch vermochte diese Studie nicht, Asthma-bezogene Todesfälle abzuschätzen.
Während Komitee-Mitglieder und die FDA die Foradil-Daten nicht schlüssig fanden, ist das Sicherheitssignal bezüglich Salemterol wahrscheinlich ein wirkliches Risiko, stellte das Komitee fest.
"Was wir hier haben dürften, ist ein wirkliches Signal", sagte Komiteemitglied Fernando Martinez (Universität von Arizona). Jedoch, fügte er hinzu, dass der Nutzen von Salmeterol zur Asthma-Kontrolle "es rechtfertigt, dass dieser Wirkstoff am Markt bleibt."
Die Komiteemitglieder waren der Ansicht, dass die Aufnahme einer Warnung bei Foradil Ärzte und Patienten in Alarmbereitschaft versetzen würde, dass der Wirkstoff nicht sicherer sein könnte als Salmeterol-Produkte. Die Last liegt nun bei Novartis, zu zeigen, dass Formoterol einen anderen Mechanismus oder ein anderes Sicherheitsprofil als Salmeterol hat, sagten Komitee-Mitglieder.
Die Komiteemitglieder empfahlen auch die Verbreitung von mehr Informationen unter Ärzten und Patienten über die Risiken von Salmeterol-Produkten, inclusive einem Patientenführer über medikamentöse Behandlung.
Einige Komitee-Mitglieder vertraten die Ansicht, dass Unterschiede im Risiko zwischen den Subgruppen von Salmeterol auch im Labeling und in den Produktinformatoionen erwähnt werden sollten. Das relative Risiko von Afro-Amerikanern für einen Asthma-Tod oder ein lebensbedrohendes Ereignis betrug in der SMART-Studie 4.92.

http://www.fdaadvisorycommittee.com/FDC/AdvisoryCommittee/Committees/
Pulmonary-Allergy+Drugs/071305_betasafety/071305_SereventR.htm

 

15. Juli 2005

Asthma-Medikamente im Zwielicht
FDA-Berater-Komitee: Salmeterol und Formoterol bleiben am US-Markt

Washington/Wien - Drei der meistverkauften Asthma-Medikamente, die wegen gravierenden Nebenwirkungen in Einzelfällen ins Zwielicht geraten sind, sollen in den USA weiter auf dem Markt bleiben. Am Mittwoch, 13. Juli 2005, gab ein fachärztliches Berater-Komitee der FDA (U.S. Food and Drug Administration - Behörde, die in den USA über die Zulassung von Nahrungsmitteln und Medikamenten entscheidet) einstimmig grünes Licht.

Bei den Medikamenten handelt es sich um Serevent und Advair (Markenname am US-Markt) von GLaxoSmithKline, die beide den Wirkstoff Salmeterol beinhalten, sowie Foradil von Novartis, mit dem Wirkstoff Formoterol.

Die Medikamente mit dem Wirkstoff Salmeterol müssen in den USA bereits seit dem Jahr 2003 mit "black-box warnings" gekennzeichnet sein, Foradil soll in Zukunft eine ähnliche Warnung aufweisen. Es ist üblich, dass sich die FDA an die Empfehlungen ihrer fachärztlichen Beratergruppen hält.

Salmeterol und Formoterol sind langwirkende bronchienerweiternde Wirkstoffe, die vielen Asthma-Patienten weltweit seit einigen Jahren (Zulassung von Salmeterol in den USA 1994, in Großbritannien 1990) das Leben erleichtern. Schon in der Anfangszeit gab es einzelne Berichte, dass sich Asthma unter Salmeterol auch gravierend verschlechtern kann.

Salmeterol ist aber vor allem durch die von GlaxoSmithKline abgebrochene SMART-Studie (Salmeterol Multicenter Asthma Reasearch Trial 1996-2003) ins Zwielicht geraten. Bei 13.000 Teilnehmern, die mit Salmeterol behandelt wurden, gab es 13 Asthma-Tote, gegenüber drei Asthma-Toten bei den 13.000 Personen der Kontrollgruppe, die Placebo erhielten. Dabei war eine gravierende Asthma-Verschlechterung für Patienten afro-amerikanischer Herkunft, die Salmeterol erhalten hatten, viermal wahrscheinlicher als für Patienten afro-amerikanischer Herkunft unter Placebo. Dabei dürften auch genetische Ursachen eine Rolle gespielt haben.

Als der US-Kongress im November 2004 über die FDA und ihre Handhabung der Überprüfung der Medikamentensicherheit diskutierte, erregte Dr. David Graham Aufsehen, der Salmeterol als potientiell gefährlich darstellte.

Es ist nun zunehmend üblich geworden, Salmeterol in Kombination mit einem Steroid zu verschreiben, einem Kortison, das die Entzündung bekämpft.

Formoterol soll in Zukunft in den USA auch strenge Warnhinweise aufweisen. Eine Studie mit etwa 2.000 Teilnehmern kam zum Ergebnis, dass das Risiko ernsthafter Nebenwirkungen geringer ist als bei Salmeterol, aber einige Komitee-Mitglieder gaben zu bedenken, dass die Teilnehmer-Zahl der von Novartis in Auftrag gegebenen Studie zu gering gewesen sei, um potentielle Risiken zu erkennen.

Es gibt immer wieder auch Bedenken, dass die Medikamente von den Patienten falsch angewendet werden. Salmeterol wie Formoterol sind keine Notfall-Wirkstoffe für den akuten Asthma-Anfall. In anfallsfreien Zeiten genügt bei Salmeterol ein Hub alle 12 Stunden, um die Bronchien zu erweitern. Erhöht der Patient die Anzahl der Hübe, kann es u.a. zu Herzrhythmusstörungen kommen.

GlaxoSmithKline und Novartis sind von der positiven Wirkung ihrer Medikamente überzeugt. Der Verkauf des Kombinationspräparates Advair auf dem US-Markt brachte im Jahr 2004 2,4 Milliarden Dollar, jener von Serevent 236 Millionen Dollar. Ende April 2005 wurden weltweit 24,3 Millionen Patienten mit Salmeterol behandelt.

Mit dem Verkauf von Foradil erzielte Novartis im Jahr 2004 weltweit Einnnahmen von 320 Millionen Dollar.

Ausführliche weitere Informationen (in englischer Sprache):
http://www.fdaadvisorycommittee.com/FDC/AdvisoryCommittee/Committees
/Pulmonary-Allergy+Drugs/071305_betasafety/071305_SereventR.htm

http://www.fda.gov/ohrms/dockets/ac/05/briefing/2005-4148B1_01_01-GSK-Serevent.pdf

 

 

8. Juli 2005

Weltallergietag: GA²LEN lanciert neues europäisches Überwachungssystem für Inhalationsallergene
Immer mehr Heuschnupfen und Asthma auch durch neue Allergene

Brüssel, Belgien (ots/PRNewswire) - Die Partner des Global Allergy and Asthma European Network of Excellence (GA²LEN) haben eine neues paneuropäisches Haut-Pricktestfeld konzipiert, um die Häufigkeit von Allergenen in der gesamten EU zu untersuchen. Dies wurde am 8. Juli 2005, dem Welt-Allergietag, bekanntgegeben. Ein unbeschränkter Bildungszuschuss von Schering-Plough ermöglicht es GA²LEN, die Verwendung dieses innovativen Instruments zur Kontrolle epidemiologischer Veränderungen an allen im Network of Excellence zusammengeschlossenen 25 Forschungszentren einzuleiten.

Das Haut-Pricktestfeld, das Sensibilisierung auf 18 Inhalationsallergene prüft, bietet zum ersten Mal standardisierte Daten zur Häufigkeit vieler bisher nur unzureichend nachgewiesener Inhalationsallergene, unter denen Patienten mit allergischer Rhinitis und allergischem Asthma in Europa leiden.

"Wir sehen derzeit eine ungebrochen zunehmende Häufigkeit von Allergien gegenüber Inhalationsallergenen in ganz Europa", so Prof. Paul van Cauwenberge, GA²LEN-Koordinator, von der HNO-Abteilung der Universität Gent. "Im Lauf der vergangenen Jahre wurde insbesondere festgestellt, dass sich der Pollenflug intensiviert hat."

Prof. Torsten Zuberbier, GA²LEN-Generalsekretär von der Dermatologie- und Allergie-Abteilung an der Charite-Universitätsmedizin in Berlin, fügte hinzu:
"Jakobs-Greiskraut, ursprünglich in den USA als aggressives Allergen bekannt, ist ein Beispiel eines Allergens, das in Europa immer häufiger auftritt. Dies ist möglicherweise auf Veränderungen in der Vegetation aufgrund des Klimawandels zurückzuführen." Darüber hinaus hat die grössere Mobilität der Europäer im Zusammenhang mit Arbeit und Reisen zu grösserer Belastung durch neue Allergene geführt. Bisher ist jedoch noch keine triftige Analyse der Prävalenz unterschiedlicher, regional weniger häufiger Inhalationsallergene auf europäischer Basis verfügbar.

Die Bekanntgabe des GA²LEN-Forschungsprogramms am 8. Juli 2005 fällt mit dem Weltallergietag zusammen, einer Initiative zur Förderung des öffentlichen Bewusstseins über Allergieprävention, die von der World Allergy Organization, GA²LEN und Gesundheitsverbänden in aller Welt unterstützt wird.

GA²LEN ist ein vom 6. Forschungs-Rahmenprogramm der EU finanziertes Network of Excellence, das neben 25 Universitätskliniken in ganz Europa auch die Europäische Akademie für Allergie und klinische Immunologie (EAACI) sowie die Europäische Vereinigung für Allergie und Atemwegserkrankungen (EFA) umfasst. Ziel dieses Netzwerks ist es, die Qualität und Integration von Forschung zu verbessern, alle Aspekte der Erkrankung zu untersuchen und letztendlich die Belastung durch Allergien und Asthma in ganz Europa zu senken. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.ga2len.org


8. Juli 2005

Welt-Allergietag soll global Problembewusstsein schärfen
Richtlinien der Weltallergieorganisation WAO zur Prävention von Allergien

Prävention von Asthma und Allergien lautet das Motto des ersten Welt-Allergie-Tages am 8. Juli 2005. "Allergien sind die Epidemien des 21. Jahrhunderts, wir müssen das Problembewusstsein überall auf der Welt schärfen", sagte Professor Carlos E. Baena-Cagnani, Präsident der World Allergy Organization (WAO), Ende Juni 2005 beim Welt-Allergiekongress in München. Deshalb wurde der 8. Juli 2005 zum ersten Welt-Allergie-Tag erklärt. Der Welt-Allergie-Tag bezieht sich auf das von der WHO und der WAO ins Leben gerufene Projekt "Prävention von Allergien und allergischem Asthma".

Die Zielsetzung: Der Welt-Allergie-Tag soll dazu beitragen, auf breiter Basis das Problembewusstsein in punkto Allergien zu schärfen und fundierte Informationen darüber zu verbreiten, wie man allergischen Erkrankungen vorbeugen und ihren Verlauf abmildern kann. An allergischem Schnupfen leiden weltweit 115 Millionen Menschen.

WAO-Richtlinien zur Prävention von Allergien

Die WAO hat Richtlinien zur Prävention von Allergien und allergischem Asthma herausgegeben, die im Jahr 2004 in der Fachzeitschrift „International Archives of Allergy and Immunology“ erstmals veröffentlicht wurden. Im Folgenden eine Zusammenfassung der wesentlichsten Punkte, für www.asthma-info.at aus dem Englischen übersetzt von Dr. Waltraud Jakob:

Definitionen Prävention

Primärprävention:
Prävention (Vorbeugung, Verhütung, Verhinderung) der immunologischen Sensibilisierung (z.B. der Entwicklung von IgE-Antikörpern)

Sekundärprävention:
Vermeidung der Entwicklung einer allergischen Erkrankung als Folge der Sensibilisierung

Tertiärprävention:
Behandlung von allergischen Erkrankungen und von Asthma

· Die Maßnahmen sollen allen nützen, keinem schaden, keine überflüssigen Kosten verursachen

Gegenwärtiges Wissen zur Genetik

Die atopische Verfassung ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung einer IgE-Sensibilisierung.

Personen mit einer Familiengeschichte mit Atopie haben ein erhöhtes Risiko, allergische Erkrankungen zu entwickeln.

Die Sensibilisierung des Zielorgans ist eine familiäre Eigenschaft,

Umwelteinflüsse auf Asthma und Allergien (laut gegenwärtigem Wissensstand)

Rauchen in der Schwangerschaft erhöht das Risiko von Atembeschwerden in der Kindheit der Nachkommen.

Tabakrauch im Umfeld verschlimmert Asthma.

Allergenvermeidung ist teilweise erfolgreich (Hochrisikokinder).

Einige Infektionskrankheiten in der Kindheit können die IgE-Sensibilisierung steigern.
Ein relatives Fehlen von früher Mikrobenexposition kann die Entwicklung allergischer Erkrankungen fördern.

Frühe immunologische Einflüsse (laut gegenwärtigem Wissensstand)

Allergenspezifische T-Helfer-Zellprogrammierung beginnt früh im Leben und wird von allgegenwärtigen Nahrungsmittel- und Inhalationsallergenen gleichermaßen angetrieben.

Ist man früh einem hohen Level von Nahrungsmittelallergenen ausgesetzt, führt das zu einer hohen Toleranzschwelle.

Ist man niedrigen Spiegeln von Inhalationsallergenen ausgesetzt, führt das zu einer niedrigen Toleranzschwelle mit schwacher Th1-ähnlicher Immunität oder Th2 polarisierter Antwort.

Vorhersagen und frühe Diagnose (laut gegenwärtigem Wissensstand)
Doppelte erbliche Belastung bedeutet ein vierfaches Risiko, Allergien zu entwickeln.
Erbliche Belastung durch einen Elternteil bedeutet ein doppeltes Risiko.

Frühe Anzeichen von atopischem Ekzem sowie die Ausbildung von IgE-Antikörpern bezüglich Inhalationsantigenen sind bedeutende Risikofaktoren für eine spätere Atemwegserkrankung.

Ein hoher IgE-Spiegel im Nabelschnurblut ist charakteristisch für eine spätere allergische Erkrankung, hat aber eine niedrige Sensibilisierung.

Richtlinien Präventionsmaßnahmen

Primärprävention
Vermeiden Sie es zu rauchen und meiden Sie Tabakrauch in der Umgebung, besonders während der Schwangerschaft und in der frühen Kindheit. Halten Sie Tabakrauch von den Arbeitsplätzen fern.

Vermeiden Sie feuchte Wohnverhältnisse und reduzieren Sie die luftverschmutzenden Faktoren im Haushalt.

Ernähren Sie Ihre Kinder in den ersten vier bis sechs Monaten nur mit Mutternilch. Stillende Mütter sollten keine spezielle Diät einhalten.

Reduzieren Sie die Inhalationsallergene, denen kleine Kinder mit hohem Risiko ausgesetzt sind.

Eliminieren Sie sensibilisierende und hochreizende Faktoren in Ihrer beruflichen Umgebung. Führen Sie Maßnahmen ein, die verhindern, dass Arbeitnehmer solchen Faktoren ausgesetzt sind

Sekundärprävention
Behandeln Sie das atopische Ekzem topisch und nach Möglichkeit mit systemisch wirkenden Medikamenten, um eine Atemwegsallergie zu verhindern.

Behandeln Sie Erkrankungen der oberen Luftwege (Heuschnupfen, Nebenhöhlenentzündung), um das Asthmarisiko zu reduzieren.

Bei kleinen Kindern, die auf Hausstaubmilben, Haustiere oder Küchenschaben sensibilisert sind, sollte der Kontakt mit diesen Allergenen reduziert werden, um das Ausbrechen der allergischen Erkrankung zu verhindern.

Arbeitnehmer sollten von Arbeitsplätzen abgezogen werden, wo sie Allergenen ausgesetzt sind, wenn sie Syptome haben, die von der allergischen Sensibiliserung verursacht werden

Tertiärprävention
Kinder mit einer Kuhmilchallergie meiden Proteine von Kuhmilch; wenn ein Ersatz gebraucht wird, sollten hypoallergene Produkte verwendet werden, sofern diese verfügbar und leistbar sind, um die Symptomkontrolle zu verbessern.

Patienten mit Asthma, allergischem Schnupfen oder Ekzem, die allergisch gegen Allergene im Wohnbereich sind, sollten den Kontakt mit diesen vermeiden oder reduzieren, um die Symptomkontrolle zu verbessern und Verschlechterungen zu verhindern.

Medikamente sollten vorrangig dem Entzündungsprozess entgegenwirken.
Nichtsteroide Medikamente gegen die Entzündung sollten bei Patienten, die dagegen sensibilisiert sind, nicht angewendet werden.

Weitere präventive Maßnahmen – Berufsbedingte Allergien
Die Risiken der berufsbezogenen Allergie sollten beobachtet und epidemiologische Informationen durch einen weltweit akzeptierten Fragebogen gesammelt werden.

Hochrisiko-Umgebungen für Allergien sollten identifiziert werden. Bei atopischen Arbeitnehmern, die in solchen Umgebungen arbeiten, sollte eine Sensibilisierung durch Hauttests oder IgE-Antikörpermessungen abgeklärt werden, wodurch die Entwicklung einer klinischen Allergie verhindert werden könnte.

Allgemeine Prinzipien zur Prävention von berufsbedingten Allergien sollten von nationalen öffentlichen und beratenden Stellen veröffentlicht veröffentlicht werden

Richtlinien für die Schulung der Patienten im Umgang mit Allergie und Asthma
Patientenschulung in Hinblick auf Beschleunigungen von allergischen Symptomen, Asthma und anphylaktischen Reaktionen ist wichtig. Angeleitetes Selbst-Management ist der Schüssel zur Optimierung der Krankheitskontrolle.

Bildungspolitik ist ein wesentlicher Faktor im Umgang mit Asthma und dem Management der Erkrankung

Weitere notwendige Aktionen
Eine internationale Koalition für Allergie- und Asthma-Prävention sollte initiiert werden. Die Ziele sind:

In einer internationalen Datenbasis für alle Länder sollten wirksame Programme gesammelt werden.

Ein jährlicher Konvent zum Thema Allergie- und Asthma-Prävention, Schulung und angewandte Forschung sollte eingerichtet werden.

Ein Internationaler Allergie- und Asthma-Prävention & Erziehung Promotion Fonds sollte etabliert werden.

Die Kosten von Allergie und Asthma
Richtlinie
Die Behandlungskosten für Allergien und Asthma steigen, wobei diese von Spitalskosten zu Kosten für Medikamente in entwickelten Ländern überwechseln.

Wenn eine Intervention in Erwägung gezogen wird, sollte nicht nur der offensichtliche Nutzen sondern sollten auch die Kosten berücksichtigt werden.

Es sollte das kostenwirksamste Produkt oder die kostenwirksamste Maßnahme eingesetzt werden.

Patienteninformation über Allergene
Reduzierung der Allergene von Hausstaubmilben
Pollenvermeidung
Vermeidung der Allergene von Haustieren
Vermeidung der Allergene von Küchenschaben
Vermeidung der Allergene von Schimmel (im Freien wie unter Dach)
Notfallmaßnahmen, allergische Schocks (Schulen, Arbeitsplätze)


Basisinformationen zur WAO:

WAO - World Allergy Organization
Weltallergieorganisation
Die WAO wurde im Jahr 1951 gegründet und hieß damals International Association of Allerlogy and Clinical Immunology (IAACI). Im Jahr 2000 wurde der Namen in World Allergy Association – IAACI geändert. Seit 2003 heißt die Organisation World Allergy Organization (WAO).
Die WAO ist eine internationale Dachorganisation, deren Mitglieder 70 regionale und nationale allergologische und klinische immunologische Gesellschaften aus der ganzen Welt sind. Österreich ist durch die Österreichische Gesellschaft für Allergologie und Immunologie in der WAO vertreten.
Präsident der WAO von 2003-2005: Prof. Carlos E. Baena-Cagnani, MD, Argentinien. Das Sekretariat der WAO befindet sich in Milwaukee, USA.
Laut Formulierung der WAO ist es Aufgabe der Organisation, eine globale Allianz allergologischer Gesellschaften zu bilden, um zu Exzellenz in der klinischen Betreuung, Forschung, Schulung und im Training zu erlangen.
Alle zwei Jahre ist die WAO Mitveranstalter eines Welt-Allergie-Kongresses. Im Juni 2005 fand der Welt-Allergie-Kongress in München statt, wo der erste Welt-Allergie-Tag für 8. Juli 2005 angekündigt wurde.
Der WAO sind zwei Fachzeitschriften angegliedert: Allergy and Clinical Immunology International – Journal of the World Allergy Association sowie International Archives of Allergy and Immunology.
www.worldallergy.org

 

5. Juli 2005

Bronchiale Reaktionen durch Pilzsporen
Belastung durch Gräserpollen hat Höhepunkt überschritten

Wien - Auch wenn die nächsten Tage wieder Sonnenschein bringen, der Höhepunkt der Belastung mit Gräserpollen ist in weiten Teilen Österreichs überschritten. Nur noch im Waldviertel sowie im weiteren Berg- und Hügelland Österreichs kann es noch einmal zu starkem Pollenflug kommen.
Wesentlich ist jetzt vor allem die Belastung durch Pilzsporen (insbesondere Alternaria und Cladosporium Sporen). Bei feucht-warmen Wetter und ganz besonders nach Regenschauern sind sehr hohe Konzentrationen in der Luft, eine bronchiale Reaktion ist dann bei sensibilisierten Patienten nicht selten.
Beifußpollen und Pollen vom Ragweed (nur im Osten und Süden Österreichs) lassen noch auf sich warten.

Aussendung des Allergiezentrums Wien West vom 5. Juli 2005

30. Juni 2005

Weltweit 180.000 Asthma-Tote pro Jahr
Welt-Allergietag am 8. Juli 2005 soll Problembewusstsein schärfen

München (ots) - Allergische Krankheiten wie Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis haben in den letzten Jahrzehnten national wie international so dramatisch zugenommen, dass Experten von epidemieähnlichen Zuständen sprechen.

An Heuschnupfen leidet in Deutschland inzwischen jeder Vierte. Weltweit leiden etwa 22 Prozent der Bevölkerung an allergischer Rhinitis, so die Fachbezeichnung. Die Anzahl der Asthmapatienten schätzt der Präsident der World Allergy Organization (WAO), Professor Carlos E. Baena-Cagnani aus Argentinien, aktuell auf 300 Millionen. In Deutschland sind bis zu 4,4 Prozent der Erwachsenen und etwa drei bis sieben Prozent der Kinder und Jugendlichen an Asthma erkrankt, das in 85 Prozent der Fälle durch eine Allergie verursacht wird. "Unsere bisherigen Präventionsempfehlungen haben den Anstieg allergischer Erkrankungen bisher nicht aufhalten können. Umso wichtiger ist es, dass wir die Forschungsanstrengungen hinsichtlich der Allergenkarenz und der präventiven Wirkung schützender Faktoren weiter verstärken", sagte Professor Ulrich Wahn, Präsident der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) beim Welt-Allergiekongress in München.

Verlust an Lebensqualität

Allergien sind keine Bagatellerkrankungen. In Deutschland sterben an Asthma jährlich 2.700 Menschen, weltweit mehr als 180.000 Menschen. Zudem haben allergische Erkrankungen großen Einfluss auf die Lebensqualität: Das soziale Leben leidet, Kinder haben häufig Lernschwierigkeiten, und bei Erwachsenen kann die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sein, bis hin zur Arbeitsunfähigkeit. Abgesehen von den einschneidenden Veränderungen im Leben der Patienten stellen allergische Erkrankungen eine extreme volkswirtschaftliche Belastung dar. So belaufen sich die jährlichen Gesamtkosten, die weltweit durch Heuschnupfen verursacht werden, auf rund 16,5 Milliarden Euro. Die jährlichen durch Asthma verursachten Kosten liegen allein in den USA bei rund 10,5 Milliarden Euro. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Doch die Bedeutung allergischer Erkrankungen wird immer noch unterschätzt.

Welt-Allergietag soll
Problembewusstsein schärfen

"Allergien sind die Epidemien des 21. Jahrhunderts, wir müssen das Problembewusstsein überall auf der Welt schärfen", sagte Professor Carlos E. Baena-Cagnani, Präsident der WAO, beim Welt-Allergiekongress in München. Deshalb wurde der 8. Juli 2005 zum Welt-Allergie-Tag erklärt. Der Welt-Allergie-Tag bezieht sich auf das von der WHO und der WAO ins Leben gerufene Projekt "Prävention von Allergien und allergischem Asthma".

Die Zielsetzung: Der Welt-Allergie-Tag soll dazu beitragen, auf breiter Basis das Problembewusstsein in punkto Allergien zu schärfen und fundierte Informationen darüber zu verbreiten, wie man allergischen Erkrankungen vorbeugen und ihren Verlauf abmildern kann. Das Informationsangebot richtet sich an Ärzte und Patienten, aber auch an Gesunde.

Schulungsprogramm für Patienten

"Das Wohl der Patienten liegt uns sehr am Herzen," erklärte Professor Johannes Ring von der Technischen Universität München, Gastgeber des Welt-Allergie-Kongresses in den Münchener Messehallen. Gemeinsam mit Psychologen, Pädagogen und Vertretern von Patientenorganisationen arbeitet Professor Ring an einem Schulungsprogramm für Patienten. "Wir müssen die Allergie-Patienten dazu befähigen, Ihre Krankheit selbst besser in den Griff zu bekommen," so Professor Ring weiter. Je mehr der Patient über seine Krankheit wisse, umso größer seien seine Chancen, ohne große Beeinträchtigung der Lebensqualität leben und arbeiten zu können. "Wir sollten jeden Patienten zu seinem eigenen Arzt machen," erläuterte Professor Ring.

EAACI-Präsident Professor Wahn hofft, dass der Welt-Allergie-Tag dazu beiträgt, das öffentliche Bewusstsein für allergische Erkrankungen zu stärken. "Meine Vision ist, dass beim Welt-Allergie-Tag in zehn Jahren viele Fragen, die uns heute noch beschäftigen, beantwortet sind. Ich bin davon überzeugt, dass wir dann für viele Probleme im Bereich Allergien Lösungen haben und dass es uns dann gelungen ist, die Epidemie zu stoppen."

 

29. Juni 2005

Superantigene als Todesfalle?
Durch Bakterium kann Asthma außer Kontrolle geraten

München (ots) - "Wir haben Hinweise gefunden, dass Superantigene
die Ursache für sehr schwer verlaufende Allergien sind." Das
berichtete Professor Dr. Claus Bachert aus Gent, Belgien, auf dem
Welt-Allergie-Kongress in München.

Bei etwa einem Drittel der Bevölkerung können Ärzte eine
Besiedelung mit dem Bakterium Staphylokokkus aureus nachweisen. In
den meisten Fällen verursacht der Staphylokokken-Befall keine
Probleme. Bei Menschen mit schweren Atemwegserkrankungen wie
Nasennebenhöhlenentzündung oder Asthma können diese Bakterien jedoch
sehr schädlich sein. Sie setzen Enterotoxine frei, die als so
genannte Superantigene eine besonders große Anzahl der T-Zellen des
Immunsystems scharf stellen. Die Folge ist eine massive
Entzündungsreaktion. Bei Asthmakranken kann dies dazu führen, dass
die Krankheit außer Kontrolle gerät und auch mit Kortison nicht mehr
zu behandeln ist.

"Superantigene können an einem großen Teil der etwa 2.700
Asthma-Todesfälle in Deutschland die Schuld tragen", vermutet
Bachert. "Mit Antibiotika allein bekommen wir das Problem nicht
ausreichend in den Griff. Möglicherweise kann zukünftig eine Impfung
verhindern, dass eine Nasennebenhöhlenentzündung oder Asthma
bronchiale mit fatalen Folgen eskalieren."

Es wird fieberhaft geforscht, um eine wirksame Waffe gegen
Staphylokokken-Infektionen beziehungsweise die Superantigene zu
finden. Die Wissenschaftler tauschen ihre Erfahrungen vom 26. Juni
bis 1. Juli 2005 auf dem Welt-Allergie-Kongress in München aus. Auf
dem Welt-Allergie-Kongress tagen die World Allergy Organisation (WAO)
und die European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI).

 

28. Juni 2005

Wenn Oma raucht, werden die Enkel allergisch
Allergierisiko schon vor der Geburt beeinflussbar - Allergieprävention eines der wichtigsten Themen beim Welt-Allergie-Kongress in München

München (ots) - Derzeit (26. Juni bis 1. Juli 2005) findet in München mit dem Welt-Allergie-Kongress das bisher größte Treffen von Allergie-Experten in Deutschland statt. Schon am ersten Kongresstag zeigte sich, dass die Allergieprävention - Maßnahmen zur Vorbeugung allergischer Erkrankungen - eines der wichtigsten Kongressthemen ist.

Allergieprävention sollte schon in der Schwangerschaft oder davor beginnen, denn die Umwelt der Mutter spielt eine wesentliche Rolle für die Allergieneigung der ungeborenen Kinder. Das stellte Professor John Warner aus Southampton, England, fest. Er berichtete, dass mütterliche Risikofaktoren wie der Kontakt zu verschiedenen Allergieauslösern (Allergenen) und das Rauchen der Mütter einen Einfluss auf das Allergierisiko der Kinder haben.

Unerwartet und schwer zu erklären: Auch das Rauchverhalten der Grossmütter spielt eine Rolle. War die Oma Raucherin, werden die Enkel eher allergiekrank. "Diese geradezu sensationellen Befunde machen weitere und intensive Forschungsanstrengungen notwendig, damit wir zu praktischen Präventionsempfehlungen kommen", sagte Professor Johannes Ring von der Technischen Universität München. Er ist für die Organisation des Welt-Allergie-Kongresses zuständig.

Auf dem Welt-Allergie-Kongress in München tagen noch bis zum 1. Juli 2005 die World Allergy Organization (WAO) und die European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI). Das wissenschaftliche Programm, das die beiden Fachgesellschaften auf dem Kongress präsentieren, deckt alle wichtigen und aktuellen Bereiche der Allergologie ab.

 

Der allergische Schnupfen - Risikofaktor für Asthma
Am 8. Juli 2005 ist der erste Welt-Allergietag

München / Bern (ots) - Der allergische Schnupfen kann die Lebensqualität
massiv einschränken. Dies bestätigt eine europaweite Umfrage, die
am Welt-Allergiekongress in München vorgestellt wurde. Im
Rahmen dieser "Patient Voice Allergy Survey" wurden 3.560 Patienten
aus elf europäischen Ländern eingehend befragt, unter ihnen rund
200 Betroffene aus der Schweiz.

Allein die Resultate aus Schweizer Sicht verdeutlichen, wie sehr
der allergische Schnupfen die Betroffenen in Beruf und Freizeit
einschränkt. Man schätzt, dass dies auf rund eine Million Menschen in
der Schweiz zutrifft. Mehr als ein Drittel der Befragten gibt an,
durch den allergischen Schnupfen im Alltag stark beeinträchtigt zu
sein. Zwei von drei Befragten fühlen sich durch den allergischen
Schnupfen mässig oder stark in ihrem emotionalen Befinden gestört.
Vier von fünf Befragten sind am Morgen nicht ausgeruht, weil die
Schlafqualität unter dem allergischen Schnupfen leidet. Als besonders
störend werden folgende Symptome genannt: laufende Nase, Niesen,
entzündete Augen, Müdigkeit, Atemprobleme und verstopfte Nase. Fast
jede vierte befragte Person gibt bei den Beschwerden einen hohen
Schweregrad an.

Zwei Drittel der Betroffenen sind länger als einen Monat und an
mindestens vier Tagen pro Woche von Heuschnupfen-Symptomen geplagt.
Gemäss Umfrage sind Pollen die weitaus häufigsten Auslöser für
allergischen Schnupfen, gefolgt von Hausstaubmilben, Nahrungsmitteln
und Tierallergenen. Wer von allergischem Schnupfen betroffen ist,
leidet besonders im Frühling. Im Sommer hat noch jede zweite Person
Beschwerden. Für jede vierte ziehen sie sich bis in den Herbst hin.
Im Schnitt begeben sich die Betroffenen dreimal pro Jahr wegen ihres
allergischen Schnupfens in ärztliche Behandlung. Bei der
medikamentösen Behandlung nehmen Antihistaminika und antiallergische
Augentropfen die Spitzenpositionen ein.

Allergischer Schnupfen ist ein
Risikofaktor für Asthma

Einen wesentlichen Aspekt untermauern die Umfrage-Ergebnisse für
die Schweiz wie für die übrigen europäischen Länder: Der allergische
Schnupfen ist ein Risikofaktor für Asthma. So leiden über die Hälfte
der Befragten auch an Symptomen der unteren Atemwege. Das muss nicht
sein, wie Professor Andreas J. Bircher, Leiter der Allergologischen
Poliklinik am Universitätsspital Basel, betont. "Abwarten und Hoffen
auf ein spontanes Abklingen des allergischen Schnupfens ist bei den
heutigen Therapiemöglichkeiten nicht mehr sinnvoll. Dank gezielter
Vorbeugung und Behandlung kann die Gefahr späterer Komplikationen wie
Asthma reduziert werden".

Professor Bircher war an der Befragung der Schweizer PatientInnen
beteiligt, zusammen mit seinen Fachkollegen am Inselspital Bern
(Professor Werner J. Pichler) und am Universitätsspital Zürich (PD
Dr. med. Peter Schmid). Koordiniert wurde sie von der
Patientenorganisation aha! Schweizerisches Zentrum für Allergie, Haut
und Asthma.

Europaweit wurde die Umfrage "Patient Voice Allergy Survey" von
der EFA (European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients
Associations) initiiert und mit einem Beitrag von UCB Pharma
unterstützt. Die EFA, mit Hauptsitz in Brüssel, ist die
Dachorganisation von 41 Patientenorganisation aus 23 europäischen
Ländern, die sich mit Information, gezielten Kampagnen und Angeboten
für eine bessere Lebensqualität von Menschen mit Allergien, Asthma
und COPD engagieren. aha! ist seit 2000 EFA-Mitglied.

Am 8. Juli 2005 ist der erste
Welt-Allergietag

Im Anschluss an den Welt-Allergiekongress in München wird am 8.
Juli der erste Welt-Allergietag ausgerufen. Die Allergiepolikliniken
der Universitätsspitäler Basel und Zürich warten aus diesem Anlass
mit Veranstaltungen für die Öffentlichkeit auf. Die
Patientenorganisation aha! wird an beiden Events präsent sein.

Links:

EFA (European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients
Associations): http://www.efanet.org

WAO (World Allergy Organization): http://www.worldallergy.org

WAC (World Allergy Congress): http://www.congrex.com/wac2005

SGAI (Schweizerische Gesellschaft für Allergologie und
Immunologie): http://www.ssai-sgai.ch

ots Originaltext: aha! Schweiz. Zentrum für Allergie, Haut und Asthma

 

24. Juni 2005

Eichenprozessionsspinner wieder aktiv: Eichen meiden, Warntafeln beachten
Stadt Wien setzt auf Information und biologische Bekämpfung

Wien (OTS) - "Eichen bitte ausweichen", lautet die Botschaft an alle Park- und WaldbesucherInnen in diesen Tagen. Die Raupen des Schmetterlings leben tagsüber in Nestern in Astgabeln von Eichen, derzeit ziehen sie abends in "Prozessionen" in die Baumkronen, um Blätter zu fressen. Die Tiere sind rötlich-braun und dicht behaart. Die feinen Härchen können bei empfindlichen Menschen Allergien, Hautausschläge und Juckreiz hervorrufen. Der Kontakt mit den Tieren und Nestern ist zu vermeiden, denn jegliche Störung führt dazu, dass die feinen Härchen der Raupen abbrechen.

Die MA 49 - Forstamt der Stadt Wien ersucht alle Erholungssuchenden derzeit, auf den Wegen zu bleiben und die Warntafeln zu beachten, empfohlen ist diese Maßnahme bis Ende Juli.

Die MA 42 - Stadtgartenamt hat sämtliche "städtische" Eichen in Parkanlagen, Schul- und Kindergärten und Bädern schon präventiv mit dem biologischen Schädlingsbekämpfungsmittel "Bt" behandelt, dieses Mittel kommt auch im biologischen Landbau zum Einsatz. An Eichenstandorten, an denen eine Behandlung nicht möglich war, werden von der MA 42 Warntafel angebracht und Absperrungen durchgeführt.

Neben den bisherigen biologischen Behandlungsmethoden hat die Stadt Wien bereits im Vorjahr an der Universität für Bodenkultur eine Studie beauftragt, um an noch spezifischeren Möglichkeiten der biologischen Behandlung zu forschen, Ergebnisse werden Ende des Jahres vorliegen.

Das Forstamt und das Stadtgartenamt empfiehlt (Juni/Juli) o Die Nähe von Eichen zu meiden o Nicht auf Eichen zu klettern o Warntafeln zu beachten o Herabgefallene Raupen oder Raupenhüllen nicht zu berühren o Nester nicht selbst zu entfernen

Informationen:
o MA 42-Gartentelefon: Tel.: 911 25 55
o MA 49-Waldtelefon: Tel.: 4000-8049
o MA 15-Gesundheitstelefon: Tel.: 53114-87412
http://www.wien.gv.at/ma42/eichen.htm

 

21. Juni 2005

Starke Belastungen durch Gräserpollen
Roggenblüte vorüber, Pilzsporen stark spürbar

Wien - Die Belastungen durch Gräserpollen werden die ganze Woche hindurch stark bleiben. Die Roggenblüte ist vorüber.

In offenen Lagen machen sich starke Belastungen durch Pilzsporen bemerkbar.

Geringe bis mäßige Belastungen gibt es durch Pollen von Wegerich, Ampfer, Holunder und örtlich Linde, Götterbaum, Gänsefuß sowie im Osten Edelkastanie.

Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 21. Juni 2005

21. Juni 2005

Allergien - Epidemie des 21. Jahrhunderts
Welt-Allergie-Kongress von 26. Juni bis 1. Juli 2005 in München

München (ots) - Eine Woche lang wird München zum Zentrum der
internationalen Allergieforschung. Führende Wissenschaftler aus
aller Welt beziehen vom 26. Juni bis zum 1. Juli 2005 mit
Diskussionen, Postern und Referaten Stellung in ihrem Kampf gegen
eine der größten medizinischen Herausforderungen unserer Zeit. Anlass
ist der Welt-Allergie-Kongress im Internationalen Congress Center
(ICM) auf dem Münchner Messegelände.

Bald 40 bis 50 Prozent Allergiker?

Motto des Kongresses: "Allergy in a Changing World". Nach
Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten schon im
Jahre 2010 vierzig bis fünfzig Prozent der Weltbevölkerung an einer
Allergie leiden. Auf der Liste der häufigsten Erkrankungen stehen
Allergien bereits heute an vierter Stelle - sie gelten als Epidemie
des 21. Jahrhunderts. Der Welt-Allergie-Kongress ist eine gemeinsame
Tagung der World Allergy Organisation (WAO) und der European Academy
of Allergy and Clinical Immunology (EAACI).

Die Veranstaltung findet dieses Jahr zum ersten Mal in Deutschland statt. Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) als
Gastgeber erwartet neben mehr als 6.000 allergologisch tätigen Ärzten
und Experten aus Universitäten und außeruniversitären
Forschungseinrichtungen auch Wissenschaftler der pharmazeutischen
Industrie. Außerdem werden Vertreter von Patientenorganisationen und
Selbsthilfegruppen den Kongress nutzen, um sich und ihre Arbeit
vorzustellen. Insgesamt gehen die Organisatoren von etwa 10.000
Teilnehmern aus.

Forschungsergebnisse schneller
in die allergologische Praxis umsetzen

Die Experten werden in München aktuelle Ergebnisse der
allergologischen Forschung und Entwicklung vorstellen und
diskutieren. Der Erfahrungsaustausch weltweit renommierter Fachleute
wird neue Ansätze für die Behandlung betroffener Patienten aufzeigen
und jungen Wissenschaftlern Anregungen zur weiteren Forschung geben.
"In einer zusammenwachsenden Welt sind Allergien ein globales
Problem. Dieser Bedeutung werden wir mit der qualitativen und
quantitativen Besetzung des Kongresses gerecht", sagt der Münchener
Allergologe Professor Dr. Dr. Johannes Ring. Er ist Präsident des
Kongresskomitees. Professor Ring wertet die Tatsache,
dass der weltweit größte Allergiekongress dieses Jahr in München
stattfindet, auch als Anerkennung für die exzellente allergologische
Forschungsarbeit in Deutschland und Bayern.

Die Fortschritte der experimentellen Immunologie und Allergologie
haben in den letzten Jahren eine Fülle neuer Erkenntnisse
hervorgebracht. Richtig umgesetzt, können sie für allergische
Patienten weltweit Linderung oder Heilung bringen. "Wir wollen dazu
beitragen, dass Forschungsergebnisse schneller Einzug in die
allergologische Praxis halten", erklärte Professor Ring heute in
München. "Das ist ein wesentlicher Anspruch unseres Kongresses."
Praxisnahe Themen sind daher integraler Bestandteil des Kongresses.
Dazu gehören eine neue Leitlinien für die Behandlung des
allergischen Asthma bronchiale, die Rolle von Heuschnupfen bei der
Entstehung von Asthma sowie das Management und die Therapie von
anaphylaktischen Reaktionen. Auch neue Strategien zur
Allergieprävention während der Schwangerschaft werden vorgestellt.

Nobelpreisträger erklärt Zellkommunikation

Im Bereich der Grundlagenforschung werden die Fachleute genetische
Ursachen von Allergien und Asthma sowie die Induktion einer
immunologischer Toleranz diskutieren. Mit großer Spannung erwartet
wird der Vortrag des amerikanischen Nobelpreisträgers Professor
Johann Deisenhofer. Er referiert über Mechanismen der
Zellkommunikation bei Allergien. Auch der Zusammenhang von
Umweltverschmutzung und Allergien ist ein Thema: Dieselruß und
Sommersmog gelten nach neuesten Untersuchungen als Wegbereiter von
Allergien. "Dieser Kongress wird Antworten auf viele Fragen geben -
aber auch viele neue Fragen aufwerfen", freut sich Professor Ring.

Originaltext: Welt-Allergie-Kongress 2005

 

14. Juni 2005

Mäßige Belastungen durch Gräserpollen
Hohe Konzentration von Pilzsporen in der Luft

Wien - Die Belastung durch Gräserpollen wird in den kommenden Tagen trotz sommerlicher Temperaturen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nur mäßig sein.

Die Konzentration an Pilzsporen in der Luft wird hingegen stark sein.

Zusätzlich kommen noch weniger bedeutsame Pollen wie etwa Ampfer, Wegerich, Brennnessel, Linde, Holunder und Edelkastanie in der Luft vor.

Aussendung des Allergiezentrums Wien West vom 14. Juni 2005

 

10. Juni 2005

Depressive Eltern - allergische/asthmatische Kinder
Tendenz wird auf genetische Bedingungen zurückgeführt

New York (pte/10.06.2005/07:50) - Eltern, die unter Depressionen oder Panikattacken leiden, haben häufig Kinder, die an Asthma und Allergien erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Columbia University http://www.columbia.edu/, die in der aktuellen Ausgabe der Psychosomatic Medicine http://www.psychosomaticmedicine.org publiziert wurde. "Wir führen diese Tendenz auf genetische Bedingungen zurück", erklärte Studienleiter Ramin Mojtabai.

Die US-amerikanischen Forscher analysierten das Datenmaterial von 9.240 Eltern und deren Kinder aus der US National Health Interview Survey http://www.cdc.gov/nchs/default.htm . Insgesamt waren 8.686 der Eltern-Kind-Paare biologisch verwandt, während 554 Kinder adoptiert waren. Die Forscher stellten fest, dass insgesamt 31 Prozent der Kinder und 19 Prozent der Eltern unter Allergien wie Heuschnupfen, Nahrungsallergien, allergischen Ekzemen, Atemstörungen und Asthma litten. Sechs Prozent der Eltern hatten schwere Depressionen, drei Prozent litten unter Panikattacken und drei Prozent unter Angstzuständen.

Einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen den Depressionen und Panikattacken der Eltern und den dadurch ausgelösten Allergien der Kinder konnten die Forscher nur bei den leiblichen Eltern feststellen. "Die Zusammenhänge wurden vor allem bei der Weitergabe durch die Mütter sichtbar", erklärte Mojtabi. Bei den adoptierten Kindern konnten die Experten zwar auch Allergien feststellen, jedoch werden diese nicht auf genetische, sondern auf andere Faktoren zurückgeführt.

Aussender: pressetext.austria

 

7. Juni 2005

Derzeit keine starken Belastungen
durch Gräser- und Roggenpollen

Wien - Die starken Belastungen durch Gräser- und Roggenpollen sind nun vorerst vorüber. Mit feuchtem und vor allem kühlem Wetter reduziert sich der Pollengehalt der Luft entscheidend.

Hingegen nehmen die Belastungen durch Pilzsporen nun zu.

Aussendung des Allergiezentrums Wien West vom 7. Juli 2005

 

7. Juni 2005

Pilz soll Erdnüsse für Allergiker verträglicher machen
Entschärfung der Nüsse durch Ausschaltung von zwei Allergenen

Greensboro (pte/07.06.2005/14:05) - Ein einfacher Pilz soll bei gerösteten Erdnüssen dafür sorgen, dass die Snacks auch für Allergiker nicht mehr so gefährlich sind. Wissenschaftler der North Carolina A&T University in Greensboro haben die zwei Allergene, die zu den Auslösern der Reaktionen gehören, mit Hilfe von Erdnussmehl ausgeschaltet. Die "Entschärfung" der Nüsse wird erst bei der Verarbeitung durchgeführt. Vorhergehende Versuche, die Pflanzen selbst zu verändern, waren gescheitert, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

"Die Methode ist einfach, sicher und darüber hinaus billig", so Mohamed Ahmedna, der gemeinsam mit Jianmei Yu am Projekt mitgearbeitet hat. Die Forscher hatten fermentiertem Erdnussmehl einen Pilz zugesetzt. Da die meisten Erdnüsse, die zu Snacks verarbeitet werden, ohnehin nicht ganz sind, hatten die Wissenschaftler das Mehl geröstet. In Untersuchungen stellten sie dann fest, dass die beiden Proteine Ara h1 und Ara h2, die als die größten Allergieauslöser gelten, extrem reduziert wurden. Genau ist den Forschern nicht bekannt, in welcher Art und Weise der Pilz diese Proteine degradiert. Offensichtlich wurde jedoch, dass Ara h1 um 70 Prozent und Ara h2 um 60 Prozent reduziert wurden.

In den USA leiden etwa geschätzte 1,1 Prozent der Bevölkerung an einer Erdnussallergie. Erdnüsse gelten als besonders gefährlich, da Allergien gegen diese schwere allergische Reaktionen zur Folge haben können. Schon winzige Mengen können bei empfindlichen Menschen einen allergischen Notfall verursachen. Jährlich sterben in den USA etwa 100 Menschen daran. Obwohl Lebensmittelkennzeichnungen gesetzlich vorgeschrieben sind, können diese Allergikern keine vollkommene Sicherheit bieten, da es zu produktionsbedingten Verunreinigungen kommen kann. So können etwa in Vollmilchschokolade Erdnussspuren vorhanden sein.

Aussender: pressetext.austria

 

7. Juni 2005

Welt-Allergie-Kongress in München
26. Juni bis 1. Juli 2005 - Motto: "Allergy in a Changing World"

München (ots) - Allergien stellen ein wachsendes Gesundheitsproblem dar. Führende Allergieexperten aus aller Welt stellen sich der weltweiten Herausforderung zur Bekämpfung von Allergien vom 26. Juni bis zum 1. Juli 2005 auf dem Welt-Allergie-Kongress in München unter dem Motto "Allergy in a Changing World".

Der Welt-Allergie-Kongress ist eine gemeinsame Tagung der "World Allergy Organisation" (WAO) und der "European Academy of Allergy and Clinical Immunology" (EAACI) und findet in diesem Jahr erstmals in Deutschland statt. Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAI) als Gastgeber erwartet mehr als 6.000 allergologisch tätige Ärzte und Wissenschaftler aus aller Welt in München. Sie stellen die neuesten Ergebnissen aus der allergologischen Forschung vor und treten in einen intensiven Erfahrungsaustausch. "In einer zusammenwachsenden Welt wird Allergie zu einem globalen Problem", sagt der Münchener Allergologe Professor Dr. Dr. Johannes Ring. Er ist Präsident des Kongresskomitees.

Weitere Informationen: www.congrex.com/wac2005

 

29. Mai 2005

Zentrale Rolle von Hausärzten bei Atemwegserkrankungen
Neue Wege zur vereinfachten Diagnose und Behandlung von Asthma, COPD und Allergischer Rhinitis im Rahmen der medizinischen Erstversorgung

Kyoto, Japan (ots/PRNewswire) - Der erste Bericht der International Primary Care Airways Group (IPAG) wurde am 29. Mai 2005 anlässlich der Asia Pacific Regional Conference der World Organization of Family Doctors (Wonca) veröffentlicht. Das "IPAG Handbook" wurde in Gemeinschaftsarbeit von Hausärzten und Atemwegsspezialisten erarbeitet, um die weltweite Behandlung der drei führenden chronischen Atemwegskrankheiten zu verbessern - Asthma, COPD (Chronisch Obstruktive Lungenerkrankungen) und Allergische Rhinitis. Es wurden neue Hilfsmittel zur Diagnose im Bereich der medizinischen Erstversorgung vorgestellt, versehen mit Empfehlungen zur Handhabung, basierend auf den neuesten medizinischen Erkenntnissen.

COPD, Asthma und Allergische Rhinitis gehören weltweit zu den häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen, werden aber in der medizinischen Erstversorgung allzu oft nicht korrekt diagnostiziert. Nur etwa die Hälfte aller COPD-Patienten werden zutreffend diagnostiziert. COPD ist vor Schlaganfall und Herzerkrankungen die Hauptursache für raucherbedingte Invalidität. Eine differenzierte Diagnose zwischen COPD und Asthma ist von ausschlaggebender Bedeutung, da diese beiden Krankheiten unterschiedliche Behandlungsmethoden erfordern können.

In den letzten Jahren wurden internationale Richtlinien für diese drei chronischen Krankheiten vorgestellt. Es handelt sich hierbei um die Richtlinien der Global Initiative for Asthma (GINA) im Jahr 1997, der Global Initiative for Obstructive Lung Disease (GOLD) und der Allergic Rhinitis and Its Impact on Asthma (ARIA) im Jahr 2001. Diese Richtlinien, die von führenden Experten erstellt wurden, beinhalten die neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Diagnose und Behandlung und stellen nun die jeweils anerkanntesten Informationsquellen zur Behandlung von Asthma, COPD und Allergische Rhinitis dar. Ihre Anwendung in der medizinischen Erstversorgung war jedoch bis jetzt begrenzt, da die Richtlinien nicht speziell auf Handhabung in hausärztlichen Praxen ausgerichtet waren.

Die IPAG-Arbeitsgruppe wurde im Jahr 2002 gebildet, um auf der Basis von GINA, GOLD und ARIA erprobte Richtlinien zu erarbeiten, die in der Praxis des Hausarztes angewendet werden können. Das IPAG-Expertenforum umfasste weltweit führende Hausärzte wie auch die Spezialisten, die bei GINA, GOLD und ARIA vertreten waren. Prof. T. Tsuda, Vorsitzender des Host Organizing Committee der Kyoto Konferenz, sagte: "Historisch gesehen waren die Diagnose- und Behandlungsempfehlungen, die von Spezialisten ohne Mitsprache von Vertretern der medizinischen Erstversorgung abgefasst wurden, in der gut besuchten Praxis eines Hausarztes nicht immer in die Tat umsetzbar. IPAG ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Zusammenarbeit zwischen Erstversorgung und Weiterbehandlung, damit der Standard für die Behandlung von chronischen Atemwegserkrankungen verbessert werden kann."

Das Expertenforum hat eine Reihe von Fragebögen erarbeitet und für gültig erklärt, die es dem stark beschäftigten Hausarzt ermöglichen, die Symptome des Patienten entweder Asthma, COPD oder Allergischer Rhinitis zuzuordnen. Es wurde ein spezielles Fragebogenmodell entwickelt, das bei der unterschiedlichen Diagnose zwischen COPD und Asthma Hilfestellung leistet. Die empfohlene Handhabung von IPAG erfolgte in Übereinstimmung mit GINA, GOLD und ARIA.

Wonca wird bei der Verbreitung und Umsetzung von IPAG mittels seiner 100 Mitgliedsorganisationen, die über 150.000 Hausärzte in aller Welt repräsentieren, eine aktive Rolle übernehmen. Wonca wird aber nicht nur IPAG unterstützen, sondern zusätzlich auch eine führende Rolle bei der Global Alliance against Respiratory Disease (GARD) spielen - eine weltweite Initiative, an deren Spitze die World Health Organization (WHO) steht.

Zusätzliche Informationen:

IPAG Handbook www.globalfamilydoctor.com

Global Initiative for Asthma www.ginasthma.org

Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease www.goldcopd.org

Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma www.whiar.org

World Organization of Family Doctors www.globalfamilydoctor.com

 

 

18. Mai 2005

Neue WHO-Empfehlungen für Heuschnupfen-Behandlung:
1,2 Millionen Österreicher betroffen

ARIA-Initiative: Frühzeitige Behandlung von Heuschnupfen kann Asthma verhindern

Wien - Jeder vierte Heuschnupfen-Patient erkrankt an Asthma. Die ARIA-Kommission der WHO stellt jetzt neue Richtlinien für die Heuschnupfen-Behandlung vor: Heuschnupfen ist ein wichtiger Risikofaktor für Asthma, mit einer rechtzeitigen anti-allergischen und entzündungshemmenden Therapie bleibt Patienten jedoch ein folgenschweren „Etagenwechsel“ bis zu 90 Prozent erspart. Weil Allergie ein systemischer chronischer Entzündungsprozess ist, dürfe die sehr wichtige anti-entzündliche Therapie keinesfalls vernachlässigt werden. Eine Pollenallergie sei keine Bagatellerkrankung und werde oft gefährlich unterschätzt, warnen Allergologe Prof. Christof Ebner und Pulmologe Prim. Norbert Vetter.

Die Österreichische Lungenunion kritisiert Versorgungslücken: Nur bei rund 50 Prozent der etwa 1,2 Millionen Menschen mit Heuschnupfen in Österreich wurde eine exakte Diagnose gestellt. Entsprechend steigen die Behandlungskosten: Während die indirekten und direkten Kosten einer allergischen Rhinitis jährlich etwa 1.500 Euro betragen, verschlingt die Behandlung eines Asthmatikers im gleichen Zeitraum mit rund 9000 Euro bereits das Sechsfache.

„Erklärtes Ziel ist eine möglichst frühzeitige entzündungshemmende und anti-allergische Therapie von Heuschnupfen-Patienten“, kommentiert Prim. Dr. Norbert Vetter, Leiter des Pulmologischen Zentrums des Krankenhauses Baumgartner Höhe (Wien), die aktualisierten Richtlinien der „Initiative on Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma“ (ARIA-Kommission) der Weltgesundheitsorganisation WHO. „In den ARIA-Richtlinien wird sehr eindeutig festgestellt, dass Heuschnupfen einen Risikofaktor darstellt, an Asthma zu erkranken. Umgekehrt bleibt Patienten, die angemessen behandelt werden, ein folgenschweren "Etagenwechsel’ bis zu 90 Prozent erspart.“

„One airway, one disease“:
Heuschnupfen ist Asthma der Nase – ein gefährliches Duo


Heuschnupfen („allergische Rhinitis“) und Asthma treten häufig als gefährliches Duo auf, erklärt Prim. Vetter: „Bis zu 90 Prozent aller Patienten mit Asthma bronchiale leiden zusätzlich unter 'Heuschnupfen’, der in der Pollensaison zu einer Verstärkung der Asthma-Symptome führt. Umgekehrt kommt es bei vielen Pollenallergikern während der Pollensaison zu einer Überreaktion der Bronchien und zu asthmatischen Beschwerden.“ Das Risiko, an Asthma bronchiale zu erkranken, sei bei erwachsenen Patienten mit allergischer Rhinitis mehr als dreifach höher als bei Gesunden. Prim. Vetter: „Eine Pollenallergie ist also alles andere als eine Bagatellerkrankung.“

Häufig werde gar nicht, unzureichend oder falsch behandelt. Univ.-Prof. Dr. Christof Ebner, Allergie-Ambulatorium am Reumannplatz, Wien: „In der Praxis wird auch häufig unterschätzt, dass eine Allergie ein systemischer chronischer Entzündungsprozess ist, und in der Folge die sehr wichtige anti-entzündliche Therapie vernachlässigt.“

Allergen-Vermeidung, entzündungshemmender Nasenspray, Antiallergikum, Allergie-Impfung

„Die Behandlung von allergischen Erkrankungen nutzt im Wesentlichen drei Möglichkeiten“, erklärt Prof. Ebner: „Die Allergenkarenz (Allergenvermeidung), die Behandlung der Symptome mit einem entzündungshemmenden Nasenspray und einem modernen, nicht müde machenden Antiallergikum (Tablette oder Saft) und die Hyposensibilisierung („Allergie-Impfung“). Die Therapie richtet sich nach der individuellen Ausprägung der Symptome und dem Schweregrad der Erkrankung.“

Wobei auch die Beeinträchtigung der Lebensqualität stärker berücksichtigt wird als früher: Allergische Beschwerden können u.a. zu Schlafstörungen, zu einer Herabsetzung der schulischen oder beruflichen Leistungen, und zu einer Beeinträchtigung des Alltags, beim Sport und in der Freizeit führen.

Das aktualisierte ARIA-Behandlungsschema

„Mit Hilfe der heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten ist es nach dem aktualisierten ARIA-Therapieschema möglich, für jeden Allergie-Patienten ein maßgeschneidertes Behandlungspaket zu erstellen“, erklärt Prim Vetter:

• Bei jenen 20 Prozent der Allergiker, deren Beschwerden leicht und kurzfristig sind und den Alltag nicht beeinträchtigen, kann eine alleinige Behandlung mit einem modernen Antiallergikum ausreichend wirksam sein.
• Bei den 40 Prozent der Allergiker mit kurzfristigen mäßig bis schweren Beschwerden, bedarf es gemäß ARIA zusätzlich eines entzündungshemmenden Nasensprays und eines Antiallergikums.
• Ganzjährige leichte Beschwerden, wie sie bei 5 Prozent der Allergiker auftreten, müssen mit einem entzündungshemmenden Nasenspray und einem Antiallergikum behandelt werden.
• Das gilt auch für jene 35 Prozent aller Allergiker, die ganzjährig unter mäßigen oder schweren Beschwerden leiden.

Zivilisationskrankheit Allergie:
In den vergangenen 3 Jahrzehnten verdreifacht


„Allergien werden heute zu Recht als Zivilisationskrankheit bezeichnet“, sagt Prof. Ebner. „In Europa hat sich die Zahl der Allergiker in den vergangenen drei Jahrzehnten verdreifacht. Jeder vierte Österreicher ist heute von einer allergischen Erkrankung betroffen, allein die Häufigkeit von Heuschnupfen bei Erwachsenen ist in den vergangenen Jahren um 70 Prozent gestiegen. Die Asthma-Häufigkeit hat sich mit einer Zunahme von drei auf sieben Prozent in den letzten 14 Jahren mehr als verdoppelt.“

Die Betroffenen werden immer jünger: 24 Prozent aller Kinder sind Allergietest-positiv. Bis zu 20 Prozent der Kinder leiden an Neurodermitis, bei bis zu fünf Prozent wird bereits Bronchialasthma diagnostiziert. Prof. Ebner: „Die tatsächliche Zahl der ‚Asthmakinder’ dürfte jedoch höher sein.“
Und: Die Tendenz ist steigend. Außerdem wird ein klarer Trend zu immer intensiveren Beschwerdebildern registriert.

Asthma ist sechsmal so teuer wie Heuschnupfen

Die Folgen sind zum einen unnötiges Leid, zum anderen enorme volkswirtschaftliche Kosten. Insbesondere der „Etagenwechsel“ von allergischer Rhinitis zu Asthma führt zu einem dramatischen Anstieg der Behandlungskosten. Prim. Vetter: „Während die indirekten und direkten Kosten einer allergischen Rhinitis jährlich ca. 1.500 Euro betragen, verschlingt die Behandlung eines Asthmatikers im selben Zeitraum bereits ca. 9.000 Euro – also das Sechsfache.“

Lungenunion kritisiert: Allergien in Österreich
unterdiagnostiziert und untertherapiert


„Österreichs Asthma-Patienten brauchen im Durchschnitt zumindest zwei Jahre, bis eine angemessene Diagnose gestellt wird“, bemängelt Otto Spranger, Sprecher der Österreichischen Lungenunion. Das hat auch damit zu tun, dass die ärztliche Versorgung je nach Wohngegend unterschiedlich ausgeprägt ist. Wir benötigend dringend mehr Allergie-Spezialisten. Hier sind die Krankenkassen gefordert.“

Dringend erforderlich sei im Interesse der Patienten auch eine verstärkte Aufklärung der Ärzte über die ARIA-Richtlinien. Spranger: „Denn derzeit beobachten wir das Problem, dass diese Diagnose- und Therapierichtlinien in der Ärzteschaft bei Weitem nicht so bekannt sind, wie dies bei rund 1,2 Millionen Menschen mit Heuschnupfen der Fall sein müsste. Nur bei rund 50 Prozent dieser Menschen wurde eine exakte Diagnose gestellt, und insgesamt muss man zum Schluss kommen: Allergien sind in Österreich unterdiagnostiziert und untertherapiert.“

Verstärkter Einsatz von Lungenfunktionsmessung und Allergie-Testungen

Es bedarf also in der Diagnostik weiterer Schritte, fordert Spranger: „Patienten mit einer allergischen Rhinitis brauchen unbedingt auch hinsichtlich Asthma eine diagnostische Abklärung, und umgekehrt. Die Lungenfunktionsmessung (Spirometrie) muss unbedingt in den Katalog der Gesundenuntersuchung aufgenommen werden. Außerdem sollte die Spirometrie als Kassenleistung für alle Allgemeinmediziner eingeführt werden, denn die Bedeutung dieser Untersuchung für die Gesundheit der Österreicher ist vergleichbar mit einem EKG.“

Ebenfalls zu fordern sind vermehrte Allergie-Testungen. Spranger: „Besteht nur der leiseste Verdacht auf eine Allergie, sollte man umgehend einen Facharzt oder ein Allergie-Ambulatorium aufsuchen.“

 

18. Mai 2005

Birkenpollenallergiker: Anstieg um
50 Prozent in den letzten 20 Jahren

Frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung entscheidend für Therapieerfolg

Linz (pts/18.05.2005/09:00) - Die heurige Pollensaison war bisher recht mild. Sie begann lt. Prof. Siegfried Jäger, Biologe und Pollenexperte am AKH Wien, um elf Tage später als im Durchschnitt der letzten drei Jahrzehnte und fiel großteils schwächer aus als üblich. Die ersten Belastungswellen durch Eschen- und Birkenpollen sind fast vorbei, Zeit für eine Verschnaufpause bevor die Gräser zu blühen beginnen. Was Wissenschaftler erstaunt: Alljährlich gibt es mehr Menschen, die auf den Blütenstaub von Birken allergisch reagieren. In der Allergieambulanz der HNO-Klinik im Wiener AKH wurde in den letzten 20 Jahren ein 50 %iger Anstieg an Neuerkrankungen beobachtet. Mittlerweile reagiert die Hälfte aller Patienten mit Pollenallergie auf Birkenpollen.

Um schwerwiegende Erkrankungen der Lunge zu vermeiden, darf der Heuschnupfen nicht ignoriert werden. Studien internationaler Wissenschaftler zeigen klar, dass Patienten mit frühzeitiger, fachärztlicher Diagnose und konsequent durchgeführter Allergieimpfung die besten Chancen auf eine deutliche Besserung der allergischen Symptome haben.

Birkenpollenallergiker hatten heuer eine relativ ruhige Zeit. Laut Messungen an der HNO-Klinik am AKH-Wien hat die gerade ausklingende Birkenpollensaison erst mit beachtlicher Verspätung begonnen und ist regional sehr unterschiedlich ausgefallen. "Während die Saison der Birkenpollen im Donauraum teils recht heftig ausgefallen ist, blieb sie in den übrigen Regionen meist weit hinter den Saisonen der beiden letzten Jahre zurück", so Prof. Siegfried Jäger, Biologe und Pollenexperte an der HNO Klinik der Medizinischen Universität Wien.

Der Anteil jener Allergiker, die speziell auf Birkenpollen reagieren, stieg in den letzten 20 Jahren lt. HNO-Klinik der Uni Wien von 35 % auf 50 % aller Pollenallergiker an. Jäger dazu: "Sicher ist, dass der Anteil an Birkenpollenallergikern steigt, während Gräserpollenallergien kaum zunehmen. Ob die Birkenpollen aggressiver werden, oder die Menschen anders reagieren ist nicht klar. Birkenpollen sind zwar ein mit 5 - 25 % Jahresanteil ein wesentlicher Faktor unseres Pollenspektrums, aber sicher nicht der häufigste Prototyp. Da sind Pollen von Brennnessel, Kiefer, Fichte und in Stadtgebieten Platane weit häufiger."

Detailinformationen zur tagesaktuellen Pollensituation in einzelnen Regionen und Prognosen zur Pollenbelastung sind unter http://www.pollenwarndienst.at abrufbar.

Ignoranz ist gesundheitsschädigend

Noch immer gibt es viele Pollenallergiker, die ihre Beschwerden als zwar lästiges, aber temporär begrenztes Problem sehen und keine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. Das Problem zu ignorieren kann gesundheitsschädigende Folgen haben: Ohne wirksame Therapie kann es zum sogenannten Etagenwechsel und damit zum allergischen Asthma kommen. Ein Besuch beim allergologisch ausgebildeten Arzt ist daher schon bei den ersten Anzeichen dringend anzuraten. Antiallergische Medikamente wie moderne Antihistaminika lindern effizient die Beschwerden und mit der spezifischen Immuntherapie (SIT) steht eine Behandlungsform zur Verfügung, die Allergien sogar heilen kann.

Studie stellt Unterversorgung hinsichtlich der Allergieimpfung fest

Auch eine interessante Studie des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung in Berlin zeigt, dass langes "Herumdoktern" auf alle Fälle schlecht für die Besserung der Allergie ist.

Die Wissenschaftler befragten 6.791 Patienten mit Pollenallergie in 180 allergologisch tätigen Facharztpraxen in ganz Deutschland. Sie wurden nach ihrer Behandlungsvorgeschichte und zum Erfolg der laufenden SIT befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Anteil der Patienten mit Besserung der Beschwerden am höchsten lag, wenn der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns zum optimalen Zeitpunkt erfolgte. Ein zu später Behandlungsbeginn wurde bei 7.8 % der Probanden konstatiert. Bei diesen Patienten lag der Therapieerfolg um rund 10 % niedriger. Grund für den späten Start mit der SIT sind zum einen langwierige Vorbehandlungen mit negativem Erfolg und mangelnde Überweisungspraxis zu Fachärzten.

Die Wissenschaftler sehen in den Ergebnissen eine Unterversorgung der Allergiepatienten hinsichtlich der Allergieimpfung. Der Grund dafür können Schnittstellenprobleme im ambulanten Versorgungssystem sein, die bewirken, dass Patienten vielfach nicht oder zu spät zu einem allergologisch tätigen Spezialisten überwiesen werden.

Die Allergie kann jedoch nur gestoppt werden, wenn der Patient so früh wie möglich einer eingehenden Diagnose und einer konsequenten kausalen Therapie (Allergieimpfung) zugeführt wird.

 

3. Mai 2005

Experte zum Anstieg bei kindlichem Asthma:
„Unsere Kinder wachsen zu keimfrei auf“
Tipps für Eltern anlässlich des Welt-Asthma-Tages 2005

Wien - Anlässlich des Welt-Asthma-Tages am 3. Mai 2005 warnte die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) vor übertriebener Sauberkeit im Kindesalter. Extremes Hygieneverhalten von Eltern und Großeltern sind an der Verdoppelung der Allergie- und Asthmahäufigkeit mitschuld. Kinderpneumologen empfehlen mehr Gelassenheit beim Thema Sauberkeit.

In Österreich leidet eines von 10 Kindern an Asthma. Das bedeutet, so Univ.-Prof. Dr. Maximilian Z a c h, Klinische Abteilung für Pulmonologie/Allergologie, Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz und führender Kinderlungenfacharzt der ÖGP, dass sich die Allergie- und Asthmahäufigkeit im Kindesalter in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat.

Bauernkinder haben weniger oft Asthma als Stadtkinder

Hauptursache dafür sei, so Zach, dass „unsere Kinder zu sauber, zu keimfrei aufwachsen.“ Bestätigt wird diese 'Hygienehypothese’ durch eine aktuelle Studie, die in Österreich, Bayern und in der Schweiz durchgeführt wurde und nachweist, dass Kinder, die in Bauernhöfen aufwachsen und sich oft in Ställen aufhalten, weniger häufig Asthma haben als 'Stadtkinder’.

Lebensumstände für Asthmaentwicklung ausschlaggebend

Auch bei der deutschen Wiedervereinigung 1989 sei wissenschaftlich nachgewiesen worden, unterstreicht Zach, dass trotz gleicher genetischer Voraussetzungen die unterschiedlichen Lebensumstände in Ost und West zu einer unterschiedlichen Entwicklung beim kindlichen Asthma geführt haben: Im früheren Westdeutschland, wo die Kinder mit großem Hygienebewusstsein aufgewachsen sind und nur selten unter Infekten litten, sei die Allergie- und Asthmahäufigkeit deutlich höher gewesen als in der ehemaligen DDR, wo es dieses übertriebene Sauberkeitsbewusstsein nicht gab und viele Infekte im Kindesalter an der Tagesordnung waren.

Alles in allem, so Zach, schütze übertriebene Sauberkeit zwar vor Infektionskrankheiten, „der Preis, der dafür aber zu zahlen sei, ist eine steigende Allergie- und Asthmahäufigkeit.“

Nicht jedes Kind reagiert gleich

Verstärkt wird die Allergie- und Asthmahäufigkeit im Kindesalter auch durch andere Faktoren, wie z. B. die Belastung der Atemwege durch Feinstaub, Passivrauchen und andere negative Umwelteinflüsse. Festzuhalten sei, betont Zach, dass jedes Kind – genetisch bedingt – anders auf Umwelteinflüsse reagiert.

Empfehlungen für Eltern:
Gelassenheit beim Thema Sauberkeit bewahren!

Anlässlich des Welt-Asthma-Tages am 3. Mai 2005 appelliert Zach an die Eltern,

• Kinder vollständig durchimpfen zu lassen, weil sie nur dadurch gegen schwere Infektionskrankheiten geschützt seien;

• nicht zu verzweifeln, wenn Kinder häufig an Infekten leiden.
Dies sei ein völlig natürlicher Prozess, bei dem die Kinder wichtige Widerstandskräfte erwerben. Das Immunsystem sei mit der Bekämpfung dieser Infekte beschäftigt und komme daher nicht auf 'Abwege’, wie Allergien und Asthma. „Häufige Infekte im Kindesalter sind daher durchaus auch positiv zu sehen.“ (Zach);

• Gelassenheit beim Thema Sauberkeit und Hygiene zu bewahren. Übertriebene Sauberkeit sollte in jedem Fall vermieden werden. Auch wenn einmal ein Schnuller auf den Boden fällt, sei dies in der Regel kein Grund, extreme Säuberungsmaßnahmen vorzunehmen. Auch der normale (orale) Kontakt mit Erde und Gegenständen der Umwelt gehöre zum Aufwachsen dazu und bedürfe keiner besonderen Vorsichtsmaßnahmen;

• nicht von vornherein auf Haustiere zu verzichten.
Untersuchungen haben gezeigt, dass frühkindliche Kontakte mit Haustieren eine Schutzfunktion gegen die Entwicklung von Asthma haben können.
Wenn ein Kind allerdings bereits an Asthma leidet, sei das Zusammenleben mit Haustieren nicht zu empfehlen;

• Zusatzschädigungen der kindlichen Atemwege zu vermeiden.
An erster Stelle, so Zach, sei hier das Passivrauchen zu nennen, das nachgewiesener Maßen die Entstehung von Asthma massiv fördert. Wachsen Kinder in Räumen auf, in denen regelmäßig geraucht wird, werde, so Zach, die Entwicklung von Asthma geradezu provoziert.

Quelle: Prof. Zach / Dr. Bannert Public Relations

 

3. Mai 2005

Atempause bis zum Beginn der Gräserblüte

Die Birkensaison ist, abgesehen vom Waldviertel und dem Bergland, so gut wie vorüber. Auch dort wird das drohende Schlechtwetter dem Übel ein rasches Ende bereiten. Regional (im städtischen Bereich) kann jetzt noch die Platane für Probleme sorgen, auch die Eiche (ein Allergenverwandter der Birke) blüht noch auffällig stark. Dennoch, bis zum Beginn der Gräsersaison ist mit einer Atempause zu rechnen.

Der Beginn der Gräserblüte ist trotz der bisherigen Wettereskapaden auch heuer nicht wesentlich verschoben. In den bevorzugten Gegenden Österreichs (so auch in Wien) ist ab dem 18. - 20. Mai mit dem Saisonstart zu rechnen.

Text: Allergiezentrum Wien-West, 3. Mai 2005

 

2. Mai 2005

Weltasthmatag 2005: Asthma-Experten fordern grössere
Bemühungen zur Bewältigung unerfüllter Bedürfnisse
Weltweite Aktivitäten zur Aufklärung über Asthma geplant

Hamilton, Ontario (ots/PRNewswire) - Die durch Asthma verursachten Belastungen von Einzelpersonen, Familien und Volkswirtschaften weltweit sind viel grösser als dies eigentlich notwendig wäre. Das meinen zumindest internationale Fachleute dieser Atmungserkrankung, von der weltweit etwa 300 Millionen Menschen betroffen sind. So belegt eine neue Studie z.B., dass die meisten Menschen mit schwerem Asthma in Europa nicht ausreichend behandelt werden.

Am 3. Mai 2005 ist Welt-Asthma-Tag. Daher rufen die führenden Persönlichkeiten der Global Initiative for Asthma (GINA) nach grösseren Bemühungen zur Erfüllung ungestillter Bedürfnisse auf der ganzen Welt. In Dutzenden Ländern werden Veranstaltungen rund um dieses Thema abgehalten mit der Hoffnung, das Bewusstsein über Asthma zu schärfen und die Aufmerksamkeit von Patienten und Ärzten auf den Bedarf nach besserer Behandlung und Beherrschung der Krankheit zu richten.

So werden heute beispielsweise die Ergebnisse einer von der European Federation of Asthma and Airways Diseases Patients Associations (EFA, www.efanet.org) durchgeführten Umfrage bekannt gegeben, in denen Aufklärungslücken, Einschränkungen des Lebensstils sowie andere, bisher nicht erfüllte Bedürfnisse von Patienten mit schwerem Asthma in Europa detailliert untersucht werden. Die Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass bei bis zu 90% dieser Patienten mindestens eines der fünf von der GINA empfohlenen Behandlungsziele nicht erreicht wird. Mehr als einer aus drei Befragten gibt an, dass er durch sein Asthma am Ausgehen und an sozialen Kontakten mit Freunden gehindert wird, einer von fünf ist der Ansicht, dass die Krankheit seiner Karriere oder seinen Studien abträglich ist, und sieben von zehn erklären, dass ihnen die Krankheit sportliche Aktivitäten, Tanz, Wandern und andere körperliche Betätigung unmöglich macht.

"Wenn Bedürfnisse nicht erfüllt werden, dann entwickelt sich Asthma zu einer unnötigen Belastung", erläutert Dr. med. Paul O'Byrne, Vorsitzender des Exekutivkomitees von GINA (http://www.ginasthma.org). "Da die Prävalenz von Asthma in den kommenden Jahren steigen wird, ist die Beachtung dieser Bedürfnisse noch wichtiger. Wir möchten, dass jeder Asthmapatient eine gute Beherrschung seiner Krankheit erreicht."

Das Thema des Aufklärungsprogramms über die unerfüllten Bedürfnisse von Asthmapatienten ergab sich zum Teil aus dem Report "Global Burden of Asthma". Bei diesem Bericht handelt es sich um eine am Welt-Asthma-Tag 2004 eingeleitete umfassende Studie über die weltweite Prävalenz und Auswirkung von Asthma. Laut Professor Richard Beasley, einem der Verfasser des Reports, werden auch in neuen Studien die unerfüllten Bedürfnisse von Asthmapatienten in der ganzen Welt bestätigt. "Der Grossteil der diese unerfüllten Bedürfnisse betreffenden Probleme ist in den meisten Regionen der Welt gültig. Man findet die gleichen Probleme, wohin man auch sieht", betont Professor Beasley. Zu den unerfüllten Bedürfnissen von Asthmapatienten zählen:

• Diagnose: Bei einigen Menschen mit Asthmasymptomen wird nie eine
Asthmadiagnose erstellt; sie haben daher nicht die Möglichkeit,
ordnungsgemäss behandelt zu werden und die Krankheit in den Griff zu
bekommen.
• Behandlung: Häufig erhalten Asthmapatienten aus Kostengründen nicht
genügend Medikation zur Beherrschung der Krankheit. Bei anderen
entsprechen die verordneten Medikamente nicht denen, die in den auf
nachgewiesenen Ergebnissen beruhenden Richtlinien empfohlen werden. Die
zu geringe Anwendung von inhalierten Glucocorticosteroiden zur
langfristigen Beherrschung von Asthma stellt ein besonderes Problem
dar.
• Aufklärung: Menschen mit Asthma wissen unter Umständen nicht, wie sie
ihre Medikamente richtig anzuwenden haben, oder ihnen sind Konzepte wie
Asthmabeherrschung oder der Zeitpunkt der Inanspruchnahme ärztlicher
Hilfe bei sich verschlechterndem Asthma unbekannt, durch die sie ihre
Krankheit wirkungsvoll beherrschen könnten.
• Gesundes Umfeld: Menschen mit Asthma sind unter Umständen widrigen
Umgebungsbedingungen wie verschmutzter Luft im Freien oder in
geschlossenen Räumen, Zigarettenrauch oder Chemikalien am Arbeitsplatz
ausgesetzt, durch welche die Symptome verschlimmert werden.

Auswirkungen von Asthma

Asthma ist mit weltweit mehr als 300 Millionen Betroffenen eine der häufigsten chronischen Krankheiten. Diese Lungenkrankheit ist durch wiederkehrende Atmungsprobleme und Symptome wie Atemnot, Stenoseatmung, ein Gefühl der Enge im Brustkorb sowie durch Husten gekennzeichnet. Asthmasymptome verändern sich im Verlauf der Krankheit und schwanken auch in ihrer Intensität von einem Patienten zum anderen.

Eine ordnungsgemässe und richtige langfristige Beherrschung von Asthma ermöglicht den meisten Patienten eine angemessene Kontrolle ihrer Krankheit. Ist das Asthma unter Kontrolle, dann können Menschen ein normales und aktives Leben führen. Die Inanspruchnahme von Notärzten, Einweisungen in Krankenhäuser, Fehlzeiten am Arbeitsplatz und in der Schule, Beschränkungen der körperlichen Tätigkeit, schlaflose Nächte sowie die durch Asthma verursachten Todesfälle auf der ganzen Welt liefern jedoch den Beweis, dass die unerfüllten Patientenbedürfnisse ernsthaft und weit verbreitet sind.

"Die Situation ist bei weitem nicht hoffnungslos", erläutert O'Byrne. "Wenn wir die unerfüllten Bedürfnisse von Asthmapatienten erkennen und sie ansprechen, dann können wir die von dieser Krankheit verursachten Belastungen vermindern."

GINA wurde im Jahr 1993 mit dem Ziel ins Leben gerufen, in Zusammenarbeit mit Fachleuten im Gesundheitswesen und den Gesundheitsbehörden weltweit die Belastung durch Asthma zu verringern. Von der GINA für die Diagnose und Beherrschung von Asthma erarbeitete Richtlinien wurden für die Anwendung in verschiedensten Umgebungsbedingungen auf der Welt angepasst. Sie stehen unter http://www.ginasthma.org zur Verfügung. Die GINA ist Sponsor des an jedem ersten Dienstag im Mai stattfindenden Welt-Asthma-Tags.

http://www.efanet.org
http://www.ginasthma.org