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Informationen über Asthma und Allergien
aktualisiert: 16.02.2005   

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Dezember 2004 (4)

10. Dezember 2004
08. Dezember 2004
08. Dezember 2004
08. Dezember 2004

 

 

10. Dezember 2004

Patienten sollten Zugang zu allen Informationen haben
Preis für Pavel Kohouts Vorschläge zum europäischen Gesundheitswesen - Beschränkungen bei Informationen abschaffen

Brüssel, Belgien (ots/PRNewswire) - Europäische Patienten verfügen über zu wenig kritische Informationen zu neuen Medikamenten und Behandlungsoptionen, sagen John Bowis, Mitglied des Europäischen Parlaments, und der tschechische Autor Pavel Kohout.

Bowis (Anm.:konservativer britischer Abgeordneter) würdigte eine Abhandlung Kohouts, die Berichte von Patienten beinhaltet, denen die Ärzte wenig Hoffnung machten und die später zufällig über die Medien oder das Internet von neu entwickelten Behandlungsoptionen erfuhren. "Der europäische Patient sollte mit Würde behandelt werden. Er hat ein Recht zu erfahren, wenn neuen Behandlungsmöglichkeiten verfügbar werden", sagte Bowis.

Bowis äusserte dieses auf einem Empfang für Kohout im Europäischen Parlament, wo er dem tschechischen Autor einen Scheck über EUR 2500 für den Gewinn des Autorenwettbewerbs überreichte "Die Patienten müssen zuerst kommen: Visionen für das europäische Gesundheitswesen." Der Wettbewerb wurde von Tech Central Station organisiert, einem Online-Meinungsblatt.

In seiner Abhandlung argumentiert Kohout, dass die aktuelle europäische Gesundheitspolitik den Patienten tendenziell als "ein Objekt begreift, das behandelt wird, ohne dass es weiss, was mit ihm geschieht".

Wie Bowis erläuterte, haben es bestimmte Patientengruppen, wie psychisch Kranke, besonders schwer, Informationen über ihren medizinischen Zustand und eine mögliche Behandlung zu erhalten. Bowis fügte hinzu, dass die EU z. Zt. nach Möglichkeiten sucht, allen Europäern einen besseren Zugang zu gesundheitsrelevanten Informationen zu ermöglichen.

Kohouts Abhandlung kann der EU-Legislative als Inspiration dienen. Die Abhandlung schlägt vor, die aktuellen Beschränkungen beim Zugang zu Informationen durch die Patienten in der EU abzuschaffen.

Kohout zufolge könnten die Verantwortlichen in der EU auch von den Gesundheitssystemen ausserhalb der Europäischen Union lernen. "Die Schweiz hat vielleicht das effizienteste System in Europa", bemerkte Kohout. "Ihr Modell beruht auf Wettbewerb und Marktprinzipien. Dieses Modell gilt es zu studieren und zu kopieren. Das sollte die EU sehr ernst nehmen."

 

8. Dezember 2004

Nadelgehölz kann Allergien auslösen
Harz-Allergiker haben Probleme mit dem Christbaum

Allergisch auf den Weihnachtsbaum? Was wie eine Ausrede klingt, um der jährlichen Dekorationswut zu entgehen, ist für viele Menschen Realität. “Weihnachten ist eine schwere Zeit für Allergiker”, erklärt DAK-Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. “Neben Nahrungsmitteln wie Nüsse, Obst oder Gewürze ist vor allem der Weihnachtsbaum für Allergiker ein Problem.” Viele Menschen leiden unter einer Harz-Allergie. Während es bei schwachen Formen ausreicht, den Baum nicht zu berühren, lösen bei manchen Menschen schon die ätherischen Öle Juckreiz, Atemnot und Niesattacken aus. “Hier hilft nur ein künstlicher Baum”, rät Dr. Pfarrer.

Aber auch für Menschen ohne Allergien birgt der Tannenbaum Gesundheitsgefahren. Die meisten der 25 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland werden gegen Unkraut und Schädlinge gespritzt. Manche werden außerdem mit Flammschutzmitteln behandelt. Neben den Schäden für die Umwelt haben diese Gifte auch schädliche Wirkungen auf empfindliche Menschen – vor allem auf Kinder. Deshalb empfehlen Gesundheits- und Umweltverbände Bäume mit “Bio-Siegel”. Doch selbst Bio-Weihnachtsbäume sind für Allergiker nicht ungefährlich.

Auch der Schmuck ist oft schädlich. Lametta aus Blei – erkennbar an der Bezeichnung “Stanniol” – belastet die Umwelt und ist nach Weihnachten Sondermüll. Andere Lametta-Sorten setzen bei der Verbrennung krebserregende Stoffe frei. So genanntes “Engelshaar” besteht aus feinsten Glasfasern und kann Reizungen der Haut, Augen und Atemwege verursachen. Glitzersprays enthalten teilweise gesundheitsschädliche Lösungsmittel.

Quelle: DAK (Deutsche Angestellten-Krankenkasse)

8. Dezember 2004

Erdnüsse häufig Ursache für Allergieschocks
Schon winzige Mengen sind für Nahrungsmittelallergiker gefährlich

Aachen - Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie vertragen bestimmte Allergieauslöser im Essen nicht. Schon geringe Mengen können fatale Folgen haben und innerhalb von Minuten zu Hautausschlag, Magen- und Darmbeschwerden oder gar einem allergischen Schock mit Kreislaufproblemen und Atemnot führen. Bei Kindern sind Nahrungsmittelallergien die häufigste Ursache für eine Anaphylaxie, also einen allergischen Schock. Besonders oft handelt es sich dabei um Nuss- und Erdnussallergien", erläuterte Professor Bodo Niggemann von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) im September 2004 auf einem großen Allergie-Kongress in Aachen.

Niggemann, der an der Berliner Charité als Kinderarzt und Allergologe tätig ist, stellte auf dem Kongress eine Studie über schwere allergische (anaphylaktische) Reaktionen bei Kindern vor. Ein erschreckendes Resultat war, dass in viel zu wenigen Fällen sofort eine wirksame Therapie eingeleitet worden war. So erhielten nur etwa ein Drittel der Kinder mit anaphylaktischen Reaktionen Adrenalin. Niggemann warnte auch davor, nach dem Abklingen der Beschwerden sofort Entwarnung zu geben: Wenn man bei einem allergischen Schock zu schnell wieder aufsteht, kann es zu Herzinfarkt-ähnlichen Symptomen mit Todesfolge kommen."

Erdnuss-Allergiker müssen Lebensmittelzutaten gut kennen

Bei sehr empfindlichen Menschen können schon winzige Erdnussmengen eine allergische Reaktion in Gang setzen. Wer an einer Erdnuss-Allergie leidet, muss deshalb alle Lebensmittel meiden, die auch nur Spuren von Erdnüssen enthalten. Das ist nicht leicht. Obwohl die meisten Erdnuss-Allergiker sich ihrer Krankheit bewusst sind, kommt es immer wieder zu Todesfällen. Dr. Ernst Rietschel von der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) berichtete auf dem Aachener Allergie-Kongress, dass der unbeabsichtigte Kontakt mit dem Allergieauslöser bei bekannter Allergie die häufigste Ursache für einen tödlich verlaufenden anaphylaktischen Schock ist. Laut Rietschel betrifft dies nicht nur das versehentliche Essen von Erdnuss-haltigen Lebensmitteln: Wer ein Kind mit einer Erdnussallergie hat, sollte beispielsweise selbst keine Erdnussflips essen und danach sein Kind küssen. Der Kuss kann bei dem Kind allergische Symptome bis hin zum Schock auslösen!"

Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie sollten unbedingt einen auf Allergien spezialisierten Arzt aufsuchen, damit die Auslöser (Allergene) sicher festgestellt werden können. Der Arzt kann dann wichtige Hinweise geben, welche Lebensmittel gemieden werden müssen und was bei der Nahrungszubereitung zu beachten ist. Heutzutage sind Erdnussspuren in sehr vielen Lebensmitteln enthalten. Große Vorsicht ist beispielsweise bei allen Fertiggerichten, Backwaren, Süßigkeiten und Knabbereien geboten. Zum Schutz von Allergiekranken ist eine EU-weite Deklarationspflicht für Nahrungsmittel in Kraft getreten, nach der allergieauslösende Inhaltsstoffe auf der Verpackung angegeben werden müssen, auch wenn sie nur in kleinsten Mengen enthalten sind. Aber die neue Lebensmittelkennzeichnung kann Allergikern keine vollkommene Sicherheit bieten, denn produktionsbedingte Verunreinigungen, beispielsweise von Erdnussspuren in Vollmilchschokolade, können weiterhin vorkommen. Wichtig auch: Die Hersteller ändern die Rezepturen ihrer Produkte manchmal. Deshalb müssen die Inhaltsangaben auf den Packungen immer wieder neu sorgfältig überprüft werden", sagt der an der Kölner Universitätskinderklinik tätige Allergologe Rietschel.

Bei Allergieschock sofort den Notarzt rufen

Wenn Kinder mit einer Erdnuss-Allergie einen anaphylaktischen Schock erleiden, passiert dies meistens zu Hause, im Kindergarten oder in der Schule. Bis der Notarzt vor Ort ist, kann einige Zeit vergehen. Das ist gefährlich. Denn ein allergischer Schock ist ein absoluter Notfall. Wird nicht rechtzeitig eingegriffen, können die Betroffenen sterben. Kinder und Eltern, aber auch Kindergärtnerinnen und Lehrer sollten deshalb unbedingt die Symptome kennen, mit denen sich ein allergischer Schock ankündigt: Juckreiz, Brennen und Schwellungen von Haut, Zunge, Rachen oder Lippen, Heiserkeit, Engegefühl im Hals, Luftnot, Erbrechen, Durchfall, heftige Bauchschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme und Blässe können auf eine heftige allergische Reaktion hindeuten. Zur Vorsicht sollten Patienten mit einer ausgeprägten Erdnuss-Allergie stets ein vom Allergologen verordnetes Notfallset bei sich tragen. Dieses enthält das schnell wirksame kreislaufstabilisierende Medikament Adrenalin. Zusätzlich sollten bei einer ungewollten Aufnahme von Erdnussallergenen antiallergische Medikamente und Kortison zur Beschwerdeminderung zur Verfügung stehen.

Quelle: ÄDA / DGAI


8. Dezember 2004

Allergisch gegen Parfüm
Duftstoffe sind eine häufige Ursache für Kontaktallergien

Hamburg - Bestimmte Duftstoffe sind nach Nickel die häufigste Ursache einer Kontaktallergie. Mehr als eine Million Menschen in Deutschland reagieren allergisch auf wohlriechende Substanzen. Die Symptome: rauhe, gerötete oder schuppende Haut und Juckreiz. Wenn der Kontakt mit dem Allergieauslöser (Allergen) länger anhält, können Bläschen, Knötchen und schmerzhafte Einrisse auftreten. Die wichtigste Maßnahme gegen Kontaktallergien ist es, den Kontakt mit den Allergieauslösern zu meiden. Menschen mit einer Duftstoffallergie haben es aber nicht leicht: Allergieauslösende Duftstoffe wie Isoeugenol, Zimtaldehyd, im Perubalsam enthaltene Stoffe oder Terpente werden heutzutage vielen Kosmetika und Haushaltsreinigern zugesetzt und können auch in Lebensmitteln, Getränken und Tabak enthalten sein. Eine Überprüfung der Zeitschrift "Öko-Test" ergab 2002, dass 22 der 25 getesteten Markenparfüms mindestens einen Allergie auslösenden Duftstoff enthielten(1).

Bei Verdacht auf eine Duftstoffallergie sollten die Auslöser von einem auf Allergien spezialisierten Arzt festgestellt werden. Dazu wird bei den Betroffenen ein Hauttest mit einem Duftstoff-Mix, einer Mischung verschiedener allergener Duftstoffe, durchgeführt. Die Behandlung einer akuten Duftstoffallergie ist eigentlich nicht schwierig, denn uns stehen wirksame Arzneimittel dafür zur Verfügung", sagt Professor Thomas Fuchs vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA). "Es ist wichtig, dafür zu sorgen, dass es gar nicht erst zu einer Allergie kommt. Deshalb sollten Kosmetikprodukte möglichst keine allergieauslösenden Substanzen enthalten. Ist es bereits zu einer Kontaktallergie gekommen, muss die Ursache von einem allergologisch ausgebildeten Arzt festgestellt und Produkte mit den auslösenden Substanzen zukünftig gemieden werden."

Deklarationspflicht schützt Allergiekranke nicht ausreichend

Nachdem die Häufigkeit von Duftstoffallergien jahrelang anstieg, kann seit 1999 ein leichter Rückgang verzeichnet werden. Das zeigte eine Studie (2) des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK).

Privatdozent Dr. Axel Schnuch, Leiter der Zentrale des IVDK an der Hautklinik Göttingen, sagt: "Möglicherweise lassen sich die rückläufigen Erkrankungszahlen auf die präventiven Bemühungen von Hautärzten und Allergologen zurückführen, die darauf abzielen, dass stark allergisierende Stoffe, wenn überhaupt, nur noch in geringer Konzentration eingesetzt werden. Dies heißt aber nicht, dass das Problem gelöst wäre: Duftstoffallergien sind nach wie vor zu häufig!"

Seit dem 1. Juli 2004 müssen EU-weit 26 allergene Duftstoffe auf den Verpackungen von Kosmetika deklariert werden. Dadurch können Allergiekranke vor dem Kauf kontrollieren, ob ein Stoff enthalten ist, auf den sie mit Hautproblemen reagieren. Leider bietet die neue Bestimmung Allergiekranken keinen vollständigen Schutz, denn viele Duftstoffe werden weiterhin nicht genau deklariert: Ein Parfüm enthält manchmal hunderte verschiedener Duftstoffe, die auf den Packungen nicht einzeln aufgeführt werden können.

Schnuch kritisiert außerdem, dass die 26 Duftstoffe auf der EU-Liste nicht in allen Fällen zu denen gehören, die der IVDK in Untersuchungen an über 60.000 Patienten als relevante Allergieauslöser identifiziert hat (3). So enthält die EU-Liste auch Duftstoffe, die bisher kaum zu Allergien geführt haben, obwohl sie sehr häufig in Kosmetika enthalten sind. Aus unseren Untersuchungen wissen wir andererseits, dass neue Substanzen, die nicht in der EU-Liste enthalten sind, als Allergene problematisch werden können", sagt Schnuch. Die Produktbewertungen der Zeitschrift "Öko-Test" orientieren sich inzwischen an den Ergebnissen des IVDK: Stark allergisierende Duftstoffe führen zu einem schlechteren Testergebnis, während Stoffe, die als Allergene keine große Rolle spielen, das Testergebnis nicht beeinflussen - auch wenn sie auf der EU-Liste stehen (4).

(1)ÖKO-TEST 12/2002 S. 52-56.
(2)Arvidsson MB, Löwhagen O, Rak S: Allergen specific immunotherapy attenuates early and late phase reactions in lower airways of birch pollen asthmatic patients: a double blind placebo-controlled study. Allergy 2004;59:74-80.
(3)Schnuch A, et al.: Contact allergy to fragrances: frequencies of sensitization from 1996 to 2002. Results of the IVDK. Contact Dermatitis 2004;50:65-76.
(4)ÖKO-TEST 7/2004, S. 55-57.

Quelle: ÄDA / DGAI