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aktualisiert: 16.02.2005   

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26. Februar 2004

Erhöhtes Asthma-Risiko durch
Hormonersatztherapie nach der Menopause

Ergebnisse einer amerikanischen Studie veröffentlicht

Chicago - Frauen nach der Menopause, die sich einer Hormonersatzbehandlung unterziehen, haben ein erhöhtes Risiko an Asthma zu erkranken. Eine Erhöhung des Risikos, COPD zu entwickeln, wurde nicht festgestellt. Das sind Ergebnisse der Nurse's Health Study, die am 23. Februar 2004 in den Archives of Internal Medicine http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/abstract/164/4/379 veröffentlicht wurden. Bereits die Women's Health Initiative www.whi.org hatte gezeigt, dass die Hormonersatztherapie nach der Menopause das Risiko von Schlaganfällen, Venenthrombosen, Herzkrankheiten und Brustkrebs erhöht.

R. Graham Barr vom Brigham & Women's Hospital in Boston (derzeit Columbia Presbyterian Medical Center, New York) und Mitarbeiter werteten die Daten von 121.700 verheirateten Krankenschwestern aus, die seit 1976, damals zwischen 30 und 55 Jahre alt, an der Studie teilnahmen. Alle zwei Jahre füllten die Krankenschwestern seither einen Fragebogen zu ihrer Gesundheit, ihren Lebensgewohnheiten und auch über die Einnahme von Hormonen aus. Zwischen 1988 und 1996 wurden die Frauen auch über neu aufgetretene Erkrankungen an Asthma und COPD befragt.

Die Forscher fanden heraus, dass der laufende Gebrauch von Östrogen allein mit einem erhöhten Asthma-Risiko (2,29 mal höher) verbunden war im Vergleich zu Frauen, die nie Hormone genommen hatten. Frauen, die eine Östrogen/Gestagen-Kombination genommen hatten, wiesen ein ähnlich erhöhtes Risiko auf, an Asthma zu erkranken. Das Risiko einer COPD-Diagnose war nicht erhöht.


24. Februar 2004

Rauch im Staub ist gesundheitsgefährdend
Kinder von Rauchern sind großen Mengen Nikotin ausgesetzt

San Diego (pte, 24. Februar 2004 14:11) - Rauchende Eltern setzen ihre Kinder über den normalen Haushaltsstaub besorgniserregenden Mengen von Nikotin aus. Wissenschaftler der San Diego State University http://www.sdsu.edu haben herausgefunden, dass im Staub eingeschlossener Tabak Kinder dem Gegenwert von mehreren Stunden Rauchen aussetzen kann. Die ermittelten Werte blieben auch dann noch von Bedeutung, wenn die Erwachsenen im Freien rauchten. Die in dem Fachmagazin Tobacco Control http://tc.bmjjournals.com/ veröffentlichte Studie geht davon aus, dass Rauchpartikel eine Reihe von Krankheiten wie Asthma oder plötzlichen Kindstod auslösen können. Kleinkinder sind den Kontaminationsstoffen sogar Monate nach dem Rauchen noch ausgesetzt.

Auch wenn die Eltern im Freien rauchten, war die Tabakkontamination noch immer sieben Mal so hoch wie in Nichtraucherhaushalten. Wurde im Haus geraucht, waren die Werte bis zu acht Mal höher als wenn im Freien geraucht wurde. Der Wissenschaftler George Matt erklärte gegenüber der BBC, http://www.bbc.co.uk dass diese Studie nachweise, dass das Rauchen außerhalb der Wohnung die Kinder nicht vor dem Passivrauchen schütze. "Passivrauchen ist mehr als der Rauch, der eingeatmet wird, wenn jemand raucht. Dieser Rauch besteht aus Partikeln, die so klein sind, dass sie in tiefe Bereiche der Lunge gelangen, wo sie allein aufgrund ihrer geringen Größe Schäden anrichten können. Sie lagern sich in Teppichen, Möbeln, Deckenverkleidungen, Staub, Vorhänden und Kleidern ab."

Laut Studie reagieren Kinder empfindlicher auf das Inhalieren dieser Art von Passivrauch, da sie mehr Zeit im Haus verbringen, sich in engem Körperkontakt mit dem Raucher befinden, eine höhere Atemfrequenz haben und verunreinigte Gegenstände schlucken können. Das Team um Matt untersuchte 49 Haushalte mit Kleinkindern zwischen zwei und zwölf Monaten. Die Forscher sammelten Proben des vorhandenen Staubs, von Oberflächen, der Haare und des Urins der Kinder und stellten Nikotinmonitore in den Zimmern der Kinder und dem Wohnzimmer auf.

Tabakrauch besteht aus einer komplexen Mischung von rund 4.000 chemischen Bestandteilen. Zu diesen Bestandteilen gehören Substanzen, die Augen und Atemwege irritieren, systemische Giftstoffe, Mutagene, Karzinogene und reproduktive Giftstoffe.

Aussender: pressetext.austria

 

24. Februar 2004

Pollenflug von Erle und Hasel derzeit nur bei Föhn

Der neuerliche Wintereinbruch lässt weiterhin keinen namhaften Pollenflug zu, obwohl Erle und Hasel in ganz Österreich blühbereit sind. Ein nennenswerter Pollenflug kann erst bei einer Tageserwärmung von mindestens 8° C eintreten. Nur in Föhnlagen werden derzeit diese Bedingungen kurzfristig erreicht. Beruhigt sich das Wetter wieder, ist sofort mit einer erheblichen Belastung für Erlen- und Haselpollen-Allergiker zu rechen.

Text: Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 24. Februar 2004

 

24. Februar 2004

Studie über Wahrheitsgehalt von
Pharma-Broschüren: Einseitig verzerrt...

Linz (OTS) - Eine aktuelle deutsche Studie über den Wahrheitsgehalt von Broschüren der Pharma-Industrie hat in der Fachwelt für großes Aufsehen gesorgt. Das Ergebnis: 92 Prozent der in der Stichprobe untersuchten medizinischen Aussagen sind "nicht durch valide wissenschaftliche Untersuchungen belegt". Die Süddeutsche Zeitung empfiehlt Ärzten, die Pharma-Broschüren in den Papierkorb zu werfen.

Im vergangenen Juni haben Wissenschaftler des Kölner Instituts für evidenzbasierte Medizin insgesamt 43 niedergelassene Ärzte gebeten, alle per Post zugesandten oder von Vertretern überreichten Broschüren von Pharmafirmen zu sammeln. Die Wissenschaftler werteten dann alle medizinischen Aussagen aus, die sie in den zumeist bunt und aufwändig gestalteten Prospekten gefunden hatten.

Das Ergebnis der Studie, die im unabhängigen "arznei-telegramm" veröffentlicht wurde, spricht nicht sehr für die Wahrhaftigkeit der Marketing-Abteilungen in der Pharma-Wirtschaft. 58 Prozent der Aussagen wurden überhaupt nicht durch Quellenangaben belegt. Bei weiteren 34 Prozent der medizinischen Aussagen wurden zwar Quellen genannt, doch stimmten die Aussagen nicht mit den Quellen überein. Lediglich acht Prozent der Aussagen waren mit Quellenangaben auf Studien korrekt belegt.

Die Liste der Fehler in den Pharma-Prospekten ist lang: Unter anderem erwähnt die Kölner Studie Verharmlosung von Nebenwirkungen, Ausweitung des Indikationsgebietes durch falsche Beschreibung der untersuchten Patientengruppe, Verschweigen von wesentlichen Studienergebnissen, Übertreibung des therapeutischen Effektes und Manipulation der Risiken. So kommen Autoren zur Schlussfolgerung:
"Die Beschreibung der Sicherheit und Wirksamkeit der pharmakologischen Produkte kann auf diese Weise einseitig verzerrt und die medizinische Qualität und Wirtschaftlichkeit der ärztlichen Verschreibungspraxis wesentlich beeinträchtigt werden." Die für ihre Seriosität bekannte "Süddeutsche Zeitung" meint, dass unter diesen Umständen die Altpapier-Tonne zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen in Arzt-Praxen werde. Die Mediziner täten gut daran, die Pharma-Broschüren ungelesen ins Altpapier zu entsorgen und auch nicht für Patienten als Lektüre aufzulegen. Titel des Artikels:
Lüge im Wartezimmer.

Text: Oberösterreichische Gebietskrankenkasse / Öffentlichkeitsarbeit

Institut für evidenzbasierte Medizin, Köln www.di-em.de
Artikel aus "arznei-telegramm" 2/2004 www.di-em.de/data/at_2004_35_21.pdf

Reaktion der Pharmig - Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen:

Pharma-Broschüren: Verhaltenskodex sorgt für Richtigkeit

Wien - "Extra für solche Fälle gibt es den Pharmig-Verhaltenskodex. Somit läßt sich die Studie auf Österreich nicht übertragen. Die OÖGKK hätte jederzeit die Möglichkeit gehabt, eine diesbezügliche Beschwerde nach dem Kodex bei der Pharmig einzubringen," zeigt sich Erhard P. Geisler, Geschäftsführer der Pharmig, laut Aussendung der Pharmig erstaunt. In den letzten 20 Jahren sei dies aber kein einziges Mal (auch nicht von einem Universitätsinstitut oder einem Arzt) geschehen. Konkurrenzfirmen seien da wesentlich aktiver: Zwei bis drei Mal im Jahr gehen diesbezüglich Beschwerden in der Pharmig ein. Sofern sie berechtigt erhoben wurden, werden die beanstandeten Formulierungen korrigiert.

Die Pharmig kritisiert auch den Inhalt der deutschen Studie. Diese behaupte, dass "58% der Aussagen überhaupt nicht durch Quellenangaben belegt" sind. Oft handle es sich dabei aber um Wirkstoffe, die ohnehin bereits so bekannt, so bewährt und so oft dokumentiert seien, dass derartige Informationen den Arzt nur langweilen. Genau das sei aber nicht die Aufgabe einer seriösen Arzneimittel-Information. Ähnlich praxisfremd seien die anderen Kritikpunkte der angeblichen Studie.

"Ein Sturm im Wasserglas!" kommentiert der Pharmig-Geschäftsführer und ergänzt: "Ich warte auf die erste konkrete Beschwerde von aussen, die beweist, dass die "Studie" Recht hat - aber da kann ich vermutlich noch lange warten."

 

 

24. Februar 2004

Nichtraucherzonen schützen nicht vor dem Passivrauchen
Belastung der Luft bleibt vergleichsweise hoch

Randwick (pte, 24. Februar 2004 09:15) - Nichtraucherzonen in Restaurants und Lokalen schützen die Gäste nicht vor dem Passivrauchen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie australischer Mediziner der Sydney Public Health Unit gekommen. Sie führten Tests in 17 Gastronomiebetrieben mit Raucher- und Nichtraucherbereichen durch. In den Nichtraucherzonen waren die Nikotinwerte und die Werte anderer Chemikalien niedriger, sie blieben aber trotzdem vergleichsweise hoch. Die Mediziner schreiben im Fachmagazin Tobacco Control, http://tc.bmjjournals.com/ dass nur rauchfreie Betriebe wirklichen Schutz bieten.

Die Tests wurden in den Raucher- und in den Nichtraucherzonen der untersuchten Betriebe durchgeführt. Es zeigte sich, dass die Nichtraucherbereiche nur wenig Schutz gegen das Passivrauchen boten. Im besten Fall verringerten sie die Rauchwerte um 50 Prozent.

Getrennte Nichtraucherräume schnitten nur geringfügig besser ab. Sie verfügten immer noch über vergleichsweise hohe Werte an krebsauslösenden Chemikalien. Die Wissenschaftler betonen laut BBC, http://www.bbc.co.uk, dass die erreichbare Reduzierung der Belastung für den Einzelnen im marginalen Bereich bleibt. Irland wird im März 2004 als erstes europäisches Land das Rauchen in öffentlichen Bereichen gesetzlich verbieten.

Aussender: pressetext.austria



24. Februar 2004

Ernährungstipps bei Neurodermitis
Neue Informationsbroschüre des Neurodermitis Forums

Wien, im Februar 2004 - Gerade Ernährungsthemen beschäftigen viele Menschen mit Neurodermitis sehr stark, wie besonders viele Fragen an das Neurodermitis Forum in den letzten Monaten zeigten. Aus diesem Grund wurde nun eine spezielle Broschüre "Ernährung bei Neurodermitis" mit einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse und einigen praktischen Tipps erarbeitet. Die kostenlose Broschüre kann unter 01/333 40 40 bestellt werden.

Neurodermitis ist eine Krankheit, die immer mehr Menschen betrifft. Etwa 20 Prozent aller Kinder in den westlichen Industriestaaten haben Neurodermitis, aber auch jeder zwölfte Erwachsene leidet unter dieser Krankheit. Obwohl Neurodermitis keine lebensbedrohliche Erkrankung ist, schränkt sie doch die Lebensqualität der Betroffenen und ihren Angehörigen erheblich ein.

Die Ernährungsexperten des Neurodermitis Forums haben unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Werner Aberer (Universitätsklinik für Dermatologie der medizinischen Universität Graz) eine Broschüre entwickelt, die den Zusammenhang zwischen Neurodermitis und Nahrungsmittelallergie erklärt und das Diagnoseverfahren zur Entdeckung von Lebensmittelallergien anschaulich darstellt. Praktische Ernährungstipps und spezielle Ratschläge für die Ernährung von Babys ergänzen die wissenschaftlichen Informationen.

"Wir wollen mit dieser Broschüre den Menschen mit Neurodermitis einige Antworten auf brennende Fragen bieten," erklärt Prof. Aberer das Ziel dieser Broschüre. "Nicht jede Neurodermitis ist mit einer Nahrungsmittelallergie verbunden. Viel zu oft werden im Selbstversuch Nahrungsmittel weggelassen, die für eine gesunde Ernährung dringend notwendig wären. Dies führt zu unnötigen Mangelernährungen, teils mit hohen Kosten und zusätzlichen emotionalen Belastungen."

Die Broschüre "Ernährung bei Neurodermitis" liegt in den Ordinationen von Haut- und Kinderärzten auf. Interessierte können die Broschüre auch ganz einfach und kostenlos unter der Telefonhotline des Neurodermitis Forums 01/333 40 40 oder unter neurodermitisforum@trimedia.at bestellen.


Text: Trimedia Communications Austria / Novartis Pharma

 

20. Februar 2004

Aspirin erhöht Anfallrisiko bei Asthma
21 Prozent der Erwachsenen reagieren sensibel

London/Camperdown (pte, 20. Februar 2004 14:07) - Doppelt so viele Asthmapatienten wie bisher angenommen laufen nach der Einnahme von Aspirin Gefahr einen Anfall zu erleiden.

Eine im British Medical Journal http://bmj.bmjjournals.com veröffentlichte Studie geht davon aus, dass einer von fünf Patienten gefährdet ist. Viele dieser Menschen seien sich dieses Risikos allerdings nicht bewusst. Das aus Wissenschaftlern des King's College Hospital http://www.kcl.ac.uk und des Royal Prince Alfred Hospital http://www.cs.nsw.gov.au/rpa bestehende Team warnt davor, dass auch andere entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen ebenfalls einen Asthmaanfall auslösen können.

Die Forscher untersuchten 21 Studien asthmatischer Patienten. Es zeigte sich, dass 21 Prozent der Erwachsenen und fünf Prozent der Kinder auf Aspirin sensibel reagierten. Als Alternative zu Aspirin bietet sich laut BBC http://www.bbc.co.uk Paracetamol an, auf das nur sieben Prozent der erwachsenen Teilnehmer reagierten.

Die Wissenschaftler fordern, dass Schmerzmittel nur noch mit entsprechenden Warnhinweisen für Asthmatiker verkauft werden sollen. John Costello King's College Hospital betonte, dass auch Ärzte diesem Phänomen verstärkte Aufmerksamkeit schenken müssten. "Asthmapatienten, die über eine Verschlechterung ihres Zustandes klagen, müssen die richtigen Fragen gestellt werden." Zusätzlich sollten auch sie vor den möglichen Risiken einer Einnahme warnen.

Aussender: pressetext.austria

Weitere Informationen über die Studie: http://bmj.bmjjournals.com/cgi/content/full/328/7437/434

19. Februar 2004

Kostenloser Meer-Urlaub für kranke Kinder
Niederösterreichische Gebietskrankenkasse bietet Kur in Italien

St. Pölten (NLK) - Die NÖ Gebietskrankenkasse bietet für Kinder mit Atemwegs- und Hauterkrankungen auch heuer wieder einen kostenlosen heilklimatischen Urlaub am Meer an: Im Juli und im August können rund 200 Kinder zwischen acht und 13 Jahren eine dreiwöchige Kur in Pinarella di Cervia bei Rimini in Anspruch nehmen. Die Urlaubsaktion wird in drei Turnussen durchgeführt, jeweils neun Kinder werden von einem Erzieher betreut.

Anspruchsberechtigt sind bei der NÖ Gebietskrankenkasse mitversicherte Kinder. Anträge liegen bei allen Kinder- und Lungenfachärzten sowie in den Servicestellen der NÖ Gebietskrankenkasse auf und können bis 19. Mai eingereicht werden.

Nähere Informationen: Telefon 02742/899-5693, Friedrich Neuninger.

 

17. Februar 2004

"Neue Medikamente für Wien - Die Generikainitiative"
Geballte Information von WGKK und Wiener Ärztekammer für Patienten und Ärzte - Pharmig: "Programmierter Misserfolg"

Wien (OTS) - Jeden Tag werden in Wien mehr als 32.000 Rezepte ausgestellt, auf denen rund 64.000 Medikamentenpackungen verordnet werden. Viele dieser Medikamente sollen in Zukunft so genannte "Generika" sein. Generika sind wirkstoffgleiche "Nachbau-Medikamente" von Originalpräparaten, deren Patentschutzfrist abgelaufen ist. Sie haben gleiche Qualität aber einen günstigeren Preis. Durch den verstärkten Einsatz dieser Medikamente kann - ohne Qualitätsverlust für die Patienten - wertvolles Beitragsgeld der Versichertengemeinschaft gespart werden. Neue generische Medikamente bedürfen jedoch der Akzeptanz der Patienten und der verstärkten Verschreibung durch die niedergelassenen Ärzte. Um das zu erreichen, starten die Wiener Gebietskrankenkasse und die Wiener Ärztekammer eine gemeinsame "Generikainitiative".

Umfassende Patienteninformation

Informierte Patienten haben eher Verständnis für die Umstellung ihrer Medikation von teuren Originalpräparaten auf Generika. Patienteninformation steht daher im Mittelpunkt der "Generikainitiative". Die WGKK will damit auch einen Beitrag zur Erleichterung der Arbeit der Ärzte leisten: Die Überzeugungskraft der Ärzte wird von so manchem Patienten, der sich über einen längeren Zeitraum an "sein" Medikament gewöhnt hat, ziemlich gefordert. "Ich erachte es daher als Pflicht der WGKK, unsere Vertragspartner nach Kräften bei der Überzeugungs- und Informationstätigkeit zu unterstützen" betont der Obmann der WGKK Franz Bittner.

Die WGKK verteilt seit Wochenbeginn 235.000 Informationsfolder für Patienten und affichiert über 3.000 Plakate. Die Medien werden in nahezu allen Wiener Ordinationen, Apotheken und Spitälern aufliegen.

Die Patienteninformation erfolgt

• in 1.660 Praxen der Vertragsärzte,

• bei 340 Wahlärzten mit Rezepturrecht,

• in den 294 öffentlichen Wiener Apotheken,

• in den Ambulanzen der Spitäler des Wiener Krankenanstaltenverbundes,

• im Hanusch-Krankenhaus und in

• den 17 Bezirksstellen und 5 Gesundheitszentren der WGKK.

Darüber hinaus hat die WGKK bereits zum Jahreswechsel an 310.000 Wiener Pensionisten - gemeinsam mit den Krankenscheinen - ein Informationsblatt zum Thema "Generika" geschickt. Informationen sind auch über die website www.wgkk.at verfügbar.

Hilfe und Information für Vertragsärzte

Die WGKK und die Ärztekammer für Wien haben beschlossen, den Anteil der verordneten Generika zu erhöhen. Konkret wurde eine Anhebung des Generikaanteils im Bereich der generikafähigen Medikamente auf 45 Prozent im Jahr 2004 und auf 62 Prozent im Jahr 2005 vertraglich vereinbart.

Bittner: "Die WGKK möchte die Veränderung der Verschreibweise der Ärzte durch Unterstützung und Dialog und nicht durch Drohungen und Strafen erreichen. Die mit der Wiener Ärztekammer vereinbarten Maßnahmen sind mit Bedacht so gewählt, dass die Therapiefreiheit des einzelnen Arztes nicht eingeschränkt ist. Ich bin froh, dass es gelungen ist, mit der Ärztekammer unter der Führung von Präsident Dorner und Vizepräsident Steinhart - trotz der extrem schwierigen Rahmenbedingungen - diesen neuen und innovativen Weg vereinbaren zu können."

Dazu der Präsident der Wiener Ärztekammer Prim. MR Dr. Walter Dorner: "Wichtig war uns, dass die Ärztinnen und Ärzte nicht gezwungen werden, ein Generikum zu verschreiben. Wir hätten keiner Verknüpfung von Arzneimitteln und den Honoraren zugestimmt. Auch Honorareinbußen oder strikte Sanktionen haben wir immer abgelehnt. Der Arzt darf ja nicht dafür bestraft werden, dass er beispielsweise viele alte Patienten behandelt, deren Medikation nicht mehr auf Generika umgestellt werden kann."

Konkret sind folgende unterstützende Maßnahmen für Vertragsärzte angelaufen:

• Monatlicher individueller "Generikabrief":

Alle Vertragsärzte erhalten von der WGKK monatlich eine Information über den Generikaanteil bei ihren Verschreibungen und über den entsprechenden Durchschnitt ihrer Fachgruppenkollegen. Durch den regelmäßigen und zeitnahen Erhalt von Vergleichswerten ist der einzelne Arzt viel besser in der Lage, sein "Verschreibeverhalten" zu steuern.

• Bezirksweise "Medikamentenzirkel":

Die Vertragsärzte werden von der Ärztekammer bezirksweise zu so genannten "Medikamentenzirkeln" eingeladen. Bei diesen Veranstaltungen werden wichtige Informationen zur praktischen Umsetzung einer verstärkten Generikaverschreibung präsentiert und ausgetauscht. Die zweimalige Teilnahme eines Vertragsarztes am Medikamentenzirkel innerhalb eines Jahres wird von der WGKK mit 300 Euro honoriert.

•"Ökonomieliste":

WGKK und Ärztekammer stellen den Ärzten eine "Ökonomieliste" für Generika zur Verfügung. Diese als Empfehlung zu verstehende "Shortlist" gibt dem Arzt einen schnellen Überblick über wirkstoffgleiche aber kostengünstigere Medikamente und erleichtert so die tägliche Arbeit in der Praxis.

•Steuerungsgruppe:

Eine aus Vertretern der Ärztekammer und der WGKK zusammengesetzte Steuerungsgruppe soll darüber hinaus die Entwicklung des Generikaanteils sowie der gesamten Heilmittelkosten beobachten und gegebenenfalls geeignete Steuerungsmaßnahmen einleiten.

Text: Aussendung der Wiener Gebietskrankenkasse und der Ärztekammer für Wien


"Programmierter Misserfolg"

Wien (OTS) - "Die Generika-Initiative von Wiener Ärztekammer und Wiener Gebietskrankenkassa wird ein Misserfolg", prophezeit Erhard P. Geisler, Geschäftsführer der Branchenvereinigung pharmazeutischer Unternehmen Pharmig, da sie auf völlig falschen Voraussetzungen beruhe.

"Faktum ist: Der Preisabstand zwischen Originalpräparat und Generikum liegt in Österreich nicht, wie von der Wiener Gebietskrankenkasse behauptet, bei 23 Prozent, sondern durchschnittlich bei maximal 8 Prozent", so Geisler. Grund dafür sei die Preispolitik des Hauptverbands. Sobald ein neues Generikum auf den Markt komme, werde der Preis des Originalpräparats sofort gesenkt, sodass die Preisdifferenz nur noch 0 bis 8 Prozent betrage. "Das heißt aber, dass die Einsparpotenziale durch Generika bereits weitgehend ausgeschöpft sind", betont Geisler. "Wie die Wiener Gebietskrankenkasse heuer durch eine Erhöhung des Generika-Anteils auf 45 Prozent 2,6 Millionen Euro einsparen will, ist mir daher ein Rätsel."

Bei einem so geringen Preisabstand sei es sowohl den Ärzten, als auch den Patienten nur schwer zu erklären, warum sie unbedingt auf Generika umsteigen sollen. Pharmig-Chef Geisler: "Durch den geringen Preisunterschied fehlt einfach der Anreiz, mehr Generika zu verschreiben. Wenn es nicht so wäre, hätten wir schon längst einen viel höheren Generika-Anteil, etwa auf dem Niveau von Dänemark, wo der Generika-Anteil 50 Prozent beträgt. Dass es in Österreich anders ist, liegt aber an der Preispolitik des Hauptverbands und daran kann auch die beste Werbekampagne nichts ändern."

Grundsätzlich werde von Seiten der Pharmig Kostenbewusstsein im Gesundheitswesen begrüßt. "Doch das Generikum nur um des Generikums willen zu verschreiben, bringt nichts" argumentert der Geschäftsführer der Pharmig. Das sei weder den Ärzten, noch den Patienten zuzumuten. Immerhin beträgt der Anteil der Arzneimittelkosten an den gesamten Gesundheitskosten nur 15,7 Prozent. Wesentlich größere Einsparpotenziale ortet Geisler hingegen im Spitalsbereich, der rund zwei Drittel der gesamten Gesundheitskosten ausmache. "Doch da traut sich offenbar niemand drüber."

Text: Aussendung der Pharmig

Weitere Informationen:
http://www.wgkk.at
http://www.aekwien.at
http://www.pharmig.at

 

17. Februar 2004

Die meisten Asthmapatienten leben in Großbritannien
Schottland mit mehr als 18 Prozent Erkrankten Spitzenreiter

London (pte, 17. Februar 2004 09:15) - In Großbritannien leiden mehr Menschen an schwerem Asthma als in allen anderen Ländern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Global Initiative for Asthma (Gina) http://www.ginasthma.com gekommen. Am stärksten betroffen ist Schottland, wo mehr als 18 Prozent der Einwohner entsprechende Symptome aufweisen. Fast 17 Prozent der Kinder und Erwachsenen in Wales sowie 15,3 Prozent in England sind ebenfalls betroffen. In der Schweiz leiden 2,3 Prozent der Bevölkerung an Asthma. In Griechenland sind es nur 1,9 Prozent.

Laut Studie weist fast ein Drittel der Kinder im Alter von 13 bis 14 Jahren in Schottland, Wales und England Asthmasymptome auf. Dieser Wert liegt höher als in der restlichen Welt. Ein Viertel der Erwachsenen Großbritanniens ist von Asthma in einem bestimmten Ausmaß betroffen. Damit sind doppelt so viele Menschen erkrankt wie in Frankreich und fast drei Mal so viele wie in Italien. Für die Studie wurden Asthmadaten aus der ganzen Welt ausgewertet. In Großbritannien werden jede Woche 20.000 neue Erkrankungen behandelt. Asthma wird hier mit 75.000 stationären Notfallaufenthalten im Krankenhaus und rund 1.500 Todesfällen jährlich in Zusammenhang gebracht.

Laut BBC http://www.bbc.co.uk gehen Experten davon aus, dass viele Patienten derzeit mehr leiden als notwendig, da sie nicht die richtige Behandlung erhalten. Eric Bateman, der Vorsitzende des wissenschaftlichen Ausschusses von Gina, erklärte, dass diese Studie nachweise, dass die weltweiten Richtlinien nicht erreicht würden. Diese Richtlinien nennen als Ziel der Asthmabehandlung ein weitgehendes oder vollständiges Fehlen von Asthmasymptomen. "Wir verfügen jetzt über Verfahren, die Symptome verhindern und kontrollieren können. Viele Patienten wissen jedoch nicht, dass die regelmäßige Einnahme der Medikamente entscheidend ist. Dieser Mangel an Wissen führt zu einem zu großen Vertrauen in kurzfristige Maßnahmen, die erst nach dem Auftreten von Symptomen gesetzt werden."

Aussender: pressetext.austria

 

16. Februar 2004

Frühe Grippeerkrankung erhöht Asthmarisiko
Infektionen haben doch keinen positiven Effekt

Stanford (pte, 16. Februar 2004 13:15) - Eine Grippe in den ersten Lebensjahren kann die Wahrscheinlichkeit einer späteren Erkrankung an Asthma erhöhen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von Wissenschaftlern der Stanford University http://www.stanford.edu gekommen.

Die Ergebnisse von Versuchen mit Mäusen widersprechen der verbreiteten Annahme, dass frühe Infektionen einen positiven Effekt haben. Vielmehr verstärkt laut Nature Immunology http://www.nature.com/ni eine Grippe die allergischen Reaktionen des Körpers. Die genauen Ursachen für das stetige Ansteigen von Asthmaerkrankungen und Allergien in der westlichen Welt sind derzeit noch nicht vollständig erforscht.

Das Team unter der Leitung von Davis Lewis setzte Mäuse einer Grippe aus und ermittelte anschließend die Werte jener Chemikalien, die anzeigten, dass das Immunsystem auf eine Infektion reagierte. Sie erwarteten, dass die Erkrankung zu verringerten Immunreaktionen auf verbreitete allergieverursachende Substanzen führen würde.

Anders als erwartet, verstärkte die Grippe die von den Allergenen ausgelösten Asthmasymptome. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Immunzellen und Chemikalien, die als Reaktion auf die Grippe produziert wurden, auch später noch in der Lunge vorhanden waren. Sie dürften in der Folge laut BBC http://www.bbc.co.uk zu einer unerwünschten Verstärkung der Entzündung geführt haben.

Aussender: pressetext.austria

 

14. Februar 2004

Schimmelpilze belasten
Allergiker das ganze Jahr

Direkter Zusammenhang zwischen Schimmelpilz-Allergie und dem Schwergrad von Asthma

Am häufigsten sieht man sie auf verdorbenen Früchten, Brot, Käse oder anderen Lebensmitteln: Schimmelpilze. Sie bilden in feuchten Zimmern auch Flecken und Beläge, beispielsweise auf Wänden, in Zimmerecken und Badezimmerfugen; oft leben sie unentdeckt hinter Tapeten und Verkleidungen. Die Mikroorganismen können allergische Atemwegserkrankungen verursachen.

Die Allergieauslöser (Allergene) befinden sich in den Sporen, die die Pilze zur Fortpflanzung abgeben. Sporen sind mikroskopisch klein und werden leicht eingeatmet. Sie können bei allergiekranken Menschen Schnupfen, Niesen, Husten und Atemnot hervorrufen. Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Verzehr von schimmelpilzhaltigen Lebensmitteln sind manchmal ebenfalls Zeichen einer Schimmelpilz-Allergie.

Fachärztliche Behandlung hilft

Weil Schimmelpilze sowohl draußen als auch in Innenräumen verbreitet sind, kann ein Kontakt mit den Allergenen nicht vermieden werden. Schimmelpilz-Allergiker bekommen ihre Beschwerden nur durch eine ärztliche Behandlung in den Griff.

Professor Dr. Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen: "Menschen, die bei sich eine Allergie vermuten, sollten rechtzeitig zu einem allergologisch ausgebildeten Facharzt gehen und sich untersuchen lassen. Eine Schimmelpilz-Allergie muss behandelt werden. Sie führt leicht zu schwerem Asthma."

Neben antiallergischen Medikamenten kommt eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) in Frage. Dabei wird das Immunsystem durch die regelmäßige Injektion von Allergen-Präparaten unempfindlich gemacht. Diese ursächliche Behandlung, die seit langem erfolgreich gegen Allergien auf Pollen oder Hausstaubmilben eingesetzt wird, war in der Vergangenheit bei einer Schimmelpilz-Allergie weniger wirkungsvoll. Es fehlten standardisierte Allergen-Extrakte. Inzwischen steht zumindest für Schimmelpilze der Gattung Alternaria ein molekular standardisiertes Allergen-Präparat zur Verfügung.

Lebensbedrohliche Asthmaanfälle durch Schimmelpilz-Sporen

Schimmelpilze können bei allergiekranken Menschen zu sehr schweren Asthmaanfällen mit lebensbedrohlicher Atemnot führen. Zwischen einer Allergie auf Schimmelpilze und dem Schweregrad von Asthma besteht sogar ein direkter Zusammenhang.

Das hat eine französische Untersuchung aus dem Jahr 2002 gezeigt. (1) Forscher hatten Allergietests von über 1.000 erwachsenen Asthmapatienten aus verschiedenen Ländern ausgewertet. Bei mehr als zehn Prozent wurde im Hauttest eine positive Reaktion auf Schimmelpilz-Allergene festgestellt. Diese Asthmatiker litten unter einer schwereren Form von Asthma als solche, die auf Blütenpollen allergisch reagierten.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Sporen aufgrund ihrer geringen Größe leichter eingeatmet werden und tiefer in die Atemwege gelangen als Pollen. Zudem kommen Schimmelpilz-Sporen das ganze Jahr hindurch und im Gegensatz zu Blütenpollen auch in Wohnräumen vor.

"Schimmelpilze in der Wohnung müssen unbedingt bekämpft werden", so der Allergologe Fuchs. Er empfiehlt regelmäßiges stoßweises Lüften, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Pilzbesiedelte Gegenstände und Blumenerde sollten aus der Wohnung entfernt werden. "Bei einem großflächigen Pilzbefall an Wänden müssen oft nicht nur die Tapeten, sondern auch der Putz und Fugenmörtel fachmännisch erneuert werden."


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(1) Zureik M et al.: Sensitisation to airborne moulds and severity of asthma: cross sectional study from European Community respiratory health survey. BMJ 2002;325:411-414.

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Text: Presse-Information des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen e.V. (ÄDA)
und der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. (DGAI)

 

14. Februar 2004

Allergie gegen Latex:
Gefahr aus dem Schnuller


Mutter und Ärzte waren ratlos: Jedes Mal, wenn die kleine Susanne an ihrem Fläschchen nuckelte, begann sie pfeifend zu atmen, hatte eine verstopfte Nase und bekam Hautausschlag. Lange war die Ursache nicht herauszubekommen. Weil Susanne ab der dritten Lebenswoche nicht mehr gestillt wurde, sondern eine Soja-Fertignahrung erhielt, vermuteten die Ärzte zunächst eine Allergie gegen die Sojamilch. Aber der Wechsel zu einer anderen Milch half dem kleinen Mädchen nicht. Die Mediziner wussten nicht mehr weiter. Schließlich tauschten sie den Latex-Sauger am Fläschchen gegen einen Sauger aus Silikon aus - denn Susannes Mutter war allergisch gegen Latex. Die einfache Maßnahme wirkte Wunder: Susanne konnte jetzt zufrieden und ohne jede Symptome ihre Milch trinken. (1) Offensichtlich hatte also auch die Kleine bereits eine Allergie gegen Latex, die zu Luftnot und Ausschlag führte.

Kinder, die oft operiert wurden, sind besonders gefährdet

Dass eine Naturlatex-Allergie wie bei Susanne in den ersten Lebenswochen auftritt, ist ungewöhnlich. In der Regel vergeht längere Zeit, bis sich die Überempfindlichkeit entwickelt. "Besonders gefährdet sind Kinder, die mehrfach operiert wurden und so in engen Kontakt mit Latex gekommen sind, zum Beispiel mit den Schutzhandschuhen der Chirurgen. Dabei beginnt das Immunsystem manchmal, allmählich allergisch auf Latex zu reagieren", sagt Professor Dr. Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA).

Mehr als zwei Drittel der Kinder mit Spina bifida, einer angeborenen Fehlbildung im Bereich der Wirbelsäule, die oft mehrere Operationen notwendig macht, entwickeln eine Latex-Allergie. (2)

Ein anderer Risikofaktor ist die familiäre Veranlagung zu Allergien. Italienische Ärzte stellten bei 2,6 Prozent der Kinder, die sie wegen anderer allergischer Erkrankungen betreuten, zusätzlich eine Latex-Allergie fest. (3)

Die Latex-Allergie äußert sich sehr unterschiedlich. Hautausschläge, allergischer Schnupfen und allergisches Asthma sind häufige Symptome. Die Überempfindlichkeit des Immunsystems kann lebensbedrohlich werden, zum Beispiel während einer Operation. Wegen des intensiven Kontaktes mit latexhaltigen Operationsmaterialien droht ein allergischer Schock, bei dem es zum Kreislaufversagen kommen kann. Die behandelnden Ärzte müssen deshalb unbedingt über die Krankheit unterrichtet sein.

Luftballons, Gummihandschuhe, Kondome

"Wer vermutet, dass er selbst oder sein Kind an einer Latex-Allergie leidet, sucht am besten einen auf Allergien spezialisierten Facharzt auf. Er kann die Erkrankung durch gezielte Testverfahren feststellen", so Fuchs. Wenn die Diagnose gesichert ist, sollten Menschen mit einer Latex-Allergie der Substanz konsequent aus dem Weg gehen. Neben Schnullern, Saugern, Gummihandschuhen und Kondomen ist Latex zum Beispiel in Luftballons sowie manchen Matratzen und Gummisohlen enthalten.

In vielen Fällen sind Ersatzprodukte ohne Latex auf dem Markt. Der Allergologe kann die Betroffenen kompetent beraten. Dabei ist auch die Information sehr wichtig, dass es auch zu einer so genannten Kreuzallergie kommen kann. Fuchs: "Manche Betroffene reagieren nicht nur auf Latex allergisch, sondern zum Beispiel auch auf Avocado, Banane, Tomate oder Kiwi."

Diese Frucht- und Gemüsesorten und auch die Birkenfeige (Ficus benjamina) - eine beliebte Zimmerpflanze - enthalten Substanzen, die dem Latex ähneln. Auch Latex ist ein pflanzliches Produkt. Naturgummi-Latex wird als Pflanzensaft durch das Anschneiden von Gummibäumen gewonnen.

Dass eine Latex-Allergie kein Schicksal ist, mit dem man sich einfach abfinden muss, deutet eine aktuelle portugiesische Studie an. Ärzten gelang es, durch eine spezifische Immuntherapie ("Allergie-Impfung") Patienten mit zum Teil schwerer Latex-Allergie von ihrer Krankheit zu heilen. (4) Bei der spezifischen Immuntherapie wird den Patienten die allergieauslösende Substanz in langsam steigenden Dosen über einen längeren Zeitraum regelmäßig unter die Haut gespritzt. Für Pollen-, Hausstaub- und Insektengiftallergien ist das Verfahren die einzige ursächliche und langfristig erfolgreiche Behandlungsmethode. Die spezifische Immuntherapie wird auch zur Vorbeugung und Behandlung des allergischen Asthmas empfohlen.

Latex-Allergie im Gesundheitswesen

Weit verbreitet sind Latex-Allergien bei Krankenschwestern, Ärzten, Laborpersonal und anderen Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten. Etwa zehn Prozent der Beschäftigten sind betroffen. (5) Auch sie entwickeln die Krankheit durch den häufigen Kontakt mit Latex in Schutzhandschuhen. Schuld ist in vielen Fällen die Puderung der Handschuhe. Das Puder soll das Überziehen erleichtern; leider nimmt es aber gleichzeitig die Eiweiße des Latex auf, die für die Allergiesymptome verantwortlich sind.

Die Eiweiße werden dadurch überall verteilt und können sich auch in der Raumluft ausbreiten. Mittlerweile dürfen keine gepuderten Latexhandschuhe mehr verwendet werden. Die Zahl der Neuerkrankungen ist deshalb in den letzten Jahren deutlich gesunken.

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(1) Fallbeschreibung nach: Freishtat RJ, Goepp, JGK: Episodic stridor with latex nipple use in a 2-month-old infant. Annals of Emergency Medicine 2002; 39:441-443.
(2) Raulf-Heimsoth M et al.: Latexallergie - am Wendepunkt? Medical Special 2003; 4:55-56.
(3) Meglio P et al.: Prevalence of latex allergy and evaluation of some risk factors in a population of atopic children. J Investig Allergol Clin Immunol 2002; 12:250-256.
Pereira C et al.: Specific immunotherapy for severe latex allergy. Allerg Immunol (Paris) 2003; 35:217-225.
(4) Weißbuch Allergie in Deutschland. Ring J, Fuchs T, Schultze-Werninghaus G (Hrsg.), München: Urban & Vogel; 2. Auflage, 2003.

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Text: Presse-Information des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen e.V. (ÄDA)
und der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. (DGAI)


13. Februar 2004

Grippe oder Heuschnupfen?
Pollenkalender der Wiener HNO-Klinik

Verschnupfte und niesende Menschen mit roten, tränenden Augen und ständig gezückten Taschentüchern sind ein wohl bekannter Anblick in der kalten Jahreszeit. Erste nahe liegende Vermutung: die Grippewelle geht um. Doch die Verursacher der vermeintlichen Erkältung können durchaus auch die Pollen der Erle oder Hasel sein, die bereits seit Anfang/Mitte Februar wieder fliegen.

15-20% der Österreicher leiden Jahr für Jahr unter dem fliegenden Blütenstaub von Bäumen, Gräsern und Kräutern. Schon 20 Pollen (die nicht größer als ein 20- bis 30-Tausendstel Millimeter sind) pro m3 Luft reichen aus, um bei sensibilisierten Menschen eine rinnende Nase, Niesattacken, juckende und tränende Augen sowie Atemnot auszulösen.

Auftakt der Pollensaison: Erle und Hasel im Februar/März
Dr. Siegfried Jäger„Zahlreiche Studien bestätigen die ständige Zunahme von Pollenallergien, den immer früheren Beginn des Pollenfluges und die allgemeine Klimaerwärmung als eine der Hauptursachen“, so der Botaniker und Pollenexperte Ass.Prof. Dr. Siegfried Jäger. „Neben den zeitlichen Abweichungen gibt es auch regional maßgebliche Unterschiede und auch die Mengen und Blütezeit der Pflanzen variieren, abhängig von der Wetterlage, von Jahr zu Jahr erheblich.“ Deshalb können sich Allergiker nie sicher sein, wann die für sie belastende Zeit genau beginnt.

Bereits Anfang/Mitte Februar haben Erle und Hasel heuer wieder begonnen, sich durch Wind-bestäubung zu vermehren. „Die Erlen- und Haselpollen-Saison ist besonders starken Schwankungen unterworfen. Da sie ausdrücklich von den Temperaturbedingungen abhängig ist, kann der Beginn bzw. die Hochsaison mehrere Wochen früher oder später einsetzen“, beschreibt Jäger. „Die enge botanische Verwandtschaft von Erle und Hasel mit der Birke führt dazu, dass bei zahlreichen Birkenpollen-Allergikern wegen der Ähnlichkeit der Allergene schon zur Blütezeit dieser beiden Pflanzen Symptome auftreten. Begleitet werden Hasel- und Erlenpollen vor allem durch teils große Mengen an Pollen der Eiben, die aber in der Regel keine Bedeutung für Allergiker haben.“

Den Pollen entkommen:
Pollenkalender, Pollenwarndienst & IGAV-Ratgeber


Pollenkalender

Damit sich Allergiker beizeiten einen groben Überblick über den Pollenflug in ihrem Umkreis machen können, gibt die Aerobiologie-Gruppe der Wiener HNO-Klinik eine Jahresprognose, den „Pollenkalender“, heraus. Den tagesaktuellen Pollenflug kann man im Internet abrufen: www.pollenwarndienst.at

„An etwa 30 Messstellen in Österreich wird laufend der Pollen- und Sporengehalt der Luft gemessen, um die Bevölkerung, Ärzte und Apotheker mit Daten und Vorhersagen über Art, Dauer und Intensität des Pollenfluges zu versorgen“, erklärt Jäger. „Wir arbeiten intensiv mit Nachbarländern zusammen. Diese Informationen sind wichtig, da einerseits Pollen mitunter über hunderte Kilometer durch die Luft transportiert werden und wir so Vorhersagen frühzeitig treffen können. Andererseits können Allergiker ihre Urlaube besser planen sowie für Auslandsaufenthalte vorsorgen.“

Grafik Pollenbelastung im Österreich-Schnitt

Im Hochgebirge ist die Allergenkonzentration niedriger, die Pollensaison verschoben und die Pollenallergene sind weniger aggressiv. Deshalb empfiehlt es sich für Pollenallergiker, den Urlaub in den Bergen zu verbringen. 25 Hotels in Österreich, Südtirol und der Schweiz – alle liegen über 1.500 m Seehöhe – haben sich zusammengeschlossen und bieten Leid geplagten Allergikern erholsame Ferien vor Stress und Allergenen.
Mehr unter www.allergiealpin.info, T: 05359/90590-1580 (Info & Kataloganforderung)

Ratgeber „Allergenvermeidung im Freien“
Wie man der Pollenbelastung am besten entkommen oder sie zumindest stark reduzieren kann, haben die Allergie-Experten der IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung) in einem praktischen Ratgeber zusammengefasst. Der Ratgeber „Allergenvermeidung im Freien“ enthält äußerst hilfreiche Empfehlungen, was man an den belastenden Tagen tun bzw. unterlassen sollte sowie den Pollenkalender 2004. Der Folder kann im Internet unter www.allergenvermeidung.org oder über die IGAV Telefon-Hotline 01/212 60 60 kostenlos angefordert werden.

Frühzeitig zum Arzt gehen!
Ein Heuschnupfen (med. allergische Rhinokonjunktivitis) wird gerne auf die leichte Schulter genommen. Eine Allergie ist jedoch ein chronischer Entzündungsprozess, der in vielen Fällen nicht auf Augen und Nase beschränkt bleibt, sondern sich auf den gesamten Bereich der Atemwege bis hin zur Lunge ausbreiten kann. Jede Behandlung dieser Allergie ist daher immer zugleich Prophylaxe, denn es gilt den „Etagenwechsel“, eine Ausweitung der Entzündung auf tiefere Atemwege, zu verhindern. Viele, die unter allergischem Schnupfen leiden, werden früher oder später zu Asthmatikern, wenn sie nicht oder zu spät behandelt werden!

Die Behandlung von allergischen Erkrankungen nutzt im Wesentlichen drei Möglichkeiten: Die „Allergenkarenz“(Allergenvermeidung), die Behandlung der Symptome und die „Allergie-Impfung“.

Gemäß den Empfehlungen der WHO gelten so genannte nicht sedierende Antihistaminika als Medikamente der ersten Wahl zur Basistherapie der allergischen Rhinokonjunktivitis. Sie bessern Symptome wie Niesen, Juckreiz und tränende Augen. Neueste, moderne Wirkstoffe wie Desloratadin1 können bereits im Kindesalter (ab dem 2. Lebensjahr) unbedenklich verabreicht werden und machen auch nicht müde.

Ergänzend empfiehlt die WHO intranasale Steroide (Nasenspray). Substanzen wie etwa Mometasonfuroat2 sind gut verträglich und greifen selbst nach einem Jahr Anwendung die Nasenschleimhaut nicht an, wie es bei herkömmlichen, abschwellenden Nasensprays häufig der Fall ist.

Die Allergie-Impfung (auch Hyposensibilisierung oder Spezifische Immuntherapie genannt) ist die einzige Allergie-Behandlung, die direkt im Immunsystem ansetzt und somit die Ursache bekämpft. In vielen Fällen kann sogar eine Ausheilung der Allergie erreicht werden. Die Behandlung dauert im Allgemeinen drei Jahre und kann als Injektion und in Tropfenform verabreicht werden. In der Regel werden die Symptome bereits nach drei bis sechs Monaten schwächer und der Bedarf an anderen Allergie-Medikamenten geht zurück.

Text: Presseinformation der IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung) in Kooperation mit der Aerobiologie an der Wiener HNO-Klinik (www.pollenwarndienst.at)

 

11. Februar 2004

Pollensaison hat mit Hasel- und Erlenpollen begonnen

Mit hohen Konzentrationen an Haselpollen und mäßigen Werten für die Erle hat letzte Woche die Pollensaison in Wien eingesetzt.

Kaltes und unbeständiges Wetter lässt in den kommenden Tagen keinen nennenswerten Pollenflug erwarten. Erst ab dem Wochenende wird wieder mit einem Ansteigen der Belastung zu rechnen sein.

Text: Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 11. Februar 2004

 

5. Februar 2004

Vogelgrippe: Weiter keine Gefahr für Österreich

Wien (OTS) - Bedingungen in Europa für Verbreitung des Vogelgrippe-
Virus "H5N1" schlecht - Ansteckung nur unter extremen Bedingungen möglich - Keine Gefahr der Übertragung durch Lebensmittel

Die "Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit", AGES, informiert zum aktuellen Stand der Vogelgrippe- Epidemie in Südostasien:

Aufgrund des derzeit bekannten Verlaufes der Vogelgrippekrankheit in Vietnam und Thailand besteht keinerlei Gefahr für die Bevölkerung in Österreich. Die Ansteckung des Menschen mit dem neu aufgetretenen Vogelgrippe-Virus "H5N1" durch erkranktes Geflügel ist nur unter extremen Bedingungen, wie sie in Südostasien teilweise herrschen, möglich. Die Voraussetzung für eine Viren-Übertragung wäre ein enger Kontakt des Menschen mit erkranktem Geflügel (welches zudem massenhaft Viren ausscheiden muss) sowie hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit. Insgesamt wurden bis zum heutigen Tag in Thailand und Vietnam nur 17 Erkrankungen gemeldet, davon erlagen 13 Betroffene den Folgen der Grippe.

AGES: Vogelgrippe kommt in Österreich nicht vor

"In Österreich haben wir ein umfassendes und praxiserprobtes Influenza-Überwachungssystem, welches sowohl den humanmedizinischen als auch den veterinärmedizinischen Bereich umfasst. Die AGES hat alleine im Vorjahr 4.736 Vögel serologisch auf Vogelgrippe untersucht und von etwa 1.904 Vögeln entsprechende Viruskulturen angelegt. Alle Untersuchungen belegten, dass Vogelgrippe in Österreich in den vergangenen Jahren nie vorkam", so Dr. Michael Schönbauer, Leiter des Fachbereichs Veterinärmedizin der AGES.

Keine Gefahr beim Verzehr von Lebensmittel

Die Übertragung aller Arten von Vogelgripperippeviren durch den Verzehr von Geflügel-Lebensmittel konnte bis heute weltweit in keinem einzigen der bisher bekannten Erkrankungsfälle festgestellt werden. Eine Ansteckung durch Hühnerfleisch oder Hühnereier mit dem Vogelgrippevirus ist in Österreich auszuschließen. Um den Geflügelbestand in Europa vor der Vogelgrippe zu schützen, hat die Europäische Kommission dennoch vorsorglich ein Einfuhrverbot für frisches Fleisch von Geflügel, Laufvögel, Federwild und Zuchtfederwild, von Geflügelfleischerzeugnissen und Geflügelfleischzubereitungen, die aus Fleisch der genannten Arten bestehen oder solches enthalten, sowie von Eiern beschlossen.

Kein einziger Fall von Übertragung von Mensch zu Mensch

Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Vogelgrippeviren, die teilweise schon lange bekannt sind und dem humanen Grippeviren ähnlich sind. In Europa ist eine - im Vergleich zum asiatischen Virus H5N1 - weit weniger radikale Form der Vogelgrippe zuletzt im Jahr 2003 in einem beschränktem Gebiet (Belgien/Niederlande) bekannt geworden und wurde schnell unter Kontrolle gebracht.

"Eine Übertragung von Vogelgrippeviren auf den Menschen ist prinzipiell nur schwer möglich und hat beim Ausbruch 2003 in den Niederlanden nur zu einem einzigen Todesfall geführt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bis heute in keinem einzigen Fall nachgewiesen worden", so Prof. Dr. Franz Allerberger, Fachbereichsleiter Humanmedizin in der AGES.

Das nun in Thailand und Vietnam neu aufgetretene Vogelgrippevirus "H5N1" ist die bisher gefährlichste Sub-Art des Grippe-Verursachers mit 17 erkrankten Personen, davon 13 Todesfällen. "Da die Verbreitung jedoch nur auf Länder Südostasiens beschränkt ist und über 40 Millionen gefährdete Tiere vernichtet wurden, ist eine weitere Verbreitung, vor allem nach Europa, äußerst unwahrscheinlich."

Die theoretische Gefahr der Pandemie (weltweite Epidemie) besteht, wenn eine gleichzeitige Infektion von menschlichen und Vogelgrippe-Viren stattfände und es zu einer genetischen Vermischung und somit zu einer Entstehung einer neuen Virusvariante mit möglicherweise höherer Infektiosität für den Menschen kommen würde.

Grippe-Medikamente auch gegen Vogelgrippe wirksam

"Alle zurzeit in Österreich registrierten Medikamente zur spezifischen Therapie von Influenza A-Viren sind auch gegenüber der Vogelgrippe wirksam. Die Impfstoffe gegen die verschiedensten Arten der Grippe werden regelmäßig an die jeweils in Erscheinung tretenden Grippeviren angepasst. Die Weltgesundheitsorganisation WHO betreibt zu diesem Zweck seit vielen Jahren ein weltumspannendes Grippevirus-Überwachungsprogramm. Wir von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit sind in dieses epidemiologische Überwachungssystem zur Erkennung neuer Virustypen zwecks Anpassung des Grippeimpfstoffes eingebunden", so Allerberger.

Links:

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit: http://www.ages.at

Bundesministerium für Gesundheit und Frauen: http://www.bmgf.gv.at

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit: http://www.efsa.eu.int

WHO: http://www.who.int/csr/disease/avian_influenza/en/

 

5. Februar 2004

Schweiz: Mit Medienpreis gegen
Allergie-Informationsdefizit

Schweizer Journalisten klären Bevölkerung über Gefahr von Asthma auf

Zürich (pte, 5. Februar 2004 11:11) - Mit einer ungewöhnlichen Kampagne soll die Bevölkerung auf die drohenden Gefahren durch allergischen Schnupfen hingewiesen werden: das UCB-Institute of Allergy (IOA) hat den diesjährigen Schweizer Medienpreis ausgeschrieben. Das Ziel ist dabei, Medien zu motivieren, Allergien als Krankheit und die Prävention von Allergien zu thematisieren und damit einen Beitrag zur Information der Bevölkerung zu leisten.

Das UCB-IOA http://www.theucbinstituteofallergy.ucb.be wurde 1987 als Nonprofit-Organisation gegründet und hat es sich zum Ziel gesetzt, kontinuierlich Aufklärungsarbeit über das Thema Allergie zu leisten. Das erfolgt auf Basis aktueller wissenschaftlicher Informationen und spezifischer Fortbildungsprogramme. Im Rahmen dieser Aufgabe sollen wesentliche Informationsdefizite der Bevölkerung beseitigt werden.

Die allergische Rhinitis (allergischer Schnupfen) ist in den Industrieländern steigend. Nach Schätzungen leiden in den Ländern Mitteleuropas, so auch in der Schweiz, zwischen zehn und 15 Prozent der Bevölkerung an Allergien. Die häufigsten Auslöser sind dabei Blüten- und Gräserpollen sowie Hausstaubmilbenkot. Die Mediziner warnen davor, den Schnupfen auf die leichte Schulter zu nehmen, denn nach Untersuchungen der WHO ist dieser einer der Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung von Asthma bronchiale. Eine rechtzeitige und adäquate Behandlung könne dies verhindern.

Nach den jüngst veröffentlichten Zahlen leiden 20 bis 30 Prozent der Patienten mit allergischem Schnupfen auch an Asthma bronchiale und mindestens 60 Prozent der Asthmatiker sind auch Allergiker. Die WHO definiert die allergische Rhinitis als ernst zu nehmende chronische Erkrankung. Die Experten warnen davor, dass bei allergischem Schnupfen durch behinderte Nasenatmung und daraus resultierender Mundatmung auch Pollen, die sonst in der Nase haften bleiben, in die unteren Atemwege gelangen. Das kann Asthma bronchiale auslösen.

Allergologen betonen, dass der allergische Schnupfen heute erfolgreich und effizient behandelt werden kann. Das Verbarrikadieren in der Wohnung während der Pollenzeit ist nach Angaben der Experten leider heute immer noch üblich.

Nach einer Umfrage in der Schweiz wurden besondere Informationsdefizite klar: demnach kennen nur 36 Prozent der Patienten die Ursachen ihres Leidens. 70 Prozent gehen nicht zum Arzt, obwohl 65 Prozent wissen, dass ihre Erkrankung zu Asthma bronchiale führen kann.

Der ausgeschriebene "Swiss Allergy Media Award" wendet sich an alle in der Schweiz lebenden Journalisten. Der Preis ist mit 10.000 Schweizer Franken dotiert. Arbeiten müssen bis 31. Juli 2004 eingereicht werden.

Aussender: pressetext.schweiz