asthma-info.at
Informationen über Asthma und Allergien
aktualisiert: 16.02.2005   

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Juni 2004 (17)

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28. Juni 2004

Derzeit Belastungen für Allergiker durch
Gräserpollen, Pilzsporen und die blühende Edelkastanie

Wien - Seit dem Beginn der Gräserblüte sind die Belastungen für Allergiker wetterbedingt nur selten stark. Bisher waren es erst wenige Tage, an welchen die Konzentrationen deutlich den Schwellenwert überschritten haben. So geht es aber nicht weiter: Zumindest in den nächsten drei Wochen wird es an sonnigen und warmen Tagen recht unangenehm für Patienten mit Gräserpollen-Allergie. Erst Mitte Juli ist mit einer langsamen Entschärfung zu rechnen.

Im Osten und Süden Österreichs blüht die Edelkastanie. Wegen der bekannten Kreuzreaktion können empfindliche Birkenpollen-Allergiker durchaus
vorübergehend Beschwerden haben.

Das feuchte Wetter hat zwar den Pollenflug der Gräser eingeschränkt, umso mehr aber finden sich jetzt Pilzsporen von Alternaria und Cladosporium in
der Luft. Pollenallergiker, die trotz Schlechtwetterlage an Symptomen leiden, sind möglicherweise gegen diese Pilzsporen sensibilisiert.

Text: Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 28. Juni 2004

 

24. Juni 2004

"Die Zukunft unseren Kindern"
WHO-Aktionsplan soll Verbesserung der Umwelt und Gesundheit der
Kinder bringen - Ministerkonferenz in Budapest unter Vorsitz Österreichs

Logo "Die Zukunft unseren Kindern"Wien/Budapest - Unter Vorsitz Österreichs wird bei der in Budapest stattfindenden paneuropäischen Ministerkonferenz der Weltgesundheitsorganisation WHO ein gemeinsamer europäischer Aktionsplan zum Schutz der Kinder vor Umwelt- und Gesundheitsbelastungen (CEHAPE = Children's Environment and Health Action Plan for Europe) beschlossen. Die Konferenz, die von 23.-25.Juni 2004 stattfindet, und an der die Umwelt- und Gesundheitsminister aus 52 europäischen Ländern teilnehmen, steht unter dem Motto: "Die Zukunft unseren Kindern".

"Der Handlungsbedarf liegt auf der Hand: In Europa sterben laut WHO jährlich bis zu 13.000 Kinder im Alter bis vier Jahre an verdreckter Außenluft, weitere 10.000 an Innenluftverschmutzung," so der österreichische Umweltminister Josef Pröll. Weitere tödliche Umweltfaktoren seien darüber hinaus schlechte Wasserversorgung beziehungsweise Abwasserentsorgung und Bleivergiftungen. "Wir können hier nicht wegschauen, es muss ein Ruck durch Europa gehen. Der Kinder-Aktionsplan muss ein Wendepunkt auf dem Weg für ein kinderfreundlicheres Europa werden."

Die großen gesundheits- und umweltpolitischen Herausforderungen in Europa, nämlich Klimaschutz, Luftverschmutzung, Verkehr, Chemikalien und Atomkraft sollten schon im Hinblick auf die schwächste Bevölkerungsgruppe - die Kinder - mit Erfolg gemeistert werden. Vor diesem Hintergrund nannte Pröll sechs Prioritätsziele einer verantwortlichen und zukunftsfähigen Umweltpolitik:

Klimaschutz: Ein rasches Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls und eine ernsthafte internationale Umsetzung der Klimaschutzziele. Dieses sei gerade im Sinne der Kinder von Bedeutung, da sie von der Klimaänderung am stärksten betroffen sein werden.

Verbesserung der Luftqualität: Insbesondere die Reduktion der Partikelemissionen durch rasche Einführung von Partikelfiltern oder gleichwertigen Technologien beim PKW sowie die Verschärfung der Grenzwerte bei PKW- und LKW-Abgasen.

Umweltgifte: Eine Verankerung des Vorsorgeprinzips in der Chemiepolitik.

Technologischer Fortschritt: Forcierung von technischen Verbesserungen an den Fahrzeugen für einen kinder- und umweltfreundlichen Verkehr.

Öko-Energie: Förderung der erneuerbaren Energien und ein langfristiger Ausstieg aus den nicht nachhaltigen Energien wie der Kernenergie.

Wasser: Erhalt der Wasserqualität, Sicherung des Zugangs zu sauberem Wasser für alle Kinder

Österreich war "Lead Country", also führend bezüglich des Aktionplans CEHAPE - getragen von Lebensministerium und Gesundheitsministerium. Das Lebensministerium hat die Ausarbeitung des CEHAPE finanziell und personell unterstützt - DI Robert Thaler der Leiter der Abteilung Verkehr, Mobilität, Siedlungswesen und Lärm im Lebensministerium leitete die erfolgreichen internationalen Verhandlungen.

www.lebensministerium.at
www.euro.who.int/budapest2004

 

23. Juni 2004

OZON!Sofort
SMS-Infoservice 0664/66 00 400

Aktion von Umweltbundesamt, Lebensministerium, mobilkom austria

OZON!Sofort-Logo Wien - Ein gemeinsames Projekt zur mobilen Ozoninformation in Österreich starteten Umweltbundesamt und Lebensministerium am 23. Juni 2004 in Kooperation mit mobilkom austria. "Aktuell, schnell, einfach und von jedem beliebigen Standort in Österreich aus gelangen mit OZON!Sofort wichtige Umweltinformationen direkt auf das Handy", präsentierten Umweltminister Josef Pröll, Umweltbundesamt-Geschäftsführer Georg Rebernig und mobilkom austria-Vorstand Hannes Ametsreiter die gelungene Kooperation zum Schutz der Gesundheit.

OZON!Sofort ist ab sofort per SMS unter 0664/66 00 400 oder per PDA (Personal Digital Assistant) unter www.a1.net/ozonsofort über Ortsname oder Postleitzahl für ganz Österreich bis Ende September 2004, täglich von 7 bis 20 Uhr abrufbar. Als Kosten fallen die jeweiligen Netzgebühren für das Abfrage-SMS an. Das Antwort-SMS ist kostenlos.

Umwelt und Gesundheit
"Klimaschutz und die Erhaltung sauberer Luft sind die großen aktuellen umweltpolitischen und gesundheitsrelevanten Herausforderungen in Europa. Bei den Maßnahmen müssen wir zunehmend als Messlatte die Gesundheit der Kinder heranziehen. Der kindliche Körper ist in der Entwicklungsphase empfindlicher, daher stellen auch die Schadstoffkonzentrationen in Bodennähe hohe Gefahrenpotenziale für ihre Gesundheit dar. Aber auch ältere und geschwächte Personen leiden unter den Umweltauswirkungen des Verkehrs, wie beispielsweise bodennahem Ozon. Ich leite morgen in Budapest die Beratungen der Umwelt- und Gesundheitsminister über den Kinder-Umwelt-Gesundheits-Aktionsplan (engl. CEHAPE), der am Freitag angenommen werden soll. Dieser WHO-Aktionsplan ist die neue internationale Vereinbarung für die Verbesserung der Umwelt- und Gesundheitssituation der Kinder in ganz Europa und wurde federführend vom Lebensministerium verhandelt. Durch die führende Rolle Österreichs ist es gelungen, wichtige Anliegen wie die kindergerechte Verkehrs- und Siedlungsgestaltung, die Forderung nach rascher Einführung von Partikelfiltern und von Lärmschutzmaßnahmen in den Handlungsprioritäten zu verankern", erklärte Umweltminister Josef Pröll.

"OZON!Sofort ist ein wichtiger Schritt, Umweltinformation praxis- und serviceorientiert zur Verfügung zu stellen und ein wichtiger Beitrag des Lebensministeriums und seiner Partner zur konkreten Ausgestaltung des Kinder-Umwelt-Gesundheits-Aktionsplans in Österreich", unterstrich Pröll die Bedeutung des Service für moderne Umweltinformation.

Umweltinformation und Umweltkontrolle
Für das Umweltbundesamt ist OZON!Sofort ein wichtiger Schritt in Richtung mobile Umweltinformation. "Umweltkontrolle und Umweltinformation in Österreich sind die zentralen Aufgaben des Umweltbundesamtes. Umweltinformation über Luftschadstoffe heißt nicht nur, die sachlichen Informationen über die Schadstoffe selbst und deren Gefährdungspotenzial zu liefern, sondern auch gleichzeitig das Bewusstsein zum persönlichen Umgang damit und auch zu dessen Vermeidung zu schaffen. Mit OZON!Sofort haben wir ein Projekt gestartet, österreichweit Ozoninformationen einfach und aktuell aufzubereiten und direkt anzubieten", ist Georg Rebernig, Geschäftsführer des Umweltbundesamtes vom Erfolg des Projektes überzeugt. "Erstmals haben wir dafür mobile Technologien eingesetzt, damit kommt man ortsunabhängig jederzeit zu den gewünschten Daten."

Zusätzlich zur aktuellen, regionalen Information der einzelnen Ozon-Messstellen werden zweimal täglich auf www.umweltbundesamt.at/luft Karten zur Ozon-Gesamtbelastung in Österreich veröffentlicht.
Neben Ozon sind auch die aktuellen Messwerte zu Stickstoffoxid, Feinstaub, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid auf der Website zu finden.

Mobiles Umweltinformationsservice
Als österreichischer Markt- und Innovationsführer ist sich mobilkom austria der gesellschaftlichen Verantwortung in Bezug auf die Gesundheit bewusst. Deshalb ist der Service nicht nur für A1-Kunden, sondern für jede/n Handy-UserIn zugänglich. Hannes Ametsreiter, Vorstand Marketing, Vertrieb und Customer Service, mobilkom austria über den innovativen Informationsdienst: "Mit diesem Service haben wir einen mobilen Infodienst geschaffen, mit dem sich jeder rasch informieren kann: SportlerInnen, gesundheitlich anfällige Menschen, ältere Menschen und Kinder werden unmittelbar und je nach Bedarf über eine mögliche Ozonbelastung aufgeklärt. Damit helfen wir ihnen, Aktivitäten im Freien besser zu planen und damit für die eigene Gesundheit vorzusorgen."

Eine Innovation bietet dieser Dienst insofern, dass er mobil standortbezogene Ozon-Informationen der nächstgelegenen Messstelle bietet. Bisher war es interessierten BürgerInnen nur möglich, Ozon-Daten im Internet oder Teletext zu erhalten. Jetzt ist durch die SMS-Eingabe der Postleitzahl oder des Ortes die Möglichkeit geschaffen, die Ozon-Werte der Umgebung standortunabhängig zu bekommen. mobilkom austria plant, in Zukunft weitere Info-Dienste im Gesundheitsbereich einzurichten.

Messdaten
Die aktuellen Ozonwerte werden von rund 110 Messstellen der Ämter der Landesregierungen von Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien und des Umweltbundesamtes zur Verfügung gestellt.

Hintergrundinformationen über Ozon

Ozon ist ein natürlicher wie auch vom Menschen verursachter Bestandteil der Atmosphäre, der in verschiedenen Höhen unterschiedliche Funktionen und Wirkungen hat:
• in der Stratosphäre in 12 bis 50 Kilometern Höhe filtert Ozon die schädlichen Anteile der UV-Strahlung aus dem Sonnenlicht und schützt dadurch das Leben auf der Erde
• in der Troposphäre bis circa 12 Kilometer über dem Boden wirkt Ozon dagegen wie ein Treibhausgas, das die Wärmestrahlung der Erde zum Boden zurückstrahlt und dadurch die Erderwärmung verstärkt
• in Bodennähe beeinträchtigt Ozon die menschliche Gesundheit und die Vegetation

Entstehung
Im Gegensatz zu vielen anderen Schadstoffen wird das bodennahe Ozon nicht direkt z. B. aus Fabrikschornsteinen oder Auspuffrohren ausgestoßen, sondern entsteht erst durch komplizierte photochemische Reaktionen, die an heißen Tagen durch das Sonnenlicht als Energiequelle verstärkt werden.
Dabei bildet sich Ozon aus den Vorläufersubstanzen Stickstoffoxide und leicht flüchtige organische Substanzen. Dieser Entstehungsprozess ist sehr komplex und findet während des Transportes der Vorläuferstoffe über längere Strecken statt, so dass die höchsten Ozonwerte häufig mehrere Kilometer entfernt von der Freisetzung der Vorläuferstoffe auftreten.

Wirkung auf die Menschen
Die durch kurzzeitig erhöhte Ozonkonzentrationen ausgelösten körperlichen Symptome beim Menschen sind z. B. Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen, brennende Augen und Asthmaanfälle sowie Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit. Bei abnehmender Ozonbelastung bilden sich die Symptome meist wieder zurück.

Wirkung auf die Vegetation
Bei Pflanzen kann Ozon den grünen Blattfarbstoff Chlorophyll angreifen, was ihr Wachstum hemmen und zu Blattschäden (bis hin zum Ernteausfall) führen kann.
Maßnahmen zur Verringerung der Ozonbelastung:
• Auto stehen lassen und statt dessen Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel
benutzen
• Beim Fahrzeugkauf auf verbesserte Abgastechnik achten
• Beim Autofahren die Geschwindigkeit reduzieren
• Nur lösungsmittelarme Lacke und Reinigungsmittel verwenden.

Gesetzliche Schwellenwerte für Ozon
Am 1. Juli 2003 trat eine Novelle des Ozongesetzes in Kraft. Mit dieser wurden u.a. die Schwellen- und Zielwerte einer EU-Richtlinie in österreichisches Recht umgesetzt. Die
Informationsschwelle wird bei einer einstündigen Ozonkonzentration von mehr als 180 µg/m³, die Alarmschwelle wird bei einer einstündigen Ozonkonzentration von mehr als 240 µg/m³ erreicht.

Empfohlene Verhaltensweisen
• bei Überschreitung der Informationsschwelle von 180 µg/m³
Ozonkonzentrationen über der Informationsschwelle können bei einzelnen, besonders empfindlichen Personen und bei erhöhter körperlicher Belastung geringfügige Beeinträchtigungen hervorrufen. Der normale Aufenthalt im Freien (z. B. Spaziergang, Baden, Picknick) ist auch für empfindliche Personen unbedenklich. Diese sollten sich besonders über den weiteren Verlauf der
Ozonkonzentration im Aufenthaltsbereich informieren. Weitere individuelle
Schutzmaßnahmen sind bei Überschreiten der Alarmschwelle erforderlich.
• bei Überschreitung der Alarmschwelle von 240 µg/m
Ozonkonzentrationen über der Alarmschwelle können zu Reizungen der Schleimhäute und zu Atemwegsbeschwerden führen. Ungewohnte und starke Anstrengungen im Freien, insbesondere in den Mittags- und Nachmittagsstunden, sind zu vermeiden. Gefährdete Personen - wie beispielsweise Kinder mit überempfindlichen Bronchien, Personen mit schweren Erkrankungen der Atemwege und/oder des Herzens, sowie Asthmakranke - sollen sich bevorzugt in Innenräumen aufhalten, in denen nicht geraucht wird.


Ozon-Informationsdienste in Österreich

Österreich gesamt
Luftgüteinformation im Internet www.umweltbundesamt.at
ORF Teletext Seiten 782 und 783 teletext.orf.at
OZON!Sofort SMS-Infoservice 0664/66 00 400 - www.a1.net/ozonsofort
Burgenland
Ozoninformationsdienst 02682/600/2888
Luftgüteinformation im Internet www.luft-bgld.at
Kärnten
Ozontelefon 0463/1550-50
Luftgüteinformation im Internet www.umwelt.ktn.gv.at/luft
Niederösterreich
Ozoninformationsdienst 02742/9005/11000
Luftgütetelefon 02742/9005/14444
Luftgüteinformation im Internet www.noel.gv.at/Umwelt/Luft.htm
Oberösterreich
Ozontelefon 0732/1510
Luftgüteinformation im Internet www.ooe.gv.at/umwelt/luft
Salzburg
Luftgütetelefon 0662/8042/4000
Luftgüteinformation im Internet www.salzburg.gv.at/luft
Steiermark
Luftgütetelefon 0316/877/2172
Luftgüteinformation im Internet www.umwelt.steiermark.at
Tirol
Luftgüteinformation im Internet www.tirol.gv.at/luft
Vorarlberg
Luftgütetelefon 05574/511 42 973
Luftgütebericht Abholfax 05574/48929
Luftgüteinformation im Internet www.vorarlberg.at/umweltinstitut
Wien
Computertonbanddienst “Ozonix” 01/4000/88288 (stündlich aktualisiert)
Wiener Luftgütebericht 01/4000/8820
Luftgüteinformation im Internet www.wien.gv.at/ma22/luftgue.html
Die Grünen / Sommer ohne Ozon! www.wien.gruene.at/ozon/
Global 2000 www.global2000.at/pages/verkehr_ozon.htm

 

21. Juni 2004

Sonne, Bienen und Tattoos
Den typischen Allergien der Sommer- und Urlaubszeit auf der Spur

Linz - Unter dem Begriff Allergie versteht man eine krankmachende Überreaktion des Organismus auf normalerweise harmlose Substanzen. Etwa 25 Prozent der Bevölkerung leiden unter einer Allergie. Gerade in den Sommermonaten wird an Allergie-Ambulanzen – wie auch die Jahre zuvor – wieder ein deutlicher Anstieg der PatientInnen erwartet, da die Sommer- und Urlaubszeit ganz typische Allergien mit sich bringt.

Bienen- und Wespengiftallergie

Wenn die Badesaison dem Höhepunkt zusteuert, Mahlzeiten gerne im Freien eingenommen werden, und der Schweißbildung mit einem höheren Einsatz von parfümierten Hygieneartikeln zu Leibe gerückt wird, sind Bienen und Wespen besonders lästig.

Der erste Stich verläuft zumeist völlig harmlos, denn erst wiederholte Stiche können Reaktionen auslösen, die von Nesselausschlag, Atemnot und Übelkeit bis zum allergischen Schock reichen. Insektengift-AllergikerInnen sollten daher während der Bienen- und Wespensaison je nach Schwere der Reaktion immer und überall ein Erste-Hilfe-Set mit den speziell auf sie abgestimmten Notfallmedikamenten bei sich tragen.

Etwa vier bis sechs Wochen nach einer allergischen Reaktion auf einen Bienen-/Wespenstich lässt sich der Grad der Sensibilisierung (=Empfindlichkeit) mit einem Haut- und Bluttest feststellen. Eine Insektengiftallergie besteht meist ein Leben lang, wenn sie nicht behandelt wird. Mit der Hyposensibilisierung, bei der der Körper durch kleinste Gaben steigender Dosis des Insektengiftes langsam an das Gift gewöhnt wird, sind sehr gute Heilungserfolge erzielbar. Rund 90 bis 95 Prozent der PatientInnen mit einer Bienen- oder Wespenallergie sind damit vor einer erneuten allergischen Reaktion geschützt.

Sonnenallergie

Normalerweise führt ein Sonnenbad zur Hautbräunung beziehungsweise zu Sonnenbrand. Wenn ein Mensch Sonnenlicht zunächst gut verträgt, dann aber plötzlich auf die gleiche Sonneneinstrahlung mit Entzündungen reagiert, sprichtmanvon einer Sonnen- oder Photoallergie.

Die Auslöser dieser Allergie – sie kann sich in einer leichten Form der Bläschenbildung bis zu großflächigen, windpockenartigen Hautreaktionen äußern – sind schwer zu lokalisieren: Oft wird die Sonnenallergie durch Substanzen ausgelöst, die in Kosmetika oder Sonnenschutzmitteln enthalten sind. Immer wieder finden die DermatologInnen der Allergie-Ambulanz im AKh Linz aber auch in Arzneimitteln die Ursache für eine photoallergische Reaktion.

Medikamentenallergie und Reiseapotheke

Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, weiß zumeist gut darüber Bescheid, ob diese zu einer Überempfindlichkeit bei Sonnenbädern führen. Vielfachwird aber an photoallergische Reaktionen nicht gedacht, wenn Medikamente für die Reiseapotheke eingepackt werden. Die SpezialistInnen der Allergie-Ambulanz im AKh Linz raten daher, beim Zusammenstellen der Reiseapotheke auch darauf zu achten und nach dem Urlaub in jedem Fall die Allergie-Ambulanz aufzusuchen, falls sie im Zusammenhang mit der Einnahme von Antibiotika oder Schmerzmittel ungewöhnliche Reaktionen etwa in Form von Hautausschlägen bemerken. Nur so kann mit Sicherheit festgestellt werden, ob es sich um eine Medikamentenallergie, um eine harmlose Nebenwirkung oder um eine medikamentenbedingte photoallergische Reaktion handelt.

Nahrungsmittelallergie

Eine Allergieform, die besonders während der Urlaubszeit häufiger auftritt, ist die Nahrungsmittelallergie. Dies liegt vor allem daran, dass speziell bei Auslandsurlauben landestypische Nahrungsmittel und Gerichte probiert werden, wie etwa Fische oder Krustentiere. Besonders SelbstversorgerInnen mit Kleinkindern sollten im Urlaub daher „Exotisches“ eher meiden und auf Nahrungsmittel zurückgreifen, die auch Zuhause problemlos vertragen werden.

Urlaubsmitbringsel als Allergieauslöser –
Modeschmuck, Friseurbesuche und Tattoos

Viele UrlauberInnen bringen von den Urlaubsdestinationen nicht nur Sonnenbräune, sondern auch die verschiedensten Souvenirs mit. Besonders beliebt ist Modeschmuck. Weniger beliebt sind Kontakt-Ekzeme, die nach ein bis drei Tagen in Form von Rötungen, Juckreiz, Bläschen- oder Schuppenbildung auftreten können. Schuld daran ist zumeist der im Schmuck enthaltene Nickel, für den es in vielen Reiseländern entweder keine Kennzeichnungspflicht gibt oder diese auf den Märkten und Basaren nur unzureichend kontrolliert wird. Auch der in den typischen Urlaubsländern so günstige Friseurbesuch mit Haarpflege- und Färbemitteln, die nicht nach unseren Standards geprüft wurden, sind mit Vorsicht zu genießen.

Auf jeden Fall raten die DermatologInnen der Allergie-Ambulanz des AKh Linz von den derzeit überaus beliebten Henna-Tattoos ab. Diese scheinbar so harmlosen Hautmalereien, die nach einigen Wochen verblassen, können Hautallergien mit schwerer Narbenbildung hervorrufen. Auch Infektionen bei „unsauberen“ Arbeiten können die Folge sein.

Die SpezialistInnen der Allergie-Ambulanz in der Abteilung für Dermatologie im AKh Linz bieten neben den Standardtestverfahren vor allem Testreihen für die verschiedensten Berufsgruppen (zum Beispiel Friseur- oder Metallberufe) aber auch Spezialtests wie etwa für die Verträglichkeit von Gelenksprothesen oder Zahnsubstanzen an.

Im Vorjahr wurden in der Allergie-Ambulanz des Linzer AKh 3672 allergologische Testungen durchgeführt. Zwischen Jänner und Mai des heurigen Jahres waren es bereits 2272 Tests, wobei der Schwerpunkt vor allem bei den Pollenallergien lag.

www.linz.at


21. Juni 2004

Hoher Obstverzehr schützt vor Lungenkrebs
EPIC-Studie zeigt Zusammenhänge auf - Rauchverhalten berücksichtigt

Heidelberg - Wer viele Fruechte isst, verringert damit offenbar sein Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Einen umgekehrten Zusammenhang zwischen Obstkonsum und Neuerkrankungen an Lungenkrebs
zeigen aktuelle Daten aus EPIC (European Prospective Investigation into
Cancer and Nutrition), der groessten europaeischen Studie zur Rolle von
Ernaehrung, Lebensweise, Stoffwechsel und Erbfaktoren bei der Entstehung von Krebs und anderen chronischen Erkrankungen.

In der EPIC-Studie werden seit 1992 rund 500.000 Menschen in 10
europaeischen Laendern nach ihren Lebensgewohnheiten befragt und ihre
Gesundheitsentwicklung beobachtet. Darueber hinaus stehen von allen
Probanden Blutproben und Messwerte fuer weitere Analysen zur Verfuegung.
Die Studie wird koordiniert von Professor Elio Riboli, Leiter der
Nutrition and Cancer Unit bei der International Agency for Research on
Cancer (IARC) in Lyon. Fuer die vorliegende Auswertung wurden Daten zur
Nachbeobachtung bis 1998 beruecksichtigt, fuer einige Zentren sogar bis
2002. Waehrend dieser Zeit entwickelten 1074 Studienteilnehmer einen
Lungenkrebs, von denen 860 fuer eine ausreichend detaillierte Analyse
zur Verfuegung standen.

Ein europaeisches Wissenschaftlerteam unter Federfuehrung des ehemaligen
Leiters der Abteilung fuer Klinische Epidemiologie im Deutsches
Krebsforschungszentrum Heidelberg, Professor Anthony B. Miller, nahm den
Einfluss des Obst- und Gemueseverzehrs auf die Neuerkrankungsrate an
Lungenkrebs gezielt in den Blick. Bei der Gewichtung der Ergebnisse
legten die Experten besonderen Wert auf die Beruecksichtigung des
Rauchverhaltens, um Verzerrungen zu vermeiden.

Je nach Hoehe des Obst- und Gemueseverzehrs wurden die Probanden in fuenf gleich grosse Gruppen (Quintilen) aufgeteilt. Probanden aus der Quintile mit dem hoechsten Obstverzehr (ca. 500 Gramm pro Tag) zeigten im Vergleich zu Probanden mit dem niedrigsten Obstkonsum (weniger als 70 Gramm pro Tag) ein um 40 Prozent geringeres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken (relatives Risiko
0,60). Der umgekehrte Zusammenhang zwischen Obstverzehr und Lungenkrebs
wurde am staerksten deutlich bei Nordeuropaeern und bei Menschen, die
zum Zeitpunkt der Erstbefragung Raucher waren.

In der gesamten Studiengruppe konnten die Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Gemuese oder von bestimmten Gemuesesorten und Lungenkrebs nachweisen. Fuer die Gruppe der Raucher zeigt sich jedoch ebenfalls ein inverser Zusammenhang, also ein sinkendes
Lungenkrebsrisiko mit steigendem Gemueseverzehr.

Bisher ist nicht bekannt, welche Naehrstoffe in Obst und Gemuese fuer
den Schutzeffekt verantwortlich sind. "Wir vermuten, dass insbesondere
die Kombination verschiedener Inhaltsstoffe, wie Antioxidanzien
einschliesslich der Vitamine C und E oder sekundaere Pflanzenstoffe eine
Rolle spielen", erklaert Privatdozent Dr. Dr. Jakob Linseisen vom
Deutschen Krebsforschungszentrum. Die EPIC-Daten unterstreichen die
Empfehlungen an die Bevoelkerung, moeglichst viel frisches Obst und
Gemuese zu essen. Dies soll jedoch insbesondere bei Rauchern nicht eine
falsche Sicherheit vortaeuschen: Die Wirkung des Obstverzehrs ist klein
im Vergleich dazu, was man bewirkt, wenn man mit dem Rauchen aufhoert!

Anthony B. Miller et al.: Fruits and Vegetables and Lung Cancer:
Findings from the European Prospective Investigation into Cancer and
Nutrition, Int. J. Cancer: 108, 269-276 (2004).

Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de

Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung
Deutsches Krebsforschungszentrum, 21.06.2004


18. Juni 2004

Beta-Agonisten nicht ohne Risiko
Gewöhnungseffekte und Auswirkungen auf das Herz - Zwei neue Studien

Ithaca, N.Y. - Der regelmäßige Gebrauch von Beta-Agonisten zur Bekämpfung von Asthma kann zur Gewöhnung an Beta-Agonisten und zu einem erhöhten Risiko bei Asthma-Anfällen führen. Durch Beta-Agonisten steigt auch das Herz-Risiko. Das ist das Ergebnis von zwei neuen Studien, die von Forschern der Universitäten Cornell und Stanford durchgeführt wurden.

Beta-Agonisten gehören weltweit zu den am meisten verschriebenen Wirkstoffen bei Asthma. Die Autoren der neuen Studien sehen sich nun vor einem Interessenskonflikt mit anderen Wissenschaftlern, die von der Pharma-Industrie unterstützt werden. Auch die American Medical Association hat Bedenken geäußert, dass das Sponsern von klinischen Tests durch die Pharma-Industrie Auswirkungen auf die Qualität der Forschung haben könnte.

Die erste der beiden Studien über die Beta-Agonisten ist eine Meta-Analyse, wobei die Ergebnisse von mehr als einem Dutzend anderer Studien über die Wirkungen von Beta-Agonisten einbezogen waren. Die Ergebnisse dieser Analyse wurden in der medizinischen Fachzeitschrift "Annals of Internal Medicine" (Mai 2004) von den Forschern Shelley R. Salpeter, M.D., Thomas M. Ormiston, M.D., und Edwin E. Salpeter veröffentlicht. Die zweite Meta-Analyse verarbeitet die Ergebnisse von 33 Untersuchungen über die Auswirkungen von Beta-Agonisten auf das Herz, publiziert in der Fachzeitschrift "Chest" (Juni 2004).

Edwin Salpeter, ein Astrophysiker, ist emeritierter Physikprofessor von Cornell, dessen Interesse nun medizinischen Themen gilt. Er assistierte seiner Tochter Shelley, indem er statistische Analysen von Studien über Asthma-Medikamente erstellte. Shelley Salpeter ist Professorin für Medizin an der School of Medicine der Stanford University und Ärztin im Santa Clara Valley Medical Center in San Jose, Kalifornien, wo auch Ormiston Arzt ist.

Adrenerge Beta-Agonisten, wie Albuterol und Terbutaline, setzen an den Rezeptoren an den glatten Muskeln und entzündeten Zellen in den Lungen an. Diese Wirkstoffe, die die Bronchien erweitern, können die Muskeln der Atemwege entspannen, die sich während eines Asthma-Anfalles zusammenziehen. Die kurzzeitige Anwendung von Beta-Agonisten hat sich zur Reduzierung von Symptomen bei einem Asthma-Anfall als hilfreich erwiesen. Aber der kontinuierliche Gebrauch von Beta-Agonisten ist risikoreicher, so die Forscher in ihrem Artikel in den "Annals of Internal Medicine".

"Beinahe alle wissenschaftlich gültigen Studien, die wir untersucht haben, verbanden den kontinuierlichen Gebrauch von Beta-Agonisten durch Asthma-Patienten mit einer abnehmenden bronchialerweiternden Wirkung bei späterer Anwendung von Beta-Agonisten, und mit einer zunehmenden Entzündung der Atemwege, verglichen mit Placebo," berichtet Shelley Salpeter. Kontinuierlicher Gebrauch von Beta-Agonisten bewirkt, dass Asthma-Paienten eine Toleranz gegenüber dem Medikament entwickeln, wodurch Beta-Agonisten im Notfall weniger wirkungsvoll sind.

Edwin Salpeter fragt, warum so viele Ärzte die Warnzeichen des Übergebrauchs von Beta-Agonisten ignorieren, und warum Pharma-Firmen die Produkte immer noch für kontinuierlichen Gebrauch bewerben. "Wir denken, dass die Studien, die vor nachteiligen respiratorischen Effekten warnen, untergehen gegenüber Dutzenden von Studien minderer Qualität, die das nicht auf den Punkt bringen," betont er.

Die meisten Studien über den kontinuierlichen Gebrauch von Beta-Agonisten, die positive Ergebnisse zeigten, wurden aus der Salpeter-Ormiston-Salpeter Meta-Analyse ausgeschlossen, weil sie von den Cornell- und Stanford-Forschern als wissenschaftlich fehlerhaft erachtet wurden - teilweise, weil sie den Gebrauch von Beta-Agonisten bei Bedarf in den PLacebo-Gruppen der klinischen Untersuchungen erlaubt hatten.

Die meisten dieser "Studien minderer Qualität", die von der Meta-Analyse ausgeschlossen wurden, wären, so die drei Forscher, auch in Interessenskonflikte verwickelt gewesen, weil die Studien durch Pharma-Unternehmen finanziell unterstützt wurden, weil Forscher fnanzielle Verbindungen zur Industrie hatten, oder beides.

"Wenn man den kontinuierlichen Gebrauch von Beta-Agonisten vorantreiben will, findet man eine Menge Studien, die diese Ansicht stützen," so Salley Salpeter. "Jedoch aufgrund ihres mangelhaften Studien-Designs war keine dieser Untersuchungen wirklich durch Placebo kontrolliert. Diese Studien sollten daher auch nicht verwendet werden, um gültige Schlüsse über die Sicherheit von Beta-Agonisten zu ziehen. Wir befürchten, dass Ärzte, die den regelmäßigen Gebrauch von Beta-Agonisten empfehlen, in Wirklichkeit ihre Patienten einem Risiko aussetzen."

Ein weiterer ungünstiger Faktor ist, dass der Gebrauch von Beta-Agonisten bei Asthma und COPD auch das Herz-Risiko auf mehr als das Doppelte gegenüber Placebo erhöht, also etwa das Risiko von Herzattacken, warnen die Cornell-Stanford-Forscher. Beta-Agonisten arbeiten an Rezeptoren, die im Herz gefunden wurden, die den Herzschlag beschleunigen und den Spiegel des wichtigen Elements Kalium senken. Diese Wirkungen sind das genaue Gegenteil von Beta-Blocker-Arzneimitteln, wie Atenolol, die oft Patienten mit Herzproblemen verschrieben werden, um ihr Herzrisiko zu vermindern.

Die Autoren der Meta-Analysen betonen, dass sie keine Verbindungen zur Pharma-Industrie haben. Im Fall der Meta-Analysen erhielten Ormiston und Shelley Salpeter finanzielle Unterstützung vom Santa Clara Valley Medical Center. Edwin Salpeter erhielt keine Unterstützung von Cornell. Er machte die statistische Analyse, wie er sagt, "just for the fun of it, also aus Freude an der Sache, und weil ich gute Wissenschaft an die Spitze aufsteigen sehen möchte."

www.news.cornell.edu/releases/June04/beta_agonist.hrs.html

 

14. Juni 2004

Maßnahmen zur Ozon-Bekämpfung
Kooperation von Wien, Niederösterreich und Burgenland

Wien (RK). Wien, Niederösterreich und das nördliche Burgenland bilden als "Nordostregion" ein gemeinsames Ozonüberwachungsgebiet. Bereits vor zehn Jahren sind die drei österreichischen Bundesländer eine enge Kooperation zur Entwicklung gemeinsamer Maßnahmen eingegangen, um hohe Ozonwerte zu senken. So werden z. B. nach wie vor die öffentlichen Verkehrsmittel in der Ostregion massiv ausgebaut, Wohnbauten verstärkt saniert, erneuerbare Energien wie Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung zunehmend genutzt. Mit diesen Maßnahmen wurden bereits auch Emissionsminderungen erzielt. Die damit verbundene Entlastung der Umwelt wurde jedoch in den vergangenen Jahren durch die steigende Verkehrsleistung des Individual- und Güterverkehrs größtenteils wieder kompensiert.

Gemeinsame Lösungen gefragt

Nur durch langfristig wirkende und europaweite Maßnahmen zur Absenkung der Vorläufersubstanzen kann auch die Ozonsituation entschärft werden. Bund und Länder arbeiten an der gemeinsamen Umsetzung der "Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-Richtlinie)".

Bis zum Jahre 2010 muss Österreich im Rahmen des "Emissionshöchstmengengesetzes" die Emissionen von Ozonvorläufersubstanzen beträchtlich reduzieren.

Gefordert sind auch einzelne Verursachergruppen: Gewerbe und Industrie können verstärkt ihre Fahrzeugflotten auf schadstoffarme PKW und LKW umstellen, den Gütertransport auf die Schiene verlagern oder durch Optimieren der Logistik im Güterverkehr die Transportwege möglichst kurz halten.

Dazu Dr. Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung: "Auch jeder Einzelne kann mithelfen, hohe Ozonwerte zu reduzieren: durch Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad, beim Energiesparen im Haushalt oder durch das Nutzen von erneuerbaren Energien wie z. B. Sonnenenergie, durch die Verwendung von lösungsmittelarmen Produkten bei Lacken und Klebstoffen oder bei einem bewussten ökologischen Einkauf."

Weitere Beiträge zur Senkung des Ozons, die jeder einzelne sofort oder in nächster Zukunft umsetzen kann, können u.a. der Ankauf von schadstoffarmen PKWs im privaten Bereich und die sparsame Verwendung des eigenen PKW sein. Die Vorbereitung und Ausarbeitung langfristiger und länderübergreifender weiterer Maßnahmen wird u. a. Aufgabe des bereits bestehenden Arbeitskreises sein. Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden.

Regionale Ozon-Arbeitsgruppe

Aufgrund der Verschärfung der Grenzwerte im neuen Ozongesetz und des heißen Sommers wurden im Jahr 2003 in der Nordostregion an zwölf Tagen die Informationsschwelle und an drei Tagen die Alarmschwelle überschritten.

Die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland waren daher verpflichtet, zu untersuchen, ob bei Ozonalarm mögliche Sofortmaßnahmen erlassen werden sollen oder können, mit dem Ziel, die Ozonwerte in kürzester Zeit unter die Grenzwerte zu senken. Wichtiges Kriterium für die Erlassung von Sofortmaßnahmen ist das Vorhandensein eines "nennenswerten Potenzials".

Im August 2003 startete eine regionale Arbeitsgruppe der Länder Wien, Niederösterreich und Burgenland ihre Untersuchungen. In der Arbeitsgruppe waren neben zuständige ExpertInnen der Länder auch externe ExpertInnen vertreten. In der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe wurden meteorologische und chemische Modellrechnungen durchgeführt. Auch wurden die möglichen Sofortmaßnahmen auf ihre technische und rechtliche Umsetzbarkeit hin geprüft.

Das Ergebnis: Sofortmaßnahmen würden aufgrund der überaus kurzen Dauer von Ozonspitzen (nur wenige Stunden) kaum wirksam werden und würden die Ozonkonzentration um nur wenige Prozente verringern. Das gilt selbst für drastische Maßnahmen wie Drosselung und Stilllegung von Kraft- und Fernheizwerken sowie von gewerblichen und industriellen Anlagen, Freifahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Einschränkungen bis hin zu totalen Fahrverboten für den Straßenverkehr.

Zudem sind Überschreitungen der Informations- und Alarmschwellen derzeit nicht prognostizierbar, was bedeutet, dass Maßnahmen auch nicht rechtzeitig genug vorbereitet werden können. Weiters zeigten die Modellrechnungen wieder, dass der überwiegende Anteil des Ozons, nämlich etwa 80 %, als europaweite Hintergrundbelastung vorherrscht und nur ein sehr kleiner Anteil aus regionalen Emissionen gebildet wird.

Die Ergebnisse der regionalen Arbeitsgruppe bestätigen einmal mehr, dass nur eine langfristige und europaweite Verringerung der Emissionen von Ozonvorläufersubstanzen das Ozonniveau in städtischen und ländlichen Gebieten dauerhaft senken kann.

Dazu Dr. Gottfried Krasa, Leiter der Abteilung Umweltrecht vom Amt der NÖ Landesregierung: "Wir bieten dem Bund eine enge Zusammenarbeit und Unterstützung für seine nationalen und internationalen Bemühungen zur Reduktion der Ozonkonzentration an." Die Studien der Arbeitsgruppe sind auch im Internet unter www.wien.gv.at/ma22/pool/luft.htm abrufbar.


Ozon und wie es entsteht

Ozon ist eine bestimmte Art von Sauerstoff und in niedrigen Konzentrationen ein "normaler" Bestandteil der Luft. Doch als "bodennahes" Ozon hat es negative Auswirkungen.

Aus Stickoxiden und flüchtigen Kohlenwasserstoffen, den sogenannten Ozonvorläufersubstanzen, entsteht lokal unter der Einwirkung von Sonnenlicht zusätzliches Ozon, welches bei länger andauernden und windschwachen Schönwetterperioden zu Überschreitungen der Informations- und Alarmschwelle führen kann.

Als Hauptverursacher für Stickoxide gilt mit einem Anteil von mehr als 50 % der Straßenverkehr. Die flüchtigen Kohlenwasserstoffe stammen zu zwei Drittel aus Gewerbe und Industrie.

Ozon bildet sich über einige Stunden. Die Luftmassen wandern zehn bis Hunderte Kilometer weit. So tritt die erhöhte Konzentration meistens verzögert und oft weit von jenem Ort entfernt auf, an dem die Ozonvorläufersubstanzen ausgestoßen wurden.

Weniger Ozon durch lang- und mittelfristige Maßnahmen

Die Länder Wien, Niederösterreich und Burgenland setzen zahlreiche Maßnahmen, um im Sinne eines vorsorgenden Umweltschutzes die Luftgüte weiter zu verbessern. Neben dem absoluten Vorrang für den öffentlichen Verkehr muss das Hauptaugenmerk auf die Steuerung der Verkehrsströme gerichtet werden. Dazu ist eine intensive Zusammenarbeit mit allen Akteuren in der Region notwendig.

So läuft der Ausbau der Wiener U-Bahn und des öffentlichen Nahverkehrs in der Region Wien, Niederösterreich und Burgenland auf Hochtouren. Radwegenetze werden ausgebaut, Initiativen wie Carsharing, Fahrgemeinschaften oder das Citybike sollen die AutofahrerInnen motivieren, das eigene Fahrzeug öfter stehen zu lassen. Mit der thermischen Sanierung von Wohnbauten durch die Solarförderung sowie dem weiteren Ausbau der Fernwärme konnten im Energiebereich zusätzliche Potenziale ausgeschöpft werden.

Weiterführende Projekte der Länder Wien, NÖ und Burgenland

Im Hinblick auf die Notwendigkeit grenzüberschreitender Maßnahmen zur Senkung der Ozonkonzentration haben die Länder Wien, Niederösterreich und Burgenland weitere Forschungsprojekte beschlossen:

• Machbarkeitsstudie zur Entwicklung eines Modellsystems für die
Prognose von Ozonspitzen
• Start des INTERREG-Projektes "TAQI - Transnational Air Quality
Improvement". An diesem Projekt beteiligen sich auch Bayern,
Südböhmen, Südmähren, die Westslowakei, Westungarn und
Oberitalien. Ziele sind u.a. die Vernetzung von Einzelmaßnahmen,
die Entwicklung gemeinsamer Aktionsprogramme und
Informationsoffensiven sowie die Erstellung eines gemeinsamen
pannonischen Emissionskatasters, der als Grundlage für alle
zukünftigen Modellrechnungen dienen soll.

Aktuelles Ozon-Gesetz

In dem seit 1. Juli 2003 geltenden, an EU-Recht angepasstes Ozongesetz gilt die "Informationsschwelle", wenn der Ozonwert 180 Mikrogramm/m3 Luft als Einstundenmittelwert bei mindestens einer Messstelle im gesamten Überwachungsgebiet überschreitet. Die "Alarmschwelle" wird ausgelöst, wenn die Ozonwerte auf über 240 Mikrogramm/m3 als Einstundenmittelwert klettern.

Im neuen Ozon-Gesetz ist auch eine verstärkte Information der Bevölkerung vorgesehen. Das Ozon-Informationsnetz wurde erweitert und bietet neben telefonischen Tonbanddiensten, Ozonfoldern und dem Internet seit Mai 2004 auch stündliche Ozon-Daten auf den Infoscreens in den Wiener U-Bahnstationen an.

Informationen über Ozon-Werte:

Wien:
- Ozonix - die Ozon-Hotline der Wiener Umweltschutzabteilung:
4000/88288
- Internet: www.wien.gv.at/ma22/luft/ozon/.htm
- Wiener Luftgütebericht: 4000/8820
- Wiener Kabeltext (S. 116)
Niederösterreich:
- NÖ Luftgütetelefon: 02742-9005-14444
Burgenland:
- Ozon-Telefon Burgenland: 02682-600-2888
Bundesweit:
- ORF-Teletext (Seite 782)
- Umweltbundesamt: www.umweltbundesamt.at

 

14. Juni 2004

400.000 Österreicher reagieren
allergisch auf Bienen- und Wespenstiche

ÖAMTC-Notarzthubschrauber im Vorjahr bei 194 Einsätzen nach Insektenstichen

Wien (ÖAMTC-Presse) - Fast 400.000 Österreicher reagieren allergisch auf Bienen- und Wespenstiche. Für diese Personen heißt es jetzt wieder besonders vorsichtig zu sein. "Mit steigenden Temperaturen kommen wieder die Insekten", warnt ÖAMTC-Flugrettungsarzt Helmut Trimmel. Die Christophorus-Notarzthubschrauber waren im Vorjahr 194 Mal nach Insektenstichen im Noteinsatz.

Die meisten Insektenstiche sind harmlos. Schnelle Kühlung verschafft Linderung und beugt einem weiteren Anschwellen vor. Gefährlich wird es aber, wenn die Insekten in den Mund oder Hals stechen. Die entstehende Schwellung kann einem schnell die Luft wegnehmen. Da kann nur der Notarzt helfen. Bis dieser eingetroffen ist, ist es sinnvoll, Eiswürfel zu lutschen und die Stichstelle von außen ordentlich zu kühlen. Als Prophylaxe ist es daher besonders wichtig, bei Nahrungsaufnahme im Freien immer an die potenzielle Gefahr zu denken - eine Wespe in der Getränkedose oder auf dem Apfel wird sonst blitzartig zur tödlichen Gefahr.

Fünf Prozent der Österreicher
haben Insektengiftallergie

Etwa 400.000 Österreicher reagieren allergisch auf Bienen- und Wespenstiche. Helmut Trimmel: "In den Sommermonaten fliegen wir täglich durchschnittlich zwei 'Insekteneinsätze'. Vor allem Allergien gegen Wespen und Bienen sind sehr verbreitet. Sie verursachen aber nur äußerst selten eine längere Krankheit. Jede Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf den Kontakt mit Fremdstoffen."

Im schlimmsten Fall kann ein Insektenstich zu einem lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock führen, einer sehr schweren allergischen Reaktion unmittelbar nach dem Stich. Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Frösteln, Kopfschmerzen, Juckreiz, Rötung der Haut oder Hautausschlag (Nesselsucht) können bereits erste Vorboten sein. Der Übergang zwischen leichten allergischen Symptomen und einer schweren anaphylaktischen Reaktion ist fließend. Trimmel: "Symptome des allergischen Schocks sind Blutdruckabfall, schneller Puls und Atemnot, oft ähnlich einem Asthmaanfall sowie Benommenheit." In solchen Fällen muss sofort ein Arzt hinzugezogen werden, der dann Antihistaminika, Kortisonpräparate und gegebenenfalls auch kreislaufstabilisierende Medikamente und Infusionen verabreichen kann.

Vorsicht beim Essen im Freien

Menschen, die unter einer Insektengiftallergie leiden, sind noch mehr als andere darum bemüht, einen Bienen- oder Wespenstich zu verhindern. Richtiges Verhalten hilft dabei:

• Nie nach Bienen oder Wespen schlagen, rasche Bewegungen vermeiden.
• Vorsicht auf Blumenwiesen, in der Nähe von Fallobst und von Papierkörben.
• Im Sommer nicht barfuß gehen.
• Bei der Gartenarbeit lange Ärmel, lange Hosen und einen Hut tragen.
• Vorsicht beim Essen im Freien - Wespen werden durch Süßes, Fleisch oder Obst angelockt.

Darüber hinaus empfiehlt sich für Insektengift-Allergiker neben der Desensibilisierung, die Zeit in Anspruch nimmt, auch ein spezielles Notfallset. Es enthält Kortison-, Adrenalin- und Antihistaminikum-Präparate. Es ist wichtig, das Set immer bei sich zu tragen, damit man es im Ernstfall gleich zur Hand hat.

 

14. Juni 2004

Allergie-Test mit Infrarotkamera
"Nasen-Thermometer" als Heuschnupfen-Indikator

Hannover (pte, 14. Juni 2004 14:36) - Forscher des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM in Hannover arbeiten mit einer innovativen Methode, um die Wirkung von Antiallergika zu überprüfen: Mit Hilfe einer Infrarot-Kamera wird die Temperatur der Nase gemessen. Bei einem Heuschnupfenanfall steigt nämlich die Temperatur der Nase. Wirksame Medikamente verhindern diesen Temperaturanstieg, berichtet das ITEM http://www.item.fraunhofer.de . Daraus schließen Forscher, ob und wie zuverlässig Antiallergika wirken.

Ein Indikator für Heuschnupfen und dessen wirksame Bekämpfung ist die Temperatur der Nase. Bei Allergikern verursachen Pollen und andere Allergene wie Hausstaub in der Luft, dass der körpereigene Botenstoff Histamin übermäßig und oft schlagartig ausgeschüttet wird. Dieses Gewebshormon erweitert die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut. "Die Nase wird stärker durchblutet und strahlt dadurch mehr Wärme ab", erklärt ITEM-Forschungsleiter Michael Larbig. Diese Veränderungen werden mit einer Infrarotkamera registriert. Die Signale des Chips übersetzt eine Software in Bilder, deren Farbabstufungen die Temperaturen der Haut wiedergeben. Wenn ein Heuschnupfenmedikament wirkt, tritt eine deutlich geringere Farbverschiebung als sonst ein.

Nach Angaben der ITEM-Forscher lässt sich mit der Thermographie diese Situation sehr empfindlich, über Stunden und vor allem nicht-invasiv beobachten. Berührungslos wie sie ist, ergänzt oder ersetzt sie andere Methoden, bei denen etwa Sekrete gewogen oder der Luftstrom durch die Nase gemessen werden. In einer ersten Studie mit Nicht-Allergikern haben die Fraunhofer-Forscher gemeinsam mit dem belgischen Unternehmen UCB Pharma die Wirkung von zwei bereits zugelassenen Antihistaminika miteinander verglichen. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind am derzeit stattfindenden Europäischen Allergologenkongress EAACI in Amsterdam präsentiert worden. Weitere Studien, in denen die Wissenschaftler erstmals auch Allergiker als Probanden untersuchen werden, sind bereits geplant.

Aussender: pressetext.deutschland

14. Juni 2004

Laerm macht krank
Bei Menschen, die unter laermbedingten Schlafstoerungen leiden, steigt das Risiko fuer Allergien, Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Migraene

Berlin - Nicht nur Strassenverkehrslaerm, sondern auch Fluglaerm sowie Schienen-, Gewerbe- und Nachbarschaftslaerm wirken heute auf den Menschen ein, so dass er nahezu "rund um die Uhr" beschallt wird. Wir haben uns zu einer "lauten Gesellschaft" entwickelt, insbesondere in Ballungsraeumen.

Laerminduzierte Gesundheitsstoerungen sind daher ein viel und vor allem
kontrovers diskutiertes Problem, auch weil die pathogene Wirkung von
Laerm nicht so einfach zu beurteilen ist wie bei einer
Infektionskrankheit, bei der die Ursache-Wirkungs-Beziehungen zeitlich
greifbar und durch den Erregerbefund nachweisbar sind. Die
gesundheitsbeeintraechtigende Wirkung von Laerm ist, abgesehen von
Hoerschaeden, gewoehnlich ein langer, schwer ueberblickbarer Prozess,
der von zahlreichen anderen "mitwirkenden Faktoren" beeinflusst werden
kann. Das Ausmass der gesundheitlichen Beeintraechtigung einer ueber
Jahre einwirkenden Laermbelastung im Wohnumfeld kann nur in
epidemiologischen Studien abgeschaetzt werden.

Der Forschungsverbund Laerm und Gesundheit am Berliner Zentrum Public
Health (Technische Universitaet Berlin, Freie Universitaet Berlin,
Humboldt-Universitaet zu Berlin) erhielt im Rahmen der LARES-Studie
(Large Analysis and Review of European housing and health Status) der
WHO die Moeglichkeit, die Auswirkungen von Laerm im Wohnumfeld auf die
Gesundheit zu ueberpruefen. Es wurde der statistische Zusammenhang
zwischen laermbedingter Belaestigung, laermbedingten Schlafstoerungen
und aerztlich diagnostizierten Erkrankungen untersucht. Als Hauptquellen
fuer naechtliche Belaestigung in dieser Studie wurde
Strassenverkehrslaerm und Nachbarschaftslaerm genannt. Die nun
vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Laerm im Wohnumfeld ein
Risikofaktor fuer Herzkreislauferkrankungen ist. Dieses Risiko besteht
unabhaengig von den einbezogenen Einflussgroessen. In der Gruppe der
Erwachsenen (18 - 59 Jahre) war bei laermbedingten Schlafstoerungen das
Risiko fuer Allergien um 46 Prozent, fuer Herz-Kreislauf-Symptome um 45
Prozent, fuer Bluthochdruck um 49 Prozent und fuer Migraene um 56
Prozent signifikant erhoeht.

Die LARES-Studie wurde im Zeitraum 2002 bis 2003 auf Vorschlag der
European Housing and Health task force der WHO in acht europaeischen
Staedten durchgefuehrt (Angers, Bonn, Bratislava, Budapest, Ferreira,
Forli, Genf, Vilnius), um Aussagen ueber den Zusammenhang zwischen
Wohnen und Gesundheit treffen zu koennen. Sie erfolgte auf der Basis von
umfangreichen standardisierten Befragungen (Wohnbedingungen und
Gesundheitsstatus) und Wohnungsinspektionen.

Die Ergebnisse dienen der Vorbereitung der 4. Ministerialkonferenz der
Umwelt- und Gesundheitsminister vom 22. - 25. Juni 2004 in Budapest
(www.euro.who.int/budapest2004).

Bei der statistischen Analyse wurde die aerztliche Behandlung in den
letzten zwoelf Monaten z.B. hinsichtlich der laermbedingten
Schlafstoerung ausgewertet. Da Erkrankungen nicht nur durch
laermbedingte Schlafstoerungen, sondern auch von vielen weiteren
Einfluessen verursacht werden koennen, wurden diese Einflussgroessen als
16 Kontrollvariablen bei der Auswertung beruecksichtigt. Zu ihnen
gehoerten uebliche Einfluesse wie "Alter", "Geschlecht",
"Alkoholkonsum", "sportliche Aktivitaet", "Body Mass Index" und
"Soziooekonomischer Index". Ergaenzt wurden diese "klassischen"
Variablen durch sechs weitere Wohn- und Wohnumfeldfaktoren, welche auch
einen Einfluss auf Erkrankungen haben koennen. Eine umfassende
statistische Kontrolle der Laermeffekte hinsichtlich Wohn- und
Wohnumfeldfaktoren wie Wohnungstemperatur im Winter, Luftqualitaet,
Tageslicht und Feuchtigkeit in der Wohnung (Schimmel), Gruenflaechen im
Wohnumfeld und Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld wurde erstmals in der
LARES-Studie moeglich.

Die Ergebnisse zeigen, dass die naechtliche Laermbelastung hinsichtlich
der Gesundheit einen relevanten Einfluss darstellt. "Insbesondere dem
naechtlichen Laerm wird immer noch nicht die notwendige Aufmerksamkeit
gewidmet, um gesundheitliche Gefaehrdungen zu vermeiden", sagt Dr.-Ing.
Christian Maschke, Sprecher des Forschungsverbundes und Privatdozent am
Institut fuer Technische Akustik der TU Berlin.

Die Ergebnisse decken sich mit anderen epidemiologischen Ergebnissen zum
Einfluss von Laerm im Wohnumfeld (Studien des Umweltbundesamtes:
WaBaLu-Heft 01/03 und 02/04).

Weitere Informationen: Dr. Hildegard Niemann,
Interdisziplinaerer Forschungsverbund "Laerm & Gesundheit" am Berliner
Zentrum Public Health, E-Mail:forschungsverbund@laerm-gesundheit.de

Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung
Technische Universitaet Berlin, 14.06.200

 

11. Juni 2004

Monoklonale Antikörper gegen Asthma
Innovativer Ansatz gegen allergische Bronchialentzündung

Nürnberg (pte, 11. Juni 2004 16:39) - Das allergische Asthma beruht auf fehlgeleiteten Reaktionen des Immunsystems gegen normalerweise harmlose Stoffe aus der Umwelt. Bisher waren die therapeutischen Maßnahmen im Wesentlichen auf die Bekämpfung der Symptome beschränkt. Die Medizinerin Katja Beier und ihr Team von der Berliner Charite http://www.charite.de sind allerdings auf der Spur einer neuen Therapie: Mit so genannten monoklonalen Antikörpern wollen sie genau die "T-Zellen" der Körperabwehr in der Lunge ausschalten, die die allergische Atemwegsentzündung verursachen, berichtet die Novartis-Stiftung http://www.novartispharma.de , die das Projekt fördert.

Harmlose Stoffe, egal ob Blütenpollen, Erdnüsse oder Tierhaare, führen zu einer irrtümlichen Reaktion mit den "T-Zellen", die weitere Zellen des Immunsystems aktivieren und einen Angriff gegen das Allergen veranlassen. Dadurch entsteht eine Entzündungsreaktion, worauf sich die kleinen und mittleren Atemwege schließlich verengen. Das allergische Asthma gilt inzwischen als häufigste Erkrankung im Kindesalter, aber auch Erwachsene sind zunehmend betroffen. Allein in Deutschland sind etwa vier Mio. Menschen davon betroffen.

Die Allergene werden auf der Oberfläche von bestimmten Zellen, den "Antigen präsentierenden Zellen" (APC) regelrecht ausgestellt und von den T-Zellen über eine Bindung an den "T-Zell-Rezeptor" erkannt. Doch das allein reicht noch nicht, um diese Lymphozyten gegen das Allergen scharf zu machen. Für einen Angriff der Körperabwehr braucht es weitere Signale. "Ein zentrales Signal wird durch ein Molekül namens ICOS vermittelt", so Beier, die im Mäuseversuch festgestellt hat, dass ICOS tragende T-Zellen den Entzündungsprozess in den Lungen einleiten und aufrechterhalten.

Kernpunkt der neuen Behandlungsstrategie sind so genannte monoklonale Antikörper gegen ICOS. Damit wollen die Forscher genau die T-Zellen in der Lunge ausschalten, die die allergische Atemwegsentzündung verursachen. Ein solches Medikament würde das ICOS-Molekül blockieren und ließe sich nach neuen Studien über ein Inhalations-Spray in die Lungen einschleusen. Der Therapieansatz würde Asthma jedenfalls an der Wurzel anpacken und Entzündungen verhindern.

Aussender: pressetext austria



9. Juni 2004

Hochsaison für Gräserpollen
Regional kommt Belastung durch Roggenpollen dazu

Seit Anfang der Woche ist die Gräserpollenkonzentration besonders hoch und regional durch Roggenpollenbelastung verstärkt.

In den Bergregionen bleiben die Belastungen weiterhin niedrig. Lediglich die Blüte der Grün-Erle in den Zentralalpen verursacht Frühblüher-Allergikern Beschwerden.

Text: Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 9. Juni 2004

 

9. Juni 2004

Fast 50 % der Österreicher sind Allergiker
Hygienewahn eine der Ursachen für Immun-Überempfindlichkeit

Wien (pte, 8. Juni 2004 15:59) - Nach jüngsten Untersuchungen leiden fast 50 Prozent der Österreicher unter Allergien. Nach der so genannten Hygiene-Hypothese ist die zunehmende Sauberkeit ein Mitgrund für das immense Ansteigen der Allergien in den Industrienationen. Wissenschaftler der Universität Marburg http://www.med.uni-marburg.de haben nun bewiesen, dass die hohen Hygiene-Standards eine Ursache für Allergien sind, berichtet die Gesundheitsplattform http://www.gesund.co.at .

Die Hygiene-Hypothese besagt, dass das menschliche Immunsystem wegen übergroßer Hygiene unterfordert ist. Gewissermaßen aus Langeweile stürze es sich deshalb auf harmlose Stoffe als Ersatzfeinde. Statistischen Studien konnte man schon lange entnehmen, dass Kinder in allzu keimfreier Umwelt besonders anfällig für Allergien sind. Für diese Hypothese sprechen die so genannten Kuhstall-Studien. Bei Kindern, die auf dem Bauernhof aufwachsen, ist das Risiko an Heuschnupfen oder Asthma zu erkranken nur etwa halb so groß, berichten die Forscher. Grund dafür ist ein "trainiertes Immunsystem".

Der Kontakt mit dem Bakterienbestandteil Endotoxin während der Kindheit bewirkt möglicherweise, dass das Immunsystem Allergene besser toleriert, so dass es seltener zu allergischen Reaktionen kommt. Landkinder sind dieser Substanz häufiger ausgesetzt als Stadtkinder. Diese Ergebnisse hat die internationale Allergy and Endotoxin Gruppe (ALEX) veröffentlicht. Die Universitätskliniken in Marburg, Salzburg, Basel und München konnten in einer gemeinsamen Studie an 3.500 Kindern anhand spezieller Botenstoffe, den so genannten Zytokinen, nachgewiesen, dass das Immunsystem der untersuchten Vier- bis Achtjährigen auf besondere Weise trainiert war. Weil sie ständig mit Keimen konfrontiert werden, wird ihr Immunsystem toleranter, es gewöhnt sich an harmlose Bakterien und schaltet quasi ab. Rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen leiden heute an Heuschnupfen, jeweils zehn Prozent an Neurodermitis und an Asthma.

Eine österreichweit durchführte Studie ergab, dass rund 50 Prozent aller Menschen an Allergien leidet. Als häufigste Allergieform, mit knapp 25 Prozent, wurde die Pflanzenallergie genannt. Mehr als 13 Prozent der Befragten klagen über Tierallergien bzw. Hausstauballergien. Sehr stark zunehmend sind auch Lebensmittelallergien. Zwischen 1950 und 1960 lagen diese Zahlen noch um das Vier- bis Fünffache unter den derzeitigen Werten. Die Forscher hatten ursprünglich angenommen, dass Umweltverschmutzung der Grund für die Zunahme an Allergien war. Indizien wiesen aber daraufhin, dass der Hygienewahn der tatsächliche Auslöser ist. Besonders schlimm wirken hierbei die chemischen Keulen und aggressiven Putzmittel auf Chlorbasis, die nach Ansicht der Experten völlig überflüssig sind.

Aussender: pressetext.austria

2. Juni 2004

Wie sicher ist Kosmetik?
AGES koordiniert Europarats-Studie - "Unerwünschte Wirkungen" melden

Wien (OTS) - Kosmetika sind Produkte, die aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Die hauptsächlichen Anwender sind Frauen, aber der Anteil an Männern steigt kontinuierlich. Umso wichtiger ist es, dass diese Produkte eine hohe Sicherheit für den Konsumenten bieten. Der Europarat hat dazu eine gemeinsame Pilotstudie (Europäische Pilotstudie zur Erfassung der Nebenwirkungen kosmetischer Mittel) von vier Ländern gestartet, erklärte die österreichische Projektleiterin Dr. Sheida Hönlinger-Alaei von der Abteilung Kosmetik am Institut für Lebensmitteluntersuchung Innsbruck der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Im Rahmen eines Seminars am Freitag, 4. 6. 2004, wird dieses Projekt vorgestellt und eine erste Zwischenbilanz präsentiert.

Kosmetika: Nebenwirkungen unerwünscht

Das Experten-Komitee Kosmetik des Europarats hat eine Pilotstudie initiiert, die sich mit einem Meldesystem zur Erfassung der unerwünschten Wirkungen kosmetischer Mittel ("Cosmetovigilance") befasst. Aktiv daran beteiligt sind Frankreich, Norwegen, Dänemark und Österreich, das die Leitung und Koordination übernommen hat. Projektleiterin Dr. Sheida Hönlinger-Alaei von der Abteilung Kosmetik der AGES: "Gestartet wurde das Projekt im Jänner 2004. Eine Zwischenbilanz wird mit Mai erstellt und ein Überblick im Rahmen eines AGES-Seminars präsentiert. Das Projekt wird im Dezember 2004 abgeschlossen sein. Die Endergebnisse und die Auswertung werden dann wieder in einem eigenen Workshop im Februar 2005 diskutiert."

Unter der Leitung der AGES wurde in Österreich eine eigene Arbeitsgruppe gebildet, die aus Vertretern folgender Organisationen besteht: Hautärzte (Prof. Aberer), Konsumentenschützer (VKI, Ing. Sedy), Industrie (Unilever, Ing. Gribl) und BMGF, Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (Dr. Zilberszac).

Nach viel Arbeit im Europarat wurden in Österreich spezielle Meldeformulare für Dermatologen einerseits und Verbraucherinnen andererseits vorbereitet. Österreichweit dokumentieren mittels dieser Formulare 12 Dermatologen und zwei Kliniken (Graz und Innsbruck) Daten über unerwünschte Wirkungen von kosmetischen Produkten. Dieser Teil des Pilotprojektes wird vom BMGF finanziert. Der VKI (Verein für Konsumenteninformation) erfasst mittels eines eigens dafür entwickelten Formblattes unerwünschte Wirkungen kosmetischer Mittel, die von VerbraucherInnen gemeldet werden. Alle diese Daten werden an die Leitung der Arbeitsgruppe weitergeleitet und ausgewertet. Die Daten aller vier teilnehmenden Länder werden wiederum innerhalb des Europarates zusammengefasst und weitere Schritte überlegt. Ziel ist herauszufinden, ob und in wieweit ein eigenes "Cosmetovigilance-System" notwendig ist.

AGES testet regelmäßig

In Österreich werden von der AGES regelmäßig Kosmetika getestet. Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, BMGF, gibt einen Probenplan vor, nach dem die Untersuchungen durchgeführt werden. So wird hohe Konsumentensicherheit garantiert. Allerdings kann es in Einzelfällen zu unerwünschten Haut- und Schleimhautreaktionen bei VerbraucherInnen kommen. Im Rahmen des Projektes sollen dazu Daten gesammelt werden, um mehr Informationen zu Häufigkeit, Art und Ausmaß dieser Reaktionen zu erhalten. Konsumenten sollen Produkte, die zu Problemen geführt haben, nicht einfach wegwerfen, sondern über dieses System aufgefordert werden, ihre Erfahrungen bekannt zu geben.

Daher lädt die AGES bereits zur Zwischenbilanz des Projektes am 4. 6. 2004 Vertreter direkt betroffener Organisationen aus Industrie, Wissenschaft, Konsumentenschutz, NGOs und von Behörden zu einem Seminar in die AGES ein. Ziele dieser Info bzw. Diskussions-Veranstaltung sind, die Konsumenten mittels Medien auf das Projekt und die Aktivitäten aufmerksam zu machen sowie weitere Ideen und Vorschläge von allen Beteiligen für die Durchführung der zweiten Phase zu sammeln.

Das genaue Programm finden Sie auf http://www.ages.at unter Service/Veranstaltungen. Anmeldungen sind noch möglich per Fax: +43 (512) 224 40-15 oder mailto:sheida.hoenlinger-alaei@ages.at

 

 

2. Juni 2004

Durch kühles Wetter keine
Spitzenwerte bei Gräserpollen

Wien - Bedingt durch das wechselnde, für die Jahreszeit viel zu kühle Wetter hält sich der Gräserpollenflug seit Beginn der Saison noch in Grenzen. Der Schwellenwert wird dennoch immer wieder überschritten. Daher reichen die Gräserpollen-Konzentrationen durchaus aus, um empfindliche Patienten zu quälen. Hohe Spitzenwerte gab es in den letzten Tagen noch nicht. Diese könnten aber durchaus schon nächstes Wochenende auftreten - vorausgesetzt, es werden sommerliche Temperaturen erreicht.

Die überall fliegende Pappelwolle ist für Allergiker völlig unbedeutend. Es handelt sich dabei um den Samen der Pappel, nicht um Blütenstaub. Diese Partikel sind viel zu groß, um an der Schleimhaut allergische Reaktionen zu verursachen.

In den Zentralalpen blüht an der Waldgrenze die Grün-Erle (eine zweite Erlenblüte ist im Juni). Birken-Erlen-Haselpollen-Allergiker können wieder an ihre Allergie erinnert werden. Ein Trost: Die kalte Witterung wird voraussichtlich auch diese Belastungen einschränken.

Text: Aussendung des Allergie-Ambulatoriums Wien-West vom 1. Juni 2004