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Informationen über Asthma und Allergien
aktualisiert: 15.07.2005   

Meinung

08. Juli 2005 Erster Welt-Allergietag 8. Juli 2005
19. Oktober 2004 Asthma unter Kontrolle
29. April 2004 Weltasthmatag 2004

 

 

8. Juli 2005

Erster Welt-Allergietag 8. Juli 2005

Wien (8. Juli 2005, w.j.) - Allergien sind die Epidemien des 21. Jahrhunderts, lautete die Botschaft beim Welt-Allergie-Kongress Ende Juni 2005 in München. Höchste Zeit somit, global gegen das Übel zu rüsten, das von vielen immer noch verharmlost wird.

Auch wenn es bei manchen Betroffenen bei gelegentlichem Niesen in der warmen Jahreszeit (zunächst) bleibt, so sind auch in diesen Fällen schon einige Schritte zum „Etagenwechsel“, also der Entwicklung von allergischem Asthma, getan.

So wie es der Welt-Asthma-Tag seit Jahren praktiziert, soll nun auch ein jährlicher Welt-Allergie-Tag – erstmals am 8. Juli 2005 - das Problembewusstsein schärfen. Die Weltallergieorganisation (WAO) hat schon einiges an Vorarbeit geleistet. Die Richtlinien, die sie propagiert, zur internationalen Selbstverständlichkeit zu machen, wird noch jahrelange Arbeit erfordern. Eine Öffentlichkeitsarbeit, derer es auch in Ländern wie Österreich bedarf, wo Richtlinien zur Prävention vielen Interessierten bekannt sind, aber längst nicht lückenlos umgesetzt werden.

Die von jedem einzelnen Allergiker geforderten Maßnahmen sind teilweise unpopulär und einschränkend. Wer will schon auf Ausflüge ins Grüne oder auf ein Haustier verzichten, solange dies nicht unbedingt erforderlich erscheint? Hier mit der Schärfung des Problembewusstseins anzusetzen, wird vor allem Abwehrreaktionen bringen, da die einzuschränkenden Bereiche emotional meist sehr positiv besetzt sind.

Trotzdem verbessert hat sich die Situation in den vergangenen Jahren in Bezug auf das Rauchen, wobei sich die öffentliche Meinung zugunsten der Nichtraucher verändert hat. Und so mancher Ex-Raucher hat eine Menge für seine Gesundheit, seine Nachkommen und seinen Geldbeutel getan.

Bessere Medikamente, die die Allergie in Zaum halten können, gibt es zunehmend auch. Für manche Allergiker ist das eine bewusst gewählte Alternative zum Verzicht auf den Arbeitsplatz oder die Bewegung im Freien. Auch wenn das nicht immer im Sinne der Richtlinien der gesundheits- wie kostenbewussten WAO ist.

Richtlinien der WAO zur Prävention von Allergien

 

19. Oktober 2004

Asthma unter Kontrolle

Wien (19. Oktober 2004, w.j.) - Viele Asthma-PatientInnen haben es selbst erlebt: Mit der Wirkstoffkombination Salmeterol und Fluticason lassen sich sämtliche Asthma-Symptome zum Verschwinden bringen. Man lebt dann als AsthmatikerIn praktisch ohne Asthma. Die internationale GOAL-Studie (Gaining Optimal Asthma Control), die in der Ausgabe vom 15. Oktober 2004 der Fachzeitschrift "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" veröffentlicht wird, hat das nun bestätigt. Ihre Ergebnisse werden vom Pharma-Riesen GlaxoSmithKline nun weltweit verbreitet.

Dadurch werden in nächster Zeit viele Asthma-Patienten, die sich noch mit unzulänglicher Therapie herumquälen müssen, auf die bereits seit einigen Jahren am Markt befindlichen Medikamente aufmerksam werden und es ist anzunehmen, dass die Wirkstoffkombination Salmeterol/Fluticason auch ins Verschreibungsrepertoire der meisten Allgemeinmediziner übergehen wird.

Wie die Studie ergab, lassen sich die Asthma-Symptome mit der Kombination von Salmeterol (ein Hub erweitert die Bronchien für mindestens zwölf Stunden) und dem Steroid (Kortison) Fluticason bei mehr Patienten gut oder völlig unter Kontrolle bringen als mit der Inhalation des Steroids alleine. Vielen Patienten wird das Kombinationspräparat verschrieben. Es gibt die Wirkstoffe aber auch als Einzelmedikamente.

Sind die Asthma-Symptome unter Kontrolle, kann es vorkommen, dass sich vereinzelt doch Nebenwirkungen des Kortisons in den Vordergrund der Aufmerksamkeit des Patienten schieben. Beispielsweise können Heiserkeit und Gewichtszunahme zur Belastung werden. "Step-down" ist spätestens dann angesagt, es wird versucht, Dosis und Medikamente soweit zu reduzieren, dass gerade keine Symptome mehr auftreten. Vielleicht stellt der eine oder andere Patient dann fest, dass ein Hub Salmeterol allein alle 24 Stunden ausreicht, um die Symptomfreiheit zu erhalten.

Die Effekte von Salmeterol allein wurden in der GOAL-Studie nicht untersucht. Nicht ohne Grund: GlaxoSmithKline hat 2003 eine große Salmeterol-Studie (SMART-Studie / Salmeterol Multicenter Asthma Research Trial) abgebrochen, nachdem es zu einer Zunahme von Todesfällen und gravierenden Verschlechterungen bei Patienten, die nur mit Salmeterol behandelt worden waren, während der Studie gekommen war. In der Folge wurde empfohlen, Salmeterol in Kombination mit einem Steroid zu inhalieren.

Erleichterung nun vielerorts über die Ergebnisse der neuen GOAL-Studie. Auch wenn bezüglich Salmeterol-Monotherapie Fragen offen bleiben.


Details zur GOAL-Studie:
In zehn Tagen keine Asthma-Symptome mehr
Asthma ist vollständig kontrollierbar

 

29. April 2004

Weltasthmatag 2004

Von Waltraud Jakob

www.asthma-info.at gibt es nun seit einem Jahr. Ein Jahr des Sammelns und Verbreitens von Informationen rund um Asthma und Allergien.

www.asthma-info.at ist ein Projekt, das offenkundig macht, wie wichtig die weltweite Vernetzung durch das Internet ist. Was früher mühsam in Bibliotheken erhoben werden musste und einem Fachpublikum vorbehalten blieb, ist nun von beinahe jedem Interessierten jederzeit rasch abrufbar.

Das globale Informationsdefizit ist trotzdem geblieben. Der große GINA-Report „Global Burden of Asthma“, in dem Daten über Asthma in aller Welt zusammengetragen sind, verdeutlicht zum Weltasthmatag am 4. Mai 2004, dass Asthma weltweit noch längst nicht zufriedenstellend behandelt wird, dass immer noch viele Menschen an Asthma sterben.

Auch in Ländern wie Österreich, wo hochwirksame Asthma-Medikamente der breiten Bevölkerung zur Verfügung stehen, bleibt Asthma oft unerkannt und unbehandelt - und wird dadurch zur lebensbedrohenden Gefahr.

Helfen kann im Vorfeld vor allem fundierte, wiederholte, verständliche, niederschwellige Information. Aus möglichst vielen sachkundigen Quellen. So aufbereitet, dass jede Frau und jeder Mann, auch ohne viel Interneterfahrung und ohne Englischkenntnisse, die gewünschte Auskunft finden kann.

Informationsvermittler und Meinungsbildner, die sich den Zugang zu den Quellen der Informationen zu verschaffen wissen, sollten Abschied nehmen können von überholten Vorstellungen von Zugangsbeschränkungen und herrschaftlichen Informationsmonopolen. Wichtig ist nicht, dass einer oder eine Berufsgruppe die Informationen allein hat, sondern dass möglichst viele möglichst viel wissen dürfen, können und wollen.

Der Weltasthmatag ist ein Anlass, auf die weltweiten Probleme mit Asthma und Allergien hinzuweisen. Noch ist der Tag im Bewusstsein der Bevölkerung in Österreich kaum präsent. Noch ist Asthma in Österreich nicht das größte und nicht das wichtigste Gesundheitsproblem. Noch kann verharmlost werden, weil man bei adäquater Therapie die Krankheit medikamentös im Griff hat. Doch 300 Millionen Menschen leiden weltweit bereits an Asthma und ihre Zahl steigt sprunghaft.

Für www.asthma-info.at gibt es noch viel zu tun. Mögen viele weitere Sites, Zeitschriften, Aussendungen und Artikel auch in Österreich im Sinne der Informationsvielfalt wirken.