asthma-info.at
Informationen über Asthma und Allergien
aktualisiert: 16.02.2005   

Archiv

Oktober 2004 (12)

31. Oktober 2004
29. Oktober 2004
27. Oktober 2004
23. Oktober 2004
22. Oktober 2004
19. Oktober 2004
16. Oktober 2004
13. Oktober 2004
12. Oktober 2004
11. Oktober 2004
08. Oktober 2004
06. Oktober 2004

 

 

31. Oktober 2004

Atem(be)raubendes Spinnentier
Die Heizperiode bedeutet Hochsaison für Hausstaubmilben

Hausstaubmilbe / Foto: Alk-AbelloHeizung an – Luft weg. So geht’s zur Zeit rund 700.000 Österreichern, denn sie leiden an einer Hausstaubmilbenallergie. Zu Beginn der Heizperiode werden sie von ihren winzigen Widersachern besonders gepeinigt, da durch das Aufdrehen der Heizung der feine Staub aufgewirbelt wird und sich mit der Atemluft verbindet. Mit einfachen, Allergen reduzierenden Maßnahmen und einer Therapie bekommt man die Beschwerden gut in den Griff.

Jahr für Jahr dasselbe: Kaum wird die Heizung das erste Mal aktiviert, beginnen Nasen zu laufen, Augen zu tränen und Lungen zu keuchen. Schuld ist oft nicht eine Erkältung auf Grund des Wetterumschwungs, sondern ein nur 0,3 Millimeter großes Geschöpf – die Hausstaubmilbe. Sie lebt in jedem (noch so sauberen) Haushalt und ist im Grunde völlig harmlos. „Die Eiweißstoffe ihrer Ausscheidungen besitzen jedoch eine hohe allergene Potenz“, erklärt der Lungenfacharzt Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Popp, Leiter des Ambulatoriums „Gesunde Lunge“ in Wien. „In einem Gramm Hausstaub befinden sich rund 1.000 Milben. Mit dem Aufdrehen der Heizung werden ihre Kotbällchen mit dem Staub aufgewirbelt und verbinden sich mit der Atemluft. Fließschnupfen, Niesattacken, tränende Augen und in schlimmeren Fällen Atemnot sind mögliche Folgen für sensibilisierte Menschen, wenn sie den kontaminierten Hausstaub einatmen."

Lungenfacharzt Dr. PoppTreten Beschwerden auf, sei eine Abklärung beim Arzt oder im Allergie-Ambulatorium unbedingt notwendig, um schwere chronische Erkrankungen wie Asthma verhindern bzw. effizient behandeln zu können, empfiehlt der Allergie-Experte dringend. „Durch Allergen reduzierende Maßnahmen und eine medikamentöse Behandlung kann die Allergie so unter Kontrolle gebracht werden, dass die Betroffenen ein durchwegs beschwerdefreies Leben führen können.“

Im Bett fühlen sich Milben am wohlsten

Überall tummeln sich die kleinen Tierchen: auf der Couch, im Teppich, in den Vorhängen, in Kuscheltieren etc. Im Bett fühlen sich die Milben am wohlsten, und so werden die Allergene vor allem nachts im Schlaf eingeatmet. Popp rät: „Da die Belastung im Schlafzimmer am größten ist, sollte dort mit den Allergen reduzierenden Maßnahmen begonnen werden.“ Häufiges Lüften, optimale Luftfeuchtigkeit von 40-50% und eine Raumtemperatur von maximal 20°C schaffen ein ungemütliches Klima für die Milben. Weiters bringen spezielle Überzüge (1), so genannte Encasings, die auch von einigen Krankenkassen bezahlt werden, Abhilfe. Sie sind mit ACb (Allergy Control Barriere-)Membranen beschichtet, die Feuchtigkeit durchlassen, jedoch Allergene von Matratze, Tuchent und Polster fernhalten. Popp: „Die Wirksamkeit dieser Überzüge wurde in zahlreichen Studien bestätigt. Allergische Beschwerden können reduziert werden oder sogar zur Gänze verschwinden.“

„Wesentlich für eine langfristig anhaltende Besserung der Beschwerden ist, dass die Allergenvermeidung konsequent betrieben wird. Das Überziehen der Bettwäsche allein wird nicht ausreichen, um ein dauerhaft befriedigendes Ergebnis zu erzielen“, so Popp weiter. „Die Vermeidung von Tabakrauch oder Passivrauchen, optimales Raumklima, das Entfernen von Staubfängern und regelmäßiges Reinigen sind ebenso von Bedeutung.“ Dass mit einem Bündel an Maßnahmen das beste Ergebnis erzielt werden kann, belegen auch neueste Studienergebnisse (2) aus den USA. Wissenschafter untersuchten bei mehr als 900 Kindern zwischen 5 und 11 Jahren mit mittlerem bis schwerem Asthma, ob ein vielseitiges Programm, das auf die individuelle Sensibilisierung des jeweiligen Kindes zugeschnitten ist, helfen kann, die Asthma-Symptome zu verbessern. Die Familien wurden über Möglichkeiten zur Reduzierung oder Vernichtung der Allergene sowie über die Vermeidung von Passivrauch informiert. Bereits nach drei Monaten konnte eine signifikante Reduktion der Asthma-Symptome festgestellt werden.

Allergie-Impfung

„Allergien dürfen nicht unterschätzt werden. Aus dem zunächst einfach nur lästigen Schnupfen kann mit der Zeit eine chronische Atemwegserkrankung werden“, warnt Lungenfacharzt Popp. „Bleibt die Allergie unbehandelt, ist es außerdem wahrscheinlich, dass der Organismus auf immer mehr eigentlich harmlose Stoffe wie Gräserpollen oder Katzenhaare reagiert.“ Diese Neu-Sensibilisierung kann durch die Allergie-Impfung (auch Spezifische Immuntherapie oder Hyposensibilisierung genannt) weitgehend verhindert werden (3), wenn sie frühzeitig angewandt wird. Die Allergie-Impfung steht neben der Symptom-Bekämpfung als wichtigste therapeutische Maßnahme zur Verfügung. Es geht darum, die Überreaktion Schritt für Schritt in den Griff zu bekommen, bis der Körper keine allergische Reaktion mehr zeigt. Popp erklärt: „Eine geringe Dosis des Allergie-Auslösers wird im Abstand von mehreren Wochen injiziert. Die Konzentration wird dabei allmählich gesteigert – das Immunsystem so zusagen auf das Allergen trainiert – bis sich der Körper schließlich an das Allergen gewöhnt.“

Speziell für Kinder und Menschen, die Angst vor Spritzen haben, wurde die sublinguale Therapie entwickelt, bei der der Allergen-Extrakt täglich unter die Zunge getropft wird. Schon nach ein paar Monaten ist der Erfolg deutlich spürbar.

(1) Weitere Informationen über milbendichte Überzüge: www.menzl.com/allergenvermeidung_acb_ueberzuege.htm
(2) N Engl J Med 2004: 351; 1068-1080. Allergen Avoidance to Reduce Asthma-Related Morbidity. Wayne J. Morgan et al.
(3) Clinical and Experimental Allergy 2001: 31, 1392-1397. Prevention of new sensitizations in asthmatic children monosensitized to house dust mite by specific immunotherapy. A six-year follow-up study. G. B. Pajno et al.

 

29. Oktober 2004

US-Unternehmen will allergenfreie Katzen züchten
Forscher zweifeln am Vorhaben

Los Angeles - Damit Allergikern das Halten von Katzen erleichtert wird, will das kalifornische Unternehmen Allerca genetisch veränderte Katzen züchten, die keine gängigen Allergene mehr produzieren. Dass es möglich ist, jenes Protein-Allergen zu unterdrücken, das die meisten Allergien auslöst, halten die Wissenschaftler für möglich. Dass jedoch alle Allergie auslösenden Stoffe aus einer Katze weggezüchtet werden, halten die Forscher für unwahrscheinlich, berichten sie im Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Die Katzen produzieren eine Reihe von Proteinen, die zahlreiche Allergien auslösen können. "Wenn alle jene allerdings weggezüchtet werden sollen, dann entsteht für die Katze selbst ein lebensbedrohlicher Gesundheitszustand", so Thomas Platts-Mills, Direktor des Asthma and Allergic Disease Center an der University of Virginia in Charlottesville.

Genetisch veränderte Katzen, die keine Allergene mehr produzieren, wurden bereits vor drei Jahren angekündigt. Grobe Probleme hatten dazu geführt, dass das Unternehmen Transgenetic Pets mit dem Projekt aufgehörte.

Nun will Allerca zunächst die Produktion des Glykoproteins Fel-d-1, das in Katzenhaaren, Speichel und im Urin vorhanden ist und zu den häufigsten Allergenen zählt, unterdrücken. Unklar ist, wie das Unternehmen dies anstellen will, nach ersten Angaben erfordert aber die Technik kein Klonen. 2007 soll die erste Allergie-freie Katze zu einem Preis von 3.500 Dollar zu haben sein. 250 Dollar Reservierungsgebühr können bereits jetzt deponiert werden.

Quelle: pressetext.austria

 

27. Oktober 2004

"Der Zugang zu innovativen Arzneimitteln wird weiterhin erschwert"
Pharmig kritisiert die ungleiche Rezeptgebühr von Originalen und Generika

Wien (pts, 27. Oktober 2004 11:31) - "Das ist zweifellos ein weiterer Schritt in Richtung Zwei-Klassen-Medizin, der Zugang zu innovativen Arzneimitteln wird weiterhin erschwert." So bewertet Jan Oliver Huber, Generalsekretär des Branchenverbands Pharmig, die Ankündigung von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, künftig unterschiedliche Rezeptgebühren für Originalpräparate und Generika einzuheben. Während die Rezeptgebühr für innovative Arzneimittel auf fünf Euro angehoben werden soll (derzeit kostet sie einheitlich 4,35 Euro), soll sie bei Generika auf vier Euro gesenkt werden.

"Diese Maßnahme ist gesundheitspolitisch falsch, denn sie trifft wieder in erster Linie die Patienten", kritisiert Huber. "Sie werden für innovative Arzneimittel künftig noch mehr zahlen müssen als bisher und nicht jeder kann sich das leisten." Umgekehrt, so Huber, sei die unterschiedlich hohe Rezeptgebühr auch finanzpolitisch das falsche Signal. "Die Rezeptgebühr für Generika zu senken und sich somit freiwillig einer Einnahmequelle zu berauben halte ich schlichtweg für unvernünftig", erklärt der Generalsekretär der Pharmig. "Noch dazu, wo der Preisunterschied zwischen Generika und Originalpräparaten in Österreich maximal 8 Prozent beträgt, also marginal ist."

Zusätzlich ortet Huber noch ein anderes Problem: "Was tun, wenn Originalpräparate gleich viel kosten wie Generika oder sogar billiger sind? Warum wird dann der Generika-Hersteller einseitig bevorzugt?" Hubers Prognose: "Das wird so nicht halten. Wir fordern, dass in einem solchen Fall die niedrigere Rezeptgebühr auch für Originalhersteller zu gelten hat."
(Ende)

Text: Aussendung der Pharmig

 

23. Oktober 2004

Gene für Asthma-Therapie der Zukunft entscheidend?
Studie zeigt, dass die Wirkung eines Medikaments von den Genen abhängen kann

Die Asthma-Therapie der Zukunft könnte auf den genetischen Mustern der Patienten basieren. Dass es von den Genen abhängen kann, wie Menschen auf ein Asthma-Medikament ansprechen, zeigt eine neue amerikanische Studie, die in der Fachzeitschrift The Lancet in der Ausgabe vom 23.-29. Oktober 2004 veröffentlicht wird.

Forscher des Asthma Clinical Research Network (ACRN) des staatlichen amerikanischen National Heart, Lung and Blood Institute (NHLBI), haben herausgefunden, dass die Studienteilnehmer, Erwachsene mit leichtem Asthma, auf viermal täglich inhaliertes Albuterol über einen Zeitraum von 16 Wochen unterschiedlich reagierten, je nachdem, welche Form eines bestimmten Gens sie geerbt hatten. Während bei Patienten mit der einen Art des Gens der regelmäßige Gebrauch des Beta-2-Mimetikums die Asthma-Kontrolle verbesserte, hatte die Patienten-Gruppe mit der anderen Form des Gens, die anfänglich auch gut auf den Wirkstoff ansprach, nach 16 Wochen eine schlechtere Asthma-Kontrolle als die Vergleichsgruppe erreicht. In die Studie waren 78 Patienten in mehreren amerikanischen klinischen Zentren einbezogen. (Als weiteres Asthma-Medikament konnten die Patienten während dieser Zeit bei Bedarf den Wirkstoff Ipratropium Bromid verwenden.)

Für die Studie "The Beta-Adrenergic Response by Genotype (BARGE)" wurden die Patienten erstmals für eine Medikamenten-Studie nach ihrem genetischen Typ ausgewählt bzw. nach den Formen des betreffenden Gens. Die Feststellung dieser genetischen Unterschiede ist derzeit nur im Rahmen besonderer Forschungs-Settings möglich. Es wurde dabei zwischen dem Arginin-Genotypus und dem Glyzin-Genotypus unterschieden. Einer von sechs Asthma-Patienten in den USA gehört zum Arginin-Genotypus, der weniger gut auf die Behandlung anspricht. Bei bestimmten ethnischen Gruppen, etwa den Afro-Amerikanern, kommt der Arginin-Genotypus häufiger vor. (Glyzin und Arginin sind Aminosäuren.)

Durch die Studie rückt Asthma in den Vordergrund der Aufmerksamkeit der Pharmakogenetik. Letztere ist eine aufstrebende Wissenschaft, die die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Arten von Genotypen und den Reaktionen auf Medikamente untersucht.

Den Wissenschaftlern ist seit langem bekannt, dass die Gene eine Rolle dabei spielen können, wie Individuen auf Krankheiten und Medikamente reagieren. Wenn sich die Wirkstoffe von Medikamenten durch den Körper bewegen, interagieren sie mit Tausenden von Molekülen oder Proteinen. Da es von den Genen abhängt, wie sich Proteine verhalten, können Unterschiede in der Struktur eines Gens entscheidend dafür sein, wie ein Protein auf ein Medikament antwortet.

Viele Forscher glauben, dass die Pharmakogenetik die Gesundheitsversorgung revolutionieren wird, da sie zur Entwicklung von Medikamenten führen wird, die genauer auf spezifische Moleküle abzielen werden als die gegenwärtig verfügbaren Wirkstoffe, was sie stärker wirksam und Nebenwirkungen unwahrscheinlicher machen wird.

Patienten reagieren sehr unterschiedlich auf derzeitige Asthma-Medikamente. Beta-2-Mimetika wie Albuterol sind Wirkstoffe, die beim akuten Asthma-Anfall helfen sollen. Sie entspannen die Muskeln in den Atemwegen und können die Luftwege bei Asthma rasch öffnen, wenn diese verengt sind.

Eine weitere Studie der ACRN-Forscher untersucht nun, ob und welche Effekte in Zusammenhang mit der Genetik bei den lang wirkenden Formen der bronchienerweiternden Asthma-Medikamente auftreten.

Quelle: NIH-News, National Institutes of Health, USA
www.nih.gov/news/pr/oct2004/nhlbi-22.htm

 

 

22. Oktober 2004

Pollen - mehr als nur Allergentraeger
Direkte entzündungs- und allergiefördernde Wirkung entdeckt

München - Pollen koennen direkt entzuendungs- und allergiefoerdernd wirken. Dies entdeckten Forscher des Muenchner Zentrums fuer Allergie und Umwelt (ZAUM).

Die allergische Entzuendungsreaktion gegen Pollen entsteht nach
herkoemmlicher Meinung durch die Begegnung zwischen Allergen und
Antigen-praesentierender Zelle in der Haut oder Schleimhaut. Frueher
wurden Pollenkoerner selbst als "Allergene" bezeichnet. Inzwischen weiss
man, dass die Allergenfreisetzung aus den Pollen ein hochdifferenzierter
aktiver Prozess ist, der ohne Zellzerstoerung im feuchten Milieu unter
bestimmten Bedingungen ablaeuft.

PALMs locken Entzuendungszellen an

Bei der Untersuchung dieser Vorgaenge stiessen Forscher des Zentrums
Allergie und Umwelt (ZAUM) an der Klinik und Poliklinik fuer
Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Klinikum rechts der Isar,
Technische Universitaet Muenchen, auf voellig neue Beobachtungen: Pollen
setzen nicht nur Allergene frei, sondern stellen gleichzeitig eine
Quelle von hoch bioaktiven Lipid-Botenstoffen dar, die die Arbeitsgruppe
um Prof. Heidrun Behrendt als "Pollen-Associated Lipid Mediators"
(PALMs) bezeichnete.

Diese PALMs koennen direkt menschliche
Entzuendungszellen, z. B. sogenannte eosinophile Granulozyten anlocken
und aktivieren. Die Eosinophilen binden sich dann an die Pollenkoerner,
werden aktiviert und fuehren zu einer Veraenderung der
Pollenoberflaeche, bis hin zur Zellzerstoerung. Schon lang weiss man,
dass eosinophile Granulozyten eine entscheidende Rolle in der
allergischen Entzuendungsreaktion spielen. Die neuen Befunde, wonach
Pollen ueber die PALMs selbst in der Lage sind - auch bei
nicht-allergischen Individuen - diese Entzuendungszellen zu aktivieren,
eroeffnet voellig neue Einblicke in die ganz fruehe Phase der Entstehung
einer Allergie.

Luftverschmutzung erhoeht Aktivitaet der PALMs

Darueber hinaus konnten die Forscher zeigen, dass eine Vorbelastung der
Pollenkoerner mit Luftschadstoffen - wie sie z. B. aus Autoabgasen
entstehen koennen - die Sekretion dieser bioaktiven Mediatoren ganz
erheblich steigert. Diese Befunde koennten mit dazu beitragen zu
erklaeren, warum Kinder, die unter starker Verkehrsbelastung
heranwachsen, hoehere Raten von Sensibilisierungen oder allergischen
Erkrankungen entwickeln, als Vergleichskinder derselben Altersgruppe.

Text: Klinikum rechts der Isar, München / IdW

 

19. Oktober 2004

In 10 Tagen keine Asthma-Symptome mehr
Details zu den Ergebnissen der GOAL-Studie in Wien präsentiert

Wien (w.j.) - In nur zehn Tagen kann aus einem schlecht eingestellten Asthma mit starken Symptomen ein gut eingestelltes werden, das die Lebensqualität des Patienten nicht mehr beeinträchtigt. Die Ergebnisse der internationalen GOAL-Studie wurden am 19. Oktober 2004 bei einer Pressekonferenz in Wien (Veranstalter: Haslinger, Keck Public Relations im Auftrag von GlaxoSmithKline) vorgestellt. (Zu den Studienergebnissen siehe auch "Asthma vollständig kontrollierbar" vom 16. Oktober 2004)

Bei der Presse-Veranstaltung in Wien berichtete der emeritierte Univ.Prof. Dr. Friedrich Kummer, Vorstand der Lungenabteilung des Wilhelminenspitals in Wien, zunächst von der AIRE-Studie (Asthma Insights and Reality in Europe), deren Ergebnisse im Jahr 2000 publiziert worden sind. Nur fünf Prozent der Asthmatiker in Deutschland hatten demnach ihr Asthma den Zielen der Therapie-Leitlinien entsprechend unter Kontrolle.

Dass es jedoch für sehr viele Asthma-Patienten möglich ist, die Asthma-Symptome gut oder gar vollständig unter Kontrolle zu haben, zeigt nun die neue GOAL-Studie (Gaining Optimal Asthma Control), die in der Ausgabe vom 15. Oktober 2004 der Fachzeitschrift "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" veröffentlicht wird. In Wien wurden die Ergebnisse der Studie von Dr. Justus de Zeeuw, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, den Journalisten vorgestellt.

Dr. de Zeeuw: "GOAL konnte zeigen, dass die konsequente regelmäßige Gabe einer geeigneten inhalativen Kortisondosis zur Entzündungskontrolle in fixer Kombination mit einem langwirksamen Bronchodilatator geeignet ist, die vollständige Asthmakontrolle zu ermöglichen. Mit der Kombinationstherapie kann die vollständige Asthmakontrolle mit bis zu 60 % geringerer Kortikosteroiddosis erreicht werden im Vergleich zu einer Kortikosteroid-Monotherapie." Betrachte man gute Asthma-Kontrolle, so hätten sogar nahezu 80 Prozent der Patienten der Studie das angestrebte Ziel einer weitgehenden Symptomfreiheit erreicht.

Prof. Kummer: In den österreichischen Therapie-Richtlinien sei auch ein "Step-down" der Medikamente bei erreichter Symptomfreiheit vorgesehen. Die Zahl und Dosis der Wirkstoffe wird dann solange reduziert, bis gerade keine Symptome mehr auftreten.

London: Erste Präsentation der
Ergebnisse der GOAL-Studie

International wurden die Ergebnisse der GOAL-Studie am 13. Oktober 2004 bei einer Pressekonferenz in London der Öffentlichkeit präsentiert. Demnach nahmen an der einjährigen, randomisierten, doppelblinden Parallelgruppenstudie mehr als 3.200 Patienten mit Asthma bronchiale aus 44 Ländern teil. Der Schwergrad der Erkrankung wurde anhand des Kortikosteroidbedarfs während der vergangenen sechs Monate bewertet. "Um Umwelt- und Klimaeinflüsse zu minimieren, haben wir Teilnehmer aus möglichst vielen Ländern, sowohl von der nördlichen als auch von der südlichen Halbkugel, rekrutiert", erläuterte Univ.Prof. Dr. Tim Clark, Imperial College, London, Koautor und Mitglied des "Steering Committee" der GOAL-Studie.

Nach einer vierwöchtigen Run-in Phase wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt und erhielten zweimal täglich entweder ein inhalatives Kortikosteroid (Fluticason) oder die Fixkombination Fluticason mit dem langwirksamen Beta-2-Agonisten Salmeterol. Zunächst wurde niedrig dosiert, bei Bedarf konnte eine höhere Dosis gewählt werden ("Step-up"-Prinzip), bis die vollständige Asthma-Kontrolle erreicht war. Diese Dosierung wurde dann über den restlichen Studienzeitraum beibehalten.

Unterscheidung zwischen "guter"
und "vollständiger" Asthma-Kontrolle

Bei den Ergebnissen wurde zwischen guter und vollständiger Kontrolle von Asthma unterschieden. Patienten mit "guter Kontrolle" sollen unter anderem keine Verschlechterungen haben, nicht wegen nächtlicher Beschwerden erwachen, Notfallmedikation seltener als zweimal pro Woche benötigen und zumindest fünf symptomfreie Tage pro Woche haben.

Auch die vollständige Asthmakontrolle ("total control") war sehr streng definiert. Sie bedeutete
• keine Symptome tagsüber
• keine Notfallsmedikation
• keine Exazerbationen (Verschlechterungen)
• kein Asthma-bedingtes nächtliches Erwachen
• kein Aufsuchen einer Notaufnahme
• an keinem Tag einen Peak Flow unter 80 % des Normwertes
• keine Nebenwirkungen, die einen Therapiewechsel erfordern.

Laut GOAL-Studienprotokoll mussten alle angeführten Parameter während eines Zeitraums von zumindest sieben aufeinanderfolgenden Wochen an jedem Tag erfüllt sein. "Dieser strenge Endpunkt ist bisher einmalig in der Geschichte von Asthma-Therapiestudien", bemerkte Dr. Keith Hogate, GOAL UK Principal Investigator.

Dr. Holgate zu den Ergebnissen der GOAL-Studie: "Nahezu die Hälfte aller Patienten, 44 %, erreichte unter der Fixkombination Salmeterol/Fluticasonpropionat eine vollständige Kontrolle der Asthmasymptome. Dieses Ergebnis war gegenüber der Kortikosteroid-Monotherapiegruppe signifikant, unter einer Fluticason-Monotherapie erreichten nur 28 % eine vollständige Asthma-Kontrolle!"

Bemerkenswert war auch, dass in der Gruppe mit der Fixkombination in mittlerer Wirkstärke, laut Dr. Holgate die in der klinischen Praxis am häufigsten verordnete Dosierung, "die vollständige Asthmakontrolle" mit bis zu 60% geringerer Kortikosteroid-Dosis erreicht wurde, verglichen mit Patienten mit einer Kortikosteroid-Monotherapie."

Was die Patienten, die keine "gute" oder "vollständige Asthma-Kontrolle" erreichten, betrifft: "Lediglich bei einem von fünf Patienten führte die Therapie zu keinem der beiden Ziele. Aber auch nahezu alle Patienten aus dieser Gruppe konnten zumindest eine deutliche Verbesserung ihrer Asthmasymptome beobachten", berichtete Dr. Holgate.

Der schottische Lungenfacharzt Univ.Prof. Dr. Andrew Greening, Western General Hospital, University of Edinburgh, über die erwarteten Konsequenzen: "Dank der GOAL-Studie wissen wir jetzt, dass wir mit der Fixkombination Salmeterol/Fluticasonpropionat bei sehr vielen Patienten eine vollständige Kontrolle ihrer Asthma-Symptome erreichen können. Vollständige Symptomfreiheit sollte daher bei jedem Asthma-Patienten unser Therapieziel sein. In der Realität wird dies bedeuten, dass wir mit konsequenter Umsetzung der GOAL-Ergebnisse bei sehr vielen Patienten eine ausgezeichnete Asthmakontrolle erreichen werden können." Die Wirkstoffkombination habe sich auch als ausgezeichnet verträglich erwiesen und werde von den Patienten sehr gut angenommen, da nur zweimal täglich eine Inhalation erforderlich sei.

Weitere Informationen:
www.goalstudy.com
http://ajrccm.atsjournals.org

 

16. Oktober 2004

Asthma vollständig kontrollierbar
GOAL-Studie: Salmeterol/Fluticason effizienter als Fluticason allein

Als AsthmatikerIn ohne Asthma leben: Mit der Wirkstoffkombination Salmeterol (lang wirkender bronchienerweiternder Wirkstoff) und Fluticason (Steroid) lassen sich bei mehr Asthma-Patienten sämtliche Asthma-Symptome zum Verschwinden bringen als mit Fluticason allein. Die große internationale GOAL-Studie (Gaining Optimal Asthma Control), die in der Ausgabe vom 15. Oktober 2004 der Fachzeitschrift "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" veröffentlicht wird, hat das nun nachgewiesen.

Die vom Pharma-Konzern GlaxoSmithKline initiierte und unterstützte klinische Studie zur Ermittlung, wieviele Patienten eine vollständige Kontrolle der Asthma-Symptome erzielen konnten, sorgt nun für großes internationales Interesse. In die GOAL-Studie (Prof. Eric D. Bateman, Universität Kapstadt, Südafrika, u.a.) wurden 3421 Patienten aus 326 Asthma-Therapiezentren in 44 Ländern einbezogen.

In der einjährigen Studie wird die Kombination Salmeterol/Fluticason mit Fluticason Monotherapie verglichen. In der Studie wird zwischen gänzlich kontrolliertem und gut kontrolliertem Asthma unterschieden. Deutlich mehr Patienten bekamen die Asthma-Symptome mit der Kombination von Salmeterol/Fluticasone unter Kontrolle als mit Fluticason allein.

Nach einem Jahr hatten 41 % der Patienten mit der Kombinationstherapie Salmeterol/Fluticason ihr Asthma völlig unter Kontrolle gegenüber 28 % jener, die nur das Steroid Fluticason inhaliert hatten. Ein gut kontrolliertes Asthma hatten nach einem Jahr 71 Prozent der Patienten mit der Wirkstoffkombination und 59 % mit Fluticason allein. Mit der Wirkstoffkombination Salmeterol und Fluticason (Seretide®) war eine schnellere Kontrolle und mit einer geringeren Steroid-Dosis möglich als nur mit Fluticason.

Weitere Informationen: http://ajrccm.atsjournals.org/

 

 

13. Oktober 2004

Juckreiz und Schlafstörungen durch Neurodermitis
Lebensqualität von Neurodermitikern in Österreich erstmals untersucht

Wien - Neurodermitis bedeutet für die betroffenen Patienten in den meisten Fällen beträchtlichen Juckreiz, Schlafstörungen, aufwändige Hautpflege, Medikamenteneinnahme und Einschränkungen im täglichen Leben. Dabei finden die Betroffenen im Laufe der Jahre ihre persönliche Bewältigungsstrategie der Krankheit. Sie arrangieren sich mit der Neurodermitis und legen sich ihr maßgeschneidertes Therapieschema zurecht. Trotz allem bedeutet der Aufwand, mit dem die Therapie verbunden ist, für fast 70 Prozent der Patienten eine Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität. Auch die Kommunikation mit dem Arzt ist für die Hälfte der Patienten verbesserungsbedürftig. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Umfrage ´Neurodermitis heute´, die im Auftrag des Neurodermitis Forums durchgeführt wurde.

Im Oktober 2003 startete die ´Aktion Zufriedener Patient´ im Auftrag des Neurodermitis Forums eine Umfrage zum Thema Lebensqualität bei Neurodermitis. Befragt wurden sowohl Patienten ab dem 16. Lebensjahr als auch betroffene Kinder und deren Eltern.

Juckreiz als größtes Problem

Insgesamt berichteten über 90 Prozent der befragten Personen über 16 Jahre, dass sie in den letzten vier Wochen vor der Befragung an rauer, juckender oder schmerzhafter Haut gelitten haben. "Auch der Schlaf vieler Patienten kommt durch die Symptome der Neurodermitis zu kurz", weiß Univ.-Prof. Dr. Werner Aberer, Universitätsklinik für Dermatologie an der Medizinischen Universität Graz und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV): Fast 60 Prozent fühlen sich nachts "immer" oder "manchmal" beeinträchtigt. "Das sind Zahlen, die uns zu denken geben müssen", meint Univ. Prof. Dr. Werner Aberer: "Wir müssen die Therapie weiter optimieren, um die belastenden Schübe erst gar nicht aufkommen zu lassen. Mit den neuen kortisonfreien Substanzen sind wir da auf dem richtigen Weg, weil in vielen Fällen bei richtigem Einsatz zu Schubbeginn gar keine Kortisonanwendung mehr notwendig ist.

Neurodermitis mit Kinderaugen sehen

Etwa 10 bis 15 Prozent aller Kinder in den Industrienationen sind von Neurodermitis betroffen. Wie die österreichische Studie zeigt, fühlen sich Kinder aber - anders als erwachsene Patienten - in ihrem Alltag aber weniger von der Krankheit eingeschränkt. Ein Großteil lässt sich weder in der Schule noch in der Freizeit von Juckreiz oder gelegentlichen Schlafproblemen stören. Und das obwohl die Symptome bei ihnen nicht seltener oder weniger intensiv ausfallen als bei erwachsenen Patienten und sie die Behandlung zumindest phasenweise als problematisch einstufen.

"Man kann keinesfalls sagen, dass Kinder weniger oder harmlosere Symptome haben als erwachsene Patienten", so Univ. Prof. Dr. Werner Aberer weiter, . Fast 30 Prozent der kleinen Patienten berichteten über ständigen Juckreiz, nahezu 60 Prozent werden zumindest manchmal von Juckreiz gequält. Dennoch gehen sie anders mit der Erkrankung um als Erwachsene. Etwa 35 Prozent der Kinder meinten, es gehe ihnen "sehr gut", mehr als die Hälfte bezeichneten ihre Stimmungslage als "neutral".

Die Erkrankung selbst in die Hand nehmen

In Österreich stehen die Selbsthilfegruppen für Neurodermitis-Betroffene vielerorts noch am Anfang. Die Nachfrage ist allerdings vorhanden, besonders bei den jungen Patienten und deren Eltern: 40 Prozent der Kinder können sich eine Gruppe für Gleichaltrige vorstellen. Auch über 50 Prozent der befragten Eltern wünschen sich eine Eltern-Selbsthilfegruppe.

Menschen mit Neurodermitis und deren Angehörigen wird auf der Homepage des Neurodermitis Forums www.neurodermitisforum.at und bei der Neurodermitis Forum Hotline: 01/333 40 40 Information und Beratung angeboten.

12. Oktober 2004

"Schleichender Tod durch COPD"
Salzburg unterstützt BOLD-Studie über chronische Atemwegserkrankung

Salzburg (LK) - Eine Reduzierung von Lungenerkrankungen und des Rauchens sei eines der Ziele des Salzburger Landesgesundheitsprogramms, betonte am Dienstag, 12. Oktober 2004, Gesundheitsreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller bei einem Informationsgespräch der Landeskliniken Salzburg zum Thema „Schleichender Tod durch COPD“, bei dem die Durchführung einer Studie über diese unterschätzte Volkskrankheit angekündigt wurde. COPD ist eine chronische Atemwegserkrankung, die, wenn sie nicht rechtszeitig behandelt wird, zum Tod führt. Besonders Besorgnis erregend sei, so Burgstaller, dass die Dunkelziffer der an COPD Erkrankten derzeit bei 50 Prozent liege, was eine rechtzeitige Behandlung unmöglich mache.

Aus diesem Grund wird im kommenden Frühjahr eine BOLD-Studie (Burden of Lung Disease Initiative) durchgeführt, an der Österreich neben Island, Schweden und Südafrika als eines der ersten Länder teilnimmt. Ziel dieses Projektes ist die Aufdeckung der hohen Dunkelziffer dieser chronischen Atemwegserkrankung. Zusätzlich soll die Bevölkerung über die Gefahren, den qualvollen Krankheitsverlauf und die Möglichkeiten der Prävention aufgeklärt werden. Schließlich sollen die Menschen motiviert werden, diese Krankheit ernst zu nehmen und regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen, erklärte der Leiter der Universitätsklinik für Pneumologie und Leiter der BOLD-Studie, Primar Univ.-Doz. Dr. Michael Studnicka.

Auf Grund der großen Bedeutung dieser Erhebungen unterstütze auch das Land Salzburg die BOLD-Studie mit der Durchführung entsprechender Untersuchungen. Finanziert werde das 100.000-Euro-Projekt in Salzburg zu 20 Prozent vom Land Salzburg und zu zehn Prozent von der Gebietskrankenkasse. 60 bis 70 Prozent trage die Pharmaindustrie, teilte Landeshauptfrau Burgstaller mit. Obwohl uns die Gesundheit sehr am Herzen liegt, werden die Symptome bei COPD häufig verharmlost und nicht ernst genommen. Die BOLD-Studie biete eine hervorragende Möglichkeit, den Menschen das Wesen und die Häufigkeit dieser chronischen Atemwegserkrankungen vor Augen zu führen. Darüber hinaus bleibe durch eine Früherkennung vielen Betroffen ein langer und qualvoller Krankheitsverlauf erspart, betonte die Landeshauptfrau. Außerdem könnte die Studie Aufschlüsse über allfällige regionale Häufungen von chronischen Lungenerkrankungen liefern.

Für diese Studie wurden bereits 1.000 Salzburger/innen nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und über den Verlauf des Projekts informiert. Diese Personen werden zu einem einfachen und gefahrlosen Lungentest, der so genannten Spirometrie, in die Universitätsklinik für Pneumologie in Salzburg eingeladen. Gleichzeit wird mit einem Fragebogen das Lungenrisiko der Testperson erhoben. Der Erfolg des Projektes hänge, so Univ.-Doz. Studnicka, wesentlich von der Teilnahme der Testpersonen an den Untersuchungen ab, wobei sowohl die Allgemeinheit als auch die Testpersonen selber einen Nutzen davon haben. Neben der allgemeinen Erforschung von Lungenkrankheiten erhalten die Teilnehmer/innen an dem Projekt einen kostenlosen Lungencheck.

Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) – früher oft schlicht und einfach „Raucherlunge“ genannt – sind die Folge jahrelanger chronischer Entzündungen der Atemwege, die durch Umweltschadstoffe, Tabakrauch, Klimafaktoren und Staubbelastungen hervorgerufen werden. Durch diese ständige Belastung mit schädlichen Stoffen reagieren die Bronchien neben einer Verengung (Obstruktion) zuerst mit Husten, um die eingedrungenen Schadstoffe zu entfernen. Reicht dies nicht mehr aus, bildet sich verstärkt Schleim, und es kommt in der Folge zu einer Verdickung der Schleimhaut, wodurch die Patienten zunehmend unter Atemnot leiden. In weiterer Folge nimmt die Anzahl der Flimmerhärchen ab, wodurch der vermehrt gebildete Schleim nicht mehr abtransportiert werden kann und sich der Husten zusätzlich verstärkt. Damit beginnt der schicksalhafte Verlauf, erklärte Univ.-Doz. Studnicka. Obwohl die COPD großteils Raucher betrifft, schenken die Mediziner auch den erblich bedingten Einflüssen immer größere Beachtung. Dies deshalb, weil die genetische Komponente bei COPD doppelt so hoch ist wie bei allergischem Asthma.

Das Heimtückische an der Krankheit ist, dass sie in den meisten Fällen viel zu spät diagnostiziert wird. Wenn die Betroffenen wegen Atemnot zum Arzt gehen, ist die Lungenfunktion bereits zu einem beachtlichen Teil verringert. Die Mediziner fordern daher, die Lungenfunktionsprüfung in den Vorsorgekatalog aufzunehmen. Ein entsprechender Test dauert nur zehn Sekunden und ist absolut schmerzlos. Bei einer Früherkennung können Raucherentwöhnung und Medikamente den Krankheitsverlauf deutlich bremsen, begründet Studnicka die Notwendigkeit von Vorsorgeuntersuchungen.

Aber auch aus volkswirtschaftlicher Sicht sind Maßnahmen gegen COPD unbedingt notwendig. Auf Grund der wiederholten Spitalsaufenthalte, im Endstadium großteils in Intensivstation, zählen chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen weltweit bereits zu den teuersten Krankheiten.

 

11. Oktober 2004

Kärnten:Anstieg von Asthma und Allergien bei Kindern
LHStv. Ambrozy präsentierte Kärntner Ergebnisse der ISAAC-Studie - Information der Bevölkerung soll forciert werden

Klagenfurt (LPD) - Die Kärntner Ergebnisse der Studie "Asthma und Allergien im Kindesalter" präsentierte am 11. Oktober 2004 Gesundheitsreferent LHStv. Peter Ambrozy bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt. Demnach war bei Kindern der ersten und zweiten Schulstufe im Jahr 2002 ein Anstieg der Häufigkeit von Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis im Vergleich zu einer Erstuntersuchung in den Jahren 1995/96 zu verzeichnen. Ambrozy will daher die entsprechende Information der Bevölkerung forcieren und appelliert an die Eltern, mit ihren Sprösslingen möglichst frühzeitig einen Kinderarzt aufzusuchen.

Der Gesundheitsreferent betonte, dass es ihm ein großes Anliegen sei, den Gesundheitszustand der Bevölkerung durch gezielte Maßnahmen zu optimieren: "Die Gesundheit unserer Kinder liegt mir dabei besonders am Herzen." Aus diesem Grund habe sich Kärnten an der Internationalen Studie über Asthma, Heuschnupfen und Allergien im Kindesalter (ISAAC) beteiligt, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefördert und mittlerweile in 156 Zentren in 56 Staaten durchgeführt wird, so Ambrozy.

Nach einer Erstuntersuchung in den Jahren 1995/96 wurde im Frühjahr 2002 in den Bezirken Klagenfurt-Stadt, Spittal/Drau und St. Veit/Glan eine Wiederholungsuntersuchung durchgeführt. Der Bezirk Wolfsberg wurde erstmals in die Studie miteinbezogen. Dabei wurde mittels Fragebogen die Häufigkeit von Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis bei Kindern der ersten und zweiten Schulstufe erhoben. Von insgesamt 7.042 Kindern haben die Eltern von 6.163 Kindern an der Studie teilgenommen. 6.096 Fragebögen wurden gültig abgegeben. Das mittlere Alter der Kinder lag bei 7,35 Jahren, der Anteil ausländischer Kinder bei 7,3 Prozent.

Universitätsprofessor Christian Vutuc, Chef der Abteilung für Epidemiologie des Institutes für Krebsforschung der medizinischen Universität Wien, präsentierte die ersten vorliegenden Ergebnisse. Es zeigte sich eine Häufigkeit von 4,1 Prozent bei Asthma, von 4,3 Prozent bei Heuschnupfen und von 14,3 Prozent bei Neurodermitis in der untersuchten Altersgruppe. Auffällig war außerdem der klare Anstieg der Häufigkeit dieser Erkrankungen im Vergleich zur Erstuntersuchung 1995/96.

Dringenden Bedarf vermehrter Aufklärung der Bevölkerung sah Ambrozy in Anbetracht dieser Zahlen gegeben. Er sprach auch davon, dass bei Asthma und Heuschnupfen noch von einer nicht unerheblichen Dunkelziffer auszugehen sei. "Ich habe deshalb in Auftrag gegeben, dass in Zusammenarbeit mit der Allergieambulanz der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde des LKH Klagenfurt geeignetes Informationsmaterial erstellt wird." Das vordringliche Ziel sei es, durch Früherkennung und Therapie eine Chronifizierung dieser Erkrankungen zu verhindern. "In diesem Sinne appelliere ich an die Eltern, möglichst frühzeitig einen Kinderarzt aufzusuchen, damit auch betroffene Kinder ein dem Alter entsprechendes ganz normales und unbeschwertes Leben führen können", so der Gesundheitsreferent.

Quelle: Kärntner Landesregierung / Landespressedienst
http://www.ktn.gv.at/index.html

 

8. Oktober 2004

10. Oktober: Welttag für seelische Gesundheit
Zusammenspiel von Körper und Seele verdient Aufmerksamkeit

Wien - Der Welttag für seelische Gesundheit soll weltweit für mehr Sensibilität und Aufmerksamkeit gegenüber psychischen Problemen und Beschwerden sorgen. Heuer steht das komplexe Wechselspiel zwischen körperlicher und seelischer Gesundheit im Zentrum der internationalen Informationsoffensive.

Der Volksmund weiß es schon lange: Körperliche Beschwerden und seelische Befindlichkeit haben viel miteinander zu tun. Da hat jemand "die Nase voll", es bleibt einem "die Luft weg" oder "zerreißt einem das Herz". Da "liegt einem etwas im Magen" oder eine "Laus ist über die Leber gelaufen", da geht einem etwas "unter die Haut". Auf das komplexe Wechselspiel zwischen Körper und Psyche Gesundheit macht jetzt der Fonds Gesundes Österreich zum Welttag für seelische Gesundheit aufmerksam, der in diesem Jahr weltweit unter dem Motto "Das Zusammenspiel von seelischer und körperlicher Gesundheit" steht.

Der Welttag für seelische Gesundheit wurde 1992 von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der World Federation for Mental Health (WFMH) ins Leben gerufen. Er findet jährlich am 10. Oktober statt, um auf Fragen der psychischen Gesundheit aufmerksam zu machen.

Bei einem Viertel der erwachsenen Bevölkerung, schätzen Psychosomatik-ExpertInnen, (Anm.: Quelle Österreichische Psychosomatikgesellschaft) treten psychisch verursachte Erkrankungen auf. Fast die Hälfte der PatientInnen, die ihren Praktiker aufsuchen, sind psychosomatisch krank, leiden also an Beschwerden, die nicht oder nur zu einem Teil organische Ursachen haben.

Die Ursachen für solche Beschwerden sind ebenso vielfältig wie ihre Auswirkungen. Stress, Ärger, Sorgen, Angst und Aggression, ungelöste Konflikte oder Trauer können unter anderem zu den unterschiedlichsten körperlichen Symptomen führen. Ständige Erschöpfung und Müdigkeit oder eine Schwächung des Immunsystems sind ebenso typische Anzeichen wie Herzbeschwerden, Reizdarm, Magenschmerzen, Hautausschläge, manchmal Asthma und Atemnot, Blasenschwäche oder ständige Rücken- und Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Appetitverlust.

Wenn der Körper nach Hilfe ruft

"Die psychische Komponente von vielen körperlichen Beschwerden wird heute intensiver untersucht denn je," sagt die Psychologin und Sozialepidemiologin Mag. Dr. Maria Schmidt-Leitner, Gesundheitsreferentin im Fonds Gesundes Österreich. "Dadurch werden auch die Zusammenhänge immer offensichtlicher."

So haben etwa Forscher der Duke University in Durham (North Carolina) herausgefunden, dass Ärger und Depressionen massiv zum Entstehen eines Herzinfarkts beitragen können - und zwar auch dann, wenn typische Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder ungünstige Blutfettwerte fehlen. Und eine britische Studie mit mehr als 5.000 Teilnehmern zeigte auf, dass Menschen mit Depressionen ein drei Mal höheres Risiko haben, Herzprobleme aufgrund von Arterienblockaden zu erleiden als psychisch gesunde Menschen. (Quelle: WFMH)

Gereizter Darm, gereizter Mensch?

Eine interessante Untersuchung zum Thema "Depression und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen" hat kürzlich Univ.-Prof. Dr. Gabriele Moser, Internistin an der Universitätsklinik für Innere Medizin IV am Wiener AKH, publiziert. Wichtigstes Ergebnis: Es lässt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Depression und schweren entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn nachweisen.

Hilfe für die Seele

"Derartige Beschwerden sind ein wichtiges Alarmsignal des Körpers, der uns damit sagen will, dass das körperlich-seelische Wohlbefinden aus dem Gleichgewicht geraten ist", sagt Dr. Schmidt-Leitner. "Bei kurzzeitig auftretenden Störungen lässt sich oft mit einfachen Selbsthilfe-Maßnahmen schon viel ausrichten. Zum Beispiel ausreichender Schlaf, Entspannungsübungen, Bewegung und Sport oder einfach Abwechslung, etwa schönes Wochenende mit Freunden", empfiehlt die Expertin. Wenn sich allerdings keine Verbesserung einstellt, oder wenn die körperlichen Beschwerden immer mehr einschränken, sollte eine medizinische Abklärung gemacht werden. "Werden keine organischen Ursachen gefunden, handelt es sich um psychosomatische Beschwerden. Dann kann es auch sinnvoll sein, Rat bei PsychologInnen oder PsychotherapeutInnen zu suchen. ExpertInnen können dabei helfen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln mit dem Ziel, Ihr Leben selbstbestimmt und konstruktiv zu gestalten", empfiehlt Dr. Schmidt-Leitner.

"Schau auf dich"

Mit einer neuen Informationsoffensive zum Thema "Seelische Gesundheit", - der zweiten im Rahmen der Serie "Es ist nie zu spät den ersten Schritt zu tun", die der Fonds Gesundes Österreich in Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen durchführt, wird einerseits aufgezeigt, wie sehr die psychische Gesundheit auch das körperliche Wohlbefinden beeinflussen kann. Andererseits werden auch zahlreiche Tipps gegeben, wie jede und jeder Einzelne im Alltag auf das seelische Gleichgewicht und Wohlergehen achten kann. Eine Kernfrage im Zusammenhang mit der Förderung seelischer Gesundheit ist, über welche Ressourcen, welche Quellen der Lebensfreude und Lebenslust und über welche Fähigkeiten, mit Problemen umzugehen, eine Person verfügt, um ihre seelische Gesundheit optimal pflegen zu können.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft zum «Welttag für seelische Gesundheit (World Mental Health Day)» am 10. Oktober in Erinnerung, dass psychisches Wohlbefinden ein Gut ist, das wir pflegen und erhalten müssen.

10 Tipps zur Erhaltung der seelischen Ausgeglichenheit:

Balance finden: Versuchen Sie, im Frieden und Ausgleich mit sich
selbst zu sein.
Genießen Sie bewusst: Nehmen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse ernst
und finden Sie heraus, was Ihnen Freude macht. Genießen Sie, was
Sie endlich einmal nur für sich selbst tun.
Pflegen Sie Kontakte mit Ihren FreundInnen: Das Zusammensein mit
wirklichen FreundInnen ist unter anderem deshalb so angenehm und
wohltuend, weil man Austausch, Trost und Anteilnahme findet, weil
man sich mitteilen kann.
Unterstützung geben und annehmen: "Geteiltes Leid ist halbes
Leid", sagt schon ein altes Sprichwort. Tatsächlich hilft es
enorm, Probleme mit anderen zu teilen.
Aufgeschlossen sein für Neues: Pflegen Sie doch Ihre Neugier und
geben Sie Ihrem Leben wieder einmal neue Impulse.
Soziales Engagement: Solche neuen Wege können Sie auch in
Vereinen, Gemeinschaften und Sozialinitiativen finden.
Unerledigtes anpacken: Was uns gefühlsmäßig am meisten
beschäftigt und immer wieder durch den Kopf geht, muss so schnell
wie möglich angepackt werden.
Prioritäten setzen: Lernen Sie, zwischen "dringend" und "wichtig"
zu unterscheiden. Wir haben alle nur ein begrenztes Reservoir an
Energie, das wir nutzen können. Daher gilt es auch zu
entscheiden, wofür Sie die Energie einsetzen.
Kontakt zu sich selbst herstellen: Nehmen Sie die Signale Ihres
Körpers und Ihrer Seele wahr - und vor allem: Nehmen Sie sie
ernst.
Schärfen sie ihre Wahrnehmung: Welche Situationen, Menschen oder
Dinge engen mich ein, erdrücken mich, machen mich stumm, und
welche machen mich lebendig und bereichern mich? Sehen Sie genau
hin, was Ihnen gut tut, und was nicht - und ziehen Sie Ihre
Konsequenzen daraus.

Quelle: Fonds Gesundes Österreich / OTS

 

6. Oktober 2004

Weintrinker entwickeln Allergie gegen Wespengift
Antikörper durch Genuss von Most

Valladolid (pte) - Bei Konsumenten von jungen Weinen oder frisch gepresstem Most haben spanische Wissenschaftler Allergien gegen Wespengift festgestellt. Grund ist möglicherweise der Kontakt zwischen den Tieren und der Traube vor dem Beginn der eigentlichen Weinverarbeitung. Am 20. Oktober werden die Forschungen auf einem Allergiekongress in Marbella präsentiert http://seaic2004.atlasit.com .

"Da bei der Verarbeitung der Trauben viele Wespen durch den hohen Zuckergehalt angezogen werden, gingen wir von der Vermutung aus, dass ein Teil des Insektengifts im Most enthalten bleiben könne", erklärte die Allergiespezialistin und Hauptverantwortliche des Forschungsprogramms Alicia Armentia. Mittels einer einfachen Blutabnahme kann man die Antikörper auf Gift untersuchen und "wenn eine Person noch nie noch gestochen wurde und trotzdem Antikörper gegen das Gift im Blut hat, könnte eine der Eintrittsmöglichkeiten Wein oder Most sein", sagte die Ärztin. Bei einem Experiment zeigte sich, dass der Patient nur bei frischem Most oder sehr jungem Wein Symptome hatte, und nicht bei schon reiferen, fermentierten Weinen. Der Kontakt zwischen diesen Tieren und der noch nicht gepressten Traube provoziert möglicherweise Antikörper bei gegen das Gift allergischen Menschen.

Wespen verfügen über ein ebenso starkes Gift wie eine Cobra oder eine Viper, allerdings in sehr kleiner Menge. Reines Wespengift besteht neben vielen anderen Komponenten aus Enzymen, Histamin und Serotonin. Insektengiftallergien sind aber keine Erfindung unserer Zeit. Schon der ägyptische Pharao Menes (2640 v. Chr.) soll Wespengiftallergiker gewesen sein. Dies schließen zumindest Historiker aus der Hyroglypheninschrift am Grab des Pharaos.

Aussender: pressetext.austria