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Informationen über Asthma und Allergien
aktualisiert: 07.03.2006   

Archiv

Mai 2003 (12)

27. Mai 2003 Bronchuskarzinom und Lungenhochdruck:
Diagnose- und Therapiefortschritte -
Jahrestagung der ÖGLUT von 29. Mai bis 1. Juni 2003
27. Mai 2003 Belastungen durch Gräserpollen
22. Mai 2003 Atemmuskeltraining verbessert Lebensqualität
Weniger Atemnot durch Übungsprogramm mit neuem Gerät
21. Mai 2003 Hunde sind stärkere Allergieauslöser als Katzen
Kombination von Allergiesymptomen bei Asthmatikern
19. Mai 2003 Genetischer Defekt führt zu Atemlosigkeit
Britische Forscher entdeckten jahrelang gesuchtes Asthma-Gen
16. Mai 2003 Pollen: Jetzt geht es richtig los...
15. Mai 2003 Allergieimpfung für Pollenallergiker
Skandinavische Forscher veröffentlichen neue Studien
09. Mai 2003 Neurodermitis-Therapie:
Erfolge durch neue Salben
09. Mai 2003 Österreichische Lungenfachärzte warnen:
Allergisches Asthma stark im Steigen -
Experte fordert Aufnahme des Lungenfunktionstests in Gesundenuntersuchung
09. Mai 2003 Lungenerkrankungen von Ozon und Dieselruß
Anläßlich des Allergie- und Asthmatags fordern Wiener Grüne die Eindämmung des Autoverkehrs
08. Mai 2003 Welt-Allergie- und Asthmatag im Wiener Rathaus
Neuer Pollen-Informationsdienst eingerichtet (Pollenflugkalender)
06. Mai 2003 Atempause für Pollenallergiker

 

 

27. Mai 2003

Bronchuskarzinom und Lungenhochdruck:
Diagnose- und Therapiefortschritte

Jahrestagung der ÖGLUT vom 29. Mai bis 1. Juni 2003 in Alpbach

Wien – Diagnose- und Therapiefortschritte bei Bronchuskarzinom und Lungenhochdruck sowie die Lungenkrankheit SARS standen am 27. Mai 2003 im Mittelpunkt eines Wiener Mediengespräches. Anlass war die 27. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Lungenerkrankungen und Tuberkulose (ÖGLUT), die von 29. Mai bis 1. Juni 2003 in Alpbach in Tirol stattfindet.

Bei der Tagung in Alpbach werden ua. auch Forschungsergebnisse und Entwicklungen zu Asthma und COPD, Pneumonie und Tuberkulose diskutiert.

Neues Screening-Verfahren
erkennt kleinste Tumorherde

Mehr als 3000 Menschen sterben in Österreich im Jahr an Lungenkrebs. Das Karzinom wurde bisher oft erst in einem zu späten Stadium erkannt. Ein neues Screening-Verfahren ermöglicht nun, auch kleinste Tumorherde bereits zu erfassen.

Univ.Prof. Dr. Werner Schlick„Mittels LowDose Spiral CT, einer speziellen Art der Computertomographie, können Lungenkarzinome so frühzeitig entdeckt werden, dass ein erfolgreiches radikales Entfernen des Tumors möglich ist“, berichtete Univ.-Prof. Dr. Werner Schlick (Univ.-Klinik für Chirurgie, Klinische Abteilung für Herz-Thorax-Chirurgie, AKH Wien), der Präsident der ÖGLUT, beim Pressegespräch in Wien.

90 Prozent der Lungenkrebspatienten sind Raucher, die meisten über 60 Jahre alt. Zwar ist die Zahl der Männer, die rauchen, in den vergangenen Jahren zurückgegangen, doch immer noch rauchen etwa 40 Prozent aller Männer und Frauen.

Wer einmal an Lungenkrebs erkrankt ist, hatte in Europa bisher – alle Tumorstadien zusammengefasst - eine durchschnittliche Chance von 5 bis 14 %, davon geheilt zu werden. Wird die Krankheit bereits im ersten Stadium erkannt, beträgt die Chance, mehr als fünf Jahre zu überleben, um die 80 %. Mit der neuen LowDose CT können nun auch schon Tumore in einer Größe von unter 3mm entdeckt werden.

Lungenhochdruck: Anerkennung
für Forschungsergebnisse des AKH

In den vergangenen Jahren konnten bei Diagnostik und Therapie des Lungenhochdrucks Fortschritte erzielt werden. Lungenhochdruck (Pulmonale Hypertension (PH)), eine Druckerhöhung im Lungenkreislauf, ist eine seltene Krankheit, von der Kinder und Erwachsene betroffen sein können. Die Krankheit galt lange als unbehandelbar, die Patienten starben unbehandelt meist nach drei bis fünf Jahren an Rechtsherzversagen.

Univ.Prof. Dr. Meinhard Kneußl„Neue Strategien in der Therapie des Lungenhochdrucks bieten etwa die Substanzen Prostazyklin und Bosentan (Endothelin 1-Antagonist). Medikamente mit diesen Wirkstoffen gibt es bereits. Für die Patienten bringt das einen enormen Gewinn an Lebensqualität“, erklärte Univ.Prof. Dr. Meinhard Kneußl (Univ.-Klinik für Innere Medizin IV, Klinische Abteilung für Pulmologie, AKH Wien), Vorstandsmitglied der ÖGLUT.

Eine mögliche neue Lungenhochdruck-Therapie mit dem körpereigenen Transmitterstoff VIP (Vasoaktive intestinale Peptide) wurde federführend von Wissenschaftern am Wiener AKH entwickelt (Team um Univ.-Prof. Dr. Lutz Henning Block, Leiter der Klinischen Abteilung für Pulmologie, Universitätsklinik für Innere Medizin IV am Wiener AKH). Die ersten vielversprechenden Studienergebnisse wurden nun im renommierten amerikanischen „The Journal of Clinical Investigation“ – www.jci.org - veröffentlicht.

OA Dr. PetkovWie OA Dr. Ventzislaw Petkov, der dem Wissenschafter-Team angehört, erläuterte, ist VIP eine körpereigene Substanz, ein Peptid und Hormon, das eine regulierende Wirkung auf die Lungengefäße ausübt und auch gefäßerweiternd wirkt. In einer ersten Studie am AKH mit acht Patienten erwies sich die Substanz als erfolgreiches Medikament ohne relevante Nebenwirkungen. Weitere Studien mit mehr Patienten sind nun notwendig. Wenn sie erfolgreich verlaufen, wird die Substanz in einigen Jahren als Spray erhältlich sein, wobei eine Kombinationstherapie mit anderen Wirkstoffen möglich wäre.

SARS: Der Gipfel könnte
bereits überschritten sein

Die Wiener Ärzte waren eben erst von einer internationalen Tagung in Seattle zurückgekehrt, wo das Thema SARS hochrangig diskutiert wurde. Man nimmt derzeit an, dass der Gipfel der SARS-Ausbreitung bereits überschritten ist, sicher ist das aber noch nicht. Als einzig wirksame Behandlung von SARS haben sich bisher hohe Kortisondosen erwiesen. Das Virus selbst sei schnell identifiziert worden – eine Mutation des Corona-Virus. Manche Fragen seien noch offen, beispielsweise, warum manche Patienten hoch ansteckend für ihre Umwelt sind und andere sehr viel weniger.

Text: Dr. Waltraud Jakob

27. Mai 2003

Belastungen durch Gräserpollen

Die Saison der Gräser- und Roggenpollen ist in den Niederungen voll im Gange. Das wechselhafte Wetter der nächsten Tage bremst die Belastungen zwar etwas, doch muss während der regenfreien Perioden mit mäßig bis starken Belastungen gerechnet werden. Auch im Waldviertel und im Lungau sind die Gräser nun blühbereit und werden bei sonnigem Wetter für Belastungen sorgen.

In den Zentralalpen blüht an der Waldgrenze die Grün-Erle. Sie kann bei Birkenpollen-Allergiker Beschwerden auslösen.

Auch Pollen von Holunder, Wegerich, Ampfer, Raps und im Tiefland noch Robinie treten in mäßigen Konzentrationen auf.

Erste Pilzsporen können nach Regenschauern bereits auftreten.

(Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 27. Mai 2003)

22. Mai 2003

Atemmuskeltraining verbessert Lebensqualität
Weniger Atemnot durch Übungsprogramm mit neuem Gerät

Wien - Die Atemmuskulatur kann durch ein spezifisches Trainingsprogramm, bestehend aus Kraft- und Ausdauerübungen, wirkungsvoll trainiert werden. Für Patienten mit Lungenerkrankungen, die trotz optimaler medikamentöser Einstellung an Atemnot leiden, bedeutet Atemmuskeltraining eine Verbesserung ihrer Beschwerden, verbunden mit einer Steigerung von Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Für das Training ist nun ein neues Gerät im Einsatz, das den Patienten in der Praxis einiger Lungenfachärzte bereits zur Verfügung steht.

Der Hauptmuskel, der beim Atmen beansprucht wird, ist das Zwerchfell. Es kann nur bedingt willentlich beeinflußt werden. 16 bis 20 Atemzüge macht ein erwachsener Mensch in der Minute, das sind 23.000 Atemzüge am Tag. Das Atemzugvolumen beträgt 500 ml Luft (ein halber Liter). 12.000 Liter werden durch die Atemmuskulatur eines Menschen Tag für Tag hin- und herbewegt.

Vitalkapazität läßt sich steigern

Die Vitalkapazität (Luftmenge, die nach maximaler Einatmung ausgeatmet wird) beträgt bei einem Schreibtischarbeiter 2,5 bis 3 Liter, bei einem Extremsportler 6 bis 8 Liter. Bei großer Vitalkapazität steigt die Atemfrequenz bei körperlicher Anstrengung nicht so rasch, es kommt erst viel später zu Atemnot als bei Menschen mit geringer Vitalkapazität.

Asthma ist eine Störung der Ausatmung. Wenn schlecht ausgeatmet und immer mehr eingeatmet wird, sammelt sich zuviel Luft im Brustkorb. Durch diese Überblähung wird die Pumpe für das Einatmen massiv beeinträchtigt. Zunehmende Atemnot führt bei Asthmatikern zu Bewegungsarmut, diese bewirkt eine Muskelverkümmerung. Daraus resultiert eine weitere Verstärkung der Atemnot, was zu beträchtlicher Immobilität mit vielen gesundheitlichen und sozialen Konsequenzen führen kann.

Gute medikamentöse Einstellung erlaubt den meisten Asthmatikern ein ganz normales Leben. In manchen Fällen tritt trotzdem weiterhin Atemnot auf. Hier kann nun Atemmuskeltraining helfen, die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern. Dieses Training hilft u.a. auch COPD-Patienten sowie Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen und zystischer Fibrose.

Dreimal pro Woche trainieren

Für das Training gibt es seit kurzem ein Gerät, das in Wien bereits in der Praxis einiger Lungenfachärzte benutzt werden kann (Respifit S von Eumedics). Patienten, denen der Lungenfacharzt dieses Training verordnet, sollten mindestens dreimal wöchentlich ca. 20 Minuten trainieren. Bei der Kraftübung atmet der Patient gegen einen fast verschlossenen Widerstand ein.

Gerät zum Training der AtemmuskulaturDie individuellen Werte des Patienten werden in das Gerät eingegeben, um die Anforderungen optimal an den einzelnen Benützer anzupassen. Ein schlecht eingestelltes Gerät kann den Patienten auch überfordern. Die erzielten Erfolge bleiben ohne weiteres Training etwa sechs Monate erhalten.

"Es ist kein Wundermittel, aber ein wichtiges Bausteinchen, das die Lebensqualität verbessern kann", betonte der Lungenfacharzt Univ.Doz. Dr. Theodor Wanke am 21. Mai 2003 bei einem Vortrag der Österreichischen Lungen-Union in Wien. Die Lungen-Union will sich nun dafür einsetzen, dass die Geräte auch tatsächlich von allen Patienten benutzt werden können, denen dieses Training helfen kann. Beispielsweise wäre ein Zugang über Ambulatorien der Gebietskrankenkasse wünschenswert.

Text: Dr. Waltraud Jakob

 

21. Mai 2003

Hunde sind stärkere Allergieauslöser als Katzen
Kombination von Allergiesymptomen bei Asthmatikern

Washington (pte) - US-Mediziner wollen den Mythos, dass Katzen stärkere allergische Reaktionen hervorrufen als Hunde, widerlegt haben. Demnach lösen Hunde und nicht Katzen bei Asthmatikern offenbar stärkere Allergiesymptome aus. Eine allergische Reaktion auf Hunde tritt aber erheblich seltener auf. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler vom Medical Center in Hershey, die verschiedene Tiere und Pflanzen in ihrer Wirkung auf Asthmatiker verglichen. Die Ergebnisse präsentierten sie auf der Internationalen Konferenz der Amerikanischen Thorax-Gesellschaft.

Das Team um Tim Craig vom Penn State College of Medicine http://www.hmc.psu.edu/college untersuchte die Reaktionen von 809 Erwachsenen auf Hunde, Katzen, Milben sowie Schimmelpilze und einige Pflanzen. Als Basis dienten ein Hauttest und bestimmte Kriterien, die das Ausmaß einer Asthmaerkrankung anzeigen, wie etwa die ausgeatmete Luftmenge: Je weniger Luft ausgeatmet wird umso stärker ist die Entzündung in der Lunge. Gemessen wird auch der Anteil von Stickoxid bei der Ausatmung.

Nur Hunde verursachten der Studie zufolge eine Kombination von allergenen Symptomen. Alle anderen getesteten Allergieauslöser führten nur zu einzelnen Reaktionen. Allerdings reagierten nur 38 Prozent der Probanden auf Hunde. Hingegen waren auf Katzen 72 Prozent und auf Milben 58 Prozent allergisch. Insgesamt hatten Allergene, wie sie durch im Haus lebende Katzen und Hunde erzeugt werden, eine stärkere Wirkung als Allergene, die sich außerhalb des Hauses befinden, wie Bäume und Gräser.

Aussender: pressetext.austria

 

19. Mai 2003

Genetischer Defekt führt zur Atemlosigkeit
Britische Forscher entdeckten jahrelang gesuchtes Asthma-Gen

Oxford (pte) - Forscher der britischen Oxford University http://www.ox.ac.uk haben ein neues Asthma-Gen entdeckt, das die Erblichkeit der Atemlosigkeit unterstreicht. Eine Mutation des Gens steigert die Anfälligkeit für Asthma und Allergien. Lange Zeit galten sie als klassische umweltbedingte Erkrankungen. Das Gen mit dem Namen PHF11 liegt auf dem langen Arm des Chromosoms 13. Dass das Chromosom ein Asthma-Gen enthält ist bereits seit vielen Jahren bekannt. Das Gen selbst wurde bis dato allerdings nicht entdeckt, heißt es in einer Aussendung der Universität. Es soll die Produktion einer Klasse von Antikörpern beeinflussen.

Bestimmte allergische Reaktionen sowie Asthma werden durch Antikörper-Moleküle, so genannte Immunglobuline der Klasse E (IgE), ausgelöst. Genetische Faktoren bestimmen den Gesamtspiegel der IgE im Blut etwa zur Hälfte. Die Forscher um William Cookson entdeckten bereits 2002 eine Region auf Chromosom 13, die mit erhöhten IgE-Konzentrationen und daher einer erhöhten Anfälligkeit für Allergien und Asthma in Zusammenhang steht. Bei der Untersuchung mehrerer Hundert britischer und australischer Familien entdeckten sie nun das verantwortliche Gen. Bei schweren Asthmatikern, die besonders viel IgE-Antikörper im Blut hatten, fanden die Forscher häufig eine bestimmte Variation am PHF11-Gen: Drei Buchstaben waren verändert. Noch ist unklar, wie diese Mutationen zur Entstehung von Asthma beitragen.

"Es gibt vermutlich etwa zehn Gene, die einen starken bzw. weniger großen Einfluss auf die Asthma- und Allergieanfälligkeit einer Person haben", erklärt Cookson. Es sei sehr wahrscheinlich, dass in den nächsten drei Jahren alle wichtigen Gene gefunden werden. Die Umsetzung der genetischen Befunde in neue Behandlungen sei keine einfache Aufgabe und werde nicht über Nacht erreicht werden.

Aussender: pressetext.austria

 

16. Mai 2003

Pollen: Jetzt geht es richtig los...

Wie so oft ist auch heuer die zweite Maihälfte die Zeit, zu der die Gräserpollenbelastung in vielen Teilen Österreichs voll zuschlägt. Im Osten und Südosten Österreichs trifft dies besonders stark zu, der Westen bleibt noch etwas begünstigt.
Nachdem die Wetterprognose für die letzte Maiwoche nicht besonders rosig ist, wird sich auch die Pollenbelastung in Grenzen halten.
Es ist an der Zeit, Gräserpollen-Patienten zu empfehlen, massive Expositionen durch Sport oder Gartenarbeit zu vermeiden und eine konsequente (Antihistamin-) Therapie zu beginnen.

Quelle: Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 16. Mai 2003

 

15. Mai 2003

Allergieimpfung für Pollenallergiker
Skandinavische Forscher veröffentlichen neue Studien

Linz (pts) - Frühling - was für die einen die schönste Jahreszeit, ist für viele andere die Zeit größter gesundheitlicher Belastung. Bereits rund 1,5 Millionen Österreicher sind Pollenallergiker mit teils schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Allergiemedikamente können bei der Linderung der Beschwerden oft nur kurzfristig helfen. Einzig die Allergieimpfung bringt langfristige Besserung und hilft eine chronische Erkrankung der Atemwege zu verhindern. Skandinavische Forscher untersuchten in zwei unabhängigen Langzeitstudien die Wirkungsweise und Verträglichkeit der Allergieimpfung bei Birkenpollenallergikern. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität der Patienten.

Die Zahl der Pollenallergiker nimmt jährlich zu - bereits 1,5 Millionen Österreicher können den Frühling gar nicht riechen. Niesattacken, verschwollene Augen, Atembeschwerden sind eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität und die ständigen Begleiter der Pollenallergiker. Alarmierend dabei ist, dass rund 40 Prozent der Allergieerkrankungen mit Asthma enden, wenn die Patienten nicht rechtzeitig mit einer entsprechenden Therapie beginnen.

Verstecken nützt nichts - die Pollen lauern überall
Sich den Pollen zu entziehen ist unmöglich. Bereits 20 Pollen pro Kubikmeter Luft reichen aus, um allergische Reaktionen auszulösen. Von den ersten warmen Wintertagen bis in den Sommer macht sich dieser Umstand für alle Baumpollenallergiker unangenehm bemerkbar. Aber nicht nur die Atemwegsorgane sind betroffen, auch Kreuzreaktionen bestimmter Früchte und Gemüse machen vielen das Leben schwer. So sollten etwa Äpfel (vor allem die Sorten Granny Smith und Golden Delicious), Nüsse (besonders Haselnüsse), Nektarinen, Pfirsiche, rohen Karotten, Sellerie und Kiwis von Baumpollenallergikern eher gemieden werden. Vorsicht ist auch bei Kosmetikpräparaten mit Fruchtextrakten geboten.

Frühzeitig zum Allergologen
Die Gefahr eines Etagenwechsels vom allergischen Schnupfen (Rhinokonjunktivitis) zum allergischen Asthma ist groß. Deshalb wird von Experten empfohlen, schon beim ersten Verdacht auf eine Allergie den Arzt aufzusuchen. Denn nur eine möglichst frühzeitige Behandlung mittels Allergieimpfung (Hyposensibilisierung) kann helfen, einen chronischen Krankheitsverlauf - also die Bildung von Asthma - zu verhindern.
Dabei wird in ansteigender Dosis dem Patienten das betreffende Allergen injiziert oder in Tropfenform verabreicht. Das Immunsystem wird dadurch trainiert und an das Allergen gewöhnt. Der Patient wird von seiner Allergie befreit. Die Behandlung hat eine Erfolgsrate von 90 Prozent und setzt als einzige Therapie an den Ursachen der Erkrankung an.

Neue Studien liefern positiven Wirkungsnachweis der Allergieimpfung
Zwei neue Studien zeigen, dass Patienten, die rechtzeitig (im Herbst) mit der Allergieimpfung begonnen hatten, zum überwiegenden Teil bereits in der darauffolgenden Pollensaison bedeutend weniger Beschwerden haben.
Eine über zwei Jahre laufende schwedische Studie ergab, dass die Allergieimpfung mit einem standardisierten Allergen-Präparat im Vergleich zu Placebo bereits im ersten Jahr sowohl die Allergiesymptome als auch den Medikamentenverbrauch signifikant verminderte.
In der zweiten Saison waren die Erfolge trotz eines extrem starken Pollenfluges (bis zu 5.300 Pollen/m3) noch deutlicher. Zudem erwies sich die Behandlung als sehr sicher. Die Nebenwirkungen lagen auf Placeboniveau.

Weniger Symptome, weniger Medikamente bereits in der ersten Pollensaison
Auch eine dänische Studie (Bodtger u.a.) hat bei Birkenpollenallergikern ein Jahr lang die Auswirkungen einer Allergieimpfung im Vergleich zu Placebo untersucht. Hier konnte ebenfalls bereits in der ersten Pollensaison nach Behandlungsbeginn bei den geimpften Patienten eine signifikante Verminderung der Symptome und des Medikamentenverbrauchs gemessen werden.

Allergieimpfung - sicher und wirksam
Die WHO bestätigte bereits 1999 in ihren Leitlinien, dass die Allergieimpfung die einzige Möglichkeit darstellt, den natürlichen Verlauf einer allergischen Erkrankung nachhaltig zu beeinflussen. Die Allergieimpfung wird in den Allergieambulatorien und bei Fachärzten als Spritzenkur oder Schluckimpfung durchgeführt. Die Kosten übernimmt zur Gänze die Krankenkasse.

Quelle: pts - Presseinformation (A) / Alk-Abelló Allergie-Service GmbH

9. Mai 2003

Neurodermitis-Therapie:
Erfolge durch neue Salben

Zwei neue Salben haben Fortschritte bei der Therapie von Neurodermitis gebracht. In vielen Fällen können sie Kortison-Medikamente ersetzen.

Wien - Von Erfolgen bei der Therapie von Neurodermitis berichtete Prof. Dr. Walter Stögmann, der Ärztliche Direktor des Preyer´schen Kinderspitals in Wien, am 9. Mai 2003 beim Allergie- und Asthmatag der Österreichischen Lungen-Union im Wiener Rathaus. Die neuen Medikamente, aus den Wirkstoffen Tacrolimus bzw. Pimecrolimus hergestellt, dürfen derzeit Patienten über zwei Jahren verschrieben werden. Bei 70 - 80 % der damit behandelten Patienten tritt innerhalb von zwei bis drei Wochen eine wesentliche Verbesserung bis Abheilung der Hautentzündungen ein, die 6 - 8 Wochen anhält.

Stögmann betonte, dass die neuen Salben die Hautzellen nicht schädigen, daher Kortisonpräparaten vorzuziehen sind. Die Wirkstoffe blockieren die übermäßige Ausschüttung von Entzündungszellen, verhindern also überschießende Reaktionen.

Tacrolimus ist das Produkt eines japanischen Bodenpilzes. Die Substanz wird seit vielen Jahren bereits in der Transplantationsmedizin eingesetzt, um der Abstoßung transplantierter Organe entgegenzuwirken. Anfang der 90er Jahre wurde in Japan begonnen, Tacrolimus in klinischen Studien bei Neurodermitis zu testen. Später brachten auch Tests in den USA und in Europa sehr gute Ergebnisse. Eine Salbe mit dem Wirkstoff ist in Österreich seit dem 1. Juli 2002 erhältlich.

Die Wirksamkeit der Salbe ist mit jener starker Kortisonsalben vergleichbar. Es kommt jedoch zu keiner Verdünnung der Haut und keinen Pigmentverschiebungen. Kurz nach dem Auftragen kann Brennen und Juckreiz auftreten. Die behandelten Hautpartien sollten vor Sonnenbestrahlung und UV-Licht geschützt werden.

Die Salbe mit dem Wirkstoff Pimecrolimus kommt bei leichteren Fällen zum Einsatz. Sie kann schon bei den ersten Krankheitszeichen angewendet werden. Seit 1. April 2003 kann die Salbe in Österreich von Fachärzten für Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie von Fachärzten für Kinderheilkunde kassenfrei verschrieben werden.

Pimecrolimus wurde von einem Team rund um Univ.Prof. Dr. Anton Stütz im Novartis Forschungsinstitut in Wien entdeckt. Pimecrolimus ist ein Ascomycin-Derivat, eine natürliche Substanz, die von einem Pilz gebildet wird.

Auch die neuen Salben können Neurodermitis nicht auf Dauer heilen, sondern nur vorübergehende Besserung und Abheilung herbeiführen. Im Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes sind weiterhin Maßnahmen zur Hautpflege, Vermeidung von bakteriellen Infektionen, Ausschaltung von Allergenen, Vorsicht bei der Ernährung, etc. erforderlich.

Neurodermitis (Atopische Dermatitis, Atopisches Ekzem) ist eine in Schüben auftretende Hautentzündung, die nervös macht und zum Kratzen reizt.

In den westlichen Industrieländern haben rund 20 % der Kinder Neurodermitis, bei 60 % verschwindet die Krankheit in der Pubertät wieder. Neurodermitis gehört zu den allergischen Krankheiten und ist nicht ansteckend. Wenn beide Eltern eines Kindes an Allergien leiden, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind an Neurodermitis erkrankt, bei über 50%.

Seit 1970 hat die Zahl der Neurodermitisfälle um 30% zugenommen. In 75% der Fälle beginnt die Erkrankung im ersten Lebensjahr. Neurodermitis-Patienten sind besonders gefährdet, zusätzlich an Heuschnupfen und Asthma zu erkranken. Um die Entzündungen zu unterdrücken, wurden bisher vor allem Kortisonsalben eingesetzt.

Text: Dr. Waltraud Jakob

Weitere Informationen:
www.elidel.at

www.protopic.com (in englischer Sprache)

 

9. Mai 2003

Österreichische Lungenfachärzte warnen:
Allergisches Asthma stark im Steigen

Experte fordert Aufnahme des Lungenfunktionstests in Gesundenuntersuchung

Wien - Österreichs Pulmologen verzeichnen ein starkes Ansteigen von Asthma. „Bei fast jedem Patienten mit Asthma kann auch eine Allergie nachgewiesen werden,“ erklärt Univ.-Doz. Dr. Wolfgang P o h l, Experte der Österreichischen Gesellschaft für Lungenerkrankungen (ÖGLUT) und Primarius der Abteilung Pulmologie am LKH Grimmenstein in Niederösterreich, anlässlich einer Asthma- und Allergieveranstaltung im Wiener Rathaus am 9. Mai 2003. „Allergien steigen dramatisch an und damit auch die Anzahl der Asthmapatienten.”

Reaktionen auf Umweltallergene und Nahrungsmittel beachten

Asthma ist eine Erkrankung der Bronchien in der Lunge. Diese sind hochgradig entzündlich verändert und verengen sich im Asthmaanfall; die Ausatmung wird dadurch erschwert.

Eine gewisse genetische Voraussetzung wird bei Asthma diskutiert, jedoch sind für das tatsächliche Auftreten der Erkrankung zusätzliche Faktoren, die meist komplexer Natur sind, erforderlich. Dazu gehören z.B.: Umwelteinflüsse, Ernährung und häufige Infekte im Kindesalter. Dementsprechend müssen Reaktionen auf Umweltallergene und Nahrungsmittel besonders beachtet werden.

Bis heute gibt es keine verlässlichen Maßnahmen für die Vermeidung von Allergie und Asthma. Galt z.B. Stillen lange Zeit als einfache Schutzmaßnahme gegenüber allergischen Erkrankungen, so wurde erst kürzlich im Rahmen einer internationalen Studie (Sears) gezeigt, dass es keinen klar positiven Schutzeffekt gegenüber der Entwicklung allergischer Erkrankungen bietet.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchung
bei potentiellen Asthmatikern notwendig

Personen, deren Familienangehörige an allergischen Erkrankungen, wie z.B. Asthma, leiden, sollten sich so frühzeitig wie möglich regelmäßig untersuchen lassen - Kinder von asthmatischen Eltern am besten bereits im Kleinstkindalter. „Wichtig ist hier die Sensibilisierung der potentiell Betroffenen,“ fordert Pohl noch stärkere Aufklärungsarbeit. „Bei einer frühzeitigen Diagnose und einer konsequenten, adäquaten Behandlung können Asthmapatienten mit einer sehr guten Lebensqualität rechnen.” Nachweislich kann bei mehr als 90% der Asthmapatienten von einer erfolgreichen Therapie gesprochen werden, jedoch hängt der Behandlungserfolg ganz entscheidend von der Patientenmitarbeit ab.

Lungenfunktionstest in
Gesundenuntersuchung aufnehmen

Trotzdem ist die Asthma-Dunkelziffer weiterhin hoch, da die Erkrankung vor allem bei Kindern und Kleinstkindern nur sehr schwer zu diagnostizieren ist.

Typische Symtome von Asthma sind Husten, Kurzatmigkeit, Pfeifen und Müdigkeit. Das erste auftretende Symptom Husten wird sowohl vom Patienten selbst, aber sehr oft auch von den behandelnden Ärzten nicht mit beginnendem Asthma in Zusammenhang gebracht.

„Wir Pulmologen haben wiederholt die Aufnahme der Lungenfunktionsmessungen in die Gesundenuntersuchung gefordert,“ betont Pohl, „leider bis dato ohne Erfolg - dabei kostet diese relativ einfache Untersuchung, die generell eine frühzeitige Erkennung von Lungenerkrankungen ermöglicht, weit weniger als die Behandlung dieser, insbesonders, wenn sie zu spät diagnostiziert werden.“

Text: Dr. Bannert Public Relations


9. Mai 2003

Lungenerkrankungen von Ozon und Dieselruß
Anlässlich des Allergie- und Asthmatags fordern Wiener Grüne die Eindämmung des Autoverkehrs

Wien - "Die extrem hohen Ozonbelastungen in den letzten Tagen haben einmal mehr gezeigt, dass wir auch in Wien, vor allem im Sommer, ein massives Problem mit schlechter Luftqualität haben", stellte Rüdiger Maresch, Umweltsprecher der Wiener Grünen, anlässlich des im Rathaus stattfindenden Allergie- und Asthmatages fest. Der in Österreich bisher noch nicht gültige EU-Grenzwert zur Auslösung der Ozon-Vorwarnstufe wurde in den letzten Tagen vielfach überschritten.

Angesichts der in den letzten Jahren massiv gestiegenen Allergie- und Asthmafälle ist vor allem relevant, dass neueste medizinische und epidemiologische Studien zeigen, dass Pollenallergien und Asthmaerkrankungen ursächlich von Ozon verursacht werden können. Bei bereits Erkrankten kommt es bei hohen Ozonbelastungen, wie sie z. B. in den letzten Tagen aufgetreten sind, zu vermehrten Asthma-Anfällen. Besonders bedenklich ist auch, dass sportliche Betätigung für Asthmakranke zwar besonders positive Wirkungen zeigen würde, aber Sport im Freien für diese Personengruppe an schönen Frühlings- und Sommertagen gar nicht mehr empfohlen werden kann.

Eine weitere Ursache für den Anstieg an allergischen Erkrankungen in den industrialisierten Ländern sind Dieselruß und Feinstaub. Besonders die an den Teilchen angelagerten Schadstoffe werden für eine Verstärkung von entzündlichen Reaktionen in der Lunge verantwortlich gemacht. Einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge sind Rußpartikel in Österreich pro Jahr für mehr als 2.400 Todesfälle, 4350 Krankenhausaufenthalte, 2.663 Fälle chronischer Bronchitis und 58.474 Asthmaanfälle verantwortlich.

Eine wahre Katastrophe sei, so die Wiener Grünen, dass alle diese bekannten Tatsachen von der Wiener-Stadtregierung ignoriert werden. Anstatt den Autoverkehr, der der Hauptverursacher von Ozonbelastung und Luftverschmutzung mit Feinstaub ist, einzudämmen, werde dieser durch den Bau weiterer Hochleistungsstraßen, wie z.B. der Lobauautobahn, forciert. Denn wirkungsvolle Maßnahmen zur Verbesserung der Luftsituation wären auch auf kommunaler Ebene möglich, z.B. durch die Förderung des öffentlichen Verkehrs oder durch den forcierten Einsatz von Biogas als Treibstoff beim Städtischen Fuhrpark.

Quelle: Aussendung der Wiener Grünen

 

8. Mai 2003

Allergie- und Asthmatag im Wiener Rathaus
Neuer Pollen-Informationsdienst eingerichtet

Wien (OTS) - Am 9.Mai findet der Welt-Allergie- und Asthmatag im Wiener Rathaus statt. Ein umfangreiches Programm mit Experten informiert die Wiener Bevölkerung zum Thema Lunge und Umwelt. Die Magistratsabteilung 15 stellt ihren neu strukturierten Polleninformationsdienst vor, der auf den aktuellen Blühphasenberichten des Wiener Stadtgartenamtes basiert. Informationen und Anschauungsmaterial stehen den interessierten Wiener/innen zur Verfügung.

Wien ist die einzige Stadt Europas, wo die Pollenflugprognose durch aktuelle Pflanzenbeobachtungen unterstützt wird. Auskünfte werden auch über das Gesundheitstelefon der MA 15 gegeben: Tel.: 533 28 28.

Quelle: OTS / PID-Rathauskorrespondenz

Pollenflugkalender

 

6. Mai 2003

Atempause für Pollenallergiker
Trotz sommerlicher Temperaturen ist jetzt zumindest für eine Woche eine Atempause für Pollenallergiker angesagt. Die allergologisch relevante Baumblüte geht in ganz Österreich langsam zu Ende, nur vereinzelt beginnt da und dort ein Gras zu blühen.
Den Fortbestand der frühsommerlichen Temperaturen und ausreichend Niederschlag vorausgesetzt, können wir in acht bis zehn Tagen mit nennenswertem Gräserpollenflug rechnen. Vorerst werden nur hochgradig sensibilisierte Patienten die bevorstehende Gräsersaison spüren.
(Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 6. Mai 2003)