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Informationen über Asthma und Allergien
aktualisiert: 16.02.2005   

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26. November 2003
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26. November 2003

"Permanente Remission" von Asthma möglich
Nach zweijähriger Therapie brauchen manche Patienten keine Asthma-Medikamente mehr - IGAV-Pressekonferenz in Wien

Prim. Dr. Norbert VetterEine gute Nachricht für viele Asthma-Patienten: Die neuen langwirkenden Asthma-Medikamente verschaffen nicht nur Symptomfreiheit durch Unterdrückung der Symptome, sie bewirken in vielen Fällen auch eine "permanente Remission" der Entzündung, wie es Prim. Dr. Norbert Vetter, Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe Otto-Wagner-Spital in Wien, am 26. November 2003 bei einer Pressekonferenz in Wien formulierte. Diese dauerhafte Rückbildung des Entzündungsprozesses in den Bronchien könnte auch als Heilung von Asthma bezeichnet werden.

Die Asthma-Medikamente werden, wenn keine Symptome mehr auftreten, stufenweise reduziert. Nach etwa zweijähriger Therapie zeige sich bei einem Auslassversuch in vielen Fällen, dass auch ohne weitere Gabe von Asthma-medikamenten keine Symptome mehr auftreten. "Oft entscheiden das die Patienten selbst", berichtete Vetter auf eine Journalistenfrage. "Sie lassen irgendwann die Medikamente weg und bleiben symptomfrei."

Asthma und Allergien nehmen zu. Etwa 20 % der Bevölkerung in der westlichen Welt sind von Allergien betroffen, jeder zweite unbehandelte Allergiker entwickelt Asthma. Durch Allergenvermeidung kann entgegengewirkt werden. Tipps zur praktischen Umsetzung der Allergenkarenz, Informationen über den Umgang mit Asthma und Allergien sowie Therapiehinweise standen am 26. November 2003 im Mittelpunkt einer von der Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung (IGAV) veranstalteten Pressekonferenz in Wien.

Univ.Prof. Dr. Christof EbnerBeitrag von Univ. Prof. Dr. Christof EBNER,
Allergie-Ambulatorium am Reumannplatz, Wien,
beim IGAV-Pressegespräch am 26. November 2003 in Wien:

Allergien im Vormarsch

Zivilisationskrankheit Allergie: Seit den 60er Jahren verdoppelt sich die Zahl der Allergiker im Zehn-Jahres-Rhythmus. Heute leidet bereits jede/r Fünfte, also rund 1,6 Millionen ÖsterreicherInnen, an einer Form der Allergie.

Der Trend ist weltweit und insbesondere in Industrie-Nationen zu erkennen: Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis nehmen rapide zu. So ist etwa in Deutschland der Prozentsatz der erwachsenen Bevölkerung mit allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) zwischen 1992 und 1998 von 10 auf 17 Prozent gestiegen. Mit Besorgnis beobachten wir Mediziner auch die Zunahme von Allergien bei Kindern: Bis zu 20 Prozent der Kinder leiden an Neurodermitis, bei zwei bis fünf Prozent wird bereits Bronchialasthma diagnostiziert. Die tatsächliche Zahl der „Asthmakinder“ dürfte jedoch viel höher sein.

Neben saisonalen Allergieformen (Stichwort Pollen) spielen so genannte „Indoor-Allergien“ eine immer wichtigere Rolle: Tierhaare, Hausstaubmilben oder Schimmelpilze fordern das Immunsystem heraus. Werden diese Allergien nicht rechtzeitig erkannt, ist der Betroffene unter Umständen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr mit seinen Allergenen konfrontiert.

Arbeitsloses Immunsystem
Als Ursachen für die Zunahme der Allergien in Industrie-Nationen wird eine Reihe von Faktoren diskutiert. Fest steht, dass die genetische Disposition Einfluss auf die Entstehung von Allergien hat: Ist ein Elternteil allergisch, so beträgt das Risiko einer Allergie-Entwicklung etwa 30 Prozent, bei zwei allergischen Elternteilen steigt es auf 60 Prozent.

Ein weiterer Grund kann unsere zu wenig ausgelastete Immunabwehr sein. Unser Immunsystem hat die Aufgabe, vor Viren, Keimen und Erregern zu schützen, die dem Körper gefährlich werden können. Durch die Möglichkeiten der medizinischen Vorsorge und die – oft übertriebenen – hygienischen Lebensbedingungen hat unser Immunsystem einen Großteil seines Aufgabenbereiches verloren. So sucht es sich offenbar eine neue Beschäftigung und kämpft gegen Stoffe und Substanzen, die für den Menschen keine Bedrohung darstellen. Eine rezente Salzburger Untersuchung zeigt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, deutlich seltener an Allergien leiden als Stadtkinder. Der frühe Kontakt mit Tieren und einer weniger sauberen Umgebung scheint genauso vor Allergien zu schützen wie ein Training des Immunsystems durch Infektionen im Kindesalter.

Darüber hinaus spielen auch sozioökonomische Faktoren sowie der Lebensstil eine wichtige Rolle: Wer sich besonders viel in geschlossenen Räumen mit den typischen Allergenen (z.B. Hausstaubmilben oder Schimmelpilze) aufhält, läuft schneller Gefahr, zum Allergiker zu werden.

Schnupfen, oder ..?
Nase, Augen, Bronchien, Haut, Magen-Darm-Trakt und Kreislaufsystem: in diesen Organen wird eine Allergie spürbar. Vor allem die rinnende Nase, tränende und juckende Augen sowie Atembeschwerden zählen zu den typischen Symptomen einer Allergie. Dabei denken gerade in den Wintermonaten, wo ohnehin jeder ständig verkühlt ist, nur wenige Patienten an die Möglichkeit einer Allergie! Betroffene sollten daher genau darauf achten, ob sich ihre Beschwerden in einer bestimmten Umgebung verschlimmern. Abgesehen davon sollte jede vermeintliche Verkühlung, die länger als 14 Tage dauert, auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden. Hinzu kommen oft Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, die sich im Beruf, in der Schule oder in der Freizeit äußerst nachteilig auswirken.

Keine Scheu vor dem Test!
Besteht nur der leiseste Verdacht auf eine Allergie, sollte man umgehend einen Facharzt bzw. ein Allergie-Ambulatorium um Rat bitten. Neben der genauen Anamnese – seit wann, wie und wo äußern sich die Beschwerden? – wird ein Hauttest sowie eine Blutuntersuchung angeboten. Oft sind beide Untersuchungen nötig, da es eine Vielzahl von Allergenen und ganz unterschiedliche Formen der allergischen Reaktion gibt.

Das Prinzip des Hauttests – auch bekannt als Pricktest – besteht darin, dass geringe Mengen eines standardisierten Allergen-Konzentrats auf die Haut getropft und in die oberste Hautschicht geritzt werden. Eine allergische Reaktion äußert sich durch eine juckende Quaddel, ähnlich einem Gelsenstich. Der Test wird zwar als unangenehm beschrieben, unter fachlicher Aufsicht in einem Allergie-Ambulatorium ist er jedoch völlig risikolos. Die Hautreaktionen verschwinden in der Regel auch innerhalb kurzer Zeit wieder.

Mit Hilfe der Blutuntersuchung kann die Allergie nicht nur bestätigt, sondern auch das Ausmaß der allergischen Entzündung festgestellt werden. Als Maß dafür dienen die spezifischen IgE-Antikörper: Werden solche IgE-Antikörper nachgewiesen, ist die betreffende Person bereits sensibilisiert, auch wenn im Hauttest vielleicht noch keine Reaktion sichtbar ist. Besonders wichtig ist die Blutuntersuchung bei Kleinkindern sowie bei Verdacht auf Allergien gegen Penicillin oder Insektengifte.

Prim. Dr. Norbert VetterBeitrag von Prim. Dr. Norbert VETTER,
2. Interne Lungenabteilung Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe Otto-Wagner-Spital, Wien, beim IGAV-Pressegespräch am 26. November 2003 in Wien:


Unbehandelte Allergien:
Was passiert, wenn nichts passiert

Ein Heuschnupfen wird gerne auf die leichte Schulter genommen – dabei ist er oft nur die Spitze des Eisbergs: darunter liegen mitunter ernste Erkrankungen wie Asthma. In Österreich wird nur jeder vierte Allergiker therapiert. Das heißt, von den 1,6 Millionen Allergikern sind rund 1,2 Millionen einem enorm erhöhten Asthma-Risiko ausgesetzt.

Eine Allergie ist ein chronischer Entzündungsprozess. Die allergische Rhinokonjunktivitis – landläufig als Heuschnupfen bezeichnet – ist mittlerweile zur Volkskrankheit geworden. Dabei bleibt die Erkrankung in vielen Fällen nicht auf Augen und Nase beschränkt: sie kann sich auf den gesamten Bereich der Atemwege von den Nasennebenhöhlen mit Mittelohr über Rachen, Luftröhre bis hin zur Lunge ausbreiten. Jede Behandlung dieser Allergie ist daher immer zugleich Prophylaxe, denn es gilt den „Etagenwechsel“, ein Übergreifen der Entzündung auf tiefere Atemwege, zu verhindern. 50 Prozent der Betroffenen, die heute unter einem allergischen Schnupfen leiden, werden früher oder später zu Asthmatikern, wenn sie nicht oder zu spät behandelt werden! Für Betroffene bedeutet chronisches Asthma einen lebenslangen, enorm erhöhten Leidensdruck sowie stark eingeschränkte Lebensqualität und für die Volkswirtschaft einen 6-fachen Anstieg der Kosten.

Die Behandlung von allergischen Erkrankungen nutzt im Wesentlichen drei Möglichkeiten: Die „Allergenkarenz“(Allergenvermeidung), die Behandlung der Symptome und die Hyposensibilisierung („Allergie-Impfung“). Laut ARIA (Allergic Rhinitis & its Impact on Asthma)-Guidelines der Weltgesundheitsorganisation WHO kann die frühe Behandlung des Heuschnupfens die Entwicklung von Asthma verhindern.

Die erste und wichtigste Maßnahme in der Behandlung ist die Allergenvermeidung. Das heißt, Betroffene sollen so weit es geht den Kontakt mit Allergie-Auslösern meiden oder reduzieren. Die weitere Therapie richtet sich nach der individuellen Ausprägung der Symptome und dem Schweregrad der Erkrankung. Angesichts der heute zur Verfügung stehenden Therapieformen ist es durchaus möglich, für jeden Allergiker ein maßgeschneidertes Behandlungspaket zu erstellen.

Antihistaminika & Kortison lindern Symptome
Gemäß den Empfehlungen der WHO gelten nicht sedierende Antihistaminika als Präparate der ersten Wahl zur Basistherapie der allergischen Rhinokonjunktivitis. Antihistaminika bessern Symptome wie Niesen, Juckreiz und tränende Augen. Neueste, moderne Wirkstoffe wie Desloratadin können bereits im Kindesalter (ab dem 2. Lebensjahr) unbedenklich verabreicht werden und machen auch nicht müde – eine Nebenwirkung, die bei älteren Präparaten auftritt und Verkehrssicherheit, Arbeits- und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt. Aktuelle Studien zu Desloratadin zeigen, dass diese Substanz die Reaktionsfähigkeit in keiner Weise beeinflusst, rund um die Uhr wirkt sowie keine klinisch relevanten Neben- und Wechselwirkungen auftreten.

Ergänzend empfiehlt die WHO intranasales Kortison (Nasenspray). Lokal angewandte Kortikosteroide haben oft deutlich weniger Nebenwirkungen als etwa Schleimhaut abschwellende Substanzen, wie sie vielfach bei harmlosen Erkältungen angewandt werden. Studien zu den Kortikosteroid-hältigen Nasensprays Fluticasonproprionat und Mometasonfuroat zeigen, dass es selbst nach einem Jahr Anwendung zu keiner Veränderung der Nasenschleimhaut kommt. Ein herkömmlicher, abschwellender Nasenspray dürfte dagegen höchstens 7 bis 10 Tage angewendet werden! Fluticasonpropionat wirkt innerhalb von 12 Stunden ein, bei manchen Patienten schon nach 2-4 Stunden. Topische Kortikosteroide wie Fluticasonpropionat sind aufgrund ihrer anti-inflammatorischen (anti-entzündlichen) Eigenschaften Therapie der ersten Wahl bei Rhinitis5.
Systemisch wirksames (den ganzen Organismus betreffendes) Kortison sollte hingegen vermieden bzw. nur kurzfristig eingesetzt werden.

Allergie-Impfung bekämpft Ursache
Die Allergie-Impfung (auch Hyposensibilisierung oder Spezifische Immuntherapie genannt) hat heute einen festen Stellenwert im Allergie-Management – und zwar besonders dann, wenn eine Empfindlichkeit gegenüber Allergenen vorliegt, die man schwer meiden kann, wie etwa Pollen oder Hausstaubmilben. Auch als Prävention gegen schwere allergische Reaktionen auf Bienen- oder Wespenstiche ist sie sehr wirksam.

Hyposensibilisierung bedeutet so viel wie „unempfindlich machen“ oder „an etwas gewöhnen“. Sie ist auch die einzige Allergie-Behandlung, die direkt im Immunsystem ansetzt und dessen Fähigkeit zur Abschwächung der Reaktion nutzt. In vielen Fällen kann sogar eine Ausheilung der Allergie erreicht werden. Standardisierte Allergen-Extrakte werden dabei mit einer ganz feinen Nadel unter die Haut gespritzt.

Der Extrakt kann auch in Tropfenform unter die Zunge verabreicht werden (sublinguale Allergie-Immuntherapie, SLIT) – eine Form der Applikation, die vor allem für Kinder und Menschen mit einer Scheu vor Injektionsnadeln eine wertvolle Alternative darstellt. Italienische Wissenschafter untersuchten über einen Zeitraum von 10 Jahren bei Kindern mit Milbenallergie und allergischem Asthma/Rhinitis die Langzeitwirkung der SLIT. Das Ergebnis zeigt eine deutliche Senkung der Asthma-Häufigkeit und eine signifikante Verringerung der Asthma-Medikation sowohl unmittelbar nach Abschluss der Therapie als auch nach 10 Jahren. Die Studienergebnisse zeigen demnach, dass die SLIT eine effektive, langfristig wirksame Behandlungsmethode darstellt.

Die Hyposensibilisierungs-Behandlung dauert im Allgemeinen drei Jahre, geimpft wird in Abständen von ein bis zwei Monaten, die Tropfen werden 1x pro Tag eingenommen. In der Regel werden die Symptome bereits nach drei bis sechs Monaten schwächer und der Bedarf an anderen Allergie-Medikamenten geht zurück.

Asthma!
Wird beim Allergiker bereits Asthma bronchiale diagnostiziert, so gilt selbstverständlich weiterhin die Empfehlung zur Allergenkarenz. Darüber hinaus müssen spezifische Therapien eingeleitet werden, die sich wiederum nach dem Schweregrad der Erkrankung richten: Zu den Eckpfeilern der Behandlung zählen bronchienerweiternde Mittel sowie entzündungshemmende Substanzen (hauptsächlich Kortikosteroide wie Fluticason). Daneben erfordert Asthma ein umfassendes Krankheitsmanagement: die richtige Anwendung der Therapie, Kontrolle der Lungenfunktion und körperliche Aktivität zählen dazu. Die Atemschule – eine Initiative der Lungenfachärzte gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Lungenerkrankungen und Tuberkulose (ÖGLUT) und GlaxoSmithKline – bietet dazu spezielle Schulungen für Kinder und Erwachsene (www.atemschule.at).


Univ.Prof. Dr. Norbert ReiderBeitrag von Univ.Prof. Dr. Norbert REIDER,
Leiter der Allergieambulanz, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Innsbruck, bei der IGAV-Pressekonferenz am
26. November 2003 in Wien:


Checkliste "Wohnen ohne Allergene"
Allergene meiden statt leiden

Sie lauern überall: auf der Couch, in der Kleidung, im Badezimmer, hinter Möbelstücken und besonders gerne in unserem Bett – die Allergene. Das Meiden und konsequente Beseitigen von Allergie-Auslösern ist wesentlicher Bestandteil der Behandlung und bessert Lebensqualität und -freude. In der IGAV-Checkliste „Wohnen ohne Allergene“ finden Allergiker Tipps, wie die unwillkommenen Mitbewohner aus der Wohnung verbannt werden können.

Wir verbringen 90 Prozent unseres Lebens in geschlossenen Räumen. Gerade jetzt in den kalten und feuchten Monaten halten wir uns besonders gern innerhalb unserer wohlig warmen vier Wände auf. Doch jene Menschen, die sensibel auf Hausstaubmilbe, Tiere und Schimmelpilze reagieren, zahlen für diese Gemütlichkeit unter Umständen einen hohen Preis. Milben und ihre Ausscheidungsprodukte, Tierhaare und -schuppen sowie Schimmelpilzsporen sind Bestandteil des Hausstaubs und somit ein wahrer Giftcocktail für Allergiker. Mit dem Aufdrehen der Heizung werden diese Allergene durch die Luft gewirbelt, verbinden sich mit der Atemluft und belasten somit die Schleimhäute der Augen, Nase und Atemwege.

Die winzig kleinen Allergene sind mit freiem Auge nicht sichtbar und in jedem noch so perfekt geführten Haushalt nachzuweisen. Zwar ist es praktisch unmöglich, den Allergie-Auslösern gänzlich zu entkommen, es gibt jedoch zahlreiche Mittel und Wege, die Allergen-Belastung spürbar zu reduzieren und so das Risiko für die Entstehung von schweren chronischen Erkrankungen (wie z.B. Asthma) zu verhindern, mit denen man nicht nur während der Heizperiode, sondern das ganze Leben lang zu kämpfen hat.

Allergenen das Leben schwer machen
Sowohl Milben als auch Schimmelpilze fühlen sich bei warmer Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit am wohlsten. Deshalb ist es wichtig, die Wohnung regelmäßig zu lüften und den Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu kontrollieren. Die optimale Luftfeuchte liegt zwischen 40 und 50 Prozent. Besonders im Schlafzimmer sollte die Raumtemperatur nicht mehr als 20°C betragen, denn hier halten sich vor allem die Hausstaubmilben bevorzugt auf. Im Bett finden die Spinnentiere optimale Lebensbedingungen vor: Wärme, Feuchtigkeit, Nahrung wie menschliche Hautschuppen, Schimmelpilze etc.

Deshalb ist es wichtig, mit der Wohnraum-Sanierung im Schlafzimmer zu beginnen und den Milben ihre Lebensgrundlage zu entziehen. Atmungsaktive, jedoch milbendichte Überzüge (Encasings) für Matratze, Tuchent und Polster, die auch schon von einigen Krankenkassen bezahlt werden, sorgen für ungestörte Träume. Mit ACb (Allergy Control Barriere)-Membranen beschichtete Bezüge haben sich in vielen klinischen und physikalischen Studien als exzellente Allergenbarriere erwiesen, die gleichzeitig sehr hohen Komfort bieten.

Eine andere Untersuchung zeigt, dass diese Überzüge Allergien sogar verhindern können: Erblich belastete Kinder, die von Geburt an auf Matratzen mit milbendichten Überzügen schlafen, entwickeln wesentlich seltener Allergien. Auch bereits an Asthma erkrankten Kindern bringt dieser Allergenschutz enorme Erleichterung und eine Reduzierung ihres Medikamentenbedarfes.

Kleidung sollte nicht im Schlafzimmer ausgezogen werden, da sie voll von Hautschuppen ist und diese die Hauptnahrung der Milben sind. Da Allergene äußerst widerstandsfähig sind, sollte Bekleidung und Bettwäsche bei mindestens 60°C gewaschen werden. Für empfindlichere Textilien gibt es Waschmittel-Konzentrate mit Inhaltsstoffen wie nicht-ionisierte Tenside oder Benzylbenzoat, die Allergene auch schon bei niedrigeren Temperaturen beseitigen.

Keine Staubfänger
Generell ist zu empfehlen, auf jegliche Staubfänger wie Teppiche, Teppichböden, Polstermöbel und schwere, nicht waschbare Vorhänge zu verzichten und durch leicht zu reinigendes Mobiliar und glatte Fußböden zu ersetzen. Für Luftreiniger, Entlüftungs- und Klimaanlagen gibt es spezielle HEPA (High-Efficiency Particulate Air)-Allergenfilter, die ohne großen Aufwand installiert werden können.

Schimmelpilz-Allergiker können die Besiedelung ihrer äußerst aggressiven Widersacher verhindern, indem Wände mit speziellen Farbzusätzen gestrichen werden, Teppiche und Vorhänge aus dem Badezimmer entfernt und ein Ventilator im Bad installiert wird, der die feuchte Luft nach dem Duschen oder Baden sofort ableitet. Topf- und Hydrokulturpflanzen sollten aus den Schlaf- und möglichst auch aus dem Wohnzimmer verbannt werden. Vom Schimmel befallene Gegenstände sind am besten zu entfernen und bei schimmligen Wänden ist die Generalsanierung unerlässlich.

Regelmäßige Maßnahmen, die Allergene reduzieren
Die Zeit bis zur Komplettsanierung von schimmligen Wänden und Gegenständen kann durch eine regelmäßige Behandlung mit Fungiziden überbrückt werden – die allerdings keinesfalls vom Allergiker selbst durchgeführt werden soll! Auch den Hausputz werden Allergiker am besten anderen überlassen. Wenn es mal nicht anders geht, dann nur mit einer Allergen-Schutzmaske.

Mit speziellen, in wissenschaftlichen Studien geprüften Sprühlösungen kann man den Einwohnern von Couch, Teppich und Vorhängen an den Pelz rücken. Substanzen wie Tanninsäure wandeln Allergene in harmlose Staubpartikel um, andere (z.B. Benzylbenzoat) entziehen den Milben die Feuchtigkeit, sodass sie absterben. Staub wischen sollte man feucht oder mit einem Tuch aus speziellen Mikrofasern. Nach dem Staubsaugen ist die Innenraumluft um etwa 50mal mehr mit schwebenden Allergenen kontaminiert als zuvor. Abhilfe schaffen HEPA-Filter, die Allergen-Partikel filtern, die vom normalen Staubsack nicht gehalten werden können. Diese Filter können in fast alle Geräte eingesetzt werden. Es gibt auch Staubsauger, die bereits mit einem solchen Filter ausgestattet sind.

Katzenwäsche
Die Katze ist eindeutig das Lieblings-Haustier der Nation: 1,5 Millionen Katzen leben in österreichischen Haushalten. Doch so sehr die Österreicher das schnurrende Getier lieben, so sensibel reagieren sie darauf: Mit über 30 Prozent Katzenallergikern liegt Österreich weit über dem europäischen Durchschnitt. Bringt man die Trennung vom Haustier nicht über’s Herz, sollte zumindest das Fell von Katz‘, Hund & Co regelmäßig mit speziellem Shampoo gewaschen oder mit eigens dafür entwickelten Reinigungslotions und/oder -tüchern abgerieben werden. Diese Maßnahmen minimieren nicht nur die Allergenmenge, sondern pflegen das Fell und schützen den kleinen Liebling sogar auch vor Zeck‘ und Floh. Studien zeigen, dass allein bei Verwendung von Luftreinigern mit HEPA-Filtern eine Reduktion von durchschnittlich 70 Prozent der schwebenden Katzenhaar-Allergene erreicht werden kann.

All diese praktischen und äußerst hilfreichen Empfehlungen hat die IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung) in der Checkliste „Wohnen ohne Allergene“ zusammengefasst. Indoor-Allergiker oder Eltern allergischer Kinder können diese Checkliste, Adressen österreichischer Allergie-Ambulanzen und -Ambulatorien sowie sonstiges Informationsmaterial kostenlos unter der Telefon-Hotline 01/212 60 60 bestellen oder aus dem Internet downloaden www.allergenvermeidung.org.

Checkliste "Wohnen ohne Allergene"

Univ.Prof. Dr. Manfred GötzBeitrag von Univ.Prof. Dr. Manfred GÖTZ,
Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde mit Infektionskrankheiten, Wilhelminenspital der Stadt Wien sowie
FAZ – Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien, beim IGAV-Pressegespräch am 26. November 2003 in Wien:


Allergie beginnt im Babyalter

20 bis 30 Prozent der Kinder leiden an Allergien. Kann die Allergie im Säuglingsalter nicht unter Kontrolle gebracht werden, entwickeln die Kinder im Lauf der Jahre weitere Antikörper. Durch rechtzeitige Diagnose und frühen Behandlungsbeginn kann diese „Allergiker-Karriere“ verhindert werden.

Die Fakten sprechen eine klare Sprache: 1 von 3 Kindern mit chronischem Hautausschlag leidet an einer Allergie. Bei 1 von 3 Vorschulkindern und bei 2 von 3 Schulkindern mit Asthma ist eine Allergie Ursache ihrer Atemwegserkrankung. Bei 7 von 10 Kindern mit Rhinitis (Heuschnupfen) ist die Entzündung der Nasenschleimhaut allergisch bedingt.

Frühe Diagnose erspart spätere Komplikationen
Treten Symptome wie Niesen, tränende und juckende Augen, Husten und Atemprobleme, wiederkehrende Durchfälle oder juckender Hautausschlag auf, sollte schnellstens ein auf Allergien spezialisiertes Ambulatorium aufgesucht werden. Auch viele Kinderfachärzte können bereits eine Basisdiagnostik1 durchführen und feststellen, ob die Symptome allergisch bedingt sind oder nicht. Nach Vorliegen des Ergebnisses entscheidet der Kinderfacharzt, welche Therapie-Maßnahmen getroffen werden oder ob das Kind in einem Allergie-Ambulatorium weiterführenden Tests unterzogen werden soll.

Verhalten der Eltern beeinflusst Allergie-Risiko
Über 40 Prozent der Weltbevölkerung tragen eine grundsätzliche Allergie-Neigung in sich. Ob ein Kind tatsächlich erkrankt, hängt sehr stark von den Eltern ab. Ist ein Elternteil allergisch, so beträgt das Risiko einer Allergieentwicklung etwa 30 Prozent. Sind Vater und Mutter Allergiker, steigt die Wahrscheinlichkeit auf 60 Prozent. Auch das Verhalten der Mutter während der Schwangerschaft kann Einfluss auf die Entstehung einer Allergie haben. Raucht die werdende Mutter oder setzt sie sich häufig Passivrauch aus, sinkt die Allergisierungsschwelle. Auch die Ernährung scheint das Allergierisiko zu beeinflussen. Das Baby isst mit, deshalb sollte der Speiseplan möglichst abwechslungsreich und reich an Vitaminen und Mineralstoffen sein. Von einer Diät während der Schwangerschaft ist in jedem Fall abzuraten.

Stillen & Passivrauch
Studien zeigen, dass eine Stilldauer von 4 bis 6 Monaten das Allergierisiko um 30 bis 50 Prozent senkt. Der schützende Effekt wird einerseits bestimmten Inhaltsstoffen der Muttermilch zugeschrieben, die das Immunsystem stärken, und andererseits dem späten Kontakt mit Nahrungsmitteln, die eine Sensibilisierung fördern können. Außerdem ist die Darmschleimhaut dann schon so weit ausgebildet, dass Allergene nicht mehr so leicht eindringen können. Kann die Mutter nicht stillen, sollte sie den Säugling mit hypoallergener Nahrung füttern.

Die Ergebnisse einer im August publizierten schwedischen Studie belegen, dass der protektive Effekt des Stillens durch Passivrauchen wieder zunichte gemacht wird. Wachsen Kinder jedoch in einer rauchfreien Umgebung auf, konnten klare Synergieeffekte festgestellt werden. Die Wissenschafter fanden heraus, dass jene Kinder, deren Eltern sich an die nationalen Richtlinien zur Vorbeugung von allergischen Erkrankungen (ausschließliches Stillen bis zum Alter von mindestens 4 Monaten, Vermeidung von Tabakrauch, gute Lüftung des Haushaltes und normale Luftfeuchtigkeit) hielten, auch wesentlich seltener Asthma (6,9%) entwickelten als solche, deren Eltern mindestens zwei dieser Kriterien nicht einhielten (17,9%).

Ernährung & Antibiotika
Bei stark allergiegefährteten Kindern ist es empfehlenswert, in den ersten beiden Lebensjahren Nahrungsmittel zu meiden, die ein hohes Allergie-Potenzial haben. Diese Maßnahme kann Allergien zwar nicht verhindern, das Auftreten jedoch meist hinauszögern und den Schweregrad mildern. Hilfreich für eine spätere Diagnose ist das Führen eines Allergie-Tagebuches, in dem die Eltern die neu zugeführten Lebensmittel und eventuelle Reaktionen darauf notieren.

Das Immunsystem muss im Kindesalter lernen, gegen Viren und Keime anzukämpfen, die dem Körper gefährlich werden können. Werden Antibiotika zu häufig und schon bei banalen Infekten eingesetzt, kann das Immunsystem nicht lernen zu unterscheiden, welche „Eindringlinge“ dem Körper tatsächlich Schaden zufügen können und welche völlig harmlos sind.

Das allergenfreie Kinderzimmer
Auch die Allergenmenge spielt eine Rolle. Je mehr potenziellen Allergenen ein Kind ausgesetzt ist, desto eher entwickelt es allergische Symptome. Das kann zum einen der Zeitpunkt der Geburt sein: Kommt ein Kind zur Welt, wenn z.B. die Pollenbelastung überdurchschnittlich hoch ist, steigt auch das Risiko einer Pollen-Sensibilisierung. Zum anderen verbringen Kinder heute weitaus mehr Zeit in geschlossenen Räumen als früher. Das heißt, sie sind stärker den relativ aggressiven Indoor-Allergenen ausgesetzt.

Kuscheltier: Spielplatz auch für Allergene
Auch in Kuscheltieren ist die Allergenkonzentration enorm hoch. Geholfen werden kann dem „befallenen“ Stofftier mit einer 48-Stunden-Kur in der Tiefkühltruhe oder regelmäßigen 60°C-Bädern in der Waschmaschine. Ab 60°C können die meisten Allergene vernichtet werden – geringeren Temperaturen halten sie mühelos stand. Es gibt auch Kuscheltiere, in die die bewährten ACb-Membrane eingearbeitet sind. Sie verhindern die Neu-Ansiedelung und das Austreten von Allergenen.

Weitere Informationen:
IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung)
Tel: 01/212 60 60
www.allergenvermeidung.org

 

15./17. November 2003

Die meisten Hausstaubmilben gibt es im Herbst
Milbenallergie führt zu grippeähnlichen Beschwerden

HausstaubmilbeEin Zusammenhang zwischen allergischen Atemwegserkrankungen und Hausstaubmilben wurde erstmals in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts erkannt. Heute weiß man, dass in den Exkrementen der Hausstaubmilben Eiweißmoleküle enthalten sind, die eine allergische Reaktion auslösen können. Menschen, die auf diese Milbenallergene sensibel reagieren, leiden häufig über das ganze Jahr hinweg unter Schnupfen, Niesen, Husten oder Atemnot.

Professor Gerhard Schultze-Werninghaus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI): "Bei Verdacht auf eine Hausstaubmilben-Allergie sollte ein auf Allergien spezialisierter Arzt aufgesucht werden. Er kann nach einem Allergietest die richtige Diagnose stellen und eine effektive Behandlung einleiten." Gegen die akuten Allergiebeschwerden helfen so genannte Antihistaminika. Sie hemmen bei regelmäßiger Einnahme die allergische Reaktion im Körper. Langfristig sollte jedoch eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit standardisierten Allergen-Präparaten in Erwägung gezogen werden. Diese auch als "Allergie-Impfung" bezeichnete Behandlung bessert in etwa 90 Prozent der Fälle die Symptome dauerhaft und effektiv.

Hausstaubmilben sind lichtscheue und wärmeliebende Gesellen
Hausstaubmilben sind winzige Spinnentiere und nur etwa 0,3 Millimeter groß. Mit dem bloßen Auge sind sie gerade nicht mehr zu sehen. Es gibt zwei wichtige Arten: Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Die Männchen werden 60 bis 100 Tage, die Weibchen bis zu 150 Tage alt. Weibliche Hausstaubmilben legen jeden Tag bis zu vier Eier. Aus ihnen schlüpfen nach etwa einer Woche Larven, die sich nach mehreren Häutungen und Entwicklungsstadien innerhalb von drei bis vier Wochen zu geschlechtsreifen Milben entwickeln.

Hausstaubmilben sind lichtscheu und bevorzugen Temperaturen um 25 Grad Celsius sowie eine Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent. In Wohnungen kommen sie häufig in Betten, Teppichen und Polstermöbeln vor. Da wir pro Nacht etwa einen Liter Schweiß abgeben und die Betten durch unseren Körper anwärmen, finden Hausstaubmilben vor allem in Betten ideale Bedingungen. Genügend Futter steht hier auch zur Verfügung: Der Mensch verliert pro Tag bis zu ein Gramm Hautschuppen. Sie sind die wichtigste Nahrungsquelle für Hausstaubmilben.

Im Herbst höhere Belastung durch Allergieauslöser aus Milbenkot
Die Anzahl der Milben unterliegt jahreszeitlichen Schwankungen. Etwa ab Mai, wenn die Luft feuchter wird und die Temperaturen steigen, beginnen die Milben, sich zu vermehren. Die meisten Hausstaubmilben gibt es im Herbst. Wird es dann kälter und die Raumluft mit der beginnenden Heizperiode wieder trockener, sterben viele Milben ab. Im frühen Winter sind viele tote Milben und ihre Exkremente im Staub zu finden. Sie werden in der trockenen Luft leicht aufgewirbelt. Daher enthält die Raumluft in den ersten Wintermonaten vermehrt Allergieauslöser aus dem Milbenkot. In dieser Jahreszeit haben Menschen mit einer Hausstaubmilben-Allergie deshalb häufiger oder stärkere Beschwerden. "Leider ist es trotz intensiver Forschung bisher nicht gelungen, zuverlässige Methoden zu finden, mit der einer Allergie auf Hausstaubmilben vorgebeugt werden kann", bedauert der Allergologe Schultze-Werninghaus. "Es fehlen uns auch noch gesicherte Informationen, wie man die Milbenbelastung in Wohnräumen in den Griff bekommt. Wahrscheinlich ist es aber sinnvoll, die Betten mit milbendichten Bezügen, so genannten Encasings, auszustatten."

Die Milben lauern (fast) überall - Tipps zur Allergenvermeidung
Bei Verdacht auf Milbenallergie ist die sogenannte Wohnraumsanierung der erste Schritt. Folgende Empfehlungen geben Experten:

• Die Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur sollte möglichst gering gehalten werden.

• Alle Räume, besonders das Schlafzimmer, täglich gut durchlüften.

• Luftbefeuchter von den Heizkörpern entfernen.

• Bettwäsche mindestens 1 x wöchentlich wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen

• Milbenundurchlässige Allergieüberzüge für das Bettzeug können zusätzliche Erleichterung bringen

• Kleidung und Schuhe nie im Schlafbereich wechseln.

• Haare nie im Schlafzimmer kämmen oder bürsten.

• Haustiere sollten nicht in das Schlafzimmer gelassen werden, noch besser: auf Haustiere ganz verzichten

• Keine Pflanzen (auch nicht mit Hydrokultur) im Schlafzimmer aufstellen.

• Feucht Staubwischen. Staubsauger mit Mikrofilter verwenden.

• Kuscheltiere regelmäßig im Tiefkühlfach (-20 °C) über Nacht einfrieren oder noch besser in den Wäschetrockner geben. Das tötet die Milben.

Eine Patientenbroschüre mit Tipps und Informationen zum Thema Allergien kann kostenlos unter info@at.alk-abello.com oder 0732/38 53 72 angefordert werden. Eine Fülle an Informationen zur Allergenvermeidung finden Betroffene bei der "Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung", kurz IGAV. Der Verein ist im Internet unter http://ww.allergenvermeidung.org erreichbar.

Bischoff, E.R.C.: Hausstaubmilben: Biologie, Ökologie und medizinische Bedeutung. Pfälzer Heimat 1988;3:98-104.
www.uni-kiel.de/zoologie/parasiten/milbe.htm
www.milbenforschung.de


13. November 2003

Am 19. November 2003 ist Welt-COPD-Tag
COPD der unbekannte Killer – immer mehr Frauen betroffen
Patienten-Manifest fordert gesetzliche Änderungen bei Gesundenvorsorge

Wien - COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ist lt. WHO derzeit die vierthäufigste Todesursache in den Industriestaaten. Geschätzte 600 Millionen Menschen leiden weltweit an dieser schleichenden, nicht reversiblen Schädigung der Lunge. Darunter immer mehr Frauen. Bis zum Jahr 2020 soll, so die WHO, die „Lungenseuche“ sogar die dritthäufigste Todesursache in der entwickelten Welt sein. Ein Manifest, das von der Österreichischen Lungenunion (ÖLU) gemeinsam mit der Vereinigung der europäischen Patientenvereinigungen (EFA) erstellt wurde, soll die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren und gesetzliche Änderungen hinsichtlich einer Verbesserung der Diagnose- und Therapiemöglichkeiten bewirken. Vor allem die Aufnahme der Lungenfunktionsmessung in das offizielle Gesundenuntersuchungs-Programm und die Bezahlung der Spirometrie für Allgemeinmediziner wird gefordert.

COPD ist eine heimtückische Erkrankung der Atemwege, von der zum Großteil RaucherInnen oder ehemalige RaucherInnen betroffen sind. In den Anfangsstadien werden die Beschwerden meist unterschätzt. „Symptome wie Kurzatmigkeit, Husten oder geräuschvolles Atmen werden oft als nicht so schlimm abgetan. Nur wenige Menschen wissen, dass dahinter ein gefährliches Krankheitsbild stecken kann und gehen zum Arzt. Doch hat man erst einmal COPD, schreitet die Schädigung der Lunge schleichend voran. Ohne rechtzeitige Erkennung der Krankheit und der Einleitung von geeigneten Therapiemaßnahmen führt COPD zu schwerer Invalidität und in vielen Fällen zum vorzeitigen Tod des Patienten“, erklärt Prof. Dr. Hartmut Zwick, Vorstand der Abteilung für Atmungs- und Lungenerkrankungen am Krankenhaus Lainz und Präsident der COPD-Liga Österreich.

In Österreich leiden lt. offiziellen Schätzungen rund 400.000 Menschen an COPD. Die Dunkelziffer beläuft sich jedoch auf mehr als das Doppelte, warnen Experten. Besonders Frauen sind immer öfter betroffen. Das Risiko an COPD zu erkranken ist bei ihnen um das 3,5fache höher als bei Männern. Als Grund sehen die Wissenschaftler u.a. geschlechtsspezifische Unterschiede in der bronchialen Hyperreagibilität. Pointiert gesagt: der weiblichen Lunge geht schneller die Luft aus. Rauchen ist für Frauen also auch in Hinblick auf die COPD-Anfälligkeit gefährlicher als für Männer.

Aufklärung kann Leben retten

„Die Zahlen sind alarmierend. Weltweit starben lt. WHO-Schätzungen im Jahr 2000 etwa 2,74 Millionen Menschen an COPD. Die ÖLU hat gemeinsam mit der EFA dem Unwissen um diese Krankheit nun den Kampf angesagt. Das vorliegende Patienten-Manifest soll zur Aufklärung beitragen und die Leute für eine Vorsorge sensibilisieren. Nur so können wir erreichen, dass COPD als Risikofaktor rechtzeitig erkannt wird und die Zahl der Erkrankungen und Todesopfer nicht weiter so rasant steigt wie bisher“, so der Präsident der ÖLU, Dr. Franz Vranitzky über die Hintergründe des Forderungskatalogs der Patientenvereinigungen.

Aber nicht nur um die Bevölkerung in Zukunft besser vor dieser heimtückischen Krankheit schützen zu können und mehr Patienten einer rechtzeitigen Vorsorge zuzuführen, rufen die Patientenvereinigungen zum raschen Handeln auf.

Patienten-Manifest mit Forderungskatalog an die Gesundheitspolitik

„COPD stellt neben der drastische Minderung der Lebensqualität der Betroffenen auch eine enorme volkswirtschaftliche Belastung z. B. durch Arbeitsausfälle oder Frühpensionierungen dar. Trotzdem fand diese Krankheit seitens der Gesundheitspolitik und damit auch in der breiten Bevölkerung noch nicht die nötige Beachtung. Mit dem Patientenmanifest versuchen wir nun Druck in diese Richtung auszuüben und längst fällige Aktionen einzufordern“, so der Sprecher der ÖLU, Otto Spranger in Richtung Politiker.

Folgende zentrale Punkte hat die ÖLU gemeinsam mit der EFA als Hauptziele des Patienten-Manifestes definiert:

Bessere diagnostische Strategien für Patienten in frühen Krankheitsstadien
Damit einhergehend ergibt sich auch die Forderung an die Verantwortlichen für das österreichische Gesundheitssystem, die Spirometrie (Lungenfunktionstest) verpflichtend in die gesetzliche Gesundheitsvorsorgeuntersuchung aufzunehmen. Bis jetzt ist dieser Test nicht darin enthalten und muss vom Patienten selbst verlangt und bezahlt werden.

Reduzierung von Risikofaktoren
Ausgedehnte Aufklärungskampagnen sollen das Bewusstsein für Risikofaktoren wie Tabakkonsum, berufliche Belastung durch Staub und Luftverschmutzung erhöhen und präventive Schritte bewirken.

Initiierung von Aufklärungs- und Selbsthilfeprogrammen für Betroffene

Maßnahmen zum Schutz der Patientenrechte und

Start von Programmen zur finanziellen und sozialen Unterstützung von COPD-Patienten und deren Familien
COPD ist kein Schicksal, sondern zu 100 Prozent vermeidbar

COPD ist eine Krankheit, die zu 100 Prozent vermieden werden kann. Die effizienteste Methode dafür ist die Prävention. Und dabei vor allem die Vermeidung von Tabakkonsum, denn COPD entsteht zum Großteil durch das Rauchen.

Um das persönliche COPD-Risiko abschätzen zu können, genügt die Beantwortung der folgenden fünf Fragen:

1. Muss ich mehrmals pro Tag husten?
2. Bin ich oft verschleimt?
3. Komme ich leichter außer Atem als Gleichaltrige?
4. Bin ich schon über 40?
5. Rauche ich oder habe ich früher geraucht?

Wenn die Antwort auf mindestens 3 dieser Fragen ein „Ja“ ist, sollte man dringend die Lungenfunktion überprüfen lassen. Ein Gespräch mit dem Hausarzt/Lungenfacharzt ist der erste Schritt für eine effektive Prävention.

Das ÖLU Patienten-Manifest und Informationen über COPD-Vermeidung sind bei der ÖLU kostenlos erhältlich.

Die Österreichische Lungenunion
Die ÖLU ist eine bundesweit aktive Selbsthilfegruppe für alle mit Allergie, Asthma, COPD und Neurodermitis. Sie ist eine Informations- und Aktionsplattform von und für Betroffene und vermittelt in Vorträgen, Workshops und Patientenschulungen praktische Tipps, schulmedizinisches und komplementärmedizinisches Wissen sowie Strategien zur Vermeidung und zur Bewältigung der jeweiligen Erkrankung.

Text: Österreichische Lungenunion
www.lungenunion.at

2. November 2003

Verbesserung der Lungenfunktion von
Asthma-Patienten durch Biofeedback
Biofeedback-Tag am Samstag, 22. November 2003, im AKH-Wien

Logo ÖBfPDie Kombination von Biofeedback und Atemtraining ist eine höchst effektive Therapieform bei Asthma. Das ist das bemerkenswerte Ergebnis einer soeben abgeschlossenen Studie von Prof. Paul Lehrer, Präsident der Amerikanischen Gesellschaft für Biofeedback. Lehrer wird seine Arbeit am 22. November beim 5. Biofeedbacktag im Wiener AKH erstmals in Österreich präsentieren. Die Österreichische Gesellschaft für Biofeedback und Psychophysiologie (ÖBfP) veranstaltet die Tagung, um allen Interessierten einen umfassenden Überblick über die Anwendungsgebiete von Biofeedback zu bieten.

Die Asthma-Studie von Prof. Paul Lehrer

Die Versuchsanordnung bei der Asthma-Studie von Prof. Paul Lehrer:
95 Asthma-Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Versuchsgruppe 1 erlernte Entspannung mit Hilfe von Herzfrequenzvariabilitäts-Biofeedback und erhielt ein Atemtraining, Versuchsgruppe 2 nur Biofeedback.

Die Medikation wurde zweimal pro Woche auf Basis der berichteten Symptome, einer Spirometrie und einer der ambulanten Peak-Flow-Messungen der Patienten angepasst. Die Patienten protokollierten täglich ihre Asthma-Symptome und machten zwei Peak-Flow-Messungen. Der Bronchialwiderstand wurde etwa dreimal in der Woche erfasst.

Die Ergebnisse: Die beiden Versuchsgruppen zeigten Verbesserungen um ein ganzes Asthma-Schwere-Stadium. Es wurden signifikant weniger Medikamente verschrieben. Die Atemwegswiderstandsmessungen zeigte entsprechende Verbesserungen der Lungenfunktion. Das bedeutet, dass Herzfrequenzvariabilitäts-Biofeedback eine nützliche Ergänzung in der Asthma-Therapie darstellt und zu einer Verringerung der Asthma-Medikation beiträgt.
http://www.oeglut.at/pages/news.php

Was ist Biofeedback?

Bei Biofeedback-Sitzungen werden Körperfunktionen, wie etwa Herzfrequenz, Muskelspannung oder Durchblutung, gemessen und dem Klienten zurückgemeldet. Er lernt dadurch sehr rasch, diese Funktionen zu beeinflussen und "behandelt" seine Störung selbst. Biofeedback ist bereits State of the Art bei Kopf- und Rückenschmerzen, bei Hypertonie (zu hohem Blutdruck), zur Verbesserung der Stressverarbeitung etc. Biofeedback ist wissenschaftlich überprüft und anerkannt.

Weitere Anwendungsgebiete, die beim Biofeedback-Tag vorgestellt werden: Prof. Günther Amesberger, der Betreuer der österreichischen Segel-Olympiasieger, berichtet über den Einsatz im Leistungssport. Außerdem gibt es Vorträge über Biofeedback in der Palliativmedizin, in der Neurorehabilitiation, bei Inkontinenz, bei Tinnitus, bei Zahnbehandlungsängsten und andere mehr. Es besteht die Möglichkeit, Biofeedback selbst auszuprobieren.

Biofeedback-Tag am Samstag, 22. November 2003,
im AKH-Wien, Hörsaalzentrum am Südgarten,
9.00 bis 16.00 Uhr

Österreichische Gesellschaft für Biofeedback
Telefon: 01/202 5 202 oder 0699/184 672 28
http://www.austria-biofeedback.at