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| aktualisiert: 16.02.2005 |
| Archiv November 2003 (8)
26. November 2003 "Permanente
Remission" von Asthma möglich
Die Asthma-Medikamente werden, wenn keine Symptome mehr auftreten, stufenweise reduziert. Nach etwa zweijähriger Therapie zeige sich bei einem Auslassversuch in vielen Fällen, dass auch ohne weitere Gabe von Asthma-medikamenten keine Symptome mehr auftreten. "Oft entscheiden das die Patienten selbst", berichtete Vetter auf eine Journalistenfrage. "Sie lassen irgendwann die Medikamente weg und bleiben symptomfrei." Asthma und Allergien nehmen zu. Etwa 20 % der Bevölkerung in der westlichen Welt sind von Allergien betroffen, jeder zweite unbehandelte Allergiker entwickelt Asthma. Durch Allergenvermeidung kann entgegengewirkt werden. Tipps zur praktischen Umsetzung der Allergenkarenz, Informationen über den Umgang mit Asthma und Allergien sowie Therapiehinweise standen am 26. November 2003 im Mittelpunkt einer von der Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung (IGAV) veranstalteten Pressekonferenz in Wien.
Zivilisationskrankheit Allergie: Seit den 60er
Jahren verdoppelt sich die Zahl der Allergiker im Zehn-Jahres-Rhythmus.
Heute leidet bereits jede/r Fünfte, also rund 1,6 Millionen ÖsterreicherInnen,
an einer Form der Allergie. Neben saisonalen Allergieformen (Stichwort Pollen) spielen so genannte „Indoor-Allergien“ eine immer wichtigere Rolle: Tierhaare, Hausstaubmilben oder Schimmelpilze fordern das Immunsystem heraus. Werden diese Allergien nicht rechtzeitig erkannt, ist der Betroffene unter Umständen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr mit seinen Allergenen konfrontiert. Arbeitsloses Immunsystem Ein weiterer Grund kann unsere zu wenig ausgelastete Immunabwehr sein. Unser Immunsystem hat die Aufgabe, vor Viren, Keimen und Erregern zu schützen, die dem Körper gefährlich werden können. Durch die Möglichkeiten der medizinischen Vorsorge und die – oft übertriebenen – hygienischen Lebensbedingungen hat unser Immunsystem einen Großteil seines Aufgabenbereiches verloren. So sucht es sich offenbar eine neue Beschäftigung und kämpft gegen Stoffe und Substanzen, die für den Menschen keine Bedrohung darstellen. Eine rezente Salzburger Untersuchung zeigt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, deutlich seltener an Allergien leiden als Stadtkinder. Der frühe Kontakt mit Tieren und einer weniger sauberen Umgebung scheint genauso vor Allergien zu schützen wie ein Training des Immunsystems durch Infektionen im Kindesalter. Darüber hinaus spielen auch sozioökonomische
Faktoren sowie der Lebensstil eine wichtige Rolle: Wer sich besonders
viel in geschlossenen Räumen mit den typischen Allergenen (z.B.
Hausstaubmilben oder Schimmelpilze) aufhält, läuft schneller
Gefahr, zum Allergiker zu werden. Keine Scheu vor dem
Test! Das Prinzip des Hauttests – auch bekannt als Pricktest – besteht darin, dass geringe Mengen eines standardisierten Allergen-Konzentrats auf die Haut getropft und in die oberste Hautschicht geritzt werden. Eine allergische Reaktion äußert sich durch eine juckende Quaddel, ähnlich einem Gelsenstich. Der Test wird zwar als unangenehm beschrieben, unter fachlicher Aufsicht in einem Allergie-Ambulatorium ist er jedoch völlig risikolos. Die Hautreaktionen verschwinden in der Regel auch innerhalb kurzer Zeit wieder. Mit Hilfe der Blutuntersuchung kann die Allergie nicht nur bestätigt, sondern auch das Ausmaß der allergischen Entzündung festgestellt werden. Als Maß dafür dienen die spezifischen IgE-Antikörper: Werden solche IgE-Antikörper nachgewiesen, ist die betreffende Person bereits sensibilisiert, auch wenn im Hauttest vielleicht noch keine Reaktion sichtbar ist. Besonders wichtig ist die Blutuntersuchung bei Kleinkindern sowie bei Verdacht auf Allergien gegen Penicillin oder Insektengifte.
Ein Heuschnupfen wird gerne auf die leichte
Schulter genommen – dabei ist er oft nur die Spitze des Eisbergs:
darunter liegen mitunter ernste Erkrankungen wie Asthma. In Österreich
wird nur jeder vierte Allergiker therapiert. Das heißt, von den
1,6 Millionen Allergikern sind rund 1,2 Millionen einem enorm erhöhten
Asthma-Risiko ausgesetzt. Die Behandlung von allergischen Erkrankungen nutzt im Wesentlichen drei Möglichkeiten: Die „Allergenkarenz“(Allergenvermeidung), die Behandlung der Symptome und die Hyposensibilisierung („Allergie-Impfung“). Laut ARIA (Allergic Rhinitis & its Impact on Asthma)-Guidelines der Weltgesundheitsorganisation WHO kann die frühe Behandlung des Heuschnupfens die Entwicklung von Asthma verhindern. Die erste und wichtigste Maßnahme in der Behandlung ist die Allergenvermeidung. Das heißt, Betroffene sollen so weit es geht den Kontakt mit Allergie-Auslösern meiden oder reduzieren. Die weitere Therapie richtet sich nach der individuellen Ausprägung der Symptome und dem Schweregrad der Erkrankung. Angesichts der heute zur Verfügung stehenden Therapieformen ist es durchaus möglich, für jeden Allergiker ein maßgeschneidertes Behandlungspaket zu erstellen. Antihistaminika & Kortison lindern
Symptome Ergänzend empfiehlt die WHO intranasales Kortison
(Nasenspray). Lokal angewandte Kortikosteroide haben oft deutlich weniger
Nebenwirkungen als etwa Schleimhaut abschwellende Substanzen, wie sie
vielfach bei harmlosen Erkältungen angewandt werden. Studien zu
den Kortikosteroid-hältigen Nasensprays Fluticasonproprionat und
Mometasonfuroat zeigen, dass es selbst nach einem Jahr Anwendung zu
keiner Veränderung der Nasenschleimhaut kommt. Ein herkömmlicher,
abschwellender Nasenspray dürfte dagegen höchstens 7 bis 10
Tage angewendet werden! Fluticasonpropionat wirkt innerhalb von 12 Stunden
ein, bei manchen Patienten schon nach 2-4 Stunden. Topische Kortikosteroide
wie Fluticasonpropionat sind aufgrund ihrer anti-inflammatorischen (anti-entzündlichen)
Eigenschaften Therapie der ersten Wahl bei Rhinitis5. Allergie-Impfung bekämpft Ursache Hyposensibilisierung bedeutet so viel wie „unempfindlich machen“ oder „an etwas gewöhnen“. Sie ist auch die einzige Allergie-Behandlung, die direkt im Immunsystem ansetzt und dessen Fähigkeit zur Abschwächung der Reaktion nutzt. In vielen Fällen kann sogar eine Ausheilung der Allergie erreicht werden. Standardisierte Allergen-Extrakte werden dabei mit einer ganz feinen Nadel unter die Haut gespritzt. Der Extrakt kann auch in Tropfenform unter die Zunge verabreicht werden (sublinguale Allergie-Immuntherapie, SLIT) – eine Form der Applikation, die vor allem für Kinder und Menschen mit einer Scheu vor Injektionsnadeln eine wertvolle Alternative darstellt. Italienische Wissenschafter untersuchten über einen Zeitraum von 10 Jahren bei Kindern mit Milbenallergie und allergischem Asthma/Rhinitis die Langzeitwirkung der SLIT. Das Ergebnis zeigt eine deutliche Senkung der Asthma-Häufigkeit und eine signifikante Verringerung der Asthma-Medikation sowohl unmittelbar nach Abschluss der Therapie als auch nach 10 Jahren. Die Studienergebnisse zeigen demnach, dass die SLIT eine effektive, langfristig wirksame Behandlungsmethode darstellt. Die Hyposensibilisierungs-Behandlung dauert im Allgemeinen drei Jahre, geimpft wird in Abständen von ein bis zwei Monaten, die Tropfen werden 1x pro Tag eingenommen. In der Regel werden die Symptome bereits nach drei bis sechs Monaten schwächer und der Bedarf an anderen Allergie-Medikamenten geht zurück. Asthma!
Sie lauern überall: auf der Couch, in
der Kleidung, im Badezimmer, hinter Möbelstücken und besonders
gerne in unserem Bett – die Allergene. Das Meiden und konsequente
Beseitigen von Allergie-Auslösern ist wesentlicher Bestandteil
der Behandlung und bessert Lebensqualität und -freude. In der IGAV-Checkliste
„Wohnen ohne Allergene“ finden Allergiker Tipps, wie die
unwillkommenen Mitbewohner aus der Wohnung verbannt werden können. Die winzig kleinen Allergene sind mit freiem Auge nicht sichtbar und in jedem noch so perfekt geführten Haushalt nachzuweisen. Zwar ist es praktisch unmöglich, den Allergie-Auslösern gänzlich zu entkommen, es gibt jedoch zahlreiche Mittel und Wege, die Allergen-Belastung spürbar zu reduzieren und so das Risiko für die Entstehung von schweren chronischen Erkrankungen (wie z.B. Asthma) zu verhindern, mit denen man nicht nur während der Heizperiode, sondern das ganze Leben lang zu kämpfen hat. Allergenen das Leben schwer machen Deshalb ist es wichtig, mit der Wohnraum-Sanierung im Schlafzimmer zu beginnen und den Milben ihre Lebensgrundlage zu entziehen. Atmungsaktive, jedoch milbendichte Überzüge (Encasings) für Matratze, Tuchent und Polster, die auch schon von einigen Krankenkassen bezahlt werden, sorgen für ungestörte Träume. Mit ACb (Allergy Control Barriere)-Membranen beschichtete Bezüge haben sich in vielen klinischen und physikalischen Studien als exzellente Allergenbarriere erwiesen, die gleichzeitig sehr hohen Komfort bieten. Eine andere Untersuchung zeigt, dass diese Überzüge Allergien sogar verhindern können: Erblich belastete Kinder, die von Geburt an auf Matratzen mit milbendichten Überzügen schlafen, entwickeln wesentlich seltener Allergien. Auch bereits an Asthma erkrankten Kindern bringt dieser Allergenschutz enorme Erleichterung und eine Reduzierung ihres Medikamentenbedarfes. Kleidung sollte nicht im Schlafzimmer ausgezogen werden, da sie voll von Hautschuppen ist und diese die Hauptnahrung der Milben sind. Da Allergene äußerst widerstandsfähig sind, sollte Bekleidung und Bettwäsche bei mindestens 60°C gewaschen werden. Für empfindlichere Textilien gibt es Waschmittel-Konzentrate mit Inhaltsstoffen wie nicht-ionisierte Tenside oder Benzylbenzoat, die Allergene auch schon bei niedrigeren Temperaturen beseitigen. Keine Staubfänger Schimmelpilz-Allergiker können die Besiedelung ihrer äußerst aggressiven Widersacher verhindern, indem Wände mit speziellen Farbzusätzen gestrichen werden, Teppiche und Vorhänge aus dem Badezimmer entfernt und ein Ventilator im Bad installiert wird, der die feuchte Luft nach dem Duschen oder Baden sofort ableitet. Topf- und Hydrokulturpflanzen sollten aus den Schlaf- und möglichst auch aus dem Wohnzimmer verbannt werden. Vom Schimmel befallene Gegenstände sind am besten zu entfernen und bei schimmligen Wänden ist die Generalsanierung unerlässlich. Regelmäßige Maßnahmen,
die Allergene reduzieren Mit speziellen, in wissenschaftlichen Studien geprüften Sprühlösungen kann man den Einwohnern von Couch, Teppich und Vorhängen an den Pelz rücken. Substanzen wie Tanninsäure wandeln Allergene in harmlose Staubpartikel um, andere (z.B. Benzylbenzoat) entziehen den Milben die Feuchtigkeit, sodass sie absterben. Staub wischen sollte man feucht oder mit einem Tuch aus speziellen Mikrofasern. Nach dem Staubsaugen ist die Innenraumluft um etwa 50mal mehr mit schwebenden Allergenen kontaminiert als zuvor. Abhilfe schaffen HEPA-Filter, die Allergen-Partikel filtern, die vom normalen Staubsack nicht gehalten werden können. Diese Filter können in fast alle Geräte eingesetzt werden. Es gibt auch Staubsauger, die bereits mit einem solchen Filter ausgestattet sind. Katzenwäsche All diese praktischen und äußerst hilfreichen Empfehlungen hat die IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung) in der Checkliste „Wohnen ohne Allergene“ zusammengefasst. Indoor-Allergiker oder Eltern allergischer Kinder können diese Checkliste, Adressen österreichischer Allergie-Ambulanzen und -Ambulatorien sowie sonstiges Informationsmaterial kostenlos unter der Telefon-Hotline 01/212 60 60 bestellen oder aus dem Internet downloaden www.allergenvermeidung.org.
20 bis 30 Prozent der Kinder leiden an Allergien.
Kann die Allergie im Säuglingsalter nicht unter Kontrolle gebracht
werden, entwickeln die Kinder im Lauf der Jahre weitere Antikörper.
Durch rechtzeitige Diagnose und frühen Behandlungsbeginn kann diese
„Allergiker-Karriere“ verhindert werden. Frühe Diagnose erspart spätere
Komplikationen Verhalten der Eltern beeinflusst Allergie-Risiko Stillen & Passivrauch Die Ergebnisse einer im August publizierten schwedischen Studie belegen, dass der protektive Effekt des Stillens durch Passivrauchen wieder zunichte gemacht wird. Wachsen Kinder jedoch in einer rauchfreien Umgebung auf, konnten klare Synergieeffekte festgestellt werden. Die Wissenschafter fanden heraus, dass jene Kinder, deren Eltern sich an die nationalen Richtlinien zur Vorbeugung von allergischen Erkrankungen (ausschließliches Stillen bis zum Alter von mindestens 4 Monaten, Vermeidung von Tabakrauch, gute Lüftung des Haushaltes und normale Luftfeuchtigkeit) hielten, auch wesentlich seltener Asthma (6,9%) entwickelten als solche, deren Eltern mindestens zwei dieser Kriterien nicht einhielten (17,9%). Ernährung & Antibiotika Das Immunsystem muss im Kindesalter lernen, gegen Viren und Keime anzukämpfen, die dem Körper gefährlich werden können. Werden Antibiotika zu häufig und schon bei banalen Infekten eingesetzt, kann das Immunsystem nicht lernen zu unterscheiden, welche „Eindringlinge“ dem Körper tatsächlich Schaden zufügen können und welche völlig harmlos sind. Das allergenfreie Kinderzimmer Kuscheltier: Spielplatz auch für
Allergene Weitere Informationen:
15./17. November 2003 Die
meisten Hausstaubmilben gibt es im Herbst Professor Gerhard Schultze-Werninghaus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI): "Bei Verdacht auf eine Hausstaubmilben-Allergie sollte ein auf Allergien spezialisierter Arzt aufgesucht werden. Er kann nach einem Allergietest die richtige Diagnose stellen und eine effektive Behandlung einleiten." Gegen die akuten Allergiebeschwerden helfen so genannte Antihistaminika. Sie hemmen bei regelmäßiger Einnahme die allergische Reaktion im Körper. Langfristig sollte jedoch eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit standardisierten Allergen-Präparaten in Erwägung gezogen werden. Diese auch als "Allergie-Impfung" bezeichnete Behandlung bessert in etwa 90 Prozent der Fälle die Symptome dauerhaft und effektiv. Hausstaubmilben sind
lichtscheue und wärmeliebende Gesellen Hausstaubmilben sind lichtscheu und bevorzugen Temperaturen um 25 Grad Celsius sowie eine Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent. In Wohnungen kommen sie häufig in Betten, Teppichen und Polstermöbeln vor. Da wir pro Nacht etwa einen Liter Schweiß abgeben und die Betten durch unseren Körper anwärmen, finden Hausstaubmilben vor allem in Betten ideale Bedingungen. Genügend Futter steht hier auch zur Verfügung: Der Mensch verliert pro Tag bis zu ein Gramm Hautschuppen. Sie sind die wichtigste Nahrungsquelle für Hausstaubmilben. Im Herbst höhere
Belastung durch Allergieauslöser aus Milbenkot Die Milben lauern
(fast) überall - Tipps zur Allergenvermeidung • Die Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur sollte möglichst gering gehalten werden. • Alle Räume, besonders das Schlafzimmer, täglich gut durchlüften. • Luftbefeuchter von den Heizkörpern entfernen. • Bettwäsche mindestens 1 x wöchentlich wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen • Milbenundurchlässige Allergieüberzüge für das Bettzeug können zusätzliche Erleichterung bringen • Kleidung und Schuhe nie im Schlafbereich wechseln. • Haare nie im Schlafzimmer kämmen oder bürsten. • Haustiere sollten nicht in das Schlafzimmer gelassen werden, noch besser: auf Haustiere ganz verzichten • Keine Pflanzen (auch nicht mit Hydrokultur) im Schlafzimmer aufstellen. • Feucht Staubwischen. Staubsauger mit Mikrofilter verwenden. • Kuscheltiere regelmäßig im Tiefkühlfach (-20 °C) über Nacht einfrieren oder noch besser in den Wäschetrockner geben. Das tötet die Milben. Eine Patientenbroschüre mit Tipps und Informationen zum Thema Allergien kann kostenlos unter info@at.alk-abello.com oder 0732/38 53 72 angefordert werden. Eine Fülle an Informationen zur Allergenvermeidung finden Betroffene bei der "Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung", kurz IGAV. Der Verein ist im Internet unter http://ww.allergenvermeidung.org erreichbar. Bischoff, E.R.C.:
Hausstaubmilben: Biologie, Ökologie und medizinische Bedeutung.
Pfälzer Heimat 1988;3:98-104.
Wien - COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ist lt. WHO derzeit die vierthäufigste Todesursache in den Industriestaaten. Geschätzte 600 Millionen Menschen leiden weltweit an dieser schleichenden, nicht reversiblen Schädigung der Lunge. Darunter immer mehr Frauen. Bis zum Jahr 2020 soll, so die WHO, die „Lungenseuche“ sogar die dritthäufigste Todesursache in der entwickelten Welt sein. Ein Manifest, das von der Österreichischen Lungenunion (ÖLU) gemeinsam mit der Vereinigung der europäischen Patientenvereinigungen (EFA) erstellt wurde, soll die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren und gesetzliche Änderungen hinsichtlich einer Verbesserung der Diagnose- und Therapiemöglichkeiten bewirken. Vor allem die Aufnahme der Lungenfunktionsmessung in das offizielle Gesundenuntersuchungs-Programm und die Bezahlung der Spirometrie für Allgemeinmediziner wird gefordert. COPD ist eine heimtückische Erkrankung der Atemwege, von der zum Großteil RaucherInnen oder ehemalige RaucherInnen betroffen sind. In den Anfangsstadien werden die Beschwerden meist unterschätzt. „Symptome wie Kurzatmigkeit, Husten oder geräuschvolles Atmen werden oft als nicht so schlimm abgetan. Nur wenige Menschen wissen, dass dahinter ein gefährliches Krankheitsbild stecken kann und gehen zum Arzt. Doch hat man erst einmal COPD, schreitet die Schädigung der Lunge schleichend voran. Ohne rechtzeitige Erkennung der Krankheit und der Einleitung von geeigneten Therapiemaßnahmen führt COPD zu schwerer Invalidität und in vielen Fällen zum vorzeitigen Tod des Patienten“, erklärt Prof. Dr. Hartmut Zwick, Vorstand der Abteilung für Atmungs- und Lungenerkrankungen am Krankenhaus Lainz und Präsident der COPD-Liga Österreich. In Österreich leiden lt. offiziellen Schätzungen
rund 400.000 Menschen an COPD. Die Dunkelziffer beläuft sich jedoch
auf mehr als das Doppelte, warnen Experten. Besonders Frauen sind immer
öfter betroffen. Das Risiko an COPD zu erkranken ist bei ihnen
um das 3,5fache höher als bei Männern. Als Grund sehen die
Wissenschaftler u.a. geschlechtsspezifische Unterschiede in der bronchialen
Hyperreagibilität. Pointiert gesagt: der weiblichen Lunge geht
schneller die Luft aus. Rauchen ist für Frauen also auch in Hinblick
auf die COPD-Anfälligkeit gefährlicher als für Männer. Aber nicht nur um die Bevölkerung in Zukunft besser vor dieser heimtückischen Krankheit schützen zu können und mehr Patienten einer rechtzeitigen Vorsorge zuzuführen, rufen die Patientenvereinigungen zum raschen Handeln auf. Patienten-Manifest mit Forderungskatalog an die Gesundheitspolitik „COPD stellt neben der drastische Minderung der Lebensqualität der Betroffenen auch eine enorme volkswirtschaftliche Belastung z. B. durch Arbeitsausfälle oder Frühpensionierungen dar. Trotzdem fand diese Krankheit seitens der Gesundheitspolitik und damit auch in der breiten Bevölkerung noch nicht die nötige Beachtung. Mit dem Patientenmanifest versuchen wir nun Druck in diese Richtung auszuüben und längst fällige Aktionen einzufordern“, so der Sprecher der ÖLU, Otto Spranger in Richtung Politiker. Folgende zentrale Punkte hat die ÖLU gemeinsam mit der EFA als Hauptziele des Patienten-Manifestes definiert: Bessere diagnostische Strategien für Patienten
in frühen Krankheitsstadien Reduzierung von Risikofaktoren Initiierung von Aufklärungs- und Selbsthilfeprogrammen für Betroffene Maßnahmen zum Schutz der Patientenrechte und Start von Programmen zur finanziellen und sozialen
Unterstützung von COPD-Patienten und deren Familien COPD ist eine Krankheit, die zu 100 Prozent vermieden werden kann. Die effizienteste Methode dafür ist die Prävention. Und dabei vor allem die Vermeidung von Tabakkonsum, denn COPD entsteht zum Großteil durch das Rauchen. Um das persönliche COPD-Risiko abschätzen zu können, genügt die Beantwortung der folgenden fünf Fragen: 1. Muss ich mehrmals pro Tag husten? Wenn die Antwort auf mindestens 3 dieser Fragen
ein „Ja“ ist, sollte man dringend die Lungenfunktion überprüfen
lassen. Ein Gespräch mit dem Hausarzt/Lungenfacharzt ist der erste
Schritt für eine effektive Prävention. Die Österreichische Lungenunion
Text: Österreichische Lungenunion 2. November 2003 Verbesserung der Lungenfunktion
von
Die Asthma-Studie
von Prof. Paul Lehrer Was ist Biofeedback? Bei Biofeedback-Sitzungen werden Körperfunktionen, wie etwa Herzfrequenz, Muskelspannung oder Durchblutung, gemessen und dem Klienten zurückgemeldet. Er lernt dadurch sehr rasch, diese Funktionen zu beeinflussen und "behandelt" seine Störung selbst. Biofeedback ist bereits State of the Art bei Kopf- und Rückenschmerzen, bei Hypertonie (zu hohem Blutdruck), zur Verbesserung der Stressverarbeitung etc. Biofeedback ist wissenschaftlich überprüft und anerkannt. Weitere Anwendungsgebiete, die beim Biofeedback-Tag vorgestellt werden: Prof. Günther Amesberger, der Betreuer der österreichischen Segel-Olympiasieger, berichtet über den Einsatz im Leistungssport. Außerdem gibt es Vorträge über Biofeedback in der Palliativmedizin, in der Neurorehabilitiation, bei Inkontinenz, bei Tinnitus, bei Zahnbehandlungsängsten und andere mehr. Es besteht die Möglichkeit, Biofeedback selbst auszuprobieren. Biofeedback-Tag am Samstag, 22. November 2003, Österreichische Gesellschaft für
Biofeedback
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