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Informationen über Asthma und Allergien
aktualisiert: 16.02.2005   

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September 2003 (10)

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30. September 2003

Medikamente gegen Magenübersäuerung allergieauslösend
Verringerung der Magensäure beeinträchtigt Verdauung

Wien - Indigestionsmedikamente können Lebensmittelallergien auslösen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Wien http://www.univie.ac.at gekommen. Sie führten Tests mit 300 Personen durch. Jene, die Tabletten gegen Verdauungsstörungen einnahmen, litten deutlich häufiger an durch Ernährung ausgelösten Allergien. Es wird angenommen, dass diese Medikamente die Verdauung negativ beeinflussen.

Die Wissenschaftler um Erika Jensen-Jarolim gehen davon aus, dass Medikamente gegen Verdauungsstörungen die Magensäuremenge verringern. Diese Säure unterstützt den Magen beim Nahrungsabbau bevor sie in den Darm gelangt. Eine verringerte Menge an Magensäure kann daher dazu führen, dass Nahrung in den Darm gelangt, bevor sie ausreichend abgebaut ist. Das Immunsystem des Körpers reagiert entsprechend und löst so eine allergische Reaktion aus, berichtet das Team im Journal of Allergy and Clinical Immunology.

Ein besonderes Risiko wurde laut BBC http://www.bbc.co.uk beim Essen von unbekannten Nahrungsmitteln beobachtet. Der Körper baut für häufig Gegessenes eine entsprechende Toleranz auf.

Die Hälfte der Teilnehmer erhielt ein Medikament namens Ranitidin, das wie Medikamente gegen Verdauungsstörungen wirkt. Die Kontrollgruppe nahm Blindpräparate. Keiner der Studienteilnehmer litt in der Vergangenheit unter einer Lebensmittelallergie. Es zeigte sich, dass die Einnahme von Ranitidin dazu führte, dass entweder Symptome einer Allergie entstanden oder sichtbar wurden. Bei der Kontrollgruppe konnten keine Allergiesymptome festgestellt werden. Tests mit Mäusen führten in der Vergangenheit zu ähnlichen Ergebnissen.

Aussender: pressetext.austria

 

29. September 2003

Katzenallergie: Österreich im europäischen Spitzenfeld
Aber nur jeder zweite Katzenallergiker ist auch Katzenhalter

KatzeWien - Katzen zählen in unseren Breiten zu den beliebtesten Haustieren. In 28 Prozent der heimischen Haushalte leben Katzen, insgesamt rund 1,5 Millionen. Aber die Freude über die kleinen Lieblinge ist nicht immer ungetrübt. Immer mehr Menschen leiden unter einer Katzenallergie. Ca. 33 Prozent aller Allergiker in unserem Land reagieren sensibel auf Katzenspeichel. Dies ist ein absoluter Spitzenwert.

Der Europadurchschnitt (Studie Allergy Living and Learning, durchgeführt von Fachärzten in Österreich, Dänemark, Finnland, Deutschland, Italien, Norwegen, Spanien, Schweden, Niederlande und GB, ALK-Abelló, 1999) liegt mit knapp 30 Prozent deutlich darunter.

Doch selbst wenn der direkte Kontakt mit Katzen gar nicht gegeben ist, haben es Allergiker schwer. Auch in Räumen wo noch nie Katzen waren, ist die Atemluft mit Partikeln belastet. Eine Allergenvermeidung wird damit nahezu unmöglich. Medikamente bringen meist nur eine kurzfristige Erleichterung der Symptome. Eine chronische Atemwegserkrankung kann in vielen Fällen jedoch durch eine Allergieimpfung vermieden werden.

Katzenallergenen kann man nicht entkommen. Schon der indirekte Kontakt reicht aus, um Reizungen auszulösen. Untersuchungen an deutschen Schulkindern zeigten, dass mehr als die Hälfte all jener, bei denen eine Katzenallergie diagnostiziert wurde, noch nie oder nur sehr selten mit Katzen in Berührung kamen. Ihre katzenbesitzenden Mitschüler hatten die Allergene über ihre Kleidung in die Klassen "eingeschleust".

Mit der Atemluft wurden sie dann ständig inhaliert und führten so zu einer Sensibilisierung. Auch in öffentlichen Gebäuden sind in Teppichen und Polstersitzen zum Teil hohe Katzenallergenkonzentrationen gemessen worden. Spitzenwerte fand man z. B. in der Polsterung von Kinositzen.

Das Katzenallergen ist ein Bestandteil des Talgdrüsensekrets der Katzen. Zusätzlich ist es im Speichel der Katzen - jedoch in wesentlich geringerer Konzentration - zu finden. Putzt sich die Katze das Fell werden die Allergene freigesetzt und in die Atemluft abgegeben. Interessant ist auch, dass lt. Wissenschaftlern zwischen Lang- und Kurzhaarkatzen keine Unterschiede bestehen, dass jedoch Kater mehr Allergene produzieren als weibliche Katzen.

Allergietherapie für Katzenallergiker besonders wichtig

Patienten mit Katzenallergie leiden bei Allergenkontakt an schnupfenähnlichen und häufig auch an asthmatischen Beschwerden. Hautsymptome sind insbesondere bei direktem Kontakt mit dem Tier möglich. Monosensibilisierungen sind selten, häufig sind Katzenallergiker auch gegen Hausstaubmilben und/oder Pollenallergenen sensibilisiert.

Eine Standardtherapie mit lokal wirksamen Antiallergika ist der erste Schritt, um die Symptome abzuschwächen. Die alleinige symptomatische Therapie verhindert jedoch weder eine Ausweitung der Allergie noch den gefürchteten "Etagenwechsel", also die Entwicklung von allergischem Asthma.

Dazu Primar Dr. Gert Wurzinger, Leiter der pulmologischen Abteilung am LKH Graz:

"Prinzipiell ist den betroffenen Patienten anzuraten, die Katze wegzugeben, um langfristig die Allergenkonzentration im Wohnbereich zu reduzieren. In manchen Fällen kann auch eine spezifische Immuntherapie (SIT) in Betracht gezogen werden, die bei konsequenter Durchführung durchaus Erfolg versprechend sein kann. Insbesonders, wenn sonst keine andere Allergie vorliegt. Durch den Umstand, dass eine Allergenvermeidung auch nach Weggeben der Katze schwer möglich ist, ist die Gefahr einer dauerhaften Schädigung der Lungen hoch. Die Allergieimpfung trainiert über drei Jahre hinweg das Immunsystem der Patienten. Durch den Rückgang der bronchialen Hyperreaktion bereits nach dem ersten Behandlungsjahr gewinnt der Patient wieder an Lebensqualität. Eine chronische Erkrankung der Lunge kann so auf längere Sicht verhindert werden."

Diagnose Katzenallergie - was tun?

Wenn Verdacht auf eine Katzenallergie besteht, sollte unbedingt rasch ein allergologisch geschulter Facharzt aufgesucht werden. Mittels eines Allergietests kann dann genau bestimmt werden, ob tatsächlich eine Katzenallergie vorliegt. Wenn dies der Fall ist, muss der Patient im Interesse seiner Gesundheit versuchen, das Allergen möglichst aus seinem Lebensraum zu verbannen.

Staubsaugen, chemische Behandlung des Felles oder Waschen der Katze hilft meist nur wenig, die Allergenkonzentration auf ein unbedenkliches Maß zu vermindern. Deshalb ist es ratsam, die Katze wegzugeben und den Wohnraum gründlich zu sanieren. Auf Teppiche und Polstermöbel sollte verzichtet werden.

"Eine Katzenallergie greift drastisch in die Lebensgewohnheiten des Patienten ein. Besuche von Verwandten oder Freunden mit Katzen werden oft unmöglich. Auch Urlaubsreisen oder Übernachtungen außerhalb der eigenen Wohnung bringen manchmal starke Beschwerden mit sich. Um besonders Kindern ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen, sollte möglichst früh das geliebte Haustier weggegeben werden, auch wenn dies für die Betroffenen nur schweren Herzens möglich ist. Eine mögliche spezifische Immuntherapie kann dann gemeinsam mit den Facharzt besprochen werden. Ein Zuwarten bringt nichts, außer die Gefahr einer chronischen Lungenerkrankung", warnt Primar Wurzinger.

Die Allergieimpfung wird von Fachärzten und in Allergieambulanzen durchgeführt. Die Kosten der Behandlung wird nach ärztlicher Indikation zur Gänze von der Krankenkasse übernommen.


Text: ALK-Abelló Allergie-Service GmbH / Agentur comm.in / pts (A)

26. September 2003

Todesursache laut WHO:
COPD im Jahr 2020 an dritter Stelle
ERS-Kongress in Wien Anlass für große Vorsorgeaktion in Innenstadt

Aus Anlass des internationalen Kongresses der European Respiratory Society (ERS) findet am Samstag, 27.9. und Sonntag, 28.9., in der Wiener Innenstadt eine große Vorsorgeaktion unter dem Motto 'Hör auf Deine Lunge, damit Dir nicht die Luft ausgeht’ statt. Die Bevölkerung wird eingeladen, die Funktion ihrer Lungen mit einem kostenlosen Spirometrie-Test zu überprüfen.

Ziel der Aktion, die von der Österreichischen Gesellschaft für Lungenerkrankungen und Tuberkulose (ÖGLUT) gemeinsam mit der ERS und der European Lung Foundation (ELF) initiiert wurde und unter der Patronanz der Bundesministerin für Gesundheit und Frauen, Maria Rauch-Kallat, steht: Sensibilisierung der Öffentlichkeit und jedes einzelnen, insbesondere der RaucherInnen, auf Symptome ihrer Lunge (Husten, geräuschvolles Atmen, Atemnot) zu hören, sie ernst zu nehmen und lieber zu früh als zu spät den Arzt aufzusuchen.

Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil Atemwegserkrankungen in einer ihrer schwersten Ausprägung, der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) in der Bevölkerung weitgehend unbekannt sind, 'schleichend’ – also ohne Leistungslimitierung durch die Erkrankung – beginnen, in weiterer Folge aber zu Berufsunfähigkeit und aufwändiger medizinischer Betreuung führen.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eines der Hauptthemen am internationalen Kongress der European Respiratory Society (ERS), der von Samstag, 27. September, bis Dienstag, 1. Oktober 2003, im Wiener Austria Center stattfindet.

15.000 PulmologInnen aus dem In- und Ausland werden Ursachen, Epidemiologie, Diagnose und Therapie dieser tödlich verlaufenden Erkrankung beraten und neue wissenschaftliche Erkenntnisse diskutieren. Derzeit liegt COPD weltweit an 5. Stelle der Todesursachen, wenn der Trend anhält – laut WHO – im Jahr 2020 an dritter Stelle.

COPD: Obstruktive Ventilationsstörung
in Kombination mit chronischer Bronchitis

Die COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ist gekennzeichnet durch die sogenannte obstruktive Ventilationsstörung, die sich in einer messbaren Behinderung der forcierten Ausatmung manifestiert, in Kombination mit chronischer Bronchitis (Husten und Auswurf über längere Zeit).

Ursache dieser Erkrankung ist vor allem das Zigarettenrauchen, das zu 90% für COPD verantwortlich ist. Jedoch spielen auch Beruf, Infektabwehr und die Umwelt mit ihren subtilen Giften in der Atmosphäre und im Wohnbereich eine wichtige Rolle.

„Einfachen, kostengünstigen Test zur Früherkennung in die Vorsorgeuntersuchungen einbauen“

Zur Früherkennung der COPD stehen kostengünstige, einfache und zugleich hochwirksame Vorsorgemaßnahmen, u.a. sogenannte Spirometrie-Tests, zur Verfügung, die in der Bevölkerung, aber auch der Ärzteschaft, noch viel zu wenig bekannt sind. Sie erlauben, gemeinsam mit einer kurzen Befragung der Patienten, eine Aussage über Risiko, aber auch über die Schwere (das Stadium) der Erkrankung.

Univ.Prof. Dr. Friedrich KummerDaher laute eine wesentliche Forderung von Österreichs Lungenfachärzten, “die Spirometrie in die Gesundenuntersuchungen einzubauen“ betonte der Kongress-Präsident des ERS-Kongresses, Univ.-Prof. Dr. Friedrich Kummer, Leiter der Lungenabteilung am Wilhelminenspital in Wien, anlässlich der Präsentation der Spirometrie-Aktion vor Journalisten in Wien.

Frühzeitiges Erkennen einer COPD sei, betonte Kummer, nicht zuletzt auch deshalb wichtig, weil eine obstruktive Ventilationsstörung das Risiko für Lungenkrebs und für Herzkreislauferkrankung enorm steigere.

Wichtige Maßnahme: VORSORGE...

Der Vorsorge kommt im Kampf gegen das weitere Ansteigen der COPD entscheidende Bedeutung zu. Vorsorge bedeutet: Sensibilisierung und Bewusstmachen durch Aufklärung und Information sowie medizinische Prophylaxe durch Überprüfung der Lungenfunktion.

Es ist daher Tradition, dass neben dem jährlichen Kongress der ERS im jeweiligen Gastland auch eine breit angelegte Vorsorgeaktion für die Bevölkerung stattfindet, die auf Aufklärung, Information und medizinische Vorsorge abzielt.

...im Spirometrie-Zelt

Im Mittelpunkt dieser Gesundheitsinitiative steht ein Spirometrie-Zelt, in dem kostenlose Spirometrie-Tests zur Überprüfung der Lungenfunktion angeboten werden. Der Test dauert 10 Minuten, bei von der Norm abweichenden Ergebnissen stehen Ärzte beratend zur Verfügung.

 

26. September 2003

Asthma im Kindesalter oft unerkannt:
Experte warnt vor Mängeln in der Diagnostik

Nach wie vor besteht großer Nachholbedarf in Diagnose und Therapie chronischer Atemwegserkrankungen im Kindesalter, wie z.B. Asthma und Mukoviszidose. Der Grazer Kinder-Lungenfacharzt Univ.-Prof. Dr. Maximilian Zach schlägt Alarm: Die einfache Lungenfunktionsdiagnostik – die sogenannte Spirometrie oder Flussvolumenkurve ist die wesentlichste Untersuchung zur Diagnose und Schweregradbeurteilung dieser Erkrankungen – wird noch immer zu wenig eingesetzt.

Univ.Prof. Dr. Maximilian ZachDie Konsequenz: Nach wie vor wird die Diagnose Asthma bronchiale bei nicht einmal 50% der betroffenen Kinder gestellt, obwohl sie hochgradige und massive Symptome zeigen. Die Ursache: Trotz dieser schweren Symptomatik war eine Überprüfung der Lungenfunktion nur bei weniger als 20% (!) der betroffenen Kinder eingesetzt worden. Zach: „Die medizinische Betreuung von derartigen obstruktiven Atemwegserkrankungen ohne Lungenfunktion gleicht der Behandlung einer Hochdruckkrankheit ohne Blutdruckmessung oder der einer Anämie ohne Blutbild.“

“Die Tatsache, dass wir heute in der kindlichen Bevölkerung Österreichs mit einer Asthmahäufigkeit von mehr als 8% konfrontiert sind, verleiht diesem Befund beträchtliche gesundheitspolitische Brisanz”, erklärte Univ.-Prof. Dr. Maximilian Zach, Präsident des 13. European Respiratory Congress und Vorstand der Pulmonologie und Allergologie an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz bei der Präsentation der Vorsorgeaktion 'Spirometrie-Zelt’ am 26. September 2003 vor Journalisten in Wien. „Leider“, so Zach,“ wird die einfache Lungenfunktionsdiagnostik mit dem Spirometer in der Betreuung von Kindern mit chronischen Atemwegserkrankungen noch immer viel zu selten eingesetzt.”

1991: Nur 45% der Kinder mit Asthma erhielten Lungenfunktionstestung

Eine 1991 publizierte, gesamteuropäische Studie zeigte, dass zum damaligen Zeitpunkt in Mittel- und Westeuropa nur etwa 44.6% aller Kinder mit Asthma bronchiale einer Lungenfunktionstestung unterzogen wurden. “Österreich lag damals weit unter der Durchschnittszahl”, so Zach. Seither wurden in vielen Ländern Europas – so auch in Österreich – massive Anstrengungen unternommen, um diese Situation zu verbessern. Allerdings noch ohne durchschlagenden Erfolg.

„Situation heute nur wenig besser“

Denn eine vor vier Jahren an der Grazer Universitätsklinik durchgeführte österreichweite Untersuchung von achtjährigen Kindern mit asthmatypischen Symptomen zeigte für das gesamte Bundesgebiet eine deutliche Unterdiagnose und Unterbehandlung von Asthma bronchiale. So war zum Beispiel bei jener Gruppe, die hochgradige und massive Symptome zeigte, in nur 42% das Asthma bronchiale diagnostiziert worden. Zach: Wir können davon ausgehen, dass die Situation heute nicht anders ist.“

Obwohl der Einsatz der Lungenfunktionsdiagnostik nicht primäres Ziel dieser Untersuchung war, zeigten Stichproben, dass in dieser Altersgruppe, trotz häufiger und massiver Symptome, die Lungenfunktionsdiagnostik in weniger als 20% der betroffenen Fälle eingesetzt worden war. “Fehlende Lungenfunktionsdiagnostik bei diesen Patienten resultiert in Unterdiagnostik; diese wiederum in Untertherapie; und letztere schlussendlich langfristig zur Häufung von krankheitsbedingten irreversiblen Schäden und damit zur respiratorischen Invalidität”, warnte Zach. Und: „Wir wissen, dass auch heute noch bei weniger als der Hälfte der betroffenen Kinder eine Überprüfung ihrer Lungenfunktion durchgeführt wird.“

Verstärkte Aufklärung von Ärzten und Bevölkerung dringend notwendig

Für österreichische Kinder mit Atemwegserkrankung existiere nach wie vor, so der Befund des Kinderspezialisten, „ein massiver Nachholbedarf beim Einsatz der Lungenfunktionsdiagnostik.” In der Aufklärung der Ärzteschaft und der Sensibilisierung der Bevölkerung für diese Thematik seien die Anstrengungen zu verstärken. Vorsorgeaktionen wie das Spirometrie-Zelt mit dem Angebot kostenloser Lungenfunktionstests am 27. und 28. September in der Wiener Innenstadt – neben der Staatsoper – seien daher sehr zu begrüßen.

 

23. September 2003

Belastung durch Ragweedpollen nimmt ab

Die Belastung durch Ragweedpollen nimmt deutlich ab. Bis Ende der Woche sind nur geringe Belastungen in Sicht.

Im Norden und Westen ist die Pollensaison vorüber

(Aussendung Allergiezentrum Wien-West vom 23. September 2003)

 

21. September 2003

Herbst ist Hochsaison für Ragweedpollen
Aggressives Allergie-Unkraut breitet sich rasant in Österreich aus

RagweedEine rinnende Nase im September muss nicht immer Schnupfen sein. Von Mitte August bis Anfang Oktober hat mit Ragweed (lat. Ambrosia) die Pollensaison ihren letzten Höhepunkt. Vor einigen Jahren noch völlig unbekannt, hat sich das Traubenkraut über Ungarn kommend auch in unseren Breiten - bis jetzt noch vorwiegend im Osten und Süden Österreichs - angesiedelt. Das Allergen gilt als eines der aggressivsten Pflanzenallergene, weil es die Entwicklung von Asthma bei sensibilisierten Personen wesentlich beschleunigt. Ein spezieller Impfstoff für Ragweedallergiker ist bereits verfügbar, der eine kausale Therapie ermöglicht und damit das Asthmarisiko wesentlich senkt.

Die natürliche Heimat von Ragweed ist Nordamerika. Die Pflanze aus der Familie der Korbblütler wurde über kontaminierte Samenlieferungen nach Europa eingeschleppt und verbreitet sich von Ungarn kommend seit einigen Jahren auch in Österreich rasant. Die Allergenbelastung steigt jedes Jahr signifikant*. Nach bisherigen Untersuchungen der HNO-Univ.-Klinik Wien reagieren im Wiener Raum 25 Prozent der Allergiker, die auf Korbblütler (z. B. Beifu&) allergisch sind, auf Ragweed.

Ragweedpollen: Aggressiv und reiselustig
Prof. Dr. Siegfried Jäger, Biologe an der HNO Univ.-Klinik Wien und Ragweedspezialist untersucht seit Jahren die Konzentration des Allergens in Österreich: "Es sind vor allem die Tieflagen im Osten betroffen, die Belastung setzt sich mit rasanter Geschwindigkeit allerdings bereits bis in den Linzer Raum, in die Bereiche des Murtales und im Klagenfurter Becken fort. Die Allergene werden neben dem Pollenflug u.a. durch den Schmutz auf Autoreifen in neue Gebiete verteilt, weshalb Radweed vor allem an den Rändern der Hauptverkehrsadern vorzufinden ist.." Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Pflanze beträgt zwischen 6 und 20 Kilometer pro Jahr von Ost nach West.

Jede Ragweed-Pflanze gibt jährlich Millionen von Pollenkörnern an ihre Umgebung ab, die bis zu 300 km weit fliegen können. Die Pollen gelten als eines der aggressivsten Pflanzenallergene, das schwere Rhinitissymptome und sehr oft Asthma auslösen kann. Dass das Ragweed-Problem sehr ernst genommen wird, zeigen strenge Gesetze zur Eindämmung der Verbreitung der Pflanze. In Ungarn wird z. B. die Bevölkerung mit Steckbriefen über die Gefahren des Unkrauts informiert und aufgerufen, Ragweedpflanzen wo immer sie wachsen auszurei&en. In Kanada - einem Ursprungsland von Ragweed - drohen Grundbesitzern, die Ragweedpflanzen nicht entfernen, hohe Geldstrafen.

Allergieimpfung für Ragweed-Patienten
"Ragweed ist ein sehr aggressives Allergen; gegenüber Ragweed sensibilisierte Menschen reagieren auch schon auf geringe Pollenmengen. Au&erdem entwickeln ragweed-sensibilisierte Patienten wesentlich leichter Asthma", erklärt Prof. Jäger. Eine wichtige Möglichkeit, um kausale Atemwegserkrankungen zu verhindern ist die Therapie mittels Allergieimpfung oder Hyposensiblisierung. Für Ragweed-Allergiker wurde ein spezieller Impfstoff entwickelt. Durch regelmä&ige Injektionen wird das Immunsystem des Patienten schrittweise an das Allergen gewöhnt und der chronische Verlauf der allergischen Erkrankungen verhindert.

Die Allergieimpfung wird von Fachärzten und in Allergieambulatorien durchgeführt. Sie ist in Spritzen- und in Tropfenform erhältlich. Die Kosten werden zur Gänze von der Krankenkasse übernommen.

Text: ALK-Abelló Allergieservice GmbH / Agentur comm·in / 2002

 

18. September 2003

Steroide können Risiko für Grauen Star erhöhen
Tägliche Dosis und Dauer der Inhalation entscheidend

London (pte) - Wissenschaftler der London School of Hygiene and Tropical Medicine http://www.lshtm.ac.uk haben nachgewiesen, dass die Langzeitanwendung von inhalierten Steroiden zur Asthmabehandlung das Risiko für einen Grauen Star erhöhen kann. Untersucht wurden die Daten von fast 31.000 Personen. Inhalierte Steroide wurden von 11,5 Prozent der Teilnehmer mit Grauem Star verwendet, aber nur von 7,5 Prozent der Gruppe ohne Grauen Star.

Die im British Journal of Ophthalmology http://bjo.bmjjournals.com veröffentlichte Studie weist nach, dass die Höhe der inhalierten Dosis für das Ausmaß des Risikos entscheidend ist. Bei der Einnahme der niedrigsten täglichen Dosis von bis zu 400 Mikrogramm zeigte sich ein geringes bis kein Risiko. Dosen von mehr als 1.600 Mikrogramm täglich führten zu einer 70 prozentigen Risikosteigerung. Das Risiko stieg ebenfalls in Proportion mit der Einnahmedauer.

Der leitende Wissenschaftler Liam Smeeth erklärte gegenüber der BBC, dass die Verwendung von Steroiden in der Behandlung von Asthma und chronischer Bronchitis einen großen Stellenwert habe. "Die großen therapeutischen Vorteile müssen sorgfältig gegen die vergleichsweise geringen Risiken abgewogen werden. Das Ansteigen des Risikos beschränkte sich großteils auf die höchsten Dosierungen und eine lange Einnahmedauer."

Aussender: pressetext.austria

16. September 2003

Belastung durch Ragweedpollen nimmt zu

Zunehmende Ragweedpollenbelastung in der 2. Wochenhälfte durch den einsetzenden Südostwind.
Weiterhin mäßige bis starke Pilzsporenbelastung.

Gelbe Niederschläge auf Flächen und Pfützen verursacht die Zedernblüte.

(Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 16. September 2003)

 

5. September 2003

Geringe Belastungen durch Ragweed

Zur Zeit bestehen aufgrund der Wetterbedingungen nur geringe Belastungen durch Ragweedpollen im Osten Österreichs. Pilzsporenkonzentrationen sind nur lokal nach Regenschauern vorhanden.
(Aussendung des Allergiezentrums Wien-West vom 4. September 2003)

 

3. September 2003

Heute Neurodermitis – morgen Asthma?
Studie zur Vorbeugung von Asthma im Kindesalter
Kinderärzte in Österreich suchen Kinder mit Neurodermitis

40% aller Kinder mit Neurodermitis erkranken später an Asthma.
Kinderärzte in Österreich wollen die typische Allergieentwicklung zum Asthma bronchiale stoppen.
Eine weltweite Studie untersucht daher den Einfluss eines Medikamentes zur Asthma-Vorbeugung.
Die teilnehmenden Ärzte suchen Kinder mit Neurodermitis im Alter von 12 bis 24 Monaten, die noch kein Asthma haben und deren Eltern oder Geschwister an Allergien oder Asthma erkrankt sind. Interessierte Eltern können sich an die kinderärztliche Studienzentrale wenden.
Kontaktadresse: Tel. 00 800 223 422 22

Neurodermitis und Asthma
Neurodermitis (oder „Atopisches Ekzem“, „Atopische Dermatitis“) ist auf dem Vormarsch. Mittlerweile leidet bereits jedes 10. Kind an dieser quälend juckenden Hauterkrankung.
Der mögliche Krankheitsverlauf darf bei der späteren Kindesentwicklung nicht unterschätzt werden:
40% aller Kinder, die im Säuglingsalter an Neurodermitis leiden, entwickeln später Asthma.
Nach den Ergebnissen klinischer Untersuchungen erkranken v.a. solche Neurodermitis-Kinder an Asthma, die allergisch gegen Gräserpollen und Hausstaubmilben sind. Darüber hinaus wird das Risiko bei Kleinkindern, Asthma zu entwickeln, ganz wesentlich mitbestimmt durch Atopien (Allergien / Asthma) in der Familie, erläutert Primaria Dr. Waltraud Emminger, eine Studienärztin, die ein Allergieambulatorium in Wien leitet.

Für diese Neurodermitis-Patienten konnte in einer klinischen Untersuchung nachgewiesen werden, dass ein Medikament (Antihistaminikum) gegen verschiedene Allergien die Häufigkeit einer späteren Asthma-Erkrankung um 40% reduzierte. Auch nach einer Beobachtungszeit von insgesamt 18 Monaten war der Effekt bei Kindern mit Graspollenallergie immer noch ausgeprägt.

Weltweite Studie zur Asthma-Vorbeugung
In der jetzt laufenden Folgestudie testen die Kinderärzte in Österreich ein verbessertes Antihistaminikum. Kinder mit Neurodermitis im Alter zwischen 12 und 24 Monaten bekommen über 18 Monate entweder das Medikament oder Placebo nach dem Zufallsprinzip. Weder der Arzt noch der Patient weiß, welche Behandlung gegeben wird.
Die Teilnehmer sollen mindestens seit 2 Monaten an Neurodermitis erkrankt sein und noch kein Asthma haben. Ihre Eltern (ein Elternteil) oder Geschwister sollten Allergiker sein.
Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos.
Interessierte Eltern können sich an die kinderärztliche Studienzentrale wenden. (Gebührenfreie Kontaktadresse:Tel. 00 800 223 422 22)